Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anerkennen

Berlin (ots) – Zum Tag der pflegenden Angehörigen am 8. September fordert der Bundesverband "wir pflegen e.V." eine breit angelegte gesellschaftliche Diskussion über die Zukunft der Pflege in Deutschland. Angesichts des akuten Mangels an Pflegefachkräften, der demographischen Veränderungen und der Überlastung pflegender Angehöriger müsse die Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe neu gedacht werden. „Pflege darf nicht allein auf den Schultern der Angehörigen lasten“, betont Prof. Dr. Notburga Ott, Vorständin von "wir pflegen e.V.". Ziel sei es, ein würdiges Pflegesystem zu etablieren, das sowohl den Pflegebedürftigen als auch ihren Familien gerecht wird.

Eine bunte Gemeinschaft aus Jung und Alt, Pflegenden und Angehörigen, versammelt sich dicht, um Solidarität sichtbar zu machen hier heute.
Alle legen gemeinsam die Hände in der Mitte, was Nähe, Vertrauen und Zweck der Pflege als Aufgabe der Gesellschaft betont.

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Bremen (VBR). Am 8. September wird der Tag der pflegenden Angehörigen begangen, ein Anlass, den der Bundesverband „wir pflegen e.V.“ nutzt, um auf die dringende Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Debatte über Pflege aufmerksam zu machen. Prof. Dr. Notburga Ott, Vorständin des Verbands, betont: „Pflege darf nicht zum überwiegenden Teil auf den Schultern der Angehörigen abgeladen werden.“ Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklungen ist diese Herausforderung aktueller denn je.

Heinrich Stockschlaeder, ebenfalls Vorstandsmitglied des Bundesverbands, ergänzt, dass neben den finanziellen Aspekten der Pflegeversicherung auch die Strukturen und Verantwortlichkeiten des Pflegesystems neu gedacht werden müssen. Die Stellungnahme von „wir pflegen e.V.“ zur Bundesregierung unterstreicht, dass eine soziale Pflegeversicherung nur dann zukunftssicher sein kann, wenn sie den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht wird.

Besonders besorgniserregend ist die Situation für schwerstpflegebedürftige Menschen. Aufgrund mangelnder fachlicher Betreuung wird es immer schwieriger, professionelle Unterstützung zu finden. Der Verband hebt hervor, wie notwendig es ist, Netzwerke und Kooperationen zwischen professionellen Pflegediensten, pflegenden Angehörigen, Ehrenamtlichen und nachbarschaftlicher Hilfe aufzubauen – sogenannte Caring Communities. Diese könnten helfen, die immense Belastung der Familien abzufedern und zugleich sicherzustellen, dass bedürftige Menschen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.

„Wir fordern einen Perspektivenwechsel weg von einer Defizitorientierung hin zu einer personenzentrierten Sichtweise,“ lautet die zentrale Botschaft des Verbands. Das Ziel ist ein Pflegesystem, das autonomes und selbstbestimmtes Leben fördert, ohne dass Angehörige überlastet werden. Lisa Thelen, Referentin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bei „wir pflegen e.V.“, steht für weitere Informationen zur Verfügung.

In einer Gesellschaft, die immer älter wird, ist es unerlässlich, die Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu betrachten. Nur durch gemeinsames Engagement kann ein würdiges und funktionierendes System geschaffen werden, das sowohl den Pflegenden als auch den Gepflegten gerecht wird.


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Pflege in Deutschland: Herausforderungen und zukunftsweisende Ansätze

Die aktuelle Situation im deutschen Pflegesystem ist von einem komplexen Zusammenspiel aus demografischem Wandel, Fachkräftemangel und zunehmender Belastung der pflegenden Angehörigen geprägt. Die Geschwindigkeit und Dimension dieser Entwicklungen erfordern eine umfassende Analyse, um langfristige Lösungen zu finden.

Ein zentraler Faktor ist die Alterung der Gesellschaft. Laut Prognosen des Statistischen Bundesamtes wird der Anteil der über 67-Jährigen an der Gesamtbevölkerung bis zum Jahr 2035 auf etwa 23 Prozent steigen. Diese demografische Verschiebung geht einher mit einer wachsenden Zahl an Pflegebedürftigen. Schon heute sind mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen, Tendenz stark steigend.

Parallel dazu verzeichnet der Pflegesektor einen eklatanten Fachkräftemangel. Schätzungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) prognostizieren einen Bedarf von rund 500.000 zusätzlichen Pflegekräften bis 2030. Dieser Mangel führt zu erheblichen Engpässen in der Versorgung und erhöht die Belastung der pflegenden Angehörigen, die bereits heute den Großteil der Pflegearbeit übernehmen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, diskutieren Experten verschiedene Lösungsansätze. Ein zukunftsträchtiges Konzept ist das der Caring Communities, das bereits in einigen europäischen Ländern erfolgreich umgesetzt wird. Dabei handelt es sich um Gemeinschaften, in denen professionelle Pflegekräfte, pflegende Angehörige, Ehrenamtliche und Nachbarn eng zusammenarbeiten, um die Betreuung zu gewährleisten.

Zudem birgt die Digitalisierung des Pflegesystems großes Potenzial. Telemedizinische Angebote, digitale Pflegeassistenten und smarte Gesundheitsapps könnten dazu beitragen, Pflegebedürftige besser zu versorgen und pflegende Angehörige zu entlasten. Projekte wie das Modellprojekt „VerA – Begleitung alter Menschen in der Pflege“ zeigen, wie innovative Technologien effektive Unterstützung bieten können.

Die Politik hat diese Dringlichkeit erkannt. Aktuelle Reformbestrebungen zielen darauf ab, die Pflegeversicherung finanziell zu stabilisieren und durch gezielte Maßnahmen sowohl das professionelle Pflegepersonal als auch die pflegenden Angehörigen besser zu unterstützen. Der kürzlich vorgelegte Bericht der Bundesregierung zur „Zukunftssicheren Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung“ bietet dabei wichtige Anknüpfungspunkte, um strukturelle Probleme anzugehen.

Unabdingbar bleibt allerdings eine gesamtgesellschaftliche Debatte über den Stellenwert eines wertschätzenden Pflegesystems. Nur durch gemeinschaftliches Engagement und neue Denkansätze kann es gelingen, die Pflege in Deutschland nachhaltig zu sichern und menschenwürdig zu gestalten.

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6 Kommentare

  1. Es is verrückt das wir in so reichem land leben und trozdem nich genug pfleger haben. Da läuft doch was falsch im system!!

  2. Die Digitalization kann eine große hilfe sein bei der pflege! Man muss nur aufpassen das die technik auch für alte leute verständlich ist.

  3. Pflege ist schwehr un braucht viel Zeit un Geduld. Meine mutter war auch pflegebedürftig und es war nicht leicht für uns als familie.

  4. Ich finde es wichtig das mehr leute über pflege reden, weile es viele menschen gibt die hilfe brauchen. Aber so einfach is das nicht, die politik muss endlich mal was machen!

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