Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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Pflege in Deutschland: Zahl der Bedürftigen steigt, ehrenamtliches Engagement wichtiger denn je
Die Pflege in Deutschland steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Schon heute fehlen zehntausende Pflegekräfte – und bis zum Jahr 2049 könnten es bis zu 690.000 sein, wie das Statistische Bundesamt prognostiziert. Besonders alarmierend: Immer mehr Menschen sind auf Unterstützung angewiesen. Dennoch sorgt die Mehrheit nicht aktiv für das eigene Pflegebedürfnis im Alter vor.
Eine repräsentative Umfrage, durchgeführt von YouGov im Auftrag der Malteser, macht die Unsicherheit deutlich: 77 % der Menschen sind über die Pflege-Situation in Deutschland besorgt, über 80 % kritisieren, dass der sogenannte „Pflegenotstand“ von der Politik nicht ernst genug genommen wird. Trotz dieser Skepsis haben sich fast die Hälfte der Befragten noch gar keine Gedanken gemacht, wie sie selbst einmal gepflegt werden wollen. Nur jeder Fünfte hat bisher finanzielle oder juristische Vorbereitungen für den Pflegefall getroffen, lediglich 4 % organisieren aktiv ihre Pflege für das Alter.
Viele setzen auf Unterstützung durch Familie oder Freunde (14 %), ambulante Pflegedienste (14 %), eine Senioren-WG (10 %) oder bevorzugen traditionelle Pflegeheime (5 %). Doch der Gedanke an das eigene Alter löst Sorgen aus: Die Bezahlbarkeit von Pflege und der drohende Verlust der Selbständigkeit stehen für die Befragten an erster Stelle. Lebensqualität und Bedingungen in den Pflegeeinrichtungen werden als unsicher wahrgenommen.
Angesichts des steigenden Pflegebedarfs nimmt die ehrenamtliche Unterstützung eine zentrale Rolle ein. Ein Drittel der Teilnehmenden kann sich vorstellen, pflegebedürftige Menschen außerhalb der eigenen Familie zu begleiten. Besonders gefragt sind Besuche und Gespräche (66 %), aber auch Ausflugsbegleitungen und Hilfe im Haushalt. Als Antrieb werden der Wunsch, Gutes zu tun (57 %), Einsamkeit zu lindern (56 %) und die Hoffnung, später selbst Hilfe zu erhalten (53 %), genannt.
Dennoch bleibt die Hürde groß: 56 % schließen ein solches Engagement für Nicht-Familienmitglieder aus. Die Hauptgründe dafür sind Zeitmangel und das Unbehagen, Fremden zu nahe zu kommen (je 34 %). Viele fürchten zudem, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein (25 %) oder fühlen sich aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt. Fehlende Informationen und Klarheit über Mitwirkungsmöglichkeiten halten jeden Zehnten ab. Als motivierende Anreize wünschen sich viele Befragte Aufwandsentschädigungen oder Rentenpunkte, während ein Viertel sich unabhängig hiervon engagieren würde.
„Wir dürfen die mit dem Pflegenotstand verbundenen Probleme nicht auf die Versorgung körperlicher Beschwerden reduzieren. Pflegebedürftigkeit bringt viele Begleitprobleme mit sich: vom Bewältigen alltäglicher Aufgaben bis hin zu eingeschränkter Teilhabe am sozialen Leben“, erklärt Clementine Perlitt, Generaloberin und Vizepräsidentin des Malteser Hilfsdienst. „Die ehrenamtliche Begleitung pflegebedürftiger Menschen kann hier viel bewirken, indem sie die Lebensqualität steigert und für Entlastung sorgt. Organisationen wie die Malteser sind eine gute Anlaufstelle – sowohl für diejenigen, die Unterstützung suchen, als auch für diejenigen, die helfen wollen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Die Malteser bauen ihr Angebot stetig aus. Bundesweit werden Besuchs- und Begleitdienste für Pflegebedürftige organisiert. Zusätzlich bieten sie anerkannte Schulungen zur Betreuungskraft oder Alltagsbegleitung an. So können Interessierte im Rahmen einer bezahlten Tätigkeit Pflegebedürftige bei Alltagsaufgaben unterstützen und Angehörige entlasten. Diese Aktivitäten helfen nicht nur konkret im Alltag, sondern stärken auch das gesellschaftliche Bewusstsein für Solidarität und Engagement.
Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage zeigen: Das Thema Pflege in Deutschland muss im öffentlichen Diskurs dringend mehr Raum bekommen. Es braucht innovative Lösungen und mehr Angebote für ehrenamtliches und professionelles Engagement, um den Betroffenen ein Leben in Würde und Teilhabe zu ermöglichen.
Wer sich näher über die Möglichkeiten des Ehrenamtes informieren möchte, findet auf der Webseite der Malteser umfangreiche Hinweise und Erfahrungsberichte. Die Zukunft der Pflege geht uns alle an – und jeder kann einen Teil dazu beitragen, dass sie menschlicher, gerechter und solidarischer wird.
Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Malteser Ehrenamtsmonitor / Viel Sorge um die Pflege im Alter: Welche Rolle spielt das …
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Demografischer Wandel verschärft Pflegenotstand – Gesellschaftliche Verantwortung im Fokus
Der demografische Wandel stellt die Pflegebranche in Deutschland vor weitreichende Herausforderungen. Prognosen des Statistischen Bundesamts und einschlägige wissenschaftliche Studien bestätigen, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahrzehnten drastisch ansteigen wird. Hierbei gewinnt neben der professionellen Versorgung zunehmend auch das ehrenamtliche Engagement an Relevanz. Hintergrundberichte deuten darauf hin, dass nicht nur personelle Ressourcen, sondern vor allem die Organisation und Vernetzung von Unterstützungsangeboten über die Zukunft der Pflege entscheiden werden.
Internationale Vergleiche zeigen, dass Länder mit einer starken Tradition der Nachbarschaftshilfe und aktiven Seniorenbegleitung stabile Strukturen in der Versorgung Pflegebedürftiger sichern konnten. In Deutschland ist dieses Potenzial bislang noch nicht ausgeschöpft. Die Bedeutung von qualifizierten Alltagsbegleitern und die Rolle von Pflegeorganisationen wie den Maltesern rücken daher verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Bürger an den Staat, insbesondere was die finanzielle Sicherung und gesellschaftliche Anerkennung des Pflegeengagements betrifft.
Langfristige Trends deuten auf eine veränderte Familienstruktur und mehr Single-Haushalte im Alter hin, wodurch der Bedarf an externen Begleitdiensten weiter wächst. Meldungen aus der Praxis, etwa aus nordrhein-westfälischen Modellprojekten, unterstreichen, wie wichtig niedrigschwellige Angebote sind, um die soziale Teilhabe und Lebensqualität auch im höheren Lebensalter zu sichern. Innovative Lösungen wie digitale Vermittlungsplattformen und moderne Schulungskonzepte gewinnen dabei an Bedeutung und erhöhen die Auffindbarkeit der jeweiligen Angebote – ein Aspekt, der auch für navigationsorientierte Suchanfragen im Online-Bereich immer relevanter wird.
Für Interessierte, die sich engagieren oder informieren möchten, bieten Plattformen wie das Malteser Ehrenamtsmonitor-Portal leicht zugängliche Informationen, eine kompetente Erklärung der Einstiegsmöglichkeiten sowie bedarfsorientierte Weiterbildungen. Gerade im Hinblick auf den akuten Pflegenotstand und die prognostizierte Versorgungslücke ist das Ehrenamt nicht nur Ausdruck bürgerschaftlicher Solidarität, sondern eine unverzichtbare Säule im System der Pflege in Deutschland.
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8 Antworten
‚Pflegenotstand‘ sollte wirklich mehr Aufmerksamkeit bekommen! Viele wissen gar nicht, wie ernst die Lage ist und was sie tun können. Gibt es denn schon konkrete Maßnahmen von der Regierung?
‚Ich finde auch wir brauchen kreative Lösungen! Vielleicht kann man Schulen einbeziehen und junge Leute für Pflegeberufe begeistern? Es gibt so viel Potenzial bei den Jüngeren!
Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Menschen nicht vorbereitet sind auf die eigene Pflege im Alter. Mich würde interessieren: Was haltet ihr von den Vorschlägen für Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche?
Auf jeden Fall eine gute Idee! Wenn man etwas dafür bekommt, motiviert das sicher viele Leute mehr mitzuwirken. Aber was könnte man noch tun, um das Engagement zu steigern?
Die Situation in der Pflege ist echt alarmierend! Ich mache mir auch Gedanken darüber, wie ich mal gepflegt werden will. Aber ich habe auch das Gefühl, dass die Politik nicht genug tut. Was denkt ihr darüber?
Ich finde es echt wichtig, dass mehr über die Pflege in Deutschland gesprochen wird. Die Zahlen sind echt besorgniserregend. Woher sollen all die Pflegekräfte kommen? Gibt es da nicht Alternativen oder Lösungen?
Ja, das ist ein gutes Thema! Ich denke, wenn mehr Leute sich ehrenamtlich engagieren würden, könnte das helfen. Aber was denkt ihr, wie könnte man mehr Menschen dazu bewegen, aktiv zu werden?
Ich stimme zu! Ehrenamtliche Arbeit ist wirklich wichtig. Vielleicht sollten wir mehr über die Vorteile informieren? Ich habe gehört, dass viele Angst haben, nicht genug Zeit zu haben.