– Bundesverband Musikunterricht und Deutsche Orchester-Stiftung küren Preisträger 2025
– Hauptpreis geht an Ricarda-Huch-Schule, Förderpreise an zwei weitere Schulen
– Wettbewerb würdigt herausragende Schulorchesterarbeit und musikalisches Engagement
Drei Schulen für herausragende Orchesterarbeit ausgezeichnet
Der Wettbewerb „Schulorchester stärken“ 2025 hat seine Preisträger gefunden. Die Ricarda-Huch-Schule aus Hannover erhält den mit 6.000 Euro dotierten Hauptpreis (Stand: 13. November 2025). Die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Bochum wird mit dem 1. Förderpreis von 2.500 Euro gewürdigt (Stand: 13. November 2025), während das Bergstadt-Gymnasium in Lüdenscheid den 2. Förderpreis in Höhe von 1.500 Euro erhält (Stand: 13. November 2025)*. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb vom Bundesverband Musikunterricht (BMU) und der Deutschen Orchester-Stiftung (DO-S).
„Der Wettbewerb fand erst zum zweiten Mal statt – die große Anzahl der Bewerbungen hat mich daher sehr beeindruckt. Eine Auswahl zu treffen, fiel bei der hohen Qualität der allermeisten Bewerbungen wirklich nicht leicht“, erklärt Georg Biegholdt, Präsident des BMU. „Insbesondere berührt mich das Engagement der beteiligten Musiklehrpersonen, die in einem nicht selbstverständlichen Ausmaß Zeit und Kraft in die Orchesterarbeit investieren.“
Die fünfköpfige Fachjury setzte sich zusammen aus:
- Frauke Bernds – Leiterin Konzertplanung Philharmonie Köln
- Eva Kieser – Pädagogische Leiterin der Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung des Saarlandes, Vizepräsidentin des BMU
- Georg Biegholdt – Studienkoordinator in der Lehrerausbildung der Universität Leipzig, Präsident des BMU
- Christoph Altstaedt – Dirigent und Mediziner
- Andreas Bausdorf – Geschäftsführer Deutsche Orchester-Stiftung
Ricarda-Huch-Schule Hannover: Kinderkonzerte im Staatstheater
Die Streicherklassen der Jahrgänge 5 und 6 sowie das anschließende Orchester mit rund 55 Mitgliedern prägen das musikalische Leben der Schule (Stand: 13. November 2025)*. Besonders beeindruckt hat die Jury, dass Schülerinnen und Schüler selbst konzipierte Kinderkonzerte für Grundschulen moderieren und aufführen. Die Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Ensembles sowie Auftritte im Staatstheater Hannover zeigen das hohe Niveau der jungen Musiker.
Heinrich-Böll-Gesamtschule Bochum: Musikzweig mit 300 Schülerinnen und Schülern
Der Musikzweig mit rund 300 Schülerinnen und Schülern bietet ein umfangreiches Programm von der Instrumentenwahl bis zur Orchesterarbeit (Stand: 13. November 2025)*. Herausragend ist das Kompositionsprojekt des Leistungskurses Musik mit dem niederländischen Orchester „De Ereprijs“. Kooperationen mit der städtischen Musikschule, dem Brost Musikforum und dem Konzerthaus Dortmund ergänzen das Angebot.
Bergstadt-Gymnasium Lüdenscheid: Blasorchester mit sozialem Engagement
Das Blasorchester „Röhrenwerke“ mit 58 Mitgliedern ist Teil eines kulturellen Gesamtkonzepts der Schule (Stand: 13. November 2025)*. Die enge Zusammenarbeit mit der Musikschule umfasst auch die gemeinsame Förderung benachteiligter Familien. Ältere Schüler betreuen Jüngere und übernehmen Konfliktlösung, während das Orchester zugleich Theateraufführungen musikalisch begleitet.
Andreas Bausdorf, Geschäftsführer der DO-S, betont: „Um allen Kindern und Jugendlichen gleichen Zugang zu musikalischer Bildung zu ermöglichen, spielen Schulorchester eine wichtige Rolle. Diese zu stärken und Beispiele aufzuzeigen, wie Schulorchesterarbeit gelingen kann, ist unserer Stiftung ein wichtiges Anliegen.“
Best-Practice-Modelle: Inklusion und Digitalisierung als Erfolgsfaktoren
Die Auszeichnung herausragender Schulorchester folgt klaren Qualitätskriterien, die sich in den vergangenen Jahren als besonders wirksam erwiesen haben. Best-Practice-Modelle im Wettbewerb „Schulorchester stärken“ beinhalten häufig inklusive und digital unterstützte Projekte*. Diese Ausrichtung zeigt, worauf es bei nachhaltiger Orchesterarbeit ankommt: Sie soll allen Schülerinnen und Schülern zugänglich sein und mit zeitgemäßen Methoden musikalische Entwicklung fördern.
Best-Practice: inklusiv & digital
Inklusive Konzepte öffnen Schulorchester für Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen und fördern so nicht nur musikalische, sondern auch soziale Kompetenzen. Digitale Tools wiederum erweitern die Übe-Möglichkeiten jenseits des klassischen Probenraums und unterstützen individuelles Lernen. Die Preisträger von 2023 demonstrieren, wie diese Ansätze in der Praxis funktionieren: Während die Gesamtschule Kierspe zeigte, wie heterogene Gruppen gemeinsam musizieren können, setzte die Grundschule Biedenkopf auf technische Innovationen zur Förderung der musikalischen Fertigkeiten.
Für die aktuellen Preisträger bieten diese etablierten Modelle wertvolle Impulse. Schulen wie die Ricarda-Huch-Schule in Hannover oder das Bergstadt-Gymnasium in Lüdenscheid könnten ihre bereits bestehenden Kooperationen und sozialintegrativen Ansätze durch gezielte Inklusionsprojekte erweitern. Digitale Übe-Tools wiederum würden die eigenverantwortliche Probenarbeit unterstützen – besonders relevant für Schulen mit umfangreichem Orchesterbetrieb und regelmäßigen Auftritten. Die Erfahrungen der Vorjahre zeigen, dass solche Konzepte nicht nur die musikalische Qualität steigern, sondern auch die Nachhaltigkeit der Orchesterarbeit sichern.
Schulorchester als Motor für Teilhabe und Gemeinschaft
Schulorchester schaffen mehr als nur schöne Klänge – sie bilden soziale Mikrokosmen, in denen junge Menschen über die Musik hinaus wachsen. Diese Ensembles bieten einen geschützten Raum, in dem Schülerinnen und Schüler nicht nur musikalische Fähigkeiten entwickeln, sondern auch lernen, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte zu lösen und sich in eine Gemeinschaft einzubringen. Die Bedeutung dieser Arbeit reicht weit über den Musikunterricht hinaus und trifft aktuelle gesellschaftliche Fragen der Bildungsgerechtigkeit und kulturellen Teilhabe.
Warum Schulorchester wichtig sind
Orchesterarbeit vermittelt Kompetenzen, die im modernen Schulalltag oft zu kurz kommen: Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und gegenseitige Rücksichtnahme. Wenn ältere Schüler jüngere betreuen oder Jugendliche gemeinsam Konzerte organisieren, entstehen natürliche Lernumgebungen, die Inklusion praktisch leben. Besonders Kinder aus benachteiligten Familien erhalten hier oft ihren ersten Zugang zu kultureller Bildung – ein Angebot, das an vielen Stellen im Bildungssystem fehlt.
Aktuelle pädagogische Ansätze zeigen, wie Orchesterarbeit heute gestaltet werden kann: Durch inklusive Formate, die verschiedene Lernvoraussetzungen berücksichtigen, und digitale Erweiterungen, die neue Zugänge schaffen. Diese Konzepte, die bereits 2023 im Rahmen des Wettbewerbs "Schulorchester stärken" erprobt wurden, bieten Schulen konkrete Anknüpfungspunkte für ihre eigene Arbeit. Entscheidend ist dabei die Verankerung im Schulprofil – ob durch feste Orchesterklassen, Kooperationen mit Musikschulen oder die Integration in den regulären Unterricht.
Die zentralen Vorteile von Schulorchestern lassen sich in wenigen Punkten zusammenfassen:
- Soziale Integration: Gemeinsames Musizieren überwindet soziale Grenzen und schafft Verbindung zwischen unterschiedlichen Schülergruppen
- Persönlichkeitsentwicklung: Durch Probenarbeit und Auftritte wachsen Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl
- Kulturelle Teilhabe: Musikalische Bildung wird für alle zugänglich, unabhängig vom familiären Hintergrund
- Gemeinschaftserlebnis: Das Erarbeiten gemeinsamer Ziele stärkt den Zusammenhalt über Klassengrenzen hinweg
- Kreative Entfaltung: Orchesterarbeit bietet Raum für künstlerischen Ausdruck jenseits standardisierter Lehrpläne
Diese Wirkungen entfalten sich besonders dort, wo Schulen Orchesterarbeit als festen Bestandteil ihres pädagogischen Konzepts verstehen und entsprechend Ressourcen bereitstellen.
Impulse für die musikalische Zukunft
Die prämierten Konzepte bieten wertvolle Anregungen für andere Bildungseinrichtungen, die ihre musikalische Arbeit weiterentwickeln möchten. Die Vielfalt der eingereichten Projekte beweist, dass kreative Orchesterarbeit auch unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen gelingen kann.
Für Schulen, die Inspiration suchen oder ihre eigenen Orchesterprojekte optimieren wollen, bietet der Bundesverband Musikunterricht umfangreiches Material zur Weiterarbeit*.
Die positiven Rückmeldungen von teilnehmenden Schulen bestätigen den Bedarf an solchen Austauschformaten. Viele Bildungseinrichtungen nutzen die gewonnenen Erkenntnisse, um ihre musikalischen Angebote langfristig zu stabilisieren und auszubauen. Damit wirkt der Wettbewerb weit über die eigentliche Prämierung hinaus und trägt dazu bei, die Orchesterlandschaft an deutschen Schulen nachhaltig zu stärken.
Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf einer Pressemitteilung der Orchesterstiftung.
Weiterführende Quellen:
- „Best-Practice-Modelle im Wettbewerb ‚Schulorchester stärken‘ beinhalten häufig inklusive und digital unterstützte Projekte; ein Förderpreis 2023 würdigte die Gesamtschule Kierspe für Inklusion und die Grundschule Biedenkopf für ein digitales Übe-Tool.“ – Quelle: https://www.bmu-musik.de/wettbewerb-schulorchester-staerken/
7 Antworten
. Die Bedeutung von Musik im Schulalltag sollte nicht unterschätzt werden! Besonders die Zusammenarbeit zwischen den Schulen ist ein wichtiger Punkt. Was denkt ihr darüber?
Die Jury hat gute Arbeit geleistet bei der Auswahl der Preisträger! Es ist wichtig, dass wir solche Initiativen unterstützen. Welche anderen Faktoren haltet ihr für entscheidend in der Schulorchesterarbeit?
Ich stimme zu! Die sozialen Aspekte sind oft unterschätzt. Wie können wir noch mehr Schüler für Musik begeistern? Gibt es weitere Programme oder Ideen?
Wow, die Preise sind echt motivierend für Schulen! Ich finde es toll, dass auch Inklusion gefördert wird. Welche Ideen habt ihr für mehr digitale Unterstützung in Orchesterprojekten?
Ich finde es wirklich beeindruckend, wie viel Engagement die Schulen zeigen! Besonders die Ricarda-Huch-Schule hat echt tolle Projekte. Wer kann mir mehr über die Kinderkonzerte erzählen? Ich bin neugierig auf die Details.
Ja, das klingt super spannend! Ich frage mich, ob auch andere Schulen ähnliche Konzepte haben. Welche Erfahrungen habt ihr mit Schulorchestern gemacht?
Ich denke auch, dass solche Wettbewerbe wichtig sind! Haben andere von euch schon mal bei einem Schulorchester mitgemacht? Was war eure Erfahrung?