Petitionen im Bundestag 2023: Zahlen, Trends und digitale Bürgerbeteiligung auf dem Prüfstand

Im Jahr 2023 gingen beim Petitionsausschuss des Bundestags insgesamt 11.410 Eingaben ein, 1.832 weniger als im Vorjahr. Besonders stiegen die Petitionen im Geschäftsbereich des Arbeits- und Sozialministeriums (1.516 vs. 1.390) und im Innenministerium (1.506 vs. 1.291), während sie beim Gesundheitsministerium um ein Drittel auf 1.195 zurückgingen. Über ein Drittel der Anliegen wurden online über das Petitionsportal des Bundestags eingereicht, das rund fünf Millionen Nutzer:innen verzeichnet. Der von Ausschussvorsitzender Martina Stamm-Fibich vorgelegte Bericht wurde an Bundestagspräsidentin Bärbel Bas übergeben und wird am kommenden Donnerstag im Plenum beraten.
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– 2023: 11.410 Petitionen beim Bundestags-Petitionsausschuss eingereicht, 1.832 weniger als 2022.
– Petitionen fürs Arbeits- und Sozialministerium stiegen auf 1.516 (2022: 1.390) und Innenministerium auf 1.506.
– Gesundheitsministeriums-Petitionen fielen um fast ein Drittel von 2.093 auf 1.195 im Jahr 2023.

Petitionszahlen 2023: Bundestags-Petitionsausschuss zieht Bilanz

Im Jahr 2023 wurden nach Angaben des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages insgesamt 11.410 Petitionen eingereicht.* Damit ist die Zahl der Eingaben im Vergleich zum Vorjahr um 1.832 zurückgegangen, wie aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht (20/11600) hervorgeht, den die Ausschussvorsitzende Martina Stamm-Fibich (SPD) an Bundestagspräsidentin Bärbel Bas übergeben hat.*

Ein großer Teil der Petitionen betraf den Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit 1.516 Petitionen, was einen Anstieg gegenüber den 1.390 Petitionen im Jahr 2022 darstellt.* Auch das Bundesministerium des Innern und für Heimat verzeichnete eine Zunahme der Zuschriften; die Zahl stieg von 1.291 auf nunmehr 1.506 Dokumente.*

Im Gegensatz dazu war beim Bundesgesundheitsministerium ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen: Dort gingen nur noch 1.195 Petitionen ein, verglichen mit beachtlichen 2.093 Zuschriften im Vorjahr – eine Abnahme von fast einem Drittel.*

Laut Bericht liegt die tägliche Eingangszahl bei durchschnittlich etwa 46 Zuschriften, wenn man die Gesamtzahl über die Werktage verteilt betrachtet (251 Tage).* Ein großer Anteil dieser Anliegen wurde elektronisch eingereicht; gut ein Drittel aller Eingänge erfolgte via Web-Formular über www.bundestag.de .*

Das Online-Petitionsportal erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und konnte etwa fünf Millionen Nutzerinnen und Nutzer verzeichnen – eine bemerkenswerte Anzahl angesichts der kontinuierlich steigenden Nutzung digitaler Angebote durch Bürgerinnen und Bürger zur politischen Partizipation.* Dabei haben sich im Berichtsjahr etwa 491.639 neue Nutzer angemeldet, was jedoch weniger waren als die rund 600.000 neuen Registrierungen in 2022 waren.*

Martina Stamm-Fibich (SPD) hat den Bericht an die Bundestagspräsidentin Bärbel Bas übergeben.* Die weitere parlamentarische Behandlung ist für den Donnerstagvormittag nach der Übermittlung des Berichts angesetzt.*

Eine Petition ist ein Schreiben, in dem Bürger vom Parlament etwas fordern oder um Hilfe bitten.* Zudem können veröffentlichte Petitionen elektronisch unterzeichnet und gemeinsam mit anderen diskutiert werden.*

Zwischen digitaler Beteiligung und gesellschaftlicher Wirksamkeit

Das Petitionswesen in Deutschland spiegelt heute mehr denn je den Wandel politischer Teilhabe wider – insbesondere vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung. Petitionen sind ein direktes Instrument, mit dem Bürgerinnen und Bürger gesellschaftliche Anliegen sichtbar machen und politischen Einfluss nehmen können. Dabei fungieren sie als ein wichtiger Seismograph für gesellschaftliche Herausforderungen und prägen zugleich die öffentliche Debatte.

Bedeutung der Digitalisierung für die Bürgerbeteiligung

Die digitalen Möglichkeiten eröffnen eine breitere und niedrigschwelligere Beteiligung. Bürgerengagement wird durch Online-Petitionen unkomplizierter, zeitnaher und ortsunabhängiger. Diese Entwicklung stärkt den politischen Dialog zwischen Gesellschaft und Entscheidungsträgern und lässt Themen schneller in den Fokus rücken. Zugleich entstehen neue Herausforderungen: Die politische Prozesskultur muss auf die verstärkte Interaktivität und das veränderte Tempo reagieren, um die Wirksamkeit des Instruments beizubehalten.

Das Petitionswesen als Spiegel gesellschaftlicher Debatten

Petitionen geben Aufschluss darüber, welche Themen die Bevölkerung bewegen. Sie adressieren ein weites Spektrum an Politikfeldern und zeigen damit die Breite gesellschaftlicher Interessen. Relevante Themenfelder und Trends, die sich aktuell abzeichnen, lassen sich in etwa so beschreiben:

  • Soziale Gerechtigkeit und Integration
  • Umwelt- und Klimaschutz
  • Digitalisierung und Datenschutz
  • Bildung und Teilhabe

Auf diese Weise tragen Petitionen dazu bei, wichtige gesellschaftliche Fragen sichtbar zu machen und Anliegen aus unterschiedlichen Lebenswelten einen Platz im politischen Diskurs zu schaffen.

Zukünftig wird das Petitionswesen weiterhin eine bedeutende Rolle als politisches Instrument einnehmen. Die zunehmende Digitalisierung wird Bürgerbeteiligung weiter verändern und potenziell intensivieren. Somit eröffnen sich neue Chancen für mehr gesellschaftliche Wirksamkeit, verbunden mit der Notwendigkeit, politische Entscheidungsprozesse noch stärker auf die vielseitigen Impulse aus der Gesellschaft auszurichten.

Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Deutscher Bundestag – 11.410 Petitionen erreichten den Ausschuss im Jahr 2023

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