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DFB startet Offensive für mehr Schulsport: So will der Fußball Bewegung in die Ganztagsbetreuung bringen

Der deutsche Fußball bündelt seine Kräfte, um mehr Bewegung und Sport in den Schulalltag zu bringen. Anlass ist der ab dem kommenden Schuljahr geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Unter dem Motto „Schluss mit Stillstand!“ starten DFB, Landesverbände, DFL Stiftung und Profiklubs eine gemeinsame Initiative. Ein zentraler Baustein ist die „Schule des Kleinfeldfußballs“, die mit einfachen Formaten wie Drei-gegen-Drei den Einstieg erleichtern soll.
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Kinder spielen Fußball draußen, ein Junge dribbelt an einer Markierung. Gebäude und Bäume im Hintergrund.
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Das Wichtigste in Kürze

  • DFB und Partner starten Initiative für mehr Bewegung im Schulalltag mit Fokus auf Ganztagsbetreuung ab 2026.
  • Das Konzept „Schule des Kleinfeldfußballs“ nutzt das einfache Drei-gegen-Drei-Format für mehr aktive Kinder.
  • Lehrkräfte werden bundesweit fortgebildet, um Sportangebote besser in Schulen umzusetzen.
  • Profiklubs fördern niedrigschwellige Bewegungsangebote, besonders für benachteiligte Kinder.
  • Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen sollen ausgebaut und Bewegungsmangel bei Kindern bekämpft werden.
– DFB, DFL Stiftung und Profiklubs starten Initiative für mehr Bewegung in Schulen. – Sie setzen auf die „Schule des Kleinfeldfußballs“ und Fortbildungen für Lehrkräfte. – Hintergrund sind alarmierende Zahlen zu Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen.

Mehr Bewegung in Schulen: DFB bündelt Schulfußball-Angebote zum Ganztag

Der deutsche Fußball will seine Aktivitäten für mehr Bewegung und Sport in der Schule deutlich enger verzahnen. Der DFB, seine Landesverbände, die DFL Stiftung und Klubs aus dem Profifußball reagieren damit auf den bundesweit greifenden gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung im kommenden Schuljahr und auf den anhaltenden Bewegungsmangel vieler Kinder und Jugendlicher.

Mit dem ausgerufenen „Jahr der Schule“ 2026 sollen bestehende Maßnahmen zusammengeführt, intensiviert und ausgebaut werden. Im Zentrum steht ein Ansatz, der sich nach Vorstellung der Beteiligten mit wenig Aufwand in den Schulalltag integrieren lässt und möglichst viele Kinder in Bewegung bringen soll.

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Kleinfeldfußball als einfaches Modell für den Schulalltag

Praktisch setzt der Fußball vor allem auf die „Schule des Kleinfeldfußballs“. Das Konzept basiert laut DFB auf der Trainingsphilosophie Deutschland und soll Ballsportangebote so vereinfachen, dass sie unter schulischen Bedingungen leichter umsetzbar sind. Der Verband verweist dabei auf den geringen Material- und Platzbedarf.

Gespielt wird im Drei-gegen-Drei auf kleinen Feldern. Ziel ist, dass möglichst alle Kinder gleichzeitig beteiligt sind und in Bewegung bleiben. Aus Sicht des DFB passt dieses Format besonders gut in den Schulalltag, weil Organisation und Durchführung vergleichsweise einfach bleiben.

Hannes Wolf, DFB-Direktor Nachwuchs, Training und Entwicklung, sagt: „Gute Sportangebote in unserer Gesellschaft sind ein wichtiger Teil des Großwerdens. Die Kinder müssen mehr spielen, wir Erwachsenen weniger reden. Einfachheit ist an Schulen der Schlüssel, vor allem in der Organisation, damit die Umsetzung leicht möglich ist. Das Drei-gegen-Drei ist kein Zaubermittel, aber es ist die beste Möglichkeit für Kinder, Sport zu treiben. Nur Spielen bildet Ganzheitlichkeit ab.“

Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulfußball-Tour in allen Bundesländern

Flankiert wird der Schulansatz durch eine Fortbildungsoffensive. Das DFB-Kompetenzteam um Hannes Wolf schult bundesweit nicht nur Trainerinnen und Trainer aus Amateurvereinen, sondern nun auch Lehrkräfte in der Trainingsphilosophie Deutschland und in der Schule des Kleinfeldfußballs.

Beim Auftakt in Stuttgart im Rahmen eines Futsal-Länderspiels nahmen laut DFB mehr als 300 Lehrerinnen und Lehrer teil. Auch in Hamburg war das Kompetenzteam gemeinsam mit dem Landesverband und örtlichen Profiklubs bereits im Einsatz. Weitere Termine sind geplant. Parallel organisieren der DFB und seine 21 Landesverbände eine Schulfußball-Tour, die im Laufe des Jahres in allen Bundesländern Station machen soll.

Profiklubs und DFL Stiftung setzen auf niedrigschwellige Bewegungsangebote

Ein weiterer Baustein ist im Profifußball das Programm „Bundesliga bewegt“. Das sozialraumorientierte Sport- und Bewegungsprogramm wurde 2022 von der DFL Stiftung, dem SC Freiburg und dem SV Werder Bremen initiiert. Inzwischen beteiligen sich 22 Klubs aus Bundesliga und 2. Bundesliga.

Das Angebot richtet sich gezielt an benachteiligte Kinder und setzt auf regelmäßige, niedrigschwellige Bewegungsmöglichkeiten im direkten Lebensumfeld sowie auf die Qualifizierung von Fachkräften. Nach Angaben der DFL Stiftung zeigt eine aktuelle Analyse zudem, dass jeder in „Bundesliga bewegt“ investierte Euro mehr als den doppelten gesellschaftlichen Mehrwert erzielt.

Franziska Fey, Vorstandsvorsitzende der DFL Stiftung, betont: „Sport und Bewegung sind für junge Menschen unverzichtbar. Sie fördern die körperliche, soziale sowie geistige Entwicklung und schaffen gleichzeitig Räume für Teilhabe, Begegnung und gegenseitiges Verständnis. Mit ihrem Engagement, ihrer Reichweite, und ihren großen Netzwerken sind die Profiklubs geschätzte Partner vor Ort, übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und sichern gleichzeitig die sportliche Basis von morgen.“

Schulen und Vereine sollen enger zusammenarbeiten

Auch im Amateurbereich will der Fußball seine Strukturen stärker für Schulen nutzbar machen. Der DFB verweist auf die Reichweite des organisierten Fußballs mit knapp 24.000 Fußballvereinen in Deutschland. Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen sollen weiter ausgebaut werden.

Im Programm „Gemeinsam am Ball“ sind aktuell mehr als 1000 Fußball-AGs offiziell registriert. Der Ansatz des Fußballs setzt damit nicht nur auf einzelne Aktionen, sondern vor allem auf bestehende Schulstrukturen, lokale Vereinsnetzwerke sowie die Qualifizierung von Lehrkräften und Übungsleitenden.

Bewegungsmangel bei Kindern erhöht den Handlungsdruck

Hinter dem Vorstoß steht aus Sicht der Verbände ein klarer Befund. Nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten sich Kinder und Jugendliche mindestens eine Stunde täglich sportlich bewegen. Laut Robert-Koch-Institut erfüllen in Deutschland jedoch nur 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren diese Vorgabe.

Hinzu kommen Hinweise auf Defizite in der motorischen Entwicklung. Einer in der Mitteilung zitierten Krankenkassen-Studie zufolge weisen mehr als 300.000 der Sechs- bis 18-Jährigen motorische Entwicklungsstörungen auf. Das entspricht demnach einem Anstieg um 64 Prozent seit 2008.

Für den DFB und seine Partner ist das ein deutliches Signal, Bewegung in der Schule nicht als Zusatz, sondern als grundlegenden Bestandteil für Konzentration, Lernfähigkeit, mentale und körperliche Gesundheit sowie soziale Kompetenzen zu verstehen.

Ganztagsbetreuung verstärkt den Bedarf an verlässlichen Bewegungsangeboten

Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab August 2026 gewinnt das Thema zusätzlich an Bedeutung. Der Fußball will seine Angebote deshalb so aufstellen, dass sie sich verlässlich in den erweiterten Schulalltag einfügen lassen.

Der Vorstoß knüpft an bestehende Entwicklungen an, zielt aber vor allem darauf, die Reichweite von Verbänden, Profiklubs, Schulen und Vereinen systematischer zusammenzubringen. Aus Sicht des Fußballs kommt es nun darauf an, Sport und Bewegung im Schulalltag dauerhaft zu verankern und Kindern im Ganztag einfache, regelmäßig nutzbare Bewegungsangebote zu eröffnen.

Auch interessant:Rechtsanspruch Ganztag 2026/27: Bayerischer Sport fordert tägliche Bewegung und bessere Kooperation mit Schulen

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Der Beitrag macht deutlich: Bewegungsmangel ist nicht nur ein Sportthema, sondern betrifft Gesundheit, Entwicklung und soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Laut WHO sollen sie sich täglich mindestens eine Stunde sportlich bewegen, in Deutschland schaffen das jedoch viele nicht. Vor diesem Hintergrund wirkt der Ansatz „Bewegung als Bestandteil des Schulalltags“ wie eine strukturelle Antwort – auch wegen der anstehenden Ganztagsbetreuung.

Für Schulen, Lehrkräfte und Vereine entsteht daraus der klare Handlungsauftrag, Bewegung nicht als Zusatz, sondern als verlässliches Element zu planen. Profiklubs und die DFL Stiftung zeigen zudem, wie niedrigschwellige Angebote vor Ort unterstützt und Fachkräfte qualifiziert werden können. Entscheidend ist dabei die einfache Umsetzbarkeit, damit mehr Kinder tatsächlich regelmäßig in Bewegung kommen.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum rückt das Thema „Ganztag“ so stark in den Fokus?
Weil der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab August 2026 mehr verlässliche Angebote im Schulalltag braucht, die sich integrieren lassen.

Was soll das Konzept „Schule des Kleinfeldfußballs“ praktisch leisten?
Es setzt auf ein leicht durchführbares Format (Drei-gegen-Drei), damit möglichst viele Kinder gleichzeitig mitmachen können.

Wie können Schulen und Vereine zusammenarbeiten?
Der Beitrag nennt den Ausbau von Kooperationen sowie bestehende Strukturen wie registrierte Schul-AGs und lokale Vereinsnetzwerke.

Welche Anlaufstelle hilft bei der Umsetzung vor Ort?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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