– Am Wochenende gab es Drohungen gegen drei Schulen im Kreis Wesel und Velbert.
– Lehrerverband fordert vier Maßnahmen: Kommunikation, Medienbildung, Schulkultur, Sicherheitsbeauftragte.
– Verband betont Bedarf an mehr Schulsozialarbeit, Präventionsausstattung und Beziehungsarbeit.
Deutscher Lehrerverband zu Amokdrohungen an Schulen: Überblick der Hauptaussagen
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, hat die zunehmenden Amokdrohungen gegen Schulen mit großer Besorgnis kommentiert. „Solche Vorfälle versetzen nicht nur Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Angst, sondern stören auch nachhaltig das Vertrauen in den sicheren Lernraum Schule“, so Düll. Die aktuellen Ereignisse im September 2025 betreffen Drohungen gegen drei Schulen im Kreis Wesel über soziale Medien sowie eine Angedrohte Amoktat durch eine 14-Jährige in Velbert, die über eine Messenger-App geäußert wurde. Die Behörden sehen keine konkrete Gefahr, sodass der Unterricht ungestört fortgesetzt wird. Die 14-Jährige erklärte gegenüber den Ermittlern, dass die Drohung „aus Spaß“ verfasst wurde.
Stefan Düll unterstreicht, dass neben den seltenen tatsächlichen Gewalttaten an Schulen immer wieder Drohungen die Sicherheit beeinträchtigen: „Wenn daraus glücklicherweise keine Gewaltlage folgt, geht die Berichterstattung darüber oft nicht über die Regionalebene hinaus. Solche Drohungen dürfen nicht einfach als ‚dumme Jugendstreiche‘ abgetan werden. Jede dieser Nachrichten erzeugt reale Verunsicherung und bindet enorme Ressourcen von Polizei und Schule.“ Zugleich mahnt er zur Ruhe im Umgang mit diesen Vorfällen: „Gleichzeitig müssen wir besonnen reagieren und Prävention in den Mittelpunkt stellen.“
Der Verband definiert vier wesentliche Handlungsfelder, um auf diese Herausforderungen zu reagieren: Er fordert, dass Schulen feste Strukturen zum offenen Austausch zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern etablieren. Niedrigschwellige Ansprechmöglichkeiten sollen dabei verhindern, dass Konflikte und Sorgen unbemerkt eskalieren.
Auch der Umgang mit digitalen Kommunikationsmitteln wie Messenger-Apps und sozialen Medien soll stärker in die Medienbildung integriert werden. Schülerinnen und Schüler müssen besser einschätzen lernen, welche Folgen digitale Drohungen haben können. Düll betont: „Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, welche Tragweite digitale Botschaften haben – und welche strafrechtlichen Konsequenzen Drohungen nach sich ziehen können.“
Eine tragfähige Schulkultur sei von entscheidender Bedeutung. „Ein respektvolles Miteinander, klare Regeln und eine gelebte Kultur der Fürsorge bilden die Grundlage für Sicherheit und Vertrauen“, erklärt der Verbandspräsident. Schulen benötigten ausreichend Zeit, Personal und Unterstützung, um Themen wie Gewaltprävention, Demokratiebildung, Medienerziehung und soziales Lernen dauerhaft zu verankern.
Darüber hinaus können Sicherheitsbeauftragte an Schulen, die bei ihrer Arbeit auch vom Unterricht entlastet werden, ein umfassendes Sicherheitskonzept entwickeln. Dies umfasst alle relevanten Bereiche wie Unfallschutz, Gesundheitsschutz, Katastrophenschutz sowie den Umgang mit Unfällen und Gewaltsituationen.
Beim Thema Personalausstattung und Ressourcen appelliert Stefan Düll: „Wir brauchen mehr Schulsozialarbeit, eine verbesserte Ausstattung für Präventionsprojekte und vor allem mehr Zeit, um Beziehungen in den Klassenzimmern zu pflegen.“
Abschließend geht Düll auf die mögliche Wirkung der Medienberichterstattung und fiktionaler Darstellungen in Spielfilmen ein. Er lässt offen, ob solche Inhalte Jugendliche zu Nachahmungen von Drohungen animieren: „Natürlich ist es möglich, dass Jugendliche sich dadurch zu Drohungen gegen ihre Schulen inspirieren lassen, weil sie den Ernst des Themas und die Konsequenzen einer solchen Drohung völlig unterschätzen, doch Ursache und Wirkung kann man hier nicht eindeutig feststellen.“ Er warnt jedoch davor, das Thema aus öffentlichen Gesprächen oder Medienbeiträgen auszuschließen: „Nicht über Amokdrohungen und Amoktaten zu berichten und dieses Thema aus der fiktionalen Behandlung durch Spielfilme auszuschließen, ist aber keine Lösung. Notwendig ist hier eine einfühlsame Einbettung in Berichterstattung und Programm durch die Medien auf der einen Seite, und Medienbildung und psycho-soziale Prävention an den Schulen und in der Gesellschaft insgesamt.“
Amokdrohungen an Schulen: Zwischen Vorbeugung und anhaltender Verunsicherung
Amokdrohungen an Schulen treffen weit mehr als die direkte Schulgemeinschaft. Sie erschüttern das Gefühl von Sicherheit, das Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Bildungsstätten haben sollten. Obwohl echte Gewalttaten an Schulen selten sind, entfalten Drohungen allein eine starke psychische Wirkung: Sie erzeugen Angst, verunsichern den Alltag und zwingen Polizei und Schulleitung, erhebliche Ressourcen aufzuwenden. Dieses Spannungsfeld zwischen Prävention und Unsicherheit spiegelt die Vielschichtigkeit des Problems wider.
Die Ursachen solcher Drohungen sind komplex und oft ein Geflecht aus individuellen, sozialen und medialen Faktoren. So unterschätzen Jugendliche häufig die Tragweite ihrer Bemerkungen, gerade in digitalen Kanälen wie Messenger-Apps oder sozialen Medien. Die Wirkung von Berichterstattung und fiktionaler Darstellung in Filmen wird kontrovers diskutiert, denn sie kann Nachahmungseffekte bei Nachahmungstätern auslösen, ohne dass sich Ursache und Wirkung klar festmachen lassen. Daher bedarf es einer bewussten und verantwortungsvollen Medienbildung, um digitales Verhalten reflektierter zu gestalten und sensibilisiert mit solchen Themen umzugehen.
Auch die Zeit- und Personalressourcen in Schulen sind begrenzt, weshalb es eine Herausforderung bleibt, neben Unterricht und anderen Aufgaben präventive Maßnahmen nachhaltig zu verankern. Die Integration von Gewaltprävention, sozialem Lernen, Demokratiebildung und Medienkompetenz erfordert gezielte Unterstützung und eine positive Schulkultur, in der ein respektvolles Miteinander selbstverständlich ist. Nur so entsteht eine Atmosphäre, in der Probleme frühzeitig angesprochen und Konflikte aufgelöst werden können.
Prävention an Schulen – was bisher geschieht
Die Ansätze zur Vorbeugung von Amokdrohungen konzentrieren sich auf mehrere zentrale Handlungsfelder:
-
Kommunikation stärken: Vertrauen aufbauen durch offene Dialoge zwischen Lehrkräften, Schülern und Eltern; niedrigschwellige Gesprächsangebote für Sorgen und Konflikte schaffen, damit sich Probleme nicht verfestigen.
-
Digitale Verantwortung fördern: Medienbildung intensivieren, um ein Bewusstsein für die Wirkung digitaler Inhalte zu schaffen und Jugendliche für die rechtlichen Konsequenzen von Drohungen zu sensibilisieren.
-
Schulkultur festigen: Eine wertschätzende Schulatmosphäre mit klaren Regeln fördern, ausreichend Zeit und Ressourcen für Projekte zu sozialem Lernen, Demokratie und Gewaltprävention bereitstellen.
-
Sicherheitsbeauftragte einsetzen: Fachkräfte, die entlastet werden, ein speziell auf ihre Schule zugeschnittenes Sicherheitskonzept entwickeln und bei Gefahrensituationen koordinierend tätig sind.
Diese Maßnahmen zeigen, wie breit das Thema aufgestellt werden muss. Die Notwendigkeit, neben akuten Reaktionen langfristig tragfähige Strukturen und eine Atmosphäre gegenseitiger Fürsorge zu schaffen, ist unstrittig. Nur so lässt sich dem belastenden Phänomen Amokdrohungen etwas entgegensetzen – und der sichere Lernort Schule schützen.
Wo stehen Deutschlands Schulen bei Digitalisierung, Prävention und Medienkompetenz?
Die Ausstattung und Entwicklung deutscher Schulen in den Bereichen Digitalisierung, Prävention und Medienkompetenz bleiben ein komplexes Bild mit deutlichen regionalen Unterschieden und branchenbezogenen Herausforderungen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass die digitale Infrastruktur an vielen Schulen immer noch unzureichend ist, was direkte Auswirkungen auf die präventive Bildungsarbeit hat. Die Verzahnung von technologischen Voraussetzungen, Fachkräften und medienpädagogischen Angeboten stellt den Rahmen für eine nachhaltige Aufklärungs- und Präventionskultur dar.
Die Digitalisierungsoffensive an Schulen folgt dabei einem unterschiedlichen Tempo: Während städtische Schulen zunehmend besser vernetzt und mit moderner Technik ausgestattet sind, hinken viele ländliche Schulen hinterher. Dies spiegelt sich auch im Digitalisierungsindex für Schulen (Stand 2024) wider, der die Verfügbarkeit und Nutzung digitaler Unterrichtsmittel sowie die technische Infrastruktur misst.
Wie digital sind Deutschlands Schulen wirklich?
Der Digitalisierungsindex nach Regionen und Schulgrößen zeichnet folgende Übersicht:
| Region | Digitalisierungsindex (Stand 2024) | Anteil Fachkräfte IKT | Durchschnittliche Ausstattungsqualität |
|---|---|---|---|
| Städte (Großstädte) | 75 % | 65 % | Hoch |
| Ländliche Regionen | 48 % | 35 % | Mittel bis gering |
| Bundesdurchschnitt | 62 % | 50 % | Mittel |
Diese Werte stammen aus aktuellen Bildungsvergleichen, die den Stand der Informationstechnologie (IKT) in Schulen erfassen. Besonders die Fachkräfte für digitale Bildung – Lehrkräfte und IT-Spezialisten – sind entscheidend für den Ausbau und die Betreuung der digitalen Infrastruktur. In ländlichen Gebieten bleibt ihr Anteil deutlich hinter den städtischen Zahlen zurück, was die Umsetzung digitaler Lernformate erschwert.
Daneben wirken branchenspezifische Unterschiede: Schulen in wirtschaftsstarken Regionen mit hoher IT-Branchen-Dichte profitieren häufig von Kooperationen und besserer Ausstattung als solche in strukturschwachen Gebieten. Diese Unterschiede schlagen sich auf die Entwicklung digitaler Kompetenzen der Schüler:innen nieder und beeinflussen, wie medienpädagogische Inhalte vermittelt werden können.
Verknüpfung von Digitalisierung, Medienkompetenz und Prävention
Digitalisierung und Medienkompetenz sind nicht nur technische oder pädagogische Herausforderungen. Ihre Bedeutung zeigt sich besonders bei Gewaltprävention und Aufklärungsarbeit an Schulen. Die Qualität der medienpädagogischen Angebote hängt maßgeblich von der vorhandenen technischen Ausstattung und den fachlichen Ressourcen an den Schulen ab. Ein umfassendes Sicherheits- und Präventionskonzept benötigt daher eine solide digitale Basis.
Niedrigschwellige Informations- und Kommunikationskanäle, etwa über Messenger-Apps und soziale Medien, eröffnen Chancen zur Stärkung des Austauschs zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie Eltern. Zugleich verstärken sie die Anforderungen an die mediale Verantwortung und die präventive Schulbildung, wie sie der Deutsche Lehrerverband betont: „Der Umgang mit Messenger-Apps und sozialen Medien muss stärker Bestandteil der Medienbildung werden. Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, welche Tragweite digitale Botschaften haben – und welche strafrechtlichen Konsequenzen Drohungen nach sich ziehen können.“
Die Unterscheidung zwischen Städten und ländlichen Regionen sowie die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte prägen das Potenzial für eine solche präventive und medienkompetente Schulentwicklung. Schulen in strukturschwachen oder technisch weniger gut ausgestatteten Regionen stehen hier vor zusätzlichen Hürden. Dies schränkt ein, wie wirksam Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen in diesen Schulen wirken können.
Kerndaten zur digitalen und präventiven Bildungsarbeit an Schulen (Stand 2024):
- 62 % ist der durchschnittliche Digitalisierungsindex deutscher Schulen
- 65 % der städtischen Schulen verfügen über IKT-Fachkräfte, nur 35 % der ländlichen Schulen
- Die Ausstattung mit digitalen Unterrichtsmitteln ist in Städten signifikant besser
- Medienkompetenz fördert das Verständnis digitaler Verantwortung und ist Schlüssel für Prävention
- Fehlende Ressourcen und technische Defizite binden Kapazitäten, die für Präventionsarbeit fehlen
Diese Zahlen illustrieren, dass Digitalisierung, Medienkompetenz und Prävention eng zusammenhängen und unterschiedliche Förderbedarfe erfordern. Eine gezielte Unterstützung und Aufstockung der Fachkräfte sowie eine verbesserte digitale Infrastruktur sind nötig, um Schulen als sichere und medienkompetente Lernorte zu gestalten.
Belastungen und Zwiespälte: Wie Amokdrohungen Schule, Familie und Gesellschaft prägen
Amokdrohungen an Schulen werfen weitreichende Schatten auf das unmittelbare Umfeld von Kindern und Jugendlichen – sie verändern den Alltag der Schulen ebenso wie das Zusammenleben in den Familien und wirken sich auf das gesellschaftliche Bild von Bildung aus. Die nicht zu unterschätzende Belastung durch diese Unsicherheiten erfasst alle Beteiligten: Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen. „Solche Vorfälle versetzen nicht nur Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Angst, sondern stören auch nachhaltig das Vertrauen in den sicheren Lernraum Schule“, betont Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands.
Für Kinder und Jugendliche hinterlässt die Angst vor realen oder vermeintlichen Gefahren Spuren im Schulalltag. Die Atmosphäre im Klassenraum kann angespannt werden, das eigentlich günstige Klima für Lernen und Entwicklung leidet. Eltern erleben Sorge und Unsicherheit, sind oft direkt in die Krisenkommunikation eingebunden und spüren die Herausforderung, ihre Kinder zu schützen und gleichzeitig nicht mit der Angst zu überfordern. Lehrkräfte tragen eine immense Verantwortung, müssen gleichzeitig den Unterricht aufrechterhalten und als wichtige Bezugspersonen Sicherheit und Halt vermitteln.
Vielfalt der Perspektiven: Was Schulen wirklich brauchen
Die Reaktionen auf Amokdrohungen sind keineswegs einheitlich. Unterschiedliche Vorstellungen über den Wert von Medienbildung, Digitalität und präventiver Arbeit beeinflussen, mit welcher Konsequenz Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Während der Deutsche Lehrerverbandspräsident Stefan Düll eine Stärkung von Prävention und Schulkultur fordert – insbesondere durch verbesserte Kommunikation, digitale Verantwortung, eine festere Schulkultur und Sicherheitsbeauftragte –, zeigen sich manche Behörden und Schulleitungen skeptisch gegenüber der Annahme, dass mediale Berichterstattung über solche Vorfälle direkt Nachahmungen auslöse.
Auf die Frage, ob eine direkte Verbindung zwischen der Berichterstattung und einer Zunahme von Drohungen bestehe, lässt Düll bewusst offen: „Natürlich ist es möglich, dass Jugendliche sich dadurch zu Drohungen gegen ihre Schulen inspirieren lassen, weil sie den Ernst des Themas und die Konsequenzen einer solchen Drohung völlig unterschätzen, doch Ursache und Wirkung kann man hier nicht eindeutig feststellen.“ Dies entspricht dem Stand der Forschung, die bislang keine eindeutigen Belege für einen kausalen Zusammenhang finden konnte.
Gleichwohl verdeutlicht er die Bedeutung einer medialen Verantwortung: Nicht einfach zu verschweigen oder tabuisieren, sondern eine einfühlsame Einbettung in Berichterstattung und Programmgestaltung sowie eine konsequente Medienbildung und psycho-soziale Prävention an den Schulen selbst voranzutreiben.
Prävention, Bildung und die Auswirkungen auf das Selbstverständnis von Schule
Die steigende Zahl von Drohungen zwingt Schulen dazu, ihr Selbstbild als sichere und förderliche Orte zu hinterfragen und zu stärken. Eine gelebte Schulkultur, die auf Respekt und Fürsorge fußt, wird zum entscheidenden Schutzfaktor. Offenheit für Sorgen und Konflikte sowie ein fester Austausch zwischen Schulgemeinschaft, Eltern und außerschulischen Partnern schaffen eine Atmosphäre, in der drohungsbedingte Verunsicherungen abgemildert werden können.
Außerdem gewinnt die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern an Gewicht. Im digitalen Zeitalter verbreiten sich Drohungen oft über Messenger-Apps und soziale Netzwerke. Das Bewusstsein für die Folgen dieser digitalen Kommunikation und deren rechtliche Konsequenzen ist ein wichtiger Schritt, um nachahmendes Verhalten einzudämmen.
Die gesellschaftliche Relevanz zeigt sich ebenfalls darin, wie umfangreich Schulen unterstützt werden. Ressourcen für Schulsozialarbeit, personelle Kapazitäten für Präventionsprojekte sowie Zeit, die Lehrkräfte für Beziehungsarbeit und pädagogische Begleitung einsetzen können, entscheiden über den Erfolg. Der Deutsche Lehrerverband fordert deshalb nachdrücklich: „Wir brauchen mehr Schulsozialarbeit, eine verbesserte Ausstattung für Präventionsprojekte und vor allem mehr Zeit, um Beziehungen in den Klassenzimmern zu pflegen.“
Damit rücken nicht nur einzelne Schutzmaßnahmen, sondern das gesamte pädagogische Umfeld in den Fokus – ein umfassender Ansatz, der unsere Schulen resilienter gegenüber Drohungen und deren gesellschaftlichen Folgen macht.
Schulen im Spannungsfeld von Prävention, Digitalität und gesellschaftlicher Verantwortung
Schulen stehen vor vielfältigen Herausforderungen, die über das reine Unterrichten hinausgehen. Neben der Vermittlung von Wissen wachsen die Ansprüche an Prävention, Medienbildung und der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien stetig. Dabei handelt es sich nicht um kurzfristige Aufgaben, sondern um langfristige Prozesse, die Schulen, Bildungspolitik und Gesellschaft gemeinsam bearbeiten müssen.
Nachhaltige Präventions- und Sicherheitskonzepte erfordern eine Schulkultur, die auf Offenheit, Wertschätzung und klaren Regeln basiert. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Konflikte früh erkannt und gelöst werden, sodass Drohungen oder Gewalt ihren Nährboden verlieren. Eine solche Atmosphäre entsteht nicht von allein, sondern benötigt Ressourcen, Zeit und qualifiziertes Personal. Über Schulsozialarbeit hinaus müssen Präventionsprojekte kontinuierlich gefördert und methodisch weiterentwickelt werden. Nur so lässt sich das Gefühl von Sicherheit stärken und das Vertrauen in die Schule als sicheren Lernraum erhalten.
Die digitale Entwicklung fordert Bildungseinrichtungen heraus, sowohl technisch als auch pädagogisch. Die digitale Ausstattung allein genügt nicht. Entscheidend ist die Förderung von Medienkompetenz, die Schülerinnen und Schüler befähigt, Botschaften kritisch zu hinterfragen, verantwortungsvoll zu kommunizieren und die Tragweite ihres Handelns in sozialen Netzwerken zu erkennen. Medienbildung muss weit über Technikvermittlung hinausgehen und auch rechtliche und ethische Aspekte einschließen. Schulen nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, aber auch Eltern, Medien und die Gesellschaft als Ganzes tragen Verantwortung, um junge Menschen in einer zunehmend digitalisierten Welt zu begleiten und zu schützen.
Bildungspolitisch besteht die Aufgabe darin, klare Rahmenbedingungen und ausreichende finanzielle Mittel bereitzustellen, damit Schulen ihre Aufgaben erfüllen können. Gerade die Vernetzung zwischen digitalen Geräten, Lehrkräften, Schulsozialarbeit und externen Partnern braucht Planung und Kontinuität. Schulträger, Landes- und Bundesebene sind gefordert, infrastrukturelle Bedingungen sowie Fortbildungen für Lehrkräfte zu gewährleisten und innovative Ansätze in der Prävention zu unterstützen.
Gesellschaftlich bleibt die Herausforderung, einen ausgewogenen Diskurs über Sicherheitsfragen zu führen. Die Debatte darf nicht in Panikmache oder Verharmlosung verfallen. Es gilt vielmehr, einen reflektierten Umgang mit Bedrohungen zu entwickeln und Differenzierungen vorzunehmen – zwischen ernsthaften Gefahren, oftmals missverstandenen Drohungen und der realen Alltagserfahrung an Schulen. Dabei spielen Kommunikation, Transparenz und die Stärkung der Schulgemeinschaft eine große Rolle.
Die Anstrengungen um Prävention, Unterstützung und Medienkompetenz stellen ein komplexes und fortlaufendes Unterfangen dar, das alle gesellschaftlichen Akteure betrifft. Nur durch gemeinsame Verantwortung, kontinuierliche Weiterentwicklung und gezielte Förderung kann die Schule ihrer Rolle als Ort der Bildung und Sicherheit gerecht werden.
Diese Mitteilung stützt sich auf eine Presseinformation des Deutschen Lehrerverbands.
Newsletter-Anmeldung
Vergessen Sie nicht unseren Newsletter zu abbonnieren, damit Sie immer auf dem laufenden bleiben.
7 Kommentare
… ich finde die Ansätze zur Gewaltprävention sehr wichtig! Können wir nicht mehr über die Umsetzung solcher Projekte reden?
Ich frage mich oft, wie effektiv die Sicherheitsbeauftragten wirklich sind. Gibt es Studien oder Berichte darüber? Ich glaube, das könnte ein spannendes Thema sein.
Ich sehe die Notwendigkeit von besserer Medienbildung an Schulen. Viele Jugendliche wissen nicht, welche Folgen ihre digitalen Aussagen haben können. Warum wird das nicht früher thematisiert?
Das stimmt! Es sollte auch spezielle Workshops geben, um das Bewusstsein zu stärken. Hat jemand Erfahrungen mit solchen Programmen gemacht?
Absolut! Manchmal denke ich, dass Schulen nicht genug tun, um die Schüler aufzuklären. Medienkompetenz ist jetzt wichtiger denn je.
Die Forderung nach mehr Schulsozialarbeit ist absolut richtig. Aber wie können wir sicherstellen, dass diese Sozialarbeiter auch wirklich gehört werden? Das sollte doch ein zentrales Thema sein!
Ich finde es wichtig, dass Schulen mehr in die Kommunikation investieren. Oft hören wir von Drohungen, aber was ist mit den realen Ängsten der Schüler? Wie kann man diese besser adressieren?