NRW führt verpflichtenden Reanimationsunterricht ab 2026 ein: BVMed fordert bundesweite Einführung von Erste Hilfe und Reanimation im Schulunterricht

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Nordrhein-Westfalen führt ab dem Schuljahr 2026/27 verpflichtenden Reanimationsunterricht für alle Schüler:innen der Sekundarstufe I ein, um lebensrettende Maßnahmen früh zu verankern. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) begrüßt den Schritt und fordert ergänzend bundesweite Erste-Hilfe-Schulungen ab der 7. Klasse sowie flächendeckend gut ausgestattete Notfallmaterialien und Zugang zu Defibrillatoren an Schulen. Damit soll die derzeit nur 51-prozentige Laien-Reanimationsquote verbessert und die Überlebenschancen bei mehr als 70.000 jährlichen Herz-Kreislauf-Stillständen außerhalb von Kliniken deutlich gesteigert werden.

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– NRW führt ab Schuljahr 2026/27 verpflichtenden Reanimationsunterricht für Sekundarstufe I ein.
– BVMed empfiehlt Erste-Hilfe-Grundlagen ab Klasse 7 und regelmäßige AED-Verfügbarkeit in Schulen.
– In Deutschland liegt Laien-Reanimationsrate mit 51 % unter EU-Schnitt, jährlich 70.000 Herzstillstände.

Nordrhein-Westfalen führt verpflichtenden Reanimationsunterricht an Schulen ein – BVMed fordert bundesweite Maßnahmen

Nordrhein-Westfalen verpflichtet ab dem Schuljahr 2026/27 alle Schüler:innen der Sekundarstufe I zum Reanimationsunterricht. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) bewertet diesen Schritt als wichtigen Beitrag zur Stärkung der Laienreanimation, die nachweislich Leben rettet. „Laien-Reanimation rettet Leben und muss bereits an Schulen gestärkt werden“, betont BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.

Zusätzlich schlägt der MedTech-Verband vor, ab der 7. Klasse Grundlagen der Erste Hilfe zu vermitteln, damit Jugendliche den Umgang mit Verbandmaterialien im Notfall erlernen. Ein gut ausgestatteter und regelmäßig kontrollierter Verbandkasten ist dafür unerlässlich. Für Schulen ist bereits mindestens ein Verbandkasten nach DIN 13157 vorgeschrieben, zugänglich an zentralen Orten wie dem Sekretariat oder der Sporthalle. Der BVMed appelliert, diese Ausstattung regelmäßig auf Vollständigkeit und Haltbarkeit zu prüfen. „Es gibt bereits eine Vielzahl an Schulen, die Erste-Hilfe-Unterricht im Rahmen der Verfügungsstunden vornehmen. Zudem gibt es dazu gute Unterrichtsmaterialien. Eine verpflichtende Einführung wäre hier ein guter Schritt“, so der Verband weiter.

Ein weiterer zentraler Baustein zur Ersten-Hilfe-Stärkung ist die Verfügbarkeit eines automatisierten externen Defibrillators (AED). Dieser kann bei einem „plötzlichen Herztod“ die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte entscheidend überbrücken. Jährlich erleiden über 70.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb von Krankenhäusern, von denen nur etwa 10 Prozent überleben. Die Laien-Reanimationsquote in Deutschland liegt aktuell bei 51 Prozent – deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Das schnelle Handeln von umstehenden Personen ist entscheidend, um Leben zu retten.

Nordrhein-Westfalen folgt mit der Neuerung bereits den Schritten von Hessen und dem Saarland. Dr. Möll lobt: „Deshalb ist es ein gutes Signal, dass Nordrhein-Westfalen – ebenso wie zuvor bereits Hessen und das Saarland – hier handelt und Erste Hilfe und Reanimation an Schulen stärkt. Das ist ein Vorbild für alle weiteren Bundesländer.“

Im März 2024 hatte der BVMed gemeinsam mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) den „Aktionsplan Wiederbelebung“ vorgestellt. Er fordert konkrete Maßnahmen, um die Laien-Reanimationsquote in Deutschland zu erhöhen und so mehr Menschen nach einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand das Leben zu retten. Dazu gehören regelmäßige Schulungen der Beschäftigten und die verpflichtende Ausstattung von Arbeitsplätzen mit AEDs, wo es sinnvoll ist. Der Plan wird unter anderem vom Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und der Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt.

„Erste Hilfe und Wiederbelebung retten Leben. Die Maßnahmen müssen deshalb bereits an Schulen vermittelt werden. Dafür brauchen wir gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten – beim Thema Schulen insbesondere der Bundesländer“, so Dr. Marc-Pierre Möll abschließend.

Weitere Informationen und den Aktionsplan stehen im BVMed-Themenportal Erste Hilfe bereit.

Warum Reanimationsunterricht an Schulen Leben retten kann

Plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand fordert jährlich viele Opfer. Schnell agierende Ersthelfer vor Ort können Leben retten, doch in Deutschland liegt die Beteiligung von Laien bei Wiederbelebungsmaßnahmen mit 51 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Angesichts dieses Rückstands gewinnt die bundesweite Einführung von verpflichtendem Erste-Hilfe- und Reanimationsunterricht an Schulen an zentraler Bedeutung. Dort können junge Menschen frühzeitig lernen, wie sie im Notfall richtig handeln. Das trägt nicht nur individuell zur Sicherheit bei, sondern stärkt auch die gesamte Gesellschaft und das Gesundheitswesen.

Eine nachhaltige Vermittlung von Erste Hilfe im Schulalltag bietet eine stabile Basis, um Routine und Selbstvertrauen für lebensrettende Maßnahmen zu schaffen. Hierbei geht es ebenso um den Umgang mit Verbandmaterialien wie das Erkennen und Reagieren bei Herzstillständen. Entscheidend ist, dass das Wissen nicht nur einmalig vermittelt wird, sondern regelmäßig aufgefrischt und praktisch eingeübt wird. Dies erhöht die Bereitschaft und Effektivität deutlich. Nordrhein-Westfalen hat mit der verbindlichen Einführung von Reanimationsunterricht ab dem Schuljahr 2026/27 einen wichtigen Schritt gesetzt. Nach dem Beispiel von Hessen und dem Saarland signalisiert dieser Vorstoß einen Trend, dem weitere Bundesländer folgen könnten.

Wie Schulen Erste Hilfe nachhaltig vermitteln können

Der schulische Rahmen bietet ideale Voraussetzungen, um Erste Hilfe systematisch in den Lehrplan zu integrieren. Eine Kombination aus theoretischem Wissen, praktischen Übungen und sinnvollen Unterrichtsmaterialien sorgt dafür, dass das Erlernte im Gedächtnis bleibt und leicht abrufbar ist. Zentral ist auch die Ausstattung der Schulen mit notwendigen Materialien wie Verbandkästen nach DIN 13157 und der Zugang zu automatisierten externen Defibrillatoren (AED), die den Zeitgewinn bis zum Eintreffen der Rettungskräfte erhöhen.

Zentrale Chancen der verpflichtenden Einführung von Erste-Hilfe- und Reanimationsunterricht an Schulen:

  • Frühe Sensibilisierung: Jugendliche erwerben grundlegende Kompetenzen, die im Notfall lebensrettend sind
  • Verbesserte Überlebenschancen: Mehr trainierte Laien führen zu höheren Wiederbelebungsquoten und damit mehr geretteten Leben
  • Stärkung der Präventionskultur: Erste Hilfe wird als gesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen und gefördert
  • Entlastung des Rettungswesens: Sofortmaßnahmen durch Laien überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe
  • Langfristige Wirkung: Früh erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten bleiben ein Leben lang erhalten und können weitergegeben werden

Der gesellschaftliche Nutzen einer verstärkten Erste-Hilfe-Ausbildung gerät damit in den Fokus von Bildungspolitik und Gesundheitsprävention. Schulen werden zu wichtigen Partnern bei der Ausbildung verantwortungsbewusster Bürger:innen, die in Notlagen sicher reagieren. Aktive Ersthelfer prägen eine Kultur der Hilfsbereitschaft und sichern eine bessere Versorgungssituation außerhalb klinischer Einrichtungen. Im Zuge einer möglichen bundesweiten Ausweitung dieser Maßnahmen entstehen Chancen für ein besser vernetztes Rettungsnetzwerk und eine flächendeckende Stärkung der Notfallkompetenz in der Bevölkerung.

Durch solch verbindliche Frühausbildung könnten sich also nicht nur die Überlebenszahlen bei Notfällen verbessern. Sie fördern auch die Entwicklung einer gesamthaft robusteren, selbstbewussteren Gesellschaft, die Erste Hilfe als festen Bestandteil des Zusammenlebens versteht und lebt.

Die im Beitrag dargestellten Fakten und Zitate stammen aus einer aktuellen Pressemitteilung des Bundesverbands Medizintechnologie e.V. (BVMed).

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