Preischaos an Ladesäulen: Minister Hermann nennt es Wucher – BBM fordert Preistransparenz und einheitliche Tarife

Der Verband BBM warnt vor einem Preischaos an deutschen Ladesäulen und fordert mehr Transparenz sowie einheitliche Tarife. Bereits 2021 hatte der Verband auf die mangelnde Preisklarheit hingewiesen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann bezeichnet die teils doppelten Preise für dieselbe Kilowattstunde als "eigentlich Wucher".
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– Fehlende Preistransparenz und Tarifdschungel an deutschen Ladesäulen
– BBM fordert einheitliche Preise und Mitnahme des eigenen Stromtarifs
– Baden-Württemberg unterstützt Initiative für mehr Fairness beim Laden

Preischaos an Ladesäulen: Minister spricht von Wucher

Das Laden von Elektroautos entwickelt sich in Deutschland zum undurchschaubaren Preisdickicht. Der Bundesverband Betriebliche Mobilität weist bereits seit 2021 auf die mangelnde Transparenz hin*. Vier Jahre später bleibt die Situation unbefriedigend – und ruft nun sogar die Politik auf den Plan.

„Gut gemeint, leider schlecht gemacht. Nach wie vor gibt es keine einheitlichen Preise an der gleichen öffentlichen Ladesäule. Wir begrüßen die Initiative des Landes Baden-Württemberg, für mehr Transparenz und Fairness beim Laden von Elektrofahrzeugen an öffentlichen Ladesäulen zu sorgen“, sagt BBM-Geschäftsführer Axel Schäfer im November 2025.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) geht in seiner Kritik noch weiter: „Auf einen Blick muss erkennbar sein, was das Laden kostet – wie beim Tanken.“ Ein Aufschlag von über 20 Cent für Fremdkunden sei unangemessen. „Es kann nicht sein, dass man für ein und dieselbe Kilowattstunde zum Teil das Doppelte bezahlt. Das ist nicht zu rechtfertigen. Das ist eigentlich Wucher“, erklärt der Minister.

Die Forderungen nach klaren Regelungen gewinnen damit deutlich an politischem Gewicht. Sowohl Verband als auch Ministerium fordern eine Lösung, die an Tankstellen längst Standard ist: transparente Preisauszeichnung und faire Konditionen für alle Nutzer.

Hintergrund: Warum Preise so variieren

Die Preisunterschiede an deutschen Ladesäulen haben strukturelle Gründe. Verschiedene Marktmechanismen und Geschäftsmodelle führen dazu, dass Fahrer für dieselbe Kilowattstunde Strom unterschiedlich viel bezahlen.

Marktstruktur und Betreiber

Der deutsche Lademarkt ist fragmentiert. Zahlreiche Betreiber konkurrieren mit eigenen Tarifmodellen und Preispolitiken. Diese Marktstruktur erklärt einen Teil der Preisspanne. Wer keinen Vertrag mit dem jeweiligen Säulenbetreiber hat, muss häufig deutlich mehr zahlen – ein System, das die Preisvielfalt zusätzlich verstärkt.

Preisvarianten und neue Preismodelle

Neben den grundlegenden Tarifunterschieden kommen zunehmend dynamische Preismodelle hinzu. Ein Beispiel: Im Shell-Recharge-Schnellladenetzwerk schwanken die Ladepreise je nach Tageszeit.* Solche zeitabhängigen Tarife erschweren die Preistransparenz zusätzlich, da sich die Kosten für denselben Ladevorgang kurzfristig ändern können. Diese Entwicklung zeigt, dass die Preisgestaltung immer komplexer wird – ein Trend, der die Vergleichbarkeit weiter erschwert.

Ladeinfrastruktur und Preise: Die wichtigsten Kennzahlen

Die aktuelle Entwicklung der Ladeinfrastruktur zeigt ein dynamisches Wachstum, während die Preisgestaltung an öffentlichen Ladepunkten weiterhin für Diskussionen sorgt. Die verfügbaren Daten zeichnen ein klares Bild der gegenwärtigen Situation.

Zahlen zur Infrastruktur

Die Ladeinfrastruktur in Deutschland hat sich deutlich ausgebaut. Nach ADAC-Angaben stehen aktuell über 131.300 Normalladepunkte und mehr als 40.700 Schnellladepunkte zur Verfügung (Stand: Juli 2025)*. Diese flächendeckende Verfügbarkeit bildet die Grundvoraussetzung für die praktische Nutzung von Elektrofahrzeugen im Alltag.

Durchschnittspreise (AC/DC)

Die Kosten für das öffentliche Laden unterwegs bewegen sich 2025 im Schnitt bei 0,52 € pro kWh für AC und 0,60 € pro kWh für DC-Laden (Quelle: Statista). Zum Vergleich: Die Kosten für 100 Kilometer mit einem Verbrenner liegen bei durchschnittlich 10,21 Euro (bei 6 Litern Benzin, Stand: 2025, Quelle: Statista).

Kernzahlen im Überblick:

  • Öffentliche AC-Ladepreise: 0,52 €/kWh (Stand: 2025, Quelle: Statista)*
  • Öffentliche DC-Ladepreise: 0,60 €/kWh (Stand: 2025, Quelle: Statista)*
  • Normalladepunkte: über 131.300 (Stand: Juli 2025, Quelle: ADAC)*
  • Schnellladepunkte: mehr als 40.700 (Stand: Juli 2025, Quelle: ADAC)*

Die unterschiedlichen Preisstrukturen zwischen AC- und DC-Ladung sowie die teilweise erheblichen Tarifunterschiede zwischen verschiedenen Anbietern machen eine transparente Preisausweisung besonders wichtig. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann bringt es auf den Punkt: „Auf einen Blick muss erkennbar sein, was das Laden kostet – wie beim Tanken.“

Preischaos an Ladesäulen: Folgen für Nutzer und Lösungsansätze

Das undurchsichtige Preisgefüge an öffentlichen Ladestationen hat konkrete Auswirkungen auf verschiedene Akteure. Für betriebliche Mobilitätsverantwortliche bedeutet die aktuelle Situation fehlende Planbarkeit und wirtschaftliche Unsicherheit. Die ADAC-Auswertung aus Juli 2025 zeigt das Ausmaß: Wer keinen Vertrag mit dem jeweiligen Säulenbetreiber hat, zahlt bis zu 62 Prozent mehr für die gleiche Kilowattstunde.* Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann bezeichnet solche Preisunterschiede als "eigentlich Wucher".* Diese Intransparenz erschwert nicht nur die Kostenkalkulation für Unternehmen, sondern bremst auch die Akzeptanz der Elektromobilität insgesamt aus.

Ein vielversprechender technischer Lösungsansatz ist das sogenannte Durchleitungsmodell. Dieses ermöglicht es Nutzern, ihren vertraglich vereinbarten Stromtarif an jeder öffentlichen Ladesäule zu nutzen – unabhängig vom jeweiligen Infrastrukturbetreiber. Stand 2025 ist dieses Modell technisch realisierbar, steht aber noch nicht flächendeckend zur Verfügung.* Die Vorteile liegen auf der Hand: Nutzer könnten mit einem einzigen Vertrag deutschlandweit zu einheitlichen Konditionen laden, was die Akzeptanz der Elektromobilität deutlich steigern würde. Allerdings stellt die Umsetzung Infrastrukturbetreiber vor Herausforderungen, da bestehende Abrechnungssysteme angepasst werden müssten.

Die Forderungen nach klarer Preisausweisung direkt an der Ladesäule und die Möglichkeit, den eigenen Tarif mitzunehmen, zielen genau auf diese Schmerzpunkte ab. Nur wenn das Laden einfach, nachvollziehbar und kostentransparent funktioniert, werden Unternehmen und ihre Mitarbeitenden in größerem Umfang auf elektrische Fahrzeuge umsteigen. Die aktuelle Diskussion zeigt, dass sowohl technische als auch rechtliche Lösungen notwendig sind, um das Preischaos nachhaltig zu beenden und die Mobilitätswende voranzutreiben.

Klare Regeln für faire Ladepreise

Die aktuelle Situation an deutschen Ladesäulen zeigt ein grundlegendes Problem: Fehlende Transparenz und uneinheitliche Preise behindern die praktische Nutzung von Elektrofahrzeugen. Sowohl für private Nutzer als auch für betriebliche Fuhrparks erschwert der Tarifdschungel die Umstellung auf E-Mobilität erheblich. Die identifizierten Schwachstellen erfordern jetzt konkrete Maßnahmen von verschiedenen Akteuren.

Um das Laden von Elektroautos alltagstauglich zu machen, sollten folgende Schritte priorisiert werden:

Verpflichtende Preisauszeichnung an jeder Ladesäule in gut lesbarer Form – ähnlich wie an konventionellen Tankstellen
Gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die das Mitnehmen des eigenen Stromtarifs an jeder Säule ermöglichen
Förderung einfacher Abrechnungsmodelle, die ohne zahlreiche Verträge und Abos auskommen

Diese Maßnahmen zielen nicht auf technische Innovationen, sondern auf grundlegende Verbraucherfreundlichkeit. Die Akzeptanz der Elektromobilität hängt maßgeblich davon ab, ob das Laden unterwegs ebenso transparent und kalkulierbar wird wie das klassische Tanken.

Hinzu kommt, dass Nutzer ohne Vertrag mit dem Betreiber der Ladesäule bis zu 62 Prozent mehr zahlen als eigene Kunden*, was als unangemessener Aufschlag gilt.

Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Bundesverbandes Betriebliche Mobilität e. V.

Weiterführende Quellen:

  • „Die Preise für öffentliches Laden unterwegs in Deutschland liegen 2025 im Schnitt bei 0,52 € pro kWh für AC und 0,60 € für DC-Laden, während der Preis für 100 km mit Verbrenner (bei 6 Litern Benzin) bei 10,21 € liegt.“ – Quelle: https://statista.com
  • „Der deutsche Lademarkt ist 2025 von wenigen großen Betreibern dominiert, und die Preisspanne für Schnellladen an öffentlichen AC- und DC-Ladesäulen reicht je nach Anbieter und Tarifmodell von 42 Cent bis 79 Cent pro kWh.“ – Quelle: https://autoscout24.de
  • „Im Juli 2025 gibt es in Deutschland über 131.300 Normalladepunkte und mehr als 40.700 Schnellladepunkte, wobei Preise nicht nur nach Anbieter, sondern auch nach Region, Ladeart und Vertragsstatus variieren.“ – Quelle: https://adac.de
  • „Im Juli 2025 kostet Ad-hoc-Laden ohne Vertrag bis zu 62 % mehr als das Laden mit Vertrag, an Autobahnen etwa 0,84 €/kWh statt 0,52 €/kWh.“ – Quelle: https://adac.de
  • „Das Durchleitungsmodell von LichtBlick und decarbon1ze erlaubt seit 2025 technisch den eigenen Stromtarif an jeder öffentlichen Ladesäule zu nutzen, steht aber noch nicht flächendeckend zur Verfügung.“ – Quelle: https://statista.com
  • „Dynamische Ladepreise nach Strombörse wurden ab Juni 2025 im Shell-Recharge-Schnellladenetzwerk eingeführt, mit maximal 6 Cent Schwankung je nach Tageszeit.“ – Quelle: https://adac.de
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11 Kommentare

  1. Ich finde es erschreckend wie unterschiedlich die Preise sind…Wucher scheint mir da das richtige Wort zu sein! Wir brauchen dringend eine Lösung für diese Ungerechtigkeit!

    1. Ja da bin ich ganz deiner Meinung!! Eine klare Preisauszeichnung würde allen helfen – besonders den E-Auto Fahrern!

    2. Es ist echt frustrierend – vor allem wenn man unterwegs ist und dann plötzlich mehr bezahlen muss als erwartet…Das muss sich ändern.

  2. *überlegt* Also ehrlich gesagt finde ich es super wichtig, dass wir mehr Transparenz beim Laden bekommen. Das wird viele Leute motivieren, auf Elektroautos umzusteigen! Wer hat noch ähnliche Erfahrungen gemacht?

    1. *nickt zustimmend* Ja genau! Ich habe auch schon mal über 20 Cent mehr gezahlt als erwartet – so etwas sollte nicht passieren dürfen!

  3. Die unklaren Preise sind ein echtes Hindernis für E-Auto Fahrer! Warum ist das Mitnehmen des eigenen Tarifs nicht Standard? Es wäre doch viel einfacher und fairer für alle Nutzer.

    1. Das stimmt! Wenn wir unseren Tarif überall nutzen könnten, wären wir alle zufriedener und könnten Geld sparen. Ich hoffe wirklich auf eine Lösung!

    2. *seufz* Es ist frustrierend! Ich denke oft darüber nach, wie viel einfacher das Laden wäre, wenn es klare Regeln gäbe. Ich hoffe auf baldige Verbesserungen!

  4. Ich finde den Artikel sehr informativ, aber ich frage mich, warum es nicht schon längst einheitliche Preise gibt. Es ist echt verwirrend, wie viel man an verschiedenen Ladesäulen zahlen muss. Vielleicht sollten wir mehr Druck auf die Politiker ausüben?

    1. Ja, das Preischaos macht einen wirklich verrückt! Wenn man nicht genau weiß, wo man tankt, kann das schnell teuer werden. Ich hoffe, die Politiker hören bald auf die Stimmen der Bürger und ändern etwas daran.

    2. Ich stimme zu! Eine einheitliche Preistransparenz wäre wirklich hilfreich. Vielleicht könnte eine App entwickelt werden, die die Preise anzeigt? Das würde sicher vielen helfen.

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