– Ein Fünftel der Eltern (25 % in Großstädten) bewertet den Schulweg als unsicher.
– Bündnis fordert Tempo 30, sichere Querungsstellen und Verkehrsbeschränkungen vor Schulen.
– Über 90 % unterstützen Tempo 30, sichere Querungen und besseren ÖPNV.
Gefahr vor dem Schultor: Eltern fordern mehr Verkehrssicherheit und konkrete Maßnahmen
Die Sicherheit von Kindern auf ihrem Schulweg steht erneut im Fokus einer umfassenden Umfrage. Eine aktuelle, repräsentative forsa-Befragung zeigt: Ein Fünftel der Eltern schätzt den Schulweg ihres Kindes als unsicher ein. Besonders betroffen sind Eltern unter 40 Jahren sowie solche, die in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern leben – hier bewerten sogar ein Viertel die Situation als riskant. Die Studienergebnisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, die Verkehrssicherheit rund um Schulen zu verbessern und Gefahrenquellen zu minimieren.
Gefährliche Situationen entstehen nicht selten durch den Bringverkehr mit dem Auto. 13 Prozent der Eltern berichten, mindestens einmal wöchentlich an der Schultür bedrohliche Situationen zu erleben, die durch das Bringen von Kindern mit dem Pkw verursacht werden. Bezogen auf das gesamte Schuljahr erlebt fast ein Drittel der Befragten eine solche Situation, in Großstädten sind es mit 39 Prozent sogar noch mehr Eltern. Diese Zahlen belegen, wie sehr der motorisierte Verkehr vor Schulen die Sicherheit beeinträchtigt und Ängste bei Eltern, Kindern und Passanten erzeugt.
Das Bündnis aus Deutschem Kinderhilfswerk, Verkehrsclub VCD und Verband Bildung und Erziehung fordert deshalb wirksame Maßnahmen. Die Umfrage zeigt eine breite Zustimmung für verschiedene Vorschläge: Sichere Querungsstellen, Tempo 30-Zonen vor Schulen und gut ausgebaute öffentliche Verkehrsmittel werden von über 90 Prozent der Eltern als wichtig oder sehr wichtig eingestuft. Auch Radwege erhalten mit 83 Prozent hohe Zustimmungswerte. Das konsequente Freihalten des Schultors durch Halteverbote wird von nahezu der Hälfte als sehr wichtig angesehen, weitere 25 Prozent bewerten es als wichtig.
Dabei unterstreicht Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Jedes Kind hat das Recht, sicher zur Schule zu kommen. Deshalb müssen die Kindesinteressen bei der Wegeplanung wesentlich stärker als bisher berücksichtigt werden. Und zwar gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen: Die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern in Stadt- und Verkehrsplanungen muss in jeder Kommune verpflichtend erfolgen und daher in Bundes- und Landesgesetzen verankert werden. Hier ist die Politik gefordert, ein Weiter-so darf es nicht geben.“
Neben den infrastrukturellen Forderungen spricht sich die Umfrage auch klar für verkehrsberuhigende und organisatorische Maßnahmen aus, wie Schulstraßen – autofreie Bereiche unmittelbar vor Schulen. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, warnt eindringlich: „Die Eltern haben gesprochen: Tempo 30, sichere Querungen, Radwege und Halteverbote müssen überall Standard werden – ohne Ausnahmen. Vor allem brauchen wir Schulstraßen: autofreie Bereiche direkt vor Schulen, die Kindern Sicherheit geben und Unfälle verhindern. Wer diese Maßnahmen weiter blockiert, nimmt in Kauf, dass Kinder tagtäglich gefährdet werden.“
Der selbstständige Schulweg stärkt Kinder nicht nur körperlich, sondern auch im Selbstvertrauen. Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des VBE, mahnt: „Ein selbstständig zurückgelegter Schulweg schenkt Selbstvertrauen. Wer sich früh schon einmal bewegt hat, startet zudem besser in den Tag. Doch das braucht das Zutrauen der Eltern. Dass ein Fünftel von Ihnen den Schulweg als unsicher ansieht, muss ein Warnzeichen an die Kommunen sein. Durch kluge Begrenzung des Verkehrs kann der Schulweg sicherer gestaltet werden – und dann auch von mehr Kindern zu Fuß zurückgelegt werden.“
Vor diesem Hintergrund laden das Deutsche Kinderhilfswerk, der VCD und der VBE deutschlandweit Schulen und Kindertageseinrichtungen vom 15. bis 26. September 2025 zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ ein. Für diese Initiative stehen zahlreiche Materialien, Aktionsideen und Praxis-Tipps online bereit. Die Aktionstage werden unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Simone Oldenburg, durchgeführt. Botschafterin ist die Moderatorin Enie van de Meiklokjes. Diese Beteiligung soll das Bewusstsein für sichere Schulwege stärken und den Dialog zwischen Eltern, Schulen und Kommunen fördern.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer gemeinsamen Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerk e.V., des Verkehrsclub Deutschland e.V. und des Verbandes Bildung und Erziehung e.V.
8 Kommentare
*Schulwege* sind oft gefährlich wegen den Autos, das kann nicht so bleiben! Wir brauchen echte Lösungen wie sichere Querungen. Habt ihr Vorschläge oder Beispiele aus anderen Städten?
*Wichtig* finde ich auch die Rolle der Kommunen in diesem Thema. Sie müssen wirklich aktiv werden und nicht nur reden! Wer kann uns unterstützen? Vielleicht lokale Politiker einladen?
Ich stimme zu, dass sichere Schulwege wichtig sind! Aber wie können wir alle Eltern erreichen und informieren? Vielleicht mehr Aufklärung über die Initiative könnte helfen.
Das ist eine gute Frage! Wir könnten Informationsveranstaltungen in Schulen organisieren oder Plakate aufhängen, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Was denkt ihr darüber?
Das Thema ist echt wichtig und ich bin froh, dass darüber gesprochen wird! Eltern sollen sich sicher fühlen, wenn ihre Kinder zur Schule gehen. Woher kommt das Gefühl von Unsicherheit? Ich hoffe auf schnelle Lösungen!
Ja genau! Es gibt zu viele Autos vor Schulen und das macht alles gefährlich. Ich denke auch, dass wir mehr für den Radverkehr tun sollten, damit die Kinder sicherer unterwegs sind.
Ich finde es sehr wichtig, dass Eltern auf die Verkehrssicherheit ihrer Kinder achten. Sicherer Schulweg ist ein muss. Aber wie können wir das wirklich umsetzen? Gibt es dazu konkrete Pläne? Ich unterstütze Tempo 30.
Ja, Gisbert! Tempo 30 ist unbedingt nötig. Ich frage mich aber, was die Stadtverwaltung dazu sagt. Gibt es schon Initiativen oder sind die nur am reden? Wir sollten auch mehr über Schulstraßen diskutieren.