– Pia Greiten ist neue Präsidentin der Athletenvertretung.
– Léa Krüger wurde als Vizepräsidentin gewählt.
– Das Präsidium übernimmt in sportpolitisch turbulenten Zeiten.
Pia Greiten neue Präsidentin von Athleten Deutschland – ein weibliches Führungsduo in turbulenten Zeiten
Die Mitglieder der unabhängigen Athletenvertretung haben entschieden: Auf der achten Mitgliederversammlung haben die Sportlerinnen und Sportler am Samstag, 01.11.2025, das neue Präsidium von Athleten Deutschland gewählt.* An der Spitze des Vereins steht ab sofort Pia Greiten.* Die Ruderin, die bei den Olympischen Spielen von Paris Bronze gewann, wird künftig von Léa Krüger als Vizepräsidentin unterstützt. Das Führungsduo übernimmt die Verantwortung in einer Phase intensiver sportpolitischer Debatten – parallel zur kontroversen Diskussion um das Sportfördergesetz und dem für Frühjahr geplanten Aufbau des Zentrums für Safe Sport.*
„Die Herausforderungen für Athletinnen und Athleten in Deutschland sind vielfältig – von angemessener Absicherung über Schutz vor Machtmissbrauch bis hin zu einer fairen Mitbestimmung“, sagt die neue Präsidentin und unterstreicht: „**Wir sehen unsere Aufgabe darin, diese Themen konsequent anzugehen und den Sport im Sinne der Athletinnen und Athleten zu gestalten.“ Johannes Herber, Geschäftsführer des Vereins, betont: „*Wir freuen uns über ein starkes weibliches Führungsduo, das gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen viel für die Athletinnen und Athleten bewirken wird.“ Neben dem Führungsduo gehören Eisschnellläufer Hendrik Dombek, Para-Schwimmerin Elena Semechin und Leichtathlet Leo Köpp dem Gremium an, das umgehend die Arbeit aufnimmt. Die Mitgliederversammlung genehmigte zudem den Haushaltsplan für 2026 (Stand: Pressemitteilung, 01.11.2025) und fasste alle erforderlichen Beschlüsse zur Fortführung der Vereinsarbeit.
(Pressemitteilung Athleten Deutschland, 01.11.2025)*
Politische Rahmenbedingungen: Zentrum für Safe Sport und Sportfördergesetz
Zwei Vorhaben bestimmen aktuell die sportpolitische Diskussion: der Aufbau des Zentrums für Safe Sport und die geplante Novelle des Sportfördergesetzes.
Zentrum für Safe Sport: Zeitplan und Beteiligung
Die Bundesregierung rechnet mit einer Arbeitsaufnahme des Zentrums für Safe Sport Mitte 2025 (Stand: 10/2025). Im geplanten interdisziplinären Steuerkreis des Zentrums ist die Mitarbeit mindestens einer aktiven Athletenvertretung vorgesehen (Stand: 10/2025).
Kritikpunkte am Entwurf des Sportfördergesetzes
Der Entwurf des neuen Sportfördergesetzes löst kontroverse Diskussionen aus. Wesentliche Bedenken betreffen nach Analyse des Bundestages den als zu gering empfundenen finanziellen Grundsockel für die duale Karriereförderung sowie als schwach bewertete explizite Mitspracheregelungen für Athletinnen und Athleten (Stand: 08/2025)*. Diese Punkte gehören zu den zentralen sportpolitischen Herausforderungen, die das neue Präsidium um Pia Greiten unmittelbar nach Amtsantritt beschäftigen.
Was das neue Präsidium anpacken muss
Die Wahl des neuen Präsidiums fällt in eine sportpolitisch herausfordernde Zeit. Die Errichtung eines Zentrums für Safe Sport steht auf der Agenda. Für die neu gewählten Vertreterinnen und Vertreter stehen damit zentrale Weichenstellungen an, die die Rahmenbedingungen für Spitzensportlerinnen und -sportler in Deutschland nachhaltig prägen werden.
Drei Themenbereiche erfordern besondere Aufmerksamkeit:
- Finanzielle Absicherung: Die Forderung nach einem stärkeren finanziellen Grundsockel für die duale Karriereförderung bleibt aktuell.*
- Athletenmitbestimmung: Die verpflichtende Einbindung wenigstens einer Athletinnenvertretung im Steuerkreis des Zentrums für Safe Sport steht zur Debatte.*
- Schutz vor Machtmissbrauch: Die konsequente Umsetzung von Schutzmaßnahmen gegen Gewalt und Missbrauch im Sport bleibt eine Kernaufgabe.
Die neue Präsidentin Pia Greiten betont: „Die Herausforderungen für Athletinnen und Athleten in Deutschland sind vielfältig – von angemessener Absicherung über Schutz vor Machtmissbrauch bis hin zu einer fairen Mitbestimmung.“ Diese Themenkomplexe verlangen nach einer koordinierten Herangehensweise, die sowohl die sportliche Leistung als auch die persönliche Entwicklung der Aktiven in den Mittelpunkt stellt.
Die Diskussion um das Sportfördergesetz zeigt, dass der finanzielle Grundsockel für Spitzensportlerinnen und -sportler weiterhin zu gering bleibt.* Gleichzeitig nimmt das Thema Safe Sport an Bedeutung zu, wobei die Mitbestimmung von Athletinnenvertretungen im Steuerkreis des Zentrums für Safe Sport vorgesehen ist.*
Ausblick: Erste Schritte und Beobachtungspunkte
Das neu gewählte Präsidium von Athleten Deutschland wurde auf der Mitgliederversammlung am 1. November 2025 gewählt*. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei zwei zentrale sportpolitische Vorhaben: die geplante Eröffnung des Zentrums für Safe Sport im Frühjahr 2025* und die anhaltende Debatte um das Sportfördergesetz. Beide Prozesse bieten dem Gremium frühe Gelegenheiten, die Interessen der Athlet:innen wirksam in die Gestaltung der Spitzensportstrukturen einzubringen.
Neben der inhaltlichen Arbeit wird auch die personelle Entwicklung des Präsidiums beobachtet werden. Die Satzung erlaubt die Kooptation von zwei weiteren Mitgliedern, wobei eines aus dem nicht-olympischen Bereich stammen muss. Diese Erweiterung könnte die thematische Bandbreite und die strategische Ausrichtung der Athletenvertretung maßgeblich mitprägen.
Darauf sollten Interessierte achten: Wie positioniert sich das Präsidium in den laufenden Gesetzgebungsverfahren? Gelingt der zügige Aufbau der unabhängigen Anlaufstelle gegen Gewalt im Sport? Und welche Schwerpunkte setzt das Team mit seiner künftigen Besetzung? Die Antworten werden den Kurs von Athleten Deutschland für die kommende Amtszeit vorgeben.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von Athleten Deutschland e.V..
Weiterführende Quellen:
- „Nachfolgerin von Karla Borger als Präsidentin ist ab November 2025 Pia Greiten, ehemalige Olympia-Dritte im Rudern; Vizepräsidentin wird die frühere Fechterin Léa Krüger.“ – Quelle: https://www.sueddeutsche.de/sport/sportpolitik-pia-greiten-praesidentin-athleten-deutschland-li.3333356
- „Das neue Präsidium besteht neben Greiten und Krüger aus Hendrik Dombek (Eisschnelllauf), Elena Semechin (Para Schwimmen) und Leo Köpp (Leichtathletik); zusätzlich können zwei weitere Mitglieder kooptiert werden, darunter satzungsgemäß eine Person aus dem nicht-olympischen Bereich (Stand: November 2025).“ – Quelle: https://www.sueddeutsche.de/sport/sportpolitik-ruderin-pia-greifen-nun-praesidentin-von-athleten-deutschland-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-251101-930-237821
- „Die Bundesregierung erwartet die Arbeitsaufnahme des Zentrums für Safe Sport inzwischen nicht mehr im Frühjahr 2025, genannt wird in einer Anfragebeantwortung durch das Bundesfamilienministerium nun ‘Mitte 2025’ (Stand: 10/2025).“ – Quelle: https://www.ovb-heimatzeitungen.de/sport/2025/11/02/vom-ruderboot-ins-sportpolitische-rampenlicht.ovb
- „Laut Bundesregierung und DOSB ist weiterhin die Mitarbeit mindestens einer aktiven Athlet*innenvertretung im interdisziplinären Steuerkreis zum Zentrum für Safe Sport verpflichtend vorgesehen (Stand: Oktober 2025).“ – Quelle: https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/athletenkommission-des-dosb-neu-gewaehlt
- „Wesentliche Bedenken am aktuellen Entwurf des Sportfördergesetzes (Stand: August 2025) betreffen laut Bundestagsausschuss den weiterhin zu geringen finanziellen Grundsockel für duale Karriereförderung sowie die aus Sicht vieler Athlet*innen als schwach empfundene explizite Mitspracheregelung.“ – Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/1023456/13c10919c234b2eae23ee7f87b857982/sportfoerdergesetz-2025-data.pdf