Reimann: Rabattverträge als Stärkung von Einsparpotenzialen

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf zur Bekämpfung von Lieferengpässen bei patentfreien Arzneimitteln und zur Verbesserung der Versorgung mit Kinderarzneimitteln beschlossen. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, begrüßt die Initiative, betont jedoch auch, dass einige Reformvorschläge des ALBVVG in die falsche Richtung weisen. Insbesondere die Freistellung ganzer Arzneimittelgruppen von Rabattverträgen sowie die Anhebung von Preisobergrenzen um bis zu 50 Prozent seien nicht dazu geeignet, die Versorgung mit Arzneimitteln sicherer zu machen. Rabattverträge hingegen hätten sich bewährt, die finanzielle Leistungsfähigkeit der GKV zu sichern und die Beitragszahler vor überhöhten Arzneimittelpreisen zu schützen.


Original-Pressemeldung:

Reimann: Rabattverträge stärken und Einsparpotenziale sichern

AOK-Bundesverband

Berlin (ots)

Den heutigen Beschluss des Bundeskabinetts zum Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung von Lieferengpässen bei patentfreien Arzneimitteln und zur Verbesserung der Versorgung mit Kinderarzneimitteln (ALBVVG) kommentiert Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, wie folgt:

“Die gesetzgeberische Initiative zur Bekämpfung von Lieferengpässen in der Arzneimittelversorgung ist notwendig und überfällig. Denn die bisherigen gesetzlichen Bemühungen haben sich als nicht effektiv genug erwiesen. Deshalb begrüßen wir, dass unsere Forderung aufgegriffen wurde und die Rolle des Lieferengpass-Beirats beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gestärkt werden soll. Positiv ist auch, dass nun Lagerbestände von Herstellungsbetrieben miterfasst werden sollen. So können Versorgungsmängel frühzeitig identifiziert werden.

Lesen Sie auch:  Medizinforschungsgesetz: Nur der Anfang einer umfassenden Pharmastrategie

Andere Reformvorschläge des ALBVVG weisen jedoch in die falsche Richtung. So wird weiterhin unterstellt, die Ursache für Lieferengpässe liege in zu niedrigen Preisen, die die Attraktivität des deutschen Marktes schmälern. Dabei sind Lieferschwierigkeiten weltweit zu beobachten. Die jetzt geplante Freistellung ganzer Arzneimittelgruppen von Rabattverträgen sowie Festbeträgen oder auch die Anhebung von Preisobergrenzen um bis zu 50 Prozent sind nicht dazu geeignet, die Versorgung mit Arzneimitteln sicherer zu machen.

Rabattverträge hingegen haben sich in der Vergangenheit bewährt. Sie stellen die Versorgung mit Arzneimitteln sicher und bieten zugleich den pharmazeutischen Herstellern mehr Planbarkeit. Aus langjähriger Erfahrung wissen wir: Rabattverträge schützen die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler vor überhöhten Arzneimittelpreisen und liefern einen essentiellen Beitrag zur Sicherung der finanziellen Leistungsfähigkeit der GKV. Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation können wir es uns nicht leisten, ein solch wirksames Instrument zu schwächen. Rabattverträge stärken, heißt Einsparpotenziale zu sichern!”

Hintergrund: Die gesetzlichen Krankenkassen geben Jahr für Jahr mehr Geld für Medikamente aus. 2022 waren es laut KV45-Statistik, 4. Quartal, rund 48,9 Milliarden Euro, 2,23 Milliarden Euro bzw. 4,8 Prozent mehr als im Jahr 2021. Die Arzneimittelrabattverträge bremsen den Anstieg der Arzneimittelausgaben. Alle gesetzlichen Krankenkassen zusammen konnten 2021 durch die Rabattverträge rund 5,11 Milliarden Euro einsparen. Rabattverträge tragen somit entscheidend zur hochwertigen Arzneimittelversorgung bei bezahlbaren Preisen bei. Zudem werden Unternehmen mit den AOK-Rabattverträgen verpflichtet, eine Drei-Monats-Reserve für rabattierte Arzneimittel anzulegen. Die Lagerhaltungspflicht sollte jedoch auch auf Arzneistoffe ausgeweitet werden, für die keine Rabattverträge vereinbart worden sind.

Lesen Sie auch:  Pflegestudiumstärkungsgesetz enttäuscht: Versprochene Entlastung wird zur Belastung

Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:

Dr. Kai Behrens
Telefon: 030 / 34646-2309
Mobil: 01520 / 1563042
E-Mail: presse@bv.aok.de

Original-Content von: AOK-Bundesverband, übermittelt durch news aktuell

Für weitere Informationen, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel Reimann: Rabattverträge stärken und Einsparpotenziale sichern

Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.


Weitere Informationen über den Verband

– Der AOK-Bundesverband ist der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung AOK und vertritt die Interessen der 10 AOKs in Deutschland.
– Der Verband hat seinen Sitz in Berlin und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter.
– Die AOKs haben insgesamt mehr als 25 Millionen Versicherte und sind damit die größte Krankenkassen-Gruppe Deutschlands.
– Der AOK-Bundesverband ist für die Koordination und Umsetzung von gemeinsamen Projekten, Studien und Entwicklungen zwischen den einzelnen AOKs zuständig.
– Der Verband hat eine dreistufige Struktur mit dem Vorstand, dem Verwaltungsrat und dem Präsidium.
– Der Vorstand besteht aus dem Vorstandsvorsitzenden und drei weiteren Vorstandsmitgliedern, die für die strategische Ausrichtung des Verbandes verantwortlich sind.
– Der Verwaltungsrat setzt sich aus Vertretern der einzelnen AOKs zusammen und entscheidet über wichtige Angelegenheiten des Verbandes.
– Das Präsidium besteht aus dem Vorstandsvorsitzenden und den Vorsitzenden der AOKs und hat eine beratende Funktion.
– Der AOK-Bundesverband wurde 1954 gegründet und hat seitdem zahlreiche Reformen im deutschen Gesundheitswesen mitgestaltet.
– Eine der größten Herausforderungen für den Verband ist aktuell die Digitalisierung im Gesundheitswesen und die entsprechende Anpassung der Versorgungsstrukturen.

Pressemeldung:Reimann: Rabattverträge als Stärkung von Einsparpotenzialen

14 Antworten

  1. Wow, ich kann nicht glauben, dass jemand denkt, dass Rabattverträge Einsparpotenziale stärken. Absoluter Quatsch!

    1. Sorry, aber ich finde deine Meinung ziemlich kurzsichtig. Rabattverträge können definitiv Einsparpotenziale bieten, indem sie die Preise senken und den Wettbewerb fördern. Vielleicht solltest du dich genauer informieren, bevor du solche Behauptungen aufstellst.

  2. Ich verstehe nicht, warum Rabattverträge als Einsparpotenzial angesehen werden. Das schränkt doch die Auswahl ein!

  3. Ich finde Rabattverträge super! Endlich kann ich mein Geld für andere wichtige Dinge ausgeben, wie zum Beispiel Süßigkeiten.

    1. Ich verstehe, dass du Rabattverträge magst, aber sind Süßigkeiten wirklich wichtiger als die Qualität deiner Gesundheitsversorgung? Denk darüber nach, ob du dein Geld nicht besser für langfristige Vorteile ausgeben könntest.

  4. Also ehrlich gesagt finde ich Rabattverträge total überbewertet. Gibt es da nicht sinnvollere Lösungen?

  5. Also, ich finde Rabattverträge super! Endlich können wir alle Geld sparen und die Pharmaindustrie ärgern.

  6. Da muss ich dir widersprechen. Rabattverträge können durchaus Vorteile bringen, wie niedrigere Preise und eine größere Auswahl. Es ist wichtig, die langfristigen Auswirkungen zu beachten. Vielleicht hast du bisher einfach noch nicht die positiven Seiten davon gesehen.

  7. Also ich finde Rabattverträge total überbewertet. Die bringen doch eh nichts außer Chaos und Verwirrung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Warum sind eure Kommentare so wertvoll?

Hier ein paar Gründe:

  1. Ihr bringt frischen Wind in die Diskussion und sorgt für abwechslungsreiche Ansichten.
  2. Ihr helft uns, uns selbst zu verbessern und immer am Puls der Zeit zu bleiben.
  3. Gemeinsam lernen wir voneinander und wachsen als Community.
  4. Mit euren Beiträgen bauen wir eine offene und respektvolle Umgebung auf, in der alle Stimmen gehört und geschätzt werden.

 

Jeder Kommentar ist Gold wert, egal ob Lob oder Kritik, zustimmend oder kontrovers. Lasst euren Gedanken freien Lauf und helft uns dabei, diese Community zu einem Ort zu machen, an dem jeder gern vorbeischaut und seine Meinung teilt. Auf geht’s!

 

Mehr Infos und News aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie hier in der Übersicht

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Telegram
Email
Drucken
XING