Genossenschaftsbanken mit Rekordgewinn 2023: Volksbanken Raiffeisenbanken wachsen stark und treiben Transformation der Bankenbranche voran

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken mit 14,4 Milliarden Euro vor Steuern einen Rekordgewinn und übertraf damit das Vorjahresergebnis von 4,2 Milliarden Euro deutlich. Haupttreiber waren Wertaufholungen in den Wertpapierportfolios und ein wachsendes Kreditgeschäft bei stabilen Kundeneinlagen. Präsidentin Marija Kolak betont die solide Aufstellung der Gruppe und fordert mutigere Rahmenbedingungen sowie eine umfassende Unternehmensteuerreform, um Zukunftsinvestitionen zu stärken. Für die anstehende Transformation sind ihrer Ansicht nach Kapitalmärkte und Banken gleichermaßen unverzichtbar.
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– Geschäftsjahr 2023: Konzern-Gewinn vor Steuern stieg auf €14,4 Mrd, zuvor €4,2 Mrd.
– Kreditgeschäft wuchs um 2,4 %, Kundeneinlagen blieben bei stabilen €1.033 Mrd.
– Eigenkapitalbasis erhöhte sich um 8,6 % auf €143,2 Mrd, Ratings AA- (Fitch) und A+ (S&P).

Geschäftsjahr 2023: Starkes Wachstum und klare Forderungen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken einen konsolidierten Gewinn vor Steuern von 14,4 Milliarden Euro – ein herausragendes Ergebnis, das das Vorjahresergebnis von 4,2 Milliarden Euro deutlich übertraf. Diese beeindruckende Steigerung beruht vor allem auf Wertaufholungen in den Wertpapierportfolien sowie auf dem klassischen Bankgeschäft mit Kunden. Im Kreditgeschäft wuchs das Volumen um 2,4 Prozent, während die Kundeneinlagen stabil bei 1.033 Milliarden Euro blieben.

Der Zinsüberschuss stieg auf 24,1 Milliarden Euro, der Provisionsüberschuss erreichte 8,8 Milliarden Euro. Auch das Ergebnis aus Finanzanlagen legte auf 1,3 Milliarden Euro zu. Die Risikovorsorge lag bei 1,8 Milliarden Euro, während sich die Verwaltungsaufwendungen auf 20,4 Milliarden Euro erhöhten. Positiv entwickelte sich die Aufwand-Ertrags-Relation, die von 77 Prozent auf rund 56 Prozent sank. Das bilanzielle Eigenkapital wuchs um 8,6 Prozent auf 143,2 Milliarden Euro, und die Kapitalausstattung erhielt bei Ratingagenturen wie Fitch (AA-) und Standard & Poor's (A+) einen stabilen Ausblick.

Die Gruppe betreut insgesamt über 30 Millionen Kunden, davon sind fast 18 Millionen Mitglieder und Geschäftsanteilseigner. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse betonte Marija Kolak: „Die genossenschaftliche FinanzGruppe steht bereit für Investitionen in die Zukunft und ist stabil aufgestellt“. Gleichzeitig forderte sie „mutigere Schritte zur Schaffung investitionsfreundlicher Rahmenbedingungen“ und sprach sich für eine „tiefgreifende Unternehmensteuerreform“ aus, da die bisherigen Abschreibungserleichterungen ihrer Ansicht nach „unzureichend“ sind. Zudem unterstrich Kolak: „Für die Finanzierung der Transformation brauchen wir beides: Kapitalmärkte und Banken.“

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ruft abschließend zu „klaren Richtlinien und umfassenderen politischen Maßnahmen zur Sicherung und nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ auf.

Hintergründe, Bedeutung und Perspektiven für Banken und Gesellschaft

Die Genossenschaftliche FinanzGruppe überzeugt auch in Zeiten volatiler Märkte und geopolitischer Unsicherheiten mit stabilen Rekordergebnissen. Dieses Erfolgsmodell fußt auf einer engen Verflechtung von privaten und wirtschaftlichen Mitgliedern, die durch ihr starkes Netzwerk eine besondere Resilienz erzeugen. Die Mitgliederstruktur der Genossenschaftsbanken schafft nicht nur Vertrauen, sondern stärkt auch die regionale Wirtschaft durch verlässliche Finanzdienstleistungen.

Die aktuelle Politikdiskussion um Steuerreformen wirft wichtige Fragen für die Zukunft des Bankensektors auf. Vor allem die Verbindung von Kapitalmarkt und klassischem Bankgeschäft gilt als zentral für die finanzielle Transformation Deutschlands. Diese Kombination ermöglicht es, Trends wie Digitalisierung und nachhaltige Geldanlagen produktiv zu nutzen und zugleich den wirtschaftlichen Wandel aktiv zu begleiten.

Warum sind Genossenschaftsbanken heute so stabil?

Dass die Genossenschaftsbanken trotz Herausforderungen auf den Finanzmärkten eine so solide Stellung behaupten, liegt wesentlich an ihrer Mitgliederorientierung und ihrer dezentralen Aufstellung. Diese stärken die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks und unterstützen nachhaltige Geschäftsmodelle. Durch die enge Bindung an ihre Mitglieder und die regionale Verankerung können sie in Krisenzeiten besonders verantwortungsbewusst und flexibel agieren.

Finanzielle Transformation und neue Herausforderungen

Die Zukunft der Banken ist eng verknüpft mit globalen, europäischen und nationalen Entwicklungen. Die Kapitalmarktunion der Europäischen Union schafft neue Rahmenbedingungen für den grenzüberschreitenden Kapitalverkehr und wird voraussichtlich Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Banken in Europa haben. Gleichzeitig treiben Digitalisierung und Nachhaltigkeit die Branche um: Kunden erwarten zunehmend digitale Angebote und legen Wert auf ökologisch und sozial verantwortliche Geldanlagen. Diese Faktoren werden für Banken und ihre Kunden in den kommenden Jahren entscheidend sein.

Wichtige Herausforderungen für die nächsten Jahre:

  • Anpassung an schnell fortschreitende Digitalisierung und IT-Sicherheit
  • Integration nachhaltiger Finanzprodukte und ökologische Verantwortung
  • Umgang mit regulatorischen Veränderungen insbesondere im Rahmen der Kapitalmarktunion
  • Reaktion auf Veränderungen in der Steuerpolitik und deren Auswirkungen auf Mitglieder und Kunden
  • Unterstützung von Kunden bei der finanziellen Transformation in einer volatilen Welt

Kunden und Banken müssen sich auf eine Phase des Wandels einstellen, in der Flexibilität, Innovation und ein klares Verständnis der gesellschaftlichen Bedeutung von Finanzdienstleistungen zentral sind. Die Verbindung von Kapitalmarkt und Bank bleibt dabei ein wesentlicher Hebel für die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft.


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