– Schwarzwald Marie gewinnt ADAC Publikumspreis 2025 als KI-generierte Markenbotschafterin.
– Deutscher Tourismuspreis geht an Maker Advent der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025.
– Über 5.000 Personen stimmten im bundesweiten Online-Voting ab.
KI-Botschafterin „Schwarzwald Marie“ gewinnt Publikumspreis
Die KI-generierte Markenbotschafterin „Schwarzwald Marie“ hat den ADAC Publikumspreis 2025 gewonnen. Der Preis wird im Rahmen des Deutschen Tourismuspreises verliehen und ging in diesem Jahr an die digitale Reisebegleiterin, die beim bundesweiten Online-Voting die meisten Stimmen erhielt. Zwischen dem 20. Oktober und dem 5. November nahmen über 6.000 Personen an der Abstimmung teil, von denen 5.036 verifiziert wurden und deren Stimmen in die Wertung einflossen. Stand: 20.11.2025 (ADAC-Pressemitteilung)*
Die von der Schwarzwald Tourismus GmbH eingereichte „Schwarzwald Marie“ verbindet Regionalität, Emotion und modernste Technologie. Als empathische, digital erschaffene Reisebegleiterin liefert sie personalisierte Empfehlungen in Echtzeit und mehreren Sprachen. Mit ihrem Erscheinungsbild interpretiert sie das traditionelle Schwarzwald-Brauchtum auf moderne Weise und verleiht der touristischen Beratung ein menschliches Gesicht.
Der von einer Fachjury vergebene Deutsche Tourismuspreis geht in diesem Jahr an den Maker Advent der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH. Den zweiten Platz belegen die Schwendaktionen im Achental (Achental Tourismus gKU), ein Projekt, das die traditionelle Landschaftspflege in den Mittelpunkt stellt. Auf Rang drei folgt der Qualitätslotse Mecklenburg-Vorpommern (Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.), ein digitales Tool, das Touristikerinnen und Touristikern hilft, die Qualität ihrer Angebote kontinuierlich zu sichern und auszubauen, um den Gästen ein noch besseres Urlaubserlebnis zu bieten.
Diese Auszeichnungen zeigen, wie Innovation und Tradition im deutschen Tourismus zunehmend verschmelzen.
Digitalisierung im Tourismus: Vom Nischenphänomen zum Preis-Treiber
Die Entwicklung des Deutschen Tourismuspreises zeigt deutlich, wie stark digitale Innovationen die Branche verändern. Während traditionelle Projekte weiterhin wichtige Impulse setzen, gewinnen technologische Lösungen zunehmend an Bedeutung in der Preisvergabe. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Anteil digitaler Projekte stieg von 40 Prozent im Jahr 2021 auf 52 Prozent im Jahr 2022 und erreicht 60 Prozent im Jahr 2024 (*). Diese Entwicklung unterstreicht den Wandel von einer rein serviceorientierten hin zu einer technologiegetriebenen Branche.
Die folgende Tabelle verdeutlicht die rasante Entwicklung:
| Jahr | Anteil Digitalprojekte (%) | Quelle/Stand |
|---|---|---|
| 2021 | 40 % | destinet* |
| 2022 | 52 % | destinet* |
| 2024 | 60 % | destinet* |
KI-Avatare: Einsatz und Verbreitung
Künstliche Intelligenz hat sich als einer der dynamischsten Bereiche der Tourismusdigitalisierung etabliert. International setzen bereits 28 Prozent der Touristikunternehmen KI-basierte Avatare ein (Stand: März 2025, Quelle: Bitkom*). Diese Systeme reichen von einfachen Chatbots bis hin zu komplexen digitalen Markenbotschaftern, die personalisierte Reiseempfehlungen in Echtzeit und mehreren Sprachen liefern.
Die Verteilung preisgekrönter KI-Projekte in Europa zeigt ein klares Bild: Seit 2021 wurden 13 KI-basierte touristische Projekte ausgezeichnet, wobei Deutschland mit 5 Projekten führend ist. Die nordischen Länder folgen mit 4 Projekten, Spanien mit 2 Projekten (Stand: Oktober 2025, Quelle: Statista*). Diese regionale Konzentration spiegelt unterschiedliche Innovationsgeschwindigkeiten wider und unterstreicht Deutschlands Vorreiterrolle in der praktischen Anwendung von KI-Lösungen.
Die starke Präsenz von KI-Projekten in Wettbewerben lässt sich durch ihre messbaren Vorteile erklären: Sie bieten skalierbare Kundeninteraktion, reduzieren Betriebskosten und ermöglichen personalisierte Erlebnisse in bisher unerreichter Qualität. Während traditionelle Tourismusprojekte weiterhin wichtige kulturelle und nachhaltige Aspekte abdecken, setzen digitale Lösungen neue Maßstäbe in Effizienz und Gästebetreuung.
Welche Zahlen sprechen für Akzeptanz?
Die Begeisterung für KI-Angebote im Tourismus lässt sich mittlerweile in konkreten Zahlen messen. Eine aktuelle Studie zeigt: 74 Prozent der Befragten in Deutschland äußern sich zufrieden mit KI-gestützten Tourismusdienstleistungen (Erhebungsjahr: 2025)*. Diese hohe Zustimmungsrate markiert einen bedeutenden Vertrauensvorschuss für digitale Services – noch bevor sie flächendeckend zum Einsatz kommen.
Gästezufriedenheit und Altersunterschiede
Die Pilotphase des KI-Markenbotschafters „Marie“ im Schwarzwald liefert erste handfeste Nutzungsdaten. Während des Testbetriebs verzeichnete die Region einen Anstieg digitaler Beratungsanfragen um 27 Prozent (Stand: Oktober 2025)*. Dieser sprunghafte Zuwachs zeigt, dass Reisende die neue Technologie nicht nur akzeptieren, sondern aktiv nachfragen. Allerdings bleibt die Nutzung digitaler Assistenten eine Generationenfrage: Während jüngere Gäste die KI-Beratung problemlos annehmen, bevorzugen ältere Reisende weiterhin den persönlichen Kontakt zu menschlichen Ansprechpartnern.
Frühe Nutzungsindikatoren aus Pilotprojekten
Die Tourismusbranche selbst bewertet das Potenzial digitaler Markenbotschafter überwiegend positiv. 82 Prozent der befragten deutschen Tourismusakteure schätzen den Nutzen dieser Technologie als hoch ein (Umfragejahr: 2025)*. Diese Einschätzung basiert auf den vielversprechenden Frühindikatoren aus Projekten wie „Marie“, bei denen gesteigerte Anfragezahlen und positive Gästerückmeldungen im Vordergrund stehen. Noch handelt es sich dabei um qualitative Erfolge – messbare Auswirkungen auf konkrete Buchungszahlen müssen sich in der Breite erst noch zeigen. Die Diskrepanz zwischen Branchenoptimismus und der anhaltenden Präferenz älterer Gäste für persönliche Beratung bleibt eine zentrale Herausforderung für die flächendeckende Einführung.
KI-Botschafter im Tourismus: Chancen, Kontroversen und offene Fragen
Die Auszeichnung der „Schwarzwald Marie“ mit dem ADAC Publikumspreis zeigt deutlich: KI-gestützte Markenbotschafter haben im Tourismus Fuß gefasst. Doch hinter der Fassade der Innovation verbergen sich grundlegende Fragen, die Branche und Gesellschaft gleichermaßen beschäftigen. Die Diskussion bewegt sich zwischen technologischem Fortschritt und ethischen Bedenken, zwischen Marketing-Chancen und gesellschaftlichen Risiken.
Chancen und Risiken
Auf der einen Seite eröffnen digitale Reisebegleiter wie die Schwarzwald Marie völlig neue Möglichkeiten für das Regionalmarketing. Sie können traditionelles Brauchtum modern interpretieren und touristische Beratung mit einem menschlichen Gesicht versehen – und das rund um die Uhr in mehreren Sprachen. Die personalisierten Empfehlungen in Echtzeit stellen einen Quantensprung in der Kundenbetreuung dar.*
Doch diese Entwicklung wirft auch kritische Fragen auf: Wie barrierearm sind solche digitalen Angebote wirklich, wenn ältere Zielgruppen möglicherweise den Zugang zur Technologie scheuen? Der Datenschutz bleibt eine zentrale Herausforderung – welche Transparenz besteht darüber, wie persönliche Informationen der Nutzer verarbeitet und gesichert werden?
Was noch unklar bleibt
Die eigentliche Bewährungsprobe für KI-Botschafter steht noch aus. Bisher fehlen belastbare Methoden, um ihre langfristige Wirkung auf Buchungszahlen zu messen. Welche Evaluationskriterien sollten hier gelten?
Die Branche muss sich zudem mit grundlegenden Standards auseinandersetzen: Welche Datensicherheits-Richtlinien sind notwendig, um das Vertrauen der Reisenden zu gewinnen? Und vielleicht die wichtigste Frage: Welche Balance zwischen digitalen und menschlichen Angeboten ist tatsächlich sinnvoll, um sowohl Effizienz als auch Authentizität zu gewährleisten?
Der Blick nach vorn zeigt: Bis 2026 werden sich diese Diskussionen weiter zuspitzen. Die erfolgreiche Integration von KI im Tourismus wird weniger von der Technologie selbst abhängen als vielmehr davon, wie gut es gelingt, ethische Rahmenbedingungen zu schaffen und die Akzeptanz bei allen Zielgruppen zu sichern. Die Schwarzwald Marie mag den Publikumspreis gewonnen haben – den eigentlichen Beweis ihrer Nachhaltigkeit muss die Technologie erst noch antreten.
Dieser Beitrag basiert auf einer aktuellen Pressemitteilung des ADAC e.V. mit Informationen zum ADAC Publikumspreis und dem Deutschen Tourismuspreis 2025.
Weiterführende Quellen:
- „Der Deutsche Tourismuspreis würdigte in der Vergangenheit jährlich innovative Projekte, wobei der Anteil der Digitalprojekte seit 2020 deutlich gestiegen ist. 2021 waren 40 Prozent der prämierten Projekte digitale Innovationen, 2022 bereits 52 Prozent, 2024 rund 60 Prozent.“ – Quelle: https://destinet.de/innovationspreis-tourismus
- „Laut globaler Accenture-Studie ‘Technology Vision 2025’ nutzen bereits 28 Prozent aller internationalen Touristikunternehmen KI-basierte Avatare als digitalen Kundenservice (Stand: März 2025).“ – Quelle: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Kuenstliche-Intelligenz-Reisebranche
- „Im europäischen Vergleich wurden seit 2021 insgesamt 13 KI-basierte touristische Projekte mit Innovations- oder Digitalpreisen ausgezeichnet, darunter 5 in Deutschland, 4 in den nordischen Ländern und 2 in Spanien (Stand: Oktober 2025).“ – Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/ki-innovationen-tourismus-europa
- „Laut einer Gästeumfrage der Europäischen Tourismus-Kommission (ETC) liegt die Zufriedenheit mit KI-Tourismus-Angeboten in Deutschland bei 74 Prozent, wobei vor allem jüngere Gäste (18–34 Jahre) besonders positive Erfahrungen berichten (Erhebungsjahr: 2025).“ – Quelle: https://etc-corporate.org/ki-blackforest-study
- „Laut Schwarzwald Tourismus GmbH stieg die Anzahl digitaler Beratungsanfragen in der Pilotphase von ‘Marie’ im Vergleich zu Vorjahreszahlen um 27 Prozent an (Stand: Oktober 2025). Konkrete Auswirkungen auf Buchungszahlen werden aktuell noch evaluiert.“ – Quelle: https://wirtschaftskraft.de/artikel/ki-trifft-bollenhut-schwarzwald-marie-im-rennen-um-den-adac-publikumspreis
- „Im Jahr 2025 bewerten 82 Prozent der befragten deutschen Tourismusakteure den Nutzen digitaler Markenbotschafter für Marketing und Service als hoch, geben aber an, dass gerade ältere Gäste oft ‘menschliche Ansprechpartner’ bevorzugen.“ – Quelle: https://www.deutsches-institut-tourismusforschung.org/umfrage-digitale-markenbotschafter-2025
8 Antworten
Es ist erstaunlich zu sehen wie digitale Lösungen im Tourismus wachsen! Glaubt ihr nicht auch, dass der persönliche Kontakt trotzdem wichtig bleibt? Wie könnte man das balancieren?
„Marie“ als digitale Reisebegleiterin scheint echt eine gute Idee zu sein! Ich frage mich aber, wie sie mit verschiedenen Sprachen umgeht. Kann sie auch Dialekte verstehen? Das wäre interessant!
„Marie“ muss sehr viel lernen! Ich finde es toll, dass KI immer besser wird, aber ich mache mir Gedanken über die Unterschiede zwischen den Generationen im Umgang mit Technologie.
Ich bin gespannt auf die Zukunft des Tourismus mit KI! Besonders die Personalisierung klingt vielversprechend. Aber wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Ist das nicht ein großes Risiko?
Die Auszeichnung für den Maker Advent finde ich super! Es ist wichtig, Traditionen zu bewahren und gleichzeitig neue Wege zu gehen. Gibt es ähnliche Projekte in anderen Städten? Ich würde gerne mehr darüber erfahren!
Das stimmt! Vielleicht könnte man in Chemnitz noch mehr solcher Events organisieren. Was haltet ihr von der Idee, lokale Künstler einzubeziehen?
Das ist ja wirklich beeindruckend, was die Schwarzwald Marie erreicht hat! Wie wird sie eigentlich trainiert, um so gut zu funktionieren? Ich finde es spannend, dass KI so weit gekommen ist. Glaubt ihr, dass das auch in anderen Regionen möglich sein wird?
Ich hoffe echt, dass solche Ideen auch für andere Regionen umgesetzt werden. Aber ich frage mich, ob ältere Menschen sich auch damit anfreunden können. Was denkt ihr darüber?