Schulschwimmen in Gefahr: Sanierungsstau an Hallenbädern bedroht Kinderschwimmen und kommunale Infrastruktur

Zum Start des neuen Schuljahrs und der Hallenbadsaison zeigt eine Branche­numfrage: Über die Hälfte der deutschen Hallenbäder (52 %) ist sanierungsbedürftig, doch hohe Baukosten, steigende Zinsen und unzureichende Fördermittel verhindern nötige Modernisierungen. Infolgedessen fallen Schwimmstunden häufig aus (42 % der Bäder berichten von regelmäßigen Ausfällen) und Kinder lernen später oder schlechter schwimmen als vor zehn Jahren. Betreiber fordern deshalb angepasste Förderprogramme und realistische Entgelte fürs Schulschwimmen, um Badschließungen zu vermeiden und die Schwimmausbildung zu sichern.
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– Über 50 % der Hallenbäder in Deutschland sind sanierungsbedürftig, Finanzierung bleibt größte Hürde.
– Sanierungsbedarf gefährdet Schulschwimmen, führt zu häufigen Ausfällen des Schwimmunterrichts.
– 91 % der Entgelte für Schulschwimmen sind nicht kostendeckend und erschweren Sanierung.

Sanierungsstau bei deutschen Hallenbädern gefährdet Schulschwimmen zum Schuljahresstart

Zum Beginn des neuen Schuljahrs und der Hallenbadsaison zeigt eine aktuelle Branchenumfrage einen alarmierenden Zustand der deutschen Hallenbäder: Mehr als die Hälfte der Einrichtungen (52 Prozent) ist umfassend sanierungsbedürftig. Der größte Hemmschuh dabei ist die Finanzierung. Für viele Betreiber ist es schwierig, die nötigen Mittel für Instandhaltungen aufzubringen, denn neben hohen Baukosten (79 Prozent) belasten auch gestiegene Zinsen (71 Prozent) und unzureichende Förderprogramme (83 Prozent) die Budgets.

Nur jedes fünfte Hallenbad (18 Prozent) gilt als frisch saniert, während 59 Prozent der Badbetreiber von Hindernissen bei geplanten Sanierungen berichten. Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), betont die Bedeutung der Maßnahmen: „Sanierungen sind elementar für den Erhalt unserer Hallenbäder in Stadt und Land. Der umfassende Sanierungsbedarf ist ein Weckruf an Bund und Länder, für bessere und besser ausgestattete Förderprogramme zu sorgen, damit für Betreiber die Finanzierung ihrer Sanierungsvorhaben leichter wird.“

Diese finanzielle Schieflage wirkt sich direkt auf das Schulschwimmen aus, denn 99 Prozent der befragten Badbetreiber bieten Kapazitäten für Kita- und Schulschwimmen an. Doch die Nachfrage nach mehr Schwimmzeiten für Vereine und Kurse ist groß (62 Prozent), während fast zwei Drittel der Hallenbäder (65 Prozent) keine Kapazitäten für zusätzliche Zeiten bieten können. Nur 10 Prozent der Betreiber sehen noch definitiv freie Kapazitäten.

Hinzu kommt, dass 42 Prozent der Badbetreiber angeben, der Schwimmunterricht in Schulen falle häufig aus – mindestens einmal im Monat oder sogar wöchentlich. Auch wenn 93 Prozent Entgelte von Kommunen oder Ländern für das Freiräumen von Bahnen erhalten, werden diese in der überwältigenden Mehrheit von 91 Prozent als nicht kostendeckend bewertet. Liebing warnt daher: „Wenn die Entgelte zu gering sind, schwächt das die finanzielle Basis für genau jene Sanierungen, die notwendig sind, um das Bad zu erhalten.“

Die Folgen dieser Missstände zeigen sich auch in der Schwimmfähigkeit von Kindern: 79 Prozent der Badbetreiber sehen, dass Kinder heute schlechter schwimmen können als vor zehn Jahren, und 68 Prozent stellen fest, dass der Schwimmlernbeginn später erfolgt. Der Verband fordert daher nicht nur bessere finanzielle Rahmenbedingungen, sondern auch strukturelle Änderungen im Schulalltag: „Sinnvoll wäre auch, wenn Schulen flexibler bei der Gestaltung der Stundenpläne wären und mehr Zeit einräumen würden.“ Zusätzlich empfehlen 42 Prozent der Badbetreiber eine frühere Schwimm-Einschulung, etwa bereits in der Kita.

Insgesamt bringt die Umfrage die enge Verknüpfung von Sanierungsstau, fehlenden Fördermitteln und dem Rückgang der Schwimmkompetenz auf den Punkt. Die Sicherung der Hallenbäder ist dabei eine zentrale Voraussetzung, um den Schwimmunterricht aufrechtzuerhalten und langfristig wieder ein Land von sicheren Schwimmern zu werden. Liebing fasst es so zusammen: „Nur Sanierungen verhindern dauerhafte Schließungen. Der Erhalt unserer kommunalen Bäder ist die zentrale Voraussetzung, um wieder ein Land von sicheren Schwimmern zu werden.“

Die in diesem Beitrag verwendeten Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung des Verbandes kommunaler Unternehmen e. V.

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9 Kommentare

  1. „Ich finde die Forderung nach flexibleren Stundenplänen für den Schwimmunterricht sinnvoll! Es sollte Priorität haben, unseren Kindern Schwimmen beizubringen. Gibt es bereits Ansätze in dieser Richtung?“

  2. „Es ist bedauerlich zu hören, dass nur wenige Bäder frisch saniert sind. Ich würde gerne wissen, wie andere Länder mit ähnlichen Herausforderungen umgehen und ob es Modelle gibt, von denen wir lernen könnten.

  3. „Die Aussage, dass Kinder schlechter schwimmen können als vor zehn Jahren, ist alarmierend. Was können wir als Gesellschaft tun, um diese Entwicklung umzukehren? Ich denke an Programme in Schulen und Kindergärten.

  4. Das Problem mit den Hallenbädern betrifft uns alle. Ich frage mich, wie viele Eltern sich dessen bewusst sind? Es wäre wichtig, eine öffentliche Diskussion darüber zu starten.

    1. Gute Idee! Wenn mehr Menschen darüber Bescheid wüssten, könnten wir vielleicht eine Änderung bewirken. Welche Maßnahmen haltet ihr für am effektivsten?

    2. Ja, das Bewusstsein muss geschärft werden! Vielleicht sollten lokale Initiativen gegründet werden, um das Thema voranzutreiben?

  5. Ich finde es erschreckend, dass so viele Hallenbäder sanierungsbedürftig sind. Der Schulschwimmunterricht leidet enorm darunter. Wie können wir sicherstellen, dass die Finanzierung für die notwendigen Sanierungen aufgebracht wird?

    1. Es ist wirklich traurig, dass Kinder nicht mehr schwimmen lernen können. Vielleicht sollten wir mehr öffentliche Gelder fordern? Was denkt ihr über alternative Finanzierungsmöglichkeiten?

    2. Ich stimme zu! Die Situation ist katastrophal und muss dringend angegangen werden. Haben die Schulen keine Möglichkeiten, mehr Druck auf die Politik auszuüben?

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