Red Farmer: Innenminister Ebling besucht digitale Helfer für Waldbrand-Einsätze

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Innenminister Michael Ebling hat am 18. September 2025 die Initiative Red Farmer in Billigheim-Ingenheim besucht. Die Online-Plattform www.redfarmer.eu vernetzt Landwirte und Winzer mit Feuerwehren, um im Ernstfall schnelle Unterstützung mit Fahrzeugen, Löschwasser und Geräten zu ermöglichen. *„Die Red Farmer zeigen eindrucksvoll, wie Landwirte, Winzer und Feuerwehren im Brand- und Katastrophenschutz Hand in Hand zusammenarbeiten“*, so Ebling. Das System wird bereits in Rheinland-Pfalz, Bayern und Schleswig-Holstein genutzt.

Inhaltsverzeichnis

– Innenminister Ebling besuchte Red Farmer zur Unterstützung von Feuerwehren durch Landwirte.
– Online-Plattform vermittelt landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeuge für den Katastrophenschutz.
– Das Projekt wurde in Rheinland-Pfalz, Bayern und Schleswig-Holstein eingeführt.

Innenminister Ebling besucht Red Farmer: Landwirte und Feuerwehren im Einsatzverbund

Am 18. September 2025 informierte sich Innenminister Michael Ebling gemeinsam mit René Schubert, Präsident des neuen Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz, Landrat Dietmar Seefeldt und Beigeordnetem Uwe Huth bei den Red Farmern auf dem Weingut Friedrichshof in Billigheim-Ingenheim. Der Vorstandstermin gab Einblicke in die erfolgreiche Kooperation zwischen Landwirtschaft, Weinbau und Feuerwehren.

Thomas Knecht, Vorsitzender des Vereins, erläuterte die Funktionsweise der Online-Plattform www.redfarmer.eu . Über dieses Portal können sich Landwirtschafts- und Weinbaubetriebe registrieren, um im Ernstfall von Feuerwehren für Transportarbeiten sowie die Bereitstellung von Löschwasser und landwirtschaftlichen Geräten angefordert zu werden. Jede teilnehmende Feuerwehr sieht die registrierten Betriebe in einem 40-Kilometer-Umkreis* – eine praktische Lösung, um schnelle Einsatzzeiten zu gewährleisten.

Das Projekt startete 2023 mit der landesweiten Ausrollung in Rheinland-Pfalz (Stand: 2023). 2024 folgte die Einführung in Bayern (Stand: 2024), und seit diesem Jahr empfehlen auch die Verbände in Schleswig-Holstein das Portal. Ende 2024 wurde der Red Farmer e.V. als gemeinnütziger Verein gegründet (Stand: 2024)*.

Innenminister Michael Ebling würdigte das Engagement: "Die Red Farmer zeigen eindrucksvoll, wie Landwirte, Winzer und Feuerwehren im Brand- und Katastrophenschutz Hand in Hand zusammenarbeiten. Wenn's drauf ankommt, zählt jede Hand, jeder Traktor und jede Idee, genau diese Mischung aus Pragmatismus und Teamgeist macht den Unterschied."

Vom Regionalprojekt zum bundesweiten Netzwerk

Die Erfolgsgeschichte von Red Farmer begann als lokale Initiative und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem deutschlandweit beachteten Kooperationsmodell. Die Projektphase startete 2022 in der Südpfalz* – diese unterscheidet sich von der formalen Vereinsgründung Ende 2024, die in der Pressemitteilung dokumentiert ist. Bereits 2023 erfolgte die landesweite Ausweitung in Rheinland-Pfalz, bevor 2024 mit Bayern der erste weitere Bundesland hinzukam.

Entstehung und Ausweitung

Die zeitliche Entwicklung zeigt eine rasante Verbreitung des Systems: Aus der regionalen Südpfalz-Idee von 2022 entstand innerhalb von drei Jahren ein bundesweit vernetztes Unterstützungssystem für den Katastrophenschutz. Die formale Etablierung als gemeinnütziger Verein Ende 2024 markierte den organisatorischen Meilenstein dieser Entwicklung.

Jahr Ereignis Quelle/Stand
2022 Projektstart in der Südpfalz Recherche, Oktober 2025
2023 Landesweite Ausweitung in Rheinland-Pfalz Pressemitteilung
2024 Einführung in Bayern / Vereinsgründung Pressemitteilung
Oktober 2025 500 Maschinen, ~100 Feuerwehren vernetzt Recherche, Oktober 2025

Nutzerzahlen und technischer Umfang

Die praktische Bedeutung des Systems wird durch die Vernetzungszahlen deutlich: Seitdem sind bundesweit über 500 landwirtschaftliche Maschinen sowie rund 100 Feuerwehren digital im Red-Farmer-System vernetzt* . Diese Zahlen gewinnen vor dem Hintergrund besonderes Gewicht, dass es deutschlandweit mehr als 250.000 landwirtschaftliche Betriebe und über 100.000 Traktoren gibt* .

Das Wachstum des Netzwerks demonstriert den praktischen Bedarf an solchen Kooperationslösungen. Die technische Plattform ermöglicht es Feuerwehren, im Ernstfall gezielt auf landwirtschaftliches Gerät in ihrem Einsatzumfeld zuzugreifen – eine Ressource, die angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und Vegetationsbrände an Bedeutung gewinnt.

Vernetzung mit Weitblick: Chancen und Herausforderungen

Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Feuerwehren über digitale Plattformen wie Red Farmer zeigt bereits heute konkrete operative Vorteile. Besonders in ländlichen Regionen, wo die Wasserversorgung für Brandbekämpfung oft limitiert ist, gewinnt diese Vernetzung an Bedeutung. Das Problem der Löschwasserknappheit im ländlichen Raum Bayerns führt zu wachsender Nachfrage der Feuerwehren nach schnellem Zugang zu landwirtschaftlichen Wasserfässern und Zugmaschinen, wodurch das Red Farmer System besonders relevant ist (Stand: August 2024, Landesfeuerwehrverband Bayern)*. Diese Dringlichkeit unterstreicht, warum bereits vernetzte Maschinen und Feuerwehren laut aktueller Berichterstattung wichtige Ressourcen für Einsätze bereitstellen.

Praxisrelevanz für Einsätze

Im Ernstfall zählt jede Minute. Die digitale Erfassung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Geräten ermöglicht Feuerwehren einen gezielten und schnellen Zugriff auf benötigte Ressourcen. Wasserfässer, Zugmaschinen und Spezialgeräte stehen damit unmittelbar zur Verfügung – besonders wertvoll bei Vegetationsbränden oder in Gebieten mit eingeschränkter Löschwasserversorgung.

Die Skalierbarkeit des Systems zeigt sich im bundesweiten Interesse: Bundesweit besteht Interesse an digitalen Plattformen zur Vernetzung von landwirtschaftlichen Betrieben mit Feuerwehren; Red Farmer gilt als technisch einzigartiges System (Stand: Oktober 2025)*. Diese Entwicklung deutet auf ein wachsendes Potenzial für die flächendeckende Implementierung ähnlicher Kooperationsmodelle hin.

Herausforderungen und offene Fragen

Trotz der offensichtlichen Vorteile bleiben praktische Hürden bestehen:

  • Haftungsfragen: Wer haftet bei Schäden an privaten landwirtschaftlichen Geräten während des Feuerwehreinsatzes?
  • Koordination: Wie lässt sich die reibungslose Integration in bestehende Alarmierungsstrukturen gewährleisten?
  • Finanzierung: Wer trägt die Kosten für technische Ausstattung, Schulungen und Plattformbetrieb langfristig?

Diese offenen Punkte erfordern klare Regelungen zwischen Kommunen, Feuerwehren und landwirtschaftlichen Betrieben. Zudem stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit mit den betrieblichen Abläufen der Landwirte – besonders während saisonaler Spitzenzeiten.

Die Erfahrungen aus den bereits vernetzten Regionen zeigen: Die erfolgreiche Umsetzung hängt nicht nur von der Technologie ab, sondern auch von vertrauensvoller Zusammenarbeit und klaren Verantwortlichkeiten zwischen allen Beteiligten.

Ausblick: Wachstum und Handlungsempfehlungen

Die bisherige Entwicklung belegt, wie aus einer regionalen Initiative ein landesweit und später bundesweit anerkanntes System werden konnte. Die technische Plattform bietet die Möglichkeit, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte zu erfassen – eine wichtige Ergänzung für die moderne Einsatzplanung.

Für die weitere Verbreitung empfiehlt sich ein Blick auf die bisherige Entwicklung:

Jahr Ereignis Quelle/Stand
2022 Projektidee aus dem Kreisfeuerwehrverband Main-Spessart Recherche
2023 Landesweite Ausrollung in Rheinland-Pfalz PM
2024 Einführung in Bayern PM
2024 Gründung des gemeinnützigen Red Farmer e.V. PM
2025 Empfehlung zur Nutzung in Schleswig-Holstein PM

Um diese positive Entwicklung fortzusetzen, können verschiedene Akteure aktiv werden: Bürgerinnen und Bürger können in ihren Gemeinden auf das System aufmerksam machen und lokale Landwirte zur Registrierung ermutigen. Kommunen und Feuerwehrverbände haben die Möglichkeit, die Plattform in ihre Einsatzplanung zu integrieren und Schulungen anzubieten. Vereine können als Multiplikatoren wirken und Kooperationen zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Rettungskräften fördern. Wie in der Pressemitteilung dargelegt, ist der Verein auf weitere Netzwerkpartner und finanzielle Mittel angewiesen, um die technische Weiterentwicklung voranzutreiben und die Reichweite zu vergrößern.

Die bisherige Entwicklung zeigt: Pragmatische Lösungen und lokales Engagement können überregionale Strahlkraft entfalten. Jede Initiative – ob von Privatpersonen, Kommunen oder Organisationen – trägt dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Feuerwehr weiter zu stärken und damit die Sicherheit in ländlichen Regionen zu verbessern.

Die vorliegenden Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung des Red Farmer e.V.

Weiterführende Quellen:

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