Schuhhandel 2025: Umsatzrückgang, Ladensterben und Boom im Online-Handel – Innenstädte vor neuen Herausforderungen

Der deutsche Schuhhandel verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 ein Umsatzminus von drei bis vier Prozent, während Onlineumsätze um bis zu 7,6 Prozent zulegten. Hauptursachen sind nach Einschätzung des BTE steigende Kosten, eine Insolvenz- und Schließungswelle im stationären Fachhandel sowie das veränderte Konsumverhalten zugunsten des E-Commerce, was die Zahl reiner Schuhgeschäfte seit 2010 mehr als halbiert hat. Zwei Drittel der Händler rechnen auch für 2025 mit weiteren Umsatzeinbußen; die Ergebnisse werden auf der BTE-Pressekonferenz am 25. August vorgestellt.
Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.

Inhaltsverzeichnis

Über uns:
Seit über 20 Jahren sind wir im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und unterstützen Verbände, Organisationen und Institutionen mit fundierter Praxis- und Branchenexpertise. Unsere Arbeit wird durchweg positiv bewertet – unter anderem auf Trustpilot, ProvenExpert und in Google Bewertungen.

Weitere Themen die Sie interessieren könnten: |

– Schuhhandel erstes Halbjahr 2025: Umsatz minus 3–4 % gegenüber 2024.
– Online-Schuhkäufe Q1 +5,8 %, Q2 +7,6 % durch gewachsenes digitales Einkaufsverhalten.
– Stationäre Schuhfachhändlerzahl seit 2010 um über 50 % auf rund 2 500 gesunken.

Deutscher Schuhhandel im ersten Halbjahr 2025: Umsatzrückgang und wachsende Herausforderungen

Das erste Halbjahr 2025 brachte für den deutschen Schuhhandel erneut schlechte Nachrichten: Nach Schätzungen des BTE verzeichnet die Branche im Vergleich zum Vorjahr ein durchschnittliches Umsatzminus von drei bis vier Prozent. Diese Entwicklung spiegelt sich in nahezu allen Monaten wider, nur der März erreichte fast ein Umsatzniveau auf Vorjahresniveau. Während der stationäre Fachhandel mit sinkenden Erlösen kämpft, legen die Online-Verkäufe kontinuierlich zu und zeigen im zweiten Quartal sogar ein Wachstum von 7,6 Prozent. Diese Dynamik hängt laut BTE-Schuh-Experte Sönke Padberg eng mit der Corona-Pandemie zusammen: „Hier spielt sicher eine Rolle, dass sich in der Corona-Zeit viele Kunden an den Online-Einkauf und die Informationssuche im Netz gewöhnt haben und auch die Qualität der Angebote stetig gestiegen ist.“

Der Kern der Krise liegt jedoch im stationären Schuhhandel. Jahrzehntelang ist die Zahl der eigenständigen Schuhfachgeschäfte massiv gesunken. Der BTE beziffert die Zahl der stationären Händler derzeit auf unter 8.000, was einem Rückgang von mehr als 50 Prozent seit 2010 entspricht. Inzwischen fehlen selbst in mittelgroßen Städten Schuhhäuser mit umfangreichem Sortiment und kompetenter Beratung. Diese Lücke füllen nicht nur Online-Shops, sondern auch Modegeschäfte, die ihr Angebot an Schuhen ausgebaut haben. Padberg betont: „Oder sie gehen dazu in den Modehandel, der in den letzten Jahren sein Bekleidungssortiment zur Komplettierung des Outfits zunehmend um Schuhe erweitert hat.“

Neben der Marktkonzentration macht die angespannte wirtschaftliche Lage den Händlern zu schaffen. Die Betriebskosten sind seit 2020 um rund 30 Prozent gestiegen. Viele Fachhändler kämpfen dadurch mit roten Zahlen, obwohl die Umsätze im stationären Schuhhandel noch unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019 liegen. Die Summe der Verluste im stationären Bereich belief sich 2024 auf etwa 100 Millionen Euro, während der Online-Handel erstmals weiter zulegen konnte.

Die allgemeine Kaufzurückhaltung ist für die überwiegende Mehrheit der Schuh- und Lederwarenhändler das größte Problem. Laut der aktuellen HDE-Konjunkturumfrage erwarten zwei Drittel der Händler für 2025 weitere Umsatzrückgänge. Bürokratische Hürden, der Mindestlohn und die sinkende Attraktivität der Innenstädte verschärfen die Lage zusätzlich. Diese Faktoren zusammengenommen verdeutlichen den massiven Anpassungsdruck auf den deutschen Schuhhandel, der auf der Pressekonferenz des Handelsverbandes Textil Schuhe Lederwaren (HDS/L) am 25. August 2025 ausführlich diskutiert wurde.

Strukturwandel, Chancen und Risiken: Was das Schuheinzelhandels-Sterben für uns alle bedeutet

Der stationäre Schuheinzelhandel in Deutschland befindet sich in einer tiefgreifenden Umbruchsphase. Die Zahl der Fachgeschäfte für Schuhe hat sich in den vergangenen 15 Jahren mehr als halbiert. Während im Jahr 2010 noch über 5.000 Unternehmen auf den Verkauf von Schuhwaren spezialisierten, sind es aktuell nur noch rund 2.500. Insgesamt liegt die Zahl der stationären Schuhläden inklusive Filialen heute unter 8.000. Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen – nicht nur für die Händler selbst, sondern auch für Beschäftigte, Kund:innen und die Gestaltung unserer Innenstädte.

Warum sterben Innenstadtschuhhäuser?
Mehrere Faktoren tragen zum Rückgang des stationären Schuhhandels bei. Zum einen stellen Nachfolgeprobleme eine große Herausforderung für mittelständische Händler dar. Viele Unternehmer finden keine geeigneten Erben für ihr Geschäft, was auch demografische Gründe hat. Zum anderen hat die Corona-Pandemie die Lage weiter verschärft. Nach ersten Hochrechnungen des BTE-Verbandes verzeichnete der Schuhhandel im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatzrückgang von drei bis vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzentwicklung liegt damit weiterhin unter dem Niveau von vor der Pandemie. Gleichzeitig sind die Betriebskosten seit 2020 um etwa 30 Prozent gestiegen. Diese Kombination aus sinkenden Erlösen und steigenden Ausgaben führt bei vielen Händlern zu finanziellen Engpässen, Insolvenzen und Schließungen.

Parallel dazu beeinflusst der Online-Handel stark die Verlagerung der Kundschaft: Die Ausgaben für Schuhe im Internet stiegen im ersten Halbjahr 2025 um 5,8 bzw. 7,6 Prozent in den ersten beiden Quartalen. Viele Kund:innen haben sich seit der Pandemie an Online-Shopping gewöhnt und schätzen die größere Auswahl und bessere Verfügbarkeit im Netz. Darüber hinaus erweitern zunehmend auch Modehändler ihr Sortiment um Schuhe, was zusätzliche Konkurrenz für spezialisierte Schuhfachgeschäfte bedeutet.

Digitale Konsumgewohnheiten im Wandel

Die veränderten Einkaufsgewohnheiten stellen eine der wichtigsten Herausforderungen für den stationären Schuhhandel dar. Kund:innen recherchieren vor dem Kauf intensiver online und nutzen den Internetkauf wegen Bequemlichkeit oder besserer Preise. Das wirkt sich nicht nur auf einzelne Händler aus, sondern hat auch Folgen für das Stadtbild. Innenstädte, die früher von einer Vielfalt spezialisierter Fachgeschäfte geprägt waren, verlieren mit jedem geschlossenen Schuhgeschäft an Attraktivität.

Für Verbraucher:innen bedeutet das weniger Angebote mit fachkundiger Beratung vor Ort. Viele Schuhhäuser verfügten über ein breites Marken- und Größenangebot sowie qualifizierte Beratung, die online so nicht oder nur eingeschränkt verfügbar ist. Für Beschäftigte bringt die Schließungswelle Arbeitsplatzverluste und unsichere Berufsperspektiven mit sich.

Die Herausforderungen des stationären Einzelhandels im Schuhbereich lassen sich in wenigen Punkten zusammenfassen:

  • Nachfolgeprobleme und demografischer Wandel erschweren die Weiterführung mittelständischer Unternehmen
  • Wirtschaftlicher Druck durch steigende Kosten und sinkende Umsätze seit Corona belastet die Händler
  • Konkurrenz durch den wachsenden Online-Handel führt zur Verlagerung der Kundenströme ins Internet
  • Veränderte Konsumgewohnheiten erschweren das Geschäftsmodell traditioneller Fachgeschäfte
  • Attraktivitätsverlust der Innenstädte durch Ladensterben beeinträchtigt das städtische Leben und Einkaufserlebnis

Wirkliche Lösungen für diese Herausforderungen stehen bisher nicht fest. Branchenexperten schlagen vor, die Vernetzung von stationärem und digitalem Handel zu stärken, etwa durch „Click & Collect“-Angebote oder umfassendere Online-Serviceleistungen der Fachgeschäfte. Auch Stadtentwicklungsmaßnahmen, die Innenstädte als Orte der Begegnung und Vielfalt fördern, könnten dem Trend entgegenwirken. Für Kunden, Beschäftigte und Kommunen ist der Wandel des Schuhfachhandels daher auch eine gesellschaftlich relevante Frage, die weit über die reine Branchenentwicklung hinausgeht.

Die hier präsentierten Zahlen und Einschätzungen stammen aus der Pressemitteilung des BTE Handelsverbands Textil Schuhe Lederwaren.

Newsletter-Anmeldung

Vergessen Sie nicht unseren Newsletter zu abbonnieren, damit Sie immer auf dem laufenden bleiben. 

NACHRICHTEN ZUM THEMA
Weitere aktuelle Themen aus anderen Kategorien

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge

Newsletter-Anmeldung