Pflegereform in Deutschland: VdK fordert gerechte Pflegeversicherung und nachhaltige Finanzierung

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Am 7. Juli kommt die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur geplanten Pflegereform erstmals zusammen, und der Sozialverband VdK fordert eine grundlegende Neuausrichtung: Pflege müsse als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gerecht und flächendeckend finanziert werden. Aktuell werden 86 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause von Angehörigen versorgt, die oft ihre Arbeitszeit reduzieren und ihre Gesundheit vernachlässigen. Um das zu ändern, verlangt der VdK eine dauerhaft finanzierte, einheitliche Pflegeversicherung, an der alle Bürger unabhängig von der Einkommensart beteiligt sind und die vollständig von Bund und Ländern getragen wird.

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– 7. Juli: Bund-Länder-Arbeitsgruppe beginnt umfassende Pflegereform im Koalitionsvertrag.
– VdK fordert Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit gerechter, flächendeckender Versorgung.
– 86 % der Pflegebedürftigen zuhause; Hälfte der Angehörigen reduziert Arbeit wegen Pflege.

Pflegereform auf der Agenda: VdK fordert mutige Schritte und gerechte Versorgung

Am 7. Juli nimmt die Bund-Länder-Arbeitsgruppe erstmals ihre Arbeit auf, um die im Koalitionsvertrag angekündigte umfassende Pflegereform vorzubereiten. Die Dringlichkeit der Reform zeigt sich in der aktuellen Alltagssituation vieler Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen. Rund 86 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut – meist von Familienmitgliedern, die unter hoher Belastung stehen. Fast die Hälfte der pflegenden Angehörigen reduziert ihre Arbeitszeit, über die Hälfte vernachlässigt ihre eigene Gesundheit, um die Pflege zu stemmen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele stellt klar: „Für die Pflege der Zukunft benötigen wir große, mutige Schritte. Sie muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen und eine gerechte und flächendeckende Versorgung sichergestellt werden. Alle Menschen sollten unabhängig von ihrem Wohnort oder ihrer finanziellen Situation die Pflege erhalten, die sie benötigen und verdienen.“

Die zentrale Herausforderung für die Arbeitsgruppe liegt neben der Versorgungssicherung vor allem in der Finanzierung. Bentele betont: „Der Bund lässt die Pflegeversicherung am ausgestreckten Arm verhungern.“ Um der Pflege eine verlässliche Basis zu geben, fordert der VdK eine einheitliche Pflegeversicherung, an der sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen – unabhängig von der Einkommensart.

Die Reform müsse die pflegerische Versorgung dauerhaft sicherstellen und besser an die Bedürfnisse pflegender Angehöriger anpassen. „Pflege darf in Zukunft nicht vom Wohnort abhängen. Die Sicherstellung einer gerechten Pflegeversorgung sollte als Pflichtaufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge etabliert werden, vollständig finanziert von Bund und Ländern.“ Kommunen seien der entscheidende Akteur, um familien-, nachbarschaftliche, berufliche und professionelle Pflege in einer bedarfsgerechten Struktur zu verbinden.

Mit Blick auf den demografischen Wandel fordert der VdK eine Neuordnung, die die Pflege langfristig gewährleistet und Belastungen für pflegende Angehörige reduziert. Bentele benennt die Erwartungen an die Arbeitsgruppe unmissverständlich: „Ich erwarte von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform konkrete, zukunftsfähige Lösungen, die die Pflegeversicherung nachhaltig sichern und den Menschen konkret helfen.“

Gesellschaftliche Bedeutung und Perspektiven für die Bewältigung der Pflegekrise

Die Pflege stellt eine der zentralen Herausforderungen für die Gesellschaft und die Politik dar. Mit dem demografischen Wandel wächst die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, während gleichzeitig die Ressourcen und Strukturen des Pflegesystems unter Druck geraten. In Deutschland werden rund 86 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, überwiegend von Angehörigen. Diese Übernahmerolle bringt erhebliche Belastungen mit sich: Fast die Hälfte der Pflegepersonen reduziert ihre Arbeitszeit, und mehr als die Hälfte vernachlässigt aus Sorge um die Pflegebedürftigen die eigene Gesundheit. Die häusliche Pflege gewinnt damit an Bedeutung, was den Ruf nach einer stärkeren Anerkennung und Unterstützung pflegender Angehöriger untermauert.

Die Pflege ist längst nicht mehr allein eine familiäre Aufgabe. Sie betrifft die ganze Gesellschaft, nicht zuletzt aufgrund der finanziellen und strukturellen Schwächen des aktuellen Systems. Die Versorgung darf nicht vom Wohnort oder Einkommen abhängen, fordert VdK-Präsidentin Verena Bentele und macht damit auf die Ungleichheiten aufmerksam, die bisher bestehen. Kommunen spielen hier eine entscheidende Rolle, da sie verschiedene Formen der Unterstützung bündeln und flächendeckend organisieren können. Die Pflegeversorgung sollte deshalb als Pflichtaufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge verankert und von Bund und Ländern vollständig finanziert werden.

Wie könnte Pflege solidarisch finanziert werden?

Die nachhaltige Finanzierung stellt eine der größten Herausforderungen dar. Aktuell fehlen der Pflegeversicherung ausreichende Mittel – zum Beispiel für gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie Pandemiekosten oder Rentenbeiträge für pflegende Angehörige. Der Sozialverband VdK schlägt vor, die Pflegeversicherung als eine einheitliche Pflichtversicherung zu gestalten, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen, wobei sämtliche Einkommensarten berücksichtigt werden. Dieser Ansatz würde helfen, die Finanzierung breiter aufzustellen und soziale Gerechtigkeit sicherzustellen.

Die folgenden Punkte fassen wesentliche Reformansätze zusammen:

  • Einführung einer einheitlichen Pflegeversicherung, die alle Einkommensarten einbezieht
  • Vollständige Finanzierung der kommunalen Pflegeaufgaben durch Bund und Länder
  • Erstattung der Kosten für gesamtgesellschaftliche Aufgaben durch den Staat an die Pflegeversicherung
  • Anpassung der Versorgungsstrukturen an die Bedürfnisse pflegender Angehöriger
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Unterstützung für professionelle Pflegekräfte sowie Angehörige

Lernen von anderen Ländern: Internationale Modelle

Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass andere Staaten verschiedene Modelle zur Sicherung der Pflegeversorgung entwickelt haben, von denen Deutschland lernen kann. Beispiele internationaler Best-Practice-Ansätze sind:

  • Skandinavische Länder mit flächendeckend organisierten kommunalen Pflegediensten und einer Finanzierung über Steuern
  • Japan, das eine verpflichtende Pflegeversicherung mit klaren Leistungen und intensiver Einbindung professioneller Dienste etabliert hat
  • Niederlande, wo Pflegeleistungen durch ein kombiniertes System aus Versicherungen und Bürgerbeteiligung finanziert werden
  • Frankreich, das auf eine solidarische Finanzierung durch allgemeine Sozialabgaben setzt und dabei Angehörige unterstützt

Diese Modelle zeigen unterschiedliche Wege auf, wie finanzielle Nachhaltigkeit und gerechte Versorgung gleichzeitig gesichert werden können.

Die Pflegekrise erfordert mutige Schritte von Politik und Gesellschaft. Sie betrifft alle Generationen, denn heute Pflegende sind morgen selbst auf Unterstützung angewiesen. Die anstehende Bund-Länder-Arbeitsgruppe wird wichtige Weichen stellen. Dabei gilt es, nicht nur die Versorgung bundesweit gleichwertig zu gestalten, sondern auch die Rolle der Angehörigen sowie die finanzielle Grundlage langfristig abzusichern. Pflege darf nicht zur Frage des Geldbeutels oder Standortes werden, sondern muss als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und behandelt werden.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Sozialverbands VdK Deutschland.

9 Antworten

  1. Das Thema sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen! Die Idee einer solidarischen Finanzierung klingt vielversprechend! Wie könnte das praktisch umgesetzt werden? Ich würde gerne mehr darüber erfahren.

    1. Stimmt total! Eine solidarische Finanzierung könnte echt helfen, aber wie sieht das mit den Beiträgen aus? Wer kann da beitragen und wie?

  2. Der demografische Wandel macht mir Sorgen! Ich hoffe, dass die Arbeitsgruppe endlich Lösungen findet, damit die Pflege nicht nur eine Pflichtaufgabe bleibt.

  3. Die Pflegesituation wird immer kritischer und ich hoffe wirklich auf mutige Entscheidungen von der Politik. Wir dürfen nicht vergessen: Pflege betrifft uns alle irgendwann.

  4. Es ist echt erschreckend zu hören, dass so viele Angehörige ihre Arbeit reduzieren müssen. Was können wir tun, um diesen Druck zu verringern? Vielleicht sollten wir mehr Unterstützung für die Familien schaffen.

    1. Ich stimme zu! Wir brauchen dringend bessere Strukturen in der Pflege. Die Kommunen könnten hier echt eine große Rolle spielen und mehr Verantwortung übernehmen.

    2. Ich frage mich oft, wie andere Länder das Problem angehen und ob wir von ihnen lernen könnten? Es gibt doch einige gute Modelle aus Skandinavien.

  5. Die Diskussion über die Pflege ist wirklich wichtig! Ich denke, die Forderung nach einer einheitlichen Pflegeversicherung ist ein guter Schritt. Wie kann sichergestellt werden, dass alle Bürger fair beitragen?

    1. Ich finde es super, dass der VdK auf die Probleme aufmerksam macht. Es ist echt traurig, dass viele Pflegende ihre Gesundheit vernachlässigen müssen. Wo bleiben da die Lösungen?

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