Schwarzarbeit bei Sicherheitsdiensten auf der Gamescom: Branche warnt vor Risiken und fordert Reformen im Vergaberecht

Auf der Gamescom steht der Verdacht im Raum, dass durch falsche Vergabeschwerpunkte und unzureichende Kontrollen in der Sicherheitsbranche Schwarzarbeit gefördert wird und so die Sicherheit der Besucher gefährdet ist. Der Branchenverband BDSW fordert deshalb, im öffentlichen Vergaberecht nicht mehr allein den Preis, sondern vor allem Qualitätskriterien zu priorisieren und verbindliche Nachweis- und Kontrollpflichten bis in alle Subunternehmerketten einzuführen. Ohne diese Nachschärfungen drohen bei Großveranstaltungen weiterhin Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben und erhebliche Sicherheitsrisiken.
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– Verdacht auf Schwarzarbeit im Sicherheitsdienst bei Gamescom fordert gesetzgeberisches Handeln.
– BDSW kritisiert Preisfokus bei Vergaben und verlangt prioritär höhere Qualitätskriterien im Vergaberecht.
– Geforderte Nachweis- und Kontrollpflichten sollen gesetzliche Anforderungen bei Subunternehmerketten sichern.

Schwarzarbeitsverdacht auf der Gamescom: Dringender Handlungsbedarf für Politik und Branche

Der Verdacht auf Schwarzarbeit bei Sicherheitsdiensten auf der Gamescom hat erneut ein drängendes Problem in der Sicherheitsbranche sichtbar gemacht. Gesetzeswidriges Verhalten von Sicherheitsunternehmen bei Großveranstaltungen ist keine Ausnahme, sondern ein wiederkehrendes Thema. Die Vorsitzende der BDSW-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, Nora Rauch, betont: „Ein – auch von uns als Branchenverband kritisch gesehenes – gesetzeswidriges Verhalten von Sicherheitsunternehmen wird jedoch durch eine falsche Schwerpunktsetzung hinsichtlich der Vergabe und durch mangelnde Kontrollen teilweise gefördert. Hier besteht dringender Handlungsbedarf für den Gesetzgeber.“

Seit Jahren fordert der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) eine stärkere Gewichtung von Qualitätskriterien bei der Vergabe von sicherheitsrelevanten Aufträgen. Doch bisher sei der Gesetzgeber hier „leider immer noch nicht aktiv geworden“. Diese Priorisierung des Preises habe direkte Folgen: „Wenn für die Vergabe sicherheitsrelevanter Aufträge nach wie vor überwiegend der Preis ausschlaggebend sei, dürfe es nicht verwundern, wenn die Sicherheit teilweise auf der Strecke bleibe.“ Dabei lassen sich Parallelen zu anderen Großveranstaltungen ziehen, etwa beim Kölner Karneval, wo ähnliche Probleme sichtbar wurden.

Ein wesentlicher Risikofaktor liegt in der häufigen Einbindung von Subunternehmern. Gerade bei Großveranstaltungen ist deren Einsatz kaum vermeidbar. Doch mit jeder weiteren Subunternehmerkette steigt die Gefahr, dass gesetzliche Vorgaben nicht konsequent eingehalten werden. Rauch warnt: „Bei Einbindung von Subunternehmen drohe jedoch eine konsequente Beachtung aller gesetzlichen Vorgaben schneller aus dem Fokus zu geraten. Dies wirke sich – gerade bei längeren Subunternehmerketten – häufig zulasten der Sicherheit aus.“ Der Verband fordert deshalb verbindliche Nachweis- und Kontrollpflichten, um sicherzustellen, dass auch Subunternehmen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Trotz wiederholter Warnungen habe sich bislang wenig getan – ein Umstand, der sich im aktuellen Fall offenbar erneut negativ ausgewirkt hat.

Die Sicherheitsbranche in Deutschland beschäftigt rund 290.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftete 2024 einen geschätzten Umsatz von etwa 14,13 Milliarden Euro. Die im BDSW organisierten Unternehmen stehen für hochwertige Sicherheitsdienstleistungen: Sie schützen Kraftwerke, militärische Liegenschaften und andere kritische Infrastrukturen, sorgen für qualifizierten Werkschutz, Pforten- und Empfangsdienst und verbinden zunehmend moderne Überwachungstechnik mit personellen Sicherheitslösungen. Gerade diese „integrierten Sicherheitslösungen“ setzen Maßstäbe für Qualität und Zuverlässigkeit.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Folgen von Schlamperei und Schwarzarbeit weit über den Einzelfall hinausgehen: Sie gefährden die Sicherheit ganzer Veranstaltungen und untergraben das Vertrauen in die Branche. Es bleibt eine zentrale Aufgabe für Politik und Wirtschaft, die Vergabepraxis zu überdenken und wirksame Kontrollen durchzusetzen – um die Sicherheit der Menschen bei Großevents zu gewährleisten und gleichzeitig faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Schwarzarbeit in der Sicherheitsbranche: Warum jetzt entschiedenes Handeln nötig ist

Schwarzarbeit bleibt ein hartnäckiges Problem in der Sicherheitsbranche – besonders bei Großveranstaltungen, wo viele private Dienstleister und Subunternehmen tätig sind. Diese illegale Praxis untergräbt nicht nur gesetzliche Vorgaben, sondern gefährdet auch die Sicherheit von Besuchern und Veranstaltern. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) warnt eindringlich: Die bisherigen Regelungen und Kontrollen reichen nicht aus, um Schwarzarbeit effektiv einzudämmen. Stattdessen führt ein starker Preiswettbewerb und die unübersichtliche Nutzung von Subunternehmerketten dazu, dass gesetzliche Vorschriften oft ignoriert werden. Der Gesetzgeber steht jetzt in der Pflicht, klare Rahmenbedingungen zu schaffen und die Qualitätssicherung bei der Vergabe sicherheitsrelevanter Aufträge zu verstärken.

Die Sicherheitsbranche in Deutschland beschäftigt rund 290.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von über 14 Milliarden Euro jährlich. Private Sicherheitsdienste tragen maßgeblich zum Schutz kritischer Infrastruktur, militärischer Anlagen und zahlreicher öffentlicher Veranstaltungen bei. Gerade bei Großevents wie der Gamescom oder dem Kölner Karneval steigen die Anforderungen an die Sicherheit massiv. Umso bedenklicher ist es, wenn Schwarzarbeit und undurchsichtige Subunternehmerstrukturen die Branche schwächen und die Zuverlässigkeit privater Sicherheitsdienste infrage stellen.

Ein zu starker Fokus auf den Preis bei der Auftragsvergabe ist aus Sicht des BDSW ein zentraler Treiber dieses Missstands: "Wenn für die Vergabe sicherheitsrelevanter Aufträge nach wie vor überwiegend der Preis ausschlaggebend sei, dürfe es nicht verwundern, wenn die Sicherheit teilweise auf der Strecke bleibe," so die Vorsitzende der BDSW-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, Nora Rauch. Dazu kommt, dass lange und unkontrollierte Subunternehmerketten die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen nur erschweren. Hier fehlen effektive Nachweis- und Kontrollpflichten.

Diese Problematik ist mehr als ein rein branchenspezifisches Thema. Sie hat weitreichende gesellschaftliche und politische Dimensionen:

  • Gefahren für Besucher und Veranstalter: Schwarzarbeit schwächt die Zuverlässigkeit von Sicherheitsdiensten. Mangelhafte Schulungen, fehlende Legitimierung und ein unrentabler Kostendruck können zu gefährlichen Situationen bei Großveranstaltungen führen. Die Sicherheit von mehreren zehntausend Menschen steht auf dem Spiel.

  • Politische und gesellschaftliche Konsequenzen: Zunehmende Verstöße gegen die Regelungen untergraben das Vertrauen in private Sicherheitsdienste. Gleichzeitig entstehen Wettbewerbsverzerrungen zugunsten von Unternehmen, die gesetzliche Vorgaben missachten. Damit gerät nicht nur die Sicherheit ins Wanken, sondern auch die politische Legitimität von Vergabeverfahren.

Aus diesen Gründen fordert der BDSW eine stärkere politische Intervention. Es geht nicht nur um die Strafverfolgung von Schwarzarbeit, sondern vor allem um klare gesetzliche Vorgaben, die eine qualitätsorientierte Auftragsvergabe und konsequente Kontrollen sicherstellen. Ohne ein Umdenken auf politischer Ebene droht, dass sich das Problem bei künftigen Großveranstaltungen weiter verschärft.

Die wichtigsten gesellschaftlichen Risiken durch Schwarzarbeit in der Sicherheitsbranche:

  • Erhöhtes Unfall- und Sicherheitsrisiko bei Großveranstaltungen
  • Fehlende soziale Absicherung und faire Arbeitsbedingungen für Sicherheitskräfte
  • Wettbewerbsverzerrung zu Lasten gesetzestreuer Unternehmen
  • Vertrauensverlust der Öffentlichkeit in private Sicherheitsdienste
  • Schwächung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung

Gerade jetzt, nachdem Verdachtsfälle bei der Gamescom ans Licht gekommen sind, wird deutlich, wie dringend der Gesetzgeber handeln muss. Eine Kombination aus verbindlichen Qualitätsstandards, mehr Transparenz bei Subunternehmerketten und verstärkten Kontrollen könnte die Sicherheitsbranche auf einen rechtlich und gesellschaftlich tragfähigen Kurs bringen. Nur so bleibt gewährleistet, dass Sicherheitsdienste ihren hohen Ansprüchen bei Großveranstaltungen gerecht werden – und Besucher sicher geschützt sind.

Alle Informationen und Zitate dieses Beitrags stammen aus einer Pressemitteilung des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW).

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8 Kommentare

  1. Der Artikel spricht ein sehr relevantes Thema an! Gerade bei großen Veranstaltungen wie der Gamescom sollte Sicherheit an erster Stelle stehen! Ich bin gespannt, was für Maßnahmen die Politik nun ergreifen wird!

    1. Genau! Es wäre interessant zu wissen, welche Länder bereits bessere Modelle haben oder wie andere Branchen das Problem angehen!

  2. „Schwarzarbeit“ klingt für mich nach einem großen Skandal. Es schadet nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch allen Besuchern von Events wie der Gamescom. Ich hoffe wirklich auf Veränderungen in der Branche!

  3. Ich kann nur zustimmen: Wenn wir nichts gegen Schwarzarbeit unternehmen, wird das Vertrauen in Sicherheitsdienste immer weiter sinken. Wir brauchen dringend bessere Gesetze und Kontrollen! Wer hat Erfahrungen mit den aktuellen Sicherheitsdiensten gemacht?

  4. Der Artikel bringt wichtige Punkte zur Sprache! Schwarzarbeit im Sicherheitsdienst ist ein ernstes Thema und ich finde, dass mehr Transparenz nötig ist. Wie sieht es denn mit den Kontrollen aus? Gibt es dazu aktuelle Entwicklungen?

  5. Ich finde den Artikel sehr informativ. Es ist echt wichtig, dass die Politik endlich was macht gegen Schwarzarbeit in der Sicherheitsbranche. Wie kann es sein, dass so viele Sicherheitsdienste nicht richtig kontrolliert werden? Das gefährdet ja unsere Sicherheit! Was denkt ihr darüber?

    1. Ja, das ist wirklich ein großes Problem! Ich frage mich, ob die Subunternehmer überhaupt genug geschult sind. Wenn die Preise so niedrig sind, leidet dann nicht die Qualität? Gibt es dazu schon Statistiken?

    2. Ich stimme dir zu! Die Vergabepraxis muss sich ändern. Es ist doch verrückt, dass der Preis wichtiger ist als die Sicherheit. Ich hoffe, die BDSW kann da wirklich etwas bewirken.

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