– VdK fordert Pflege als Pflichtaufgabe der Kommunen
– Pflegereform muss Beratung, Versorgung und Entlastung bündeln
– Hilfe auch abends, nachts und an Wochenenden nötig
Pflegereform: Wer vor Ort Verantwortung trägt
Die Debatte über die Zukunft der Pflegeversicherung hat neuen Schub erhalten. Anlass ist eine Pressemitteilung des Sozialverbands VdK vom 3. Juni 2026, in der der Verband auf Äußerungen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken reagiert. Warken hatte der „Bild am Sonntag“ gesagt: „Ich möchte trotz bestehender Sparzwänge gleichzeitig Strukturveränderungen, die im Sinne von ‚einfacher und schneller‘ zu einer besseren Pflege führen und Angehörige stärker unterstützen.“
Der VdK begrüßt den Reformansatz, setzt jedoch einen anderen Schwerpunkt als eine bloße Verfahrensbeschleunigung. VdK-Präsidentin Verena Bentele erklärt: „Wenn Bundesgesundheitsministerin Warken Strukturveränderungen ankündigt, die Pflege ‚einfacher und schneller‘ machen und Angehörige besser unterstützen sollen, muss sich der Erfolg dieser Maßnahmen daran messen lassen, ob vor Ort tatsächlich verbindliche Verantwortung entsteht. Aus Sicht des VdK kann das nur gelingen, wenn die pflegerische Versorgung zur Pflichtaufgabe der Kommunen wird. Das heißt, die Kommune wäre für die Pflegebedarfsplanung, die Beratung bei Pflegebedürftigkeit und die Zulassung von Pflegediensten und -einrichtungen zuständig. Dabei müsste eine dauerhafte Finanzierung der kommunalen Pflegeausgaben durch den Bund und die Länder sichergestellt werden.“
Damit rückt ein Aspekt in den Mittelpunkt der Reformdebatte, der über einzelne Leistungsfragen hinausgeht: Wer stellt vor Ort sicher, dass Hilfe nicht nur beantragt, sondern auch organisiert wird? An dieser Frage entscheidet sich, ob Pflege für Betroffene und Angehörige tatsächlich einfacher wird.
Warum der Ruf nach Kommunen gerade jetzt lauter wird
Die Forderung nach mehr kommunaler Verantwortung ist nicht neu. Rechtlich ist die Verantwortung für die pflegerische Versorgungsstruktur bereits angelegt, praktisch bleibt sie jedoch zwischen Ländern, Kommunen und Sozialversicherung verteilt. Nach § 9 SGB XI in der konsolidierten Fassung von 2023 tragen die Länder die Verantwortung für eine ausreichende, gleichmäßige und wirtschaftliche pflegerische Versorgungsstruktur. Zugleich legen sie fest, welche Zuständigkeiten die Kommunen übernehmen.
In der Praxis führt diese Konstruktion seit Jahren zu Reibungen. Vieles wird lokal organisiert, doch oft ist unklar, wer steuert, wer plant und wer dauerhaft finanziert. Der Deutsche Verein betont 2026 im Zusammenhang mit dem Pflegekompetenz- beziehungsweise Befugniserweiterungs- und Entbürokratisierungsgesetz, dass die kommunale Pflegestrukturplanung eine zentrale Steuerungsaufgabe ist. Auch das Kuratorium Deutsche Altershilfe fordert in seinem „Zukunftspakt Pflege“ von 2025 eine verbindliche Verankerung kommunaler Verantwortung für eine integrierte Pflegeinfrastruktur.
Zwischen Länderzuständigkeit und kommunaler Praxis
Die politische Richtung ist damit erkennbar: Mehr Koordination vor Ort gilt in Fachkreisen als sinnvoll. Das passt zur Forderung des VdK, Beratung, Versorgung und Entlastung unter dem Dach der Kommune zu bündeln. In der Pressemitteilung spricht der Verband zudem von einem kommunalen Fallmanagement, das nicht nur informiert und weiterverweist, sondern konkrete Unterstützung organisiert und begleitet. Genau hier zeigt sich jedoch der Konflikt. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform nannte 2025 zwar die Stärkung der häuslichen Pflege und den Ausbau präventiver Angebote als Ziele, konnte sich aber nicht auf eine konkrete Aufteilung der Finanzierung zwischen Bund, Ländern und Kommunen verständigen.
Finanzierung bleibt der offene Punkt
Damit stoßen Reformideen schnell an die Grenzen der Haushaltsrealität. Der Deutsche Städtetag wies bereits mit Stand 2020/2021 darauf hin, dass viele Städte und Gemeinden zusätzliche Pflegepflichtaufgaben ohne deutlich höhere Finanzmittel nicht übernehmen können. Gleichzeitig tragen Kommunen schon heute erhebliche Lasten: Über die „Hilfe zur Pflege“ nach dem SGB XII liegt die Letztverantwortung bei ihnen, wenn Pflegebedürftige die Kosten nicht selbst tragen können. Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2015 zeigte, dass steigende Heimkosten dieses Risiko weiter erhöhen.
Der Ruf nach klarer kommunaler Verantwortung ist politisch anschlussfähig – realistisch wird er jedoch nur, wenn auch die Finanzierung geklärt ist.
Der Druck auf das Pflegesystem wächst deutlich
Dass die Reformdebatte an Schärfe gewinnt, hängt auch mit der Entwicklung des Pflegebedarfs zusammen. Nach Angaben, über die die Apotheken Umschau 2024 berichtete, stieg die Zahl der Pflegebedürftigen von etwa 3,4 Millionen im Jahr 2017 auf rund 5,7 Millionen im Jahr 2024. Im selben Zeitraum erhöhte sich der Anteil der Pflegebedürftigen unter den gesetzlich Versicherten von 4,6 Prozent auf 7,6 Prozent. Gleichzeitig wuchs der Anteil der unter 65-Jährigen an den Leistungsbeziehern von 17,5 Prozent im Jahr 2017 auf 23,8 Prozent im Jahr 2024.
Diese Entwicklung erhöht den Druck auf ein System, das nicht nur mehr Leistungen finanzieren, sondern auch mehr Unterstützung im Alltag organisieren muss. Gerade dort, wo Menschen zu Hause versorgt werden, sind verlässliche entlastende Angebote entscheidend.
Auf der Angebotsseite zeigt die Bundesstatistik für 2023 ein breites, jedoch sehr unterschiedlich ausgebautes Bild. Das Statistische Bundesamt weist 16.300 Pflegeheime und 15.100 ambulante Pflegedienste in Deutschland aus. Hinzu kommen rund 135.000 Plätze in teilstationären Einrichtungen wie Tages- und Nachtpflege. Bei der Kurzzeitpflege standen bundesweit dagegen nur rund 4.800 Plätze zur Verfügung. Fachverbände halten das für deutlich unzureichend.
Aus diesen Zahlen ergibt sich kein einfaches Gesamtbild. Sie zeigen jedoch die Richtung: Der Pflegebedarf wächst deutlich, während gerade die entlastende Infrastruktur für Krisen, Übergänge und Auszeiten pflegender Angehöriger unter Druck steht.
Was Betroffene vor Ort tatsächlich brauchen
Für Pflegebedürftige und ihre Familien wird die Strukturdebatte vor allem dann relevant, wenn sie den Alltag spürbar verändert. Der VdK betont in seiner Stellungnahme, dass Unterstützung nicht an einem erschwerten Zugang zu Leistungen scheitern darf. Statt den Zugang zu einem Pflegegrad zu erschweren, müssten Prävention und Rehabilitation gestärkt werden. Genannt werden frühe Beratung, Hilfsmittel, Maßnahmen zur Anpassung des Wohnumfelds sowie Angebote, die Pflegebedürftigkeit vermeiden oder hinauszögern können.
Damit greift der Verband einen Punkt auf, den auch die Bund-Länder-Arbeitsgruppe 2025 hervorgehoben hatte: die stärkere Unterstützung häuslicher Pflege. Solange jedoch unklar bleibt, wer diese Angebote finanziert und koordiniert, bleiben viele Vorhaben auf der Zielebene.
Besonders sichtbar werden die Probleme in Regionen, in denen Versorgung nicht selbstverständlich verfügbar ist. Der Deutsche Landkreistag wies bereits 2019 darauf hin, dass vor allem ländliche Kreise Schwierigkeiten haben, eine flächendeckende pflegerische Versorgungsstruktur mit Kurzzeit-, Tages- und ambulanten Angeboten sicherzustellen. Dort stellen sich ganz praktische Fragen: Gibt es kurzfristig einen Platz in der Kurzzeitpflege? Ist Beratung erreichbar? Können Angehörige abends, nachts oder am Wochenende Hilfe organisieren, wenn eine Pflegesituation kippt?
Gerade in solchen Situationen zeigt sich, was eine funktionierende Pflegeinfrastruktur ausmacht. Für Betroffene ist weniger entscheidend, welche Ebene formal verantwortlich ist, sondern ob Hilfen rechtzeitig erreichbar, planbar und verlässlich sind. Der VdK verweist deshalb ausdrücklich auf die Notwendigkeit verlässlicher und planbarer Entlastung durch Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege und funktionierende Notfallstrukturen.
Ausblick: Reformidee mit Zustimmung und Risiken
Dass Kommunen in der Pflege stärker steuern sollen, findet in Fachkreisen durchaus Rückhalt. Der Deutsche Verein hebt 2026 die kommunale Pflegestrukturplanung ausdrücklich als zentrale Aufgabe hervor und skizziert ein Modell, das mit Indikatoren und KI-gestützter Planung arbeitet und in eine integrierte Sozialplanung eingebettet sein soll. Auch das Kuratorium Deutsche Altershilfe fordert eine verbindliche kommunale Verantwortung, verbunden mit einer auskömmlichen, mehrjährigen Finanzierung durch Bund und Länder.
Der Grundgedanke ist nachvollziehbar: Wenn Pflege wohnortnah organisiert werden soll, braucht es vor Ort eine Instanz, die Angebote überblickt, Lücken erkennt und Unterstützung koordiniert. Gleichzeitig bleiben die Risiken erheblich. Städte und Gemeinden verweisen seit Jahren auf begrenzte Haushaltsmittel. Wo bereits heute finanzieller Druck durch Sozialhilfeleistungen und steigende Pflegekosten besteht, könnte eine neue Pflichtaufgabe ohne solide Gegenfinanzierung zum nächsten Konfliktfeld werden.
Die wieder aufgenommene Reformdebatte wird sich daher weniger an Ankündigungen als an ihrer Umsetzbarkeit messen lassen. Ob eine Pflegereform gelingt, entscheidet sich daran, ob Zuständigkeiten, Finanzierung und erreichbare Hilfen vor Ort am Ende tatsächlich zusammenfinden.
Was Familien schon heute tun können, wenn Pflege plötzlich organisiert werden muss
So groß die Reformfragen auch sind: Im Alltag zählt oft, ob im entscheidenden Moment schnelle Orientierung da ist. Wenn ein Sturz, ein Klinikaufenthalt oder eine plötzliche Verschlechterung alles verändert, hilft ein kleiner Vorsprung. Sinnvoll ist deshalb, wichtige Unterlagen nicht erst im Krisenmodus zu suchen, sondern früh an einem Ort zu bündeln: Medikamentenplan, Arztkontakte, Versicherungsdaten, Vollmachten, Pflegegrad-Bescheide und eine kurze Liste mit Personen, die im Notfall erreichbar sind. Das klingt unspektakulär, spart aber genau dann Zeit, wenn jede Minute nervt.
Hilfreich ist auch ein nüchterner Blick auf die Wohnung. Wo entstehen Hürden im Alltag? Schon einfache Anpassungen können Angehörige entlasten und Wege verkürzen, etwa mit besserer Beleuchtung, rutschfesten Lösungen oder einer klaren Ablage für Termine und Dokumente. Ebenso wichtig: früh notieren, welche Unterstützung im Umfeld realistisch verfügbar ist und was professionelle Hilfe übernehmen müsste. Aus losem Improvisieren wird so Schritt für Schritt ein Notfallplan, der im Ernstfall trägt.
Wer solche Abläufe sortieren oder das Zuhause alltagstauglicher machen will, findet in unserer Vorteilswelt für Gesundheit eine hilfreiche Sammlung rund um Pflege, Prävention und praktische Alltagshilfen. Gerade weil viele Reformen Zeit brauchen, bleibt im Hier und Jetzt oft entscheidend, was Menschen selbst vorbereiten können, damit aus Unsicherheit nicht noch zusätzlicher Stress wird.
Warum Pflege vor allem an verlässlichen Zuständigkeiten hängt
Die Debatte zeigt: Pflege wird nicht allein durch neue Leistungen besser, sondern durch klare Verantwortung dort, wo Hilfe im Alltag organisiert werden muss. Der eigentliche Kern der Reformfrage ist deshalb, ob Beratung, Planung, Entlastung und Versorgung vor Ort so gebündelt werden, dass Betroffene nicht zwischen Zuständigkeiten hängen bleiben.
Für Pflegebedürftige, Angehörige, Kommunen und die Politik folgt daraus eine klare Aufgabe. Wenn Kommunen mehr Verantwortung übernehmen sollen, muss zugleich geklärt sein, wer dauerhaft finanziert und wie Hilfen erreichbar bleiben. Sonst wächst zwar der politische Anspruch, nicht aber die Verlässlichkeit im Alltag.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Warum ist die Rolle der Kommune für Betroffene so wichtig?
Weil sich vor Ort entscheidet, ob Beratung erreichbar ist, Angebote zusammenpassen und Hilfe im Alltag tatsächlich organisiert wird. Für Betroffene zählt am Ende die praktische Verfügbarkeit, nicht die formale Zuständigkeit.
Was ist der offene Punkt der Reformdebatte?
Vor allem die Finanzierung. Der Beitrag macht deutlich, dass zusätzliche kommunale Aufgaben ohne gesicherte Mittel zum Problem werden können.
Welche Hilfen nennt der Beitrag als besonders wichtig?
Frühe Beratung, Hilfsmittel, Wohnraumanpassung sowie Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege und verlässliche Notfallstrukturen. Sie sollen Pflege zuhause stabilisieren und Angehörige entlasten.
An wen können sich Betroffene wenden, wenn vor Ort Hilfe unklar ist?
Der Beitrag betont die Bedeutung von Beratung bei Pflegebedürftigkeit. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.
Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Sozialverbands VdK Deutschland.
Weiterführende Quellen:
- „§ 9 SGB XI weist den Ländern die Verantwortung für eine ausreichende, gleichmäßige und wirtschaftliche pflegerische Versorgungsstruktur zu; die Länder haben die Zuständigkeiten der Kommunen festzulegen (Stand: konsolidierte Fassung 2023).“ – Quelle: https://www.iwkoeln.de
- „Die Kommunen tragen bereits heute die finanzielle Letztverantwortung über die ‚Hilfe zur Pflege‘ nach SGB XII; steigende Heimkosten erhöhen das Risiko, dass Pflegebedürftige auf diese kommunal zu finanzierende Sozialhilfe angewiesen sind (Analyse 24.11.2015).“ – Quelle: https://www.iwkoeln.de
- „Im Kontext des Pflegekompetenz- bzw. Befugniserweiterungs- und Entbürokratisierungsgesetzes (BEEP) wird die Pflegestrukturplanung auf kommunaler Ebene ausdrücklich als zentrale Steuerungsaufgabe hervorgehoben (Veröffentlichung 2026).“ – Quelle: https://www.deutscher-verein.de
- „Der Deutsche Verein skizziert 2026 ein Modell einer agilen, indikatoren- und KI-gestützten kommunalen Pflegestrukturplanung, die in eine integrierte Sozialplanung eingebettet sein soll.“ – Quelle: https://www.deutscher-verein.de
- „Das Kuratorium Deutsche Altershilfe fordert im ‚Zukunftspakt Pflege‘ von 2025 eine verbindliche Verankerung kommunaler Verantwortung für eine integrierte Pflegeinfrastruktur und eine auskömmliche, mehrjährige Finanzierung durch Bund und Länder.“ – Quelle: https://kda.de
- „Der Deutsche Landkreistag weist 2019 darauf hin, dass insbesondere ländliche Kreise Schwierigkeiten haben, eine flächendeckende pflegerische Versorgungsstruktur mit Kurzzeit-, Tages- und ambulanten Angeboten sicherzustellen und fordert stärkere strukturelle und finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder.“ – Quelle: https://www.landkreistag.de
- „Viele Städte und Gemeinden sehen sich aufgrund begrenzter Haushaltsmittel nicht in der Lage, zusätzliche Pflegepflichtaufgaben zu übernehmen, ohne dass die kommunalen Finanzmittel deutlich erhöht werden (Stand 2020/2021).“ – Quelle: https://www.staedtetag.de
- „Die Bundesstatistik weist für 2023 insgesamt 16.300 Pflegeheime und 15.100 ambulante Pflegedienste in Deutschland aus, ohne transparente Differenzierung nach Trägerschaft.“ – Quelle: https://www.destatis.de
- „Laut Pflegestatistik 2023 standen bundesweit rund 4.800 Plätze der Kurzzeitpflege zur Verfügung, was von Fachverbänden als deutlich unzureichend eingeschätzt wird.“ – Quelle: https://www.destatis.de
- „Die Zahl der Plätze in teilstationären Einrichtungen (Tages- und Nachtpflege) lag 2023 bei rund 135.000 und ist seit 2017 kontinuierlich angestiegen.“ – Quelle: https://www.destatis.de
- „Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung berichtet 2024, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von etwa 3,4 Mio. im Jahr 2017 auf rund 5,7 Mio. im Jahr 2024 gestiegen ist.“ – Quelle: https://www.apotheken-umschau.de
- „Zwischen 2017 und 2024 stieg der Anteil der Pflegebedürftigen unter den gesetzlich Versicherten von 4,6 % auf 7,6 %; gleichzeitig wuchs der Anteil der unter 65-Jährigen an den Leistungsbeziehern von 17,5 % auf 23,8 %.“ – Quelle: https://www.apotheken-umschau.de
- „Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform nannte 2025 die Stärkung der häuslichen Pflege und den Ausbau präventiver Angebote als Ziele, konnte sich jedoch nicht auf eine konkrete Finanzierungsaufteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen einigen.“ – Quelle: https://www.tagesschau.de
8 Kommentare
Die Idee mit den Kommunen klingt erstmal gut aber ehrlich gesagt glaube ich kaum dass da viel passiert wenn sie nicht genug Unterstützung kriegen. Die Kosten steigen immer weiter und die Gemeinden können kaum noch mithalten—da muss von oben echt mehr kommen sonst bleibt alles nur Wunschdenken.
Also ich bin skeptisch ob das mit der kommunalen Pflichtaufgabe wirklich klappt. Klar klingt gut in der Theorie aber wer bezahlt’s? Wenn der Bund nicht richtig finanziert, dann bleibt alles an den Kommunen hängen – die haben doch schon jetzt genug Probleme mit ihren Budgets! Und was soll passieren wenn plötzlich mehr Pflegefälle kommen? Dann heißt es wieder: „Wir haben kein Geld.“ Wirklich glaub ich nicht an eine Lösung ohne klare Finanzierungsvorgaben.
…und meistens kommen dann noch Kürzungen dazu! Da redet keiner gern drüber aber es ist leider so: Ohne richtiges Geld wird keine Reform funktionieren.
Dass die Pflege immer teurer wird, ist ja klar. Aber warum wird eigentlich kaum über Prävention gesprochen? Wenn man frühzeitig hilft und Leute zu Hause unterstützt, könnten viele Probleme doch gar nicht so groß werden. Statt immer nur mehr Infrastruktur zu fordern, sollte man vielleicht auch in Bildung und Beratung investieren. Das könnte langfristig viel Kosten sparen und den Druck auf den ganzen System verringern.
Genau! Prävention ist wichtiger als immer nur auf den akuten Bedarf zu reagieren. Wenn man frühzeitig Unterstützung anbietet, brauchen weniger Menschen so lange teure Pflegeeinrichtungen.
Ich verstehe den Wunsch nach mehr kommunaler Verantwortung, aber ich frage mich, ob unsere Städte überhaupt die Kapazitäten dafür haben. Gerade auf dem Land gibt’s oft keine genug Pflegeangebote oder Fachkräfte. Das klingt schön im Theoriebuch, aber in der Praxis wird’s schwierig werden ohne richtiges Geld und Personal. Vielleicht sollte man auch mal darüber nachdenken, wie man mehr Pflegekräfte ausbildet oder Anreize schafft für mehr Engagement vor Ort.
Ich finde es gut das die Kommunen mehr Verantwortung bei Pflege kriegen sollen, weil die kennen die Leute vor Ort und wissen besser was gebraucht wird. Aber was bringt das, wenn kein Geld dafür da ist? Ohne ausreichende Finanzen wird das alles nur wieder nur auf dem Papier bleiben. Man sollte auch mal drüber nachdenken, wer wirklich finanziert und wie man das sicherstellen kann. Sonst ist die ganze Debatte nur heiße Luft und am Ende hat keiner was davon. Es braucht klare Regeln und echtes Geld, sonst bringt das alles nichts.
Stimmt genau! Ohne finanzielle Unterstützung wird das nix. Die Kommunen haben ja schon jetzt viel zu stemmen und wenn man ihnen noch mehr aufbürdet, ohne sie ordentlich zu bezahlen, dann klappt das nie. Man müsste endlich mal realistisch sein und sagen: Ja, wir finanzieren das wirklich fair. Sonst bleibt alles nur Theorie.