Reservistenverband wählt neues Präsidium: Bastian Ernst löst als Präsident ab – Wehrdienstdebatte als zentrales Thema

Der Reservistenverband hat ein neues Präsidium gewählt. Neuer Präsident ist der 39-jährige Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst (CDU). Die vorgezogene Wahl soll den Verband für die aktuellen sicherheitspolitischen Debatten um Wehrdienst und Reserve stärken.
Reservistenverband wählt neues Präsidium: Bastian Ernst löst als Präsident ab – Wehrdienstdebatte als zentrales Thema

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* Der Reservistenverband wählte am 11. April 2026 in Fulda ein neues Präsidium.
* Neuer Verbandspräsident ist Bastian Ernst, ein CDU-Bundestagsabgeordneter im Verteidigungsausschuss.
* Ernst sieht die Aussetzung der Wehrpflicht als Fehler und will den Verband stärken.

Reservistenverband wählt in Fulda neues Präsidium und setzt auf stärkere politische Präsenz

Der Reservistenverband hat seine Spitze vorzeitig neu aufgestellt. Auf einer außerordentlichen Bundesdelegiertenversammlung in Fulda wählten die 166 Delegierten den niedersächsischen Bastian Ernst zum neuen Präsidenten. Der 39-jährige Hauptgefreite der Reserve sitzt seit 2025 für die CDU im Deutschen Bundestag und gehört dort unter anderem dem Verteidigungsausschuss an.

Mit der Neuwahl verbindet der Verband mehr als einen personellen Wechsel. Nach eigener Darstellung soll das neue Präsidium den Verband in zentralen sicherheitspolitischen Debatten stärker positionieren – insbesondere bei Wehrdienst, Reserve, Heimatschutz und Veteranenarbeit.

Bastian Ernst erhielt 98,77 Prozent der Stimmen. Zu stellvertretenden Präsidenten wählten die Delegierten den saarländischen Oberleutnant d.R. Esra Limbacher MdB (SPD) sowie den fränkischen Hauptmann d.R. Ralph Edelhäußer MdB (CSU), der dieses Amt bereits zuvor innehatte.

Bei seiner Vorstellung vor der Bundesdelegiertenversammlung sagte Ernst: „Ich möchte Vorbild sein für andere junge Leute, die sich jetzt mit der Wehrdienst-Thematik beschäftigen. Das, was für mich selbstverständlich war, diesem Land zu dienen, ist für die neue Generation nicht mehr selbstverständlich“

Vorzeitige Neuwahl mit strategischer Ausrichtung

Die Entscheidung für eine frühere Neuwahl war bereits im November 2025 gefallen. Damals hatten die Bundesdelegierten beschlossen, das Präsidium im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung neu wählen zu lassen. Regulär wäre dieser Schritt erst 2027 vorgesehen gewesen.

Nach Angaben des Verbandes gab es dafür einen praktischen und einen politischen Grund. Einerseits sollte die Wahl ohne zusätzliche Kosten organisiert werden. Andererseits wollte der Reservistenverband die personelle Erneuerung nutzen, um seine Arbeit neu auszurichten und zentrale Themen klarer zu gewichten.

Die Wahl in Fulda steht damit für den Anspruch, den Verband als eigenständigen Partner an der Seite der Bundeswehr sichtbarer zu machen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur künftigen Rolle der Reserve, zur Wehrpflichtdebatte sowie zum Heimatschutz.

Neues Führungsteam für zentrale Arbeitsfelder

Auch das erweiterte Präsidium wurde neu beziehungsweise erneut besetzt. Die personelle Aufstellung bildet verschiedene Aufgabenbereiche des Verbandes ab – von Betreuung und Fürsorge über Verbandsorganisation, Mitgliedergewinnung und Öffentlichkeitsarbeit bis zu sicherheitspolitischer Bildung, militärischer Ausbildung, internationaler Zusammenarbeit und den Finanzen.

Gewählt wurden Oberstleutnant d.R. Dr. Nana Baidoo als Vizepräsident Betreuung und Fürsorge, Oberstleutnant d.R. Sascha Vugrin für Verbandsorganisation und Weiterentwicklung, Hauptgefreiter d.R. Albert Stumm für Mitgliedergewinnung und -service, Brigadegeneral a.D. Uwe Nerger für Öffentlichkeitsarbeit, Oberst d.R. Franz G. Joswowitz für Sicherheitspolitische Bildung, Oberst d.R. Manfred Schreiber für Militärische Ausbildung sowie Fregattenkapitän d.R. Sascha Rahn für Internationale Zusammenarbeit. Zum Bundeschatzmeister wurde Hauptmann d.R. Michael Nebel gewählt.

Auffällig ist vor allem die Spitze des Präsidiums: Mit Ernst, Limbacher und Edelhäußer stehen drei Bundestagsabgeordnete an der Verbandsspitze. Nach Angaben des Reservistenverbandes ist das Präsidium damit erstmals seit fünf Jahren wieder vollständig mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages besetzt.

Wehrdienst, Reserve und Heimatschutz rücken in den Fokus

Mit der Neuwahl will sich der Verband auch inhaltlich stärker in die sicherheitspolitische Debatte einbringen. Nach Auffassung des Reservistenverbandes haben Themen wie Wehrpflicht, Reserve und Heimatschutz seit der sogenannten Zeitenwende deutlich an Bedeutung gewonnen.

Dabei geht es aus Sicht des Verbandes um grundlegende Fragen: Wie kann Verteidigung gesellschaftlich verankert werden, wie lassen sich Personal- und Nachwuchsprobleme auffangen und welche Rolle übernehmen Reservistinnen und Reservisten im Krisen- oder Verteidigungsfall?

Ernst formulierte dazu bei seiner Vorstellung eine klare Position. Die Aussetzung der Wehrpflicht sei ein politischer und gesellschaftlicher Fehler gewesen. Dies gelte es nun zu korrigieren; die Zeitenwende müsse in den Köpfen der Menschen ankommen. Dafür brauche es auch einen starken Reservistenverband. „Jetzt ist es Zeit, nach vorne zu blicken. Ich freue mich, dass ich diese Chance kriege, den Verband anführen zu dürfen – gemeinsam mit dem Präsidium, mit den Landesvorsitzenden und vor allem gemeinsam mit den Mitgliedern.“

Delegiertenversammlung mit breiter innerverbandlicher Legitimation

Die Wahl in Fulda beruht auf dem Delegiertenprinzip des Verbandes. Bundesdelegierte sind neben den Delegierten kraft Amtes, darunter Landesvorsitzende und Mitglieder des Präsidiums, auch gewählte Mitglieder aus den Landesgruppen. Jeder Delegierte vertritt 800 Mitglieder seiner jeweiligen Landesgruppe.

Mit der Entscheidung in Fulda endet zugleich die siebenjährige Amtszeit des bisherigen Präsidenten Prof. Dr. Patrick Sensburg. Für den Reservistenverband beginnt damit eine neue Phase, in der das Präsidium die angekündigten inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete Verbandsarbeit überführen soll. Im Zentrum stehen dabei die stärkere politische Sichtbarkeit des Verbandes und seine Rolle in den Debatten um Reserve, Wehrdienst und Heimatschutz.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Reservistenverbands.

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Die Neuwahl im Reservistenverband ist mehr als ein personeller Wechsel: Mit Bastian Ernst rückt eine klare politische Linie in den Vordergrund, die die Aussetzung der Wehrpflicht als Fehler bewertet und die Debatte über Wehrdienst, Reserve und Heimatschutz stärker im Verband bündeln will. Dass die Spitze erstmals seit fünf Jahren wieder vollständig aus Bundestagsabgeordneten besteht, soll den Verband als Ansprechpartner sichtbar machen.

Für Mitglieder, aber auch für die öffentliche Debatte wird dadurch entscheidend, wie der Verband seine Rolle bei der Verankerung von Verteidigung in der Gesellschaft versteht und wie er Personal- und Nachwuchsfragen adressieren will. Gerade Themen wie Sicherheitspolitik, sicherheitspolitische Bildung und die Einbindung von Reservistinnen und Reservisten in Krisen- oder Verteidigungsfälle stehen damit weiter auf der Agenda.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum wurde die Präsidiumswahl vorgezogen?
Der Verband nennt vor allem Kostengründe und den Wunsch, die inhaltliche Ausrichtung frühzeitig neu zu gewichten.

Welche Themen sollen unter dem neuen Präsidium stärker priorisiert werden?
Wehrdienst, Reserve, Heimatschutz sowie Fragen zur Rolle der Reservistinnen und Reservisten in Krisen- oder Verteidigungsfällen.

Wer führt den Verband nach der Wahl?
Bastian Ernst wurde zum Präsidenten gewählt. Als Vizepräsidenten wurden Esra Limbacher und Ralph Edelhäußer gewählt.

Wie können sich interessierte Mitglieder künftig einbringen?
Der Verband stellt u. a. Bereiche wie Mitgliedergewinnung, Öffentlichkeitsarbeit und sicherheitspolitische Bildung heraus. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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