DLG Positionspapier: Moderner Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Wirkstoffen als unverzichtbarer Bestandteil nachhaltiger Landwirtschaft

Die DLG fordert in ihrem neuen Positionspapier ein integriertes Pflanzenschutzsystem, das vorbeugende natürliche Maßnahmen, mechanische und biologische Verfahren sowie chemisch-synthetische Wirkstoffe kombiniert. Nur dieses Instrumentenbündel ermögliche es, Ertragsverluste durch Schädlinge und Mykotoxine zu vermeiden, auf neue Schaderreger und den Klimawandel zu reagieren und die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Chemisch-synthetische Mittel sollen dabei erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen.
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– DLG-Positionspapier: Modernen Pflanzenschutz als integriertes System chemisch-synthetischer und präventiver Maßnahmen
– Forderung nach sachlicher Debatte ohne pauschale Reduktionsziele und vielfältigen Technologien
– Chemisch-synthetische Wirkstoffe ergänzen biologische Mittel, sichern Erträge und nachhaltige Produktivitätssteigerung

Neues DLG-Positionspapier: Moderner Pflanzenschutz als Schlüssel für nachhaltige Landwirtschaft

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat ein neues Positionspapier veröffentlicht, das den modernen Pflanzenschutz klar in den Fokus nachhaltiger Landwirtschaft rückt. Dabei wird der chemisch-synthetische Pflanzenschutz als unverzichtbarer Bestandteil eines integrierten und zukunftsfähigen Pflanzenbaus eingeordnet. Ziel ist es, eine „sachgerechte Bewertung des Pflanzenschutzes in einem integrierten System aus vorbeugenden natürlichen Maßnahmen und dem schützenden Einsatz chemisch-synthetischer Wirkstoffe zu ermöglichen“.

Das Papier erklärt den Pflanzenschutz als einen „vielseitigen Werkzeugkasten für einen modernen und sachgerechten Pflanzenschutz“, in dem verschiedene Methoden kombiniert werden. Chemisch-synthetische Mittel bleiben dabei ein integraler Teil nachhaltiger Produktivitätsfortschritte. Die Autoren betonen: „Chemisch-synthetischer Pflanzenschutz wird daher gemeinsam mit präventiven, mechanischen und biologischen Maßnahmen sowie technologischen Innovationen Teil des breit gefächerten Instrumentenkastens des fortschrittlichen Ackerbaus bleiben.“

Um auf neue Schaderreger, den Klimawandel und steigende Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit reagieren zu können, sei „eine Vielfalt an Instrumenten, Wirkstoffen und Technologien“ notwendig. Gerade im Ackerbau ist der gezielte Einsatz moderner Wirkstoffe laut Positionspapier „essenziell, um Erträge zu sichern und beispielsweise für Tier und Mensch gesundheitsschädigende Mykotoxin-Belastungen zu vermeiden“. So betont das Papier die Rolle des Pflanzenschutzes nicht nur als Schutz der Ernten, sondern auch als Beitrag zur Lebensmittelsicherheit.

Die DLG sieht den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dabei als einen bewussten Eingriff in den Naturhaushalt an: „Der Einsatz von Pflanzenschutz ist Eingriff in den Naturhaushalt“ und müsse verantwortungsvoll und systemisch betrachtet werden. Dabei fungiert der chemisch-synthetische Pflanzenschutz als letzte Maßnahme, die „nur dann zum Einsatz“ kommt, „wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen.“ Das Positionspapier hebt diesen Zusammenhang hervor: „Chemisch-synthetischer Pflanzenschutz ist die Ultima Ratio.“

Mit diesem Positionspapier fordert die DLG eine differenzierte und faktenbasierte Diskussion über den Pflanzenschutz. Pauschale Reduktionsziele – wie etwa im Rahmen der EU-Strategie „Farm to Fork“ – werden kritisch gesehen. Stattdessen plädieren die Autoren für eine breite Palette an Lösungen und Instrumenten, um den modernen Pflanzenschutz als unverzichtbaren Baustein in einem nachhaltigen Landwirtschaftssystem zu erhalten.

Das neue DLG-Positionspapier zur Bedeutung eines modernen Pflanzenschutzes bietet wichtige Impulse für Politik, Landwirtschaft und Öffentlichkeit. Es macht deutlich, dass nur durch einen integrierten Ansatz aus natürlichen, mechanischen, biologischen und chemisch-synthetischen Maßnahmen die Herausforderungen der Zukunft bewältigt werden können.

Weiterführende Informationen und das vollständige Positionspapier sind online verfügbar unter:
Warum wir einen modernen Pflanzenschutz brauchen
https://rdir.inxmail.com/dlg/d?p00d3y0y0cri6600d0000kr0000000000jstvn4440400q6rwisqpidy000cmm000000j420i44

Pflanzenschutz im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Innovation

Der Pflanzenschutz steht heute mitten in einer komplexen gesellschaftlichen und politischen Debatte. Auf der einen Seite wächst der Druck, den Einsatz chemisch-synthetischer Mittel zu reduzieren, um Umwelt und Artenvielfalt besser zu schützen. Auf der anderen Seite führt der Schutz der Pflanzen vor Schaderregern weiterhin zu einer unverzichtbaren Sicherung der Erträge – und damit der Ernährungssicherheit. Moderne Pflanzenschutzstrategien bewegen sich damit in einem Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Innovation, das viele Fragen und Konflikte mit sich bringt.

Innovative Verfahren wie Präzisionslandwirtschaft mit digitaler Sensorik oder der Einsatz biologischer Alternativen werden weltweit intensiv diskutiert und zunehmend eingesetzt. Diese Technologien versprechen, Pflanzenschutz gezielter und ressourcenschonender zu gestalten. Doch auch wenn bio-basierte Methoden und neue biologische Wirkstoffe an Bedeutung gewinnen, ersetzt dies bislang nicht den gezielten Einsatz chemischer Mittel. So heißt es in einem aktuellen Positionspapier der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG): Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind ein integraler Bestandteil eines ganzheitlichen Pflanzenbaus und bleiben essenziell, um Ernteeinbußen durch Schadorganismen zu verhindern.

Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Auswirkungen des Pflanzenschutzes auf den Naturhaushalt und die Artenvielfalt. Landnutzungsänderungen wie größere Ackerflächen und weniger vielfältige Fruchtfolgen tragen ebenso zum Rückgang einheimischer Arten bei. Der Einfluss von Pflanzenschutzmitteln muss deshalb im Zusammenhang mit der gesamten Anbauwelt betrachtet werden, denn vielfältige Landschaftselemente wie Saumstrukturen und Blühstreifen können die Biodiversität deutlich fördern.

Die anhaltende Debatte führt zu Forderungen nach einer differenzierten Regulierung, die den Nutzen und die Risiken von Pflanzenschutzmitteln ausgewogen bewertet. Pauschale Reduktionsziele, wie sie etwa in der EU-Strategie „Farm to Fork“ formuliert sind, stoßen dabei auf Kritik von Fachleuten. Stattdessen braucht es einen breit gefächerten, flexiblen Werkzeugkasten, der Prävention, biologische Maßnahmen und innovative Technologien mit den gezielt eingesetzten chemisch-synthetischen Mitteln verbindet. Nur so lassen sich Herausforderungen bewältigen wie die Anpassung an den Klimawandel, der Umgang mit neuen Schaderregern sowie steigende Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit.

Zu den markanten Entwicklungstrends gehören:

  • Smart Spraying: Automatisierte und sensorbasierte Applikationstechniken, die den Wirkstoffeinsatz minimieren
  • Biologische Pflanzenschutzmittel, die natürliche Wirkstoffe nutzen, um Schaderreger zu kontrollieren
  • Genom-Editierung und Züchtung resistenter Pflanzen, die den Bedarf an chemischem Pflanzenschutz reduzieren können

Für Landwirtinnen und Landwirte bedeutet das: Sie müssen flexibel und umfassend planen, um ihre Kulturen effektiv zu schützen und gleichzeitig ökologische Ziele zu berücksichtigen. Verbraucherinnen und Verbraucher wiederum stellen immer höhere Ansprüche an Nachhaltigkeit und Transparenz. Die Zukunft des Pflanzenschutzes wird deshalb von einem engen Zusammenspiel aus technologischem Fortschritt, gesellschaftlichem Dialog und praxisnaher Regulierung geprägt sein.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG).

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13 Kommentare

  1. Ich frage mich oft über den Einfluss von Landnutzungsänderungen auf unsere Biodiversität? Ist es nicht wichtig auch darüber nachzudenken?

    1. Das stimmt! Landschaftselemente könnten viel zur Biodiversität beitragen und sollten mehr gefördert werden!

  2. Ich finde den Ansatz der DLG gut! Manchmal hat man den Eindruck, dass pauschale Reduktionsziele mehr schaden als nützen können. Was denkt ihr darüber?

    1. Ich denke auch das eine differenzierte Diskussion wichtig ist! Die Vielfalt an Lösungen sollte im Fokus stehen.

  3. Es ist bemerkenswert, wie viele verschiedene Ansätze es im Pflanzenschutz gibt. Ich frage mich jedoch, ob wir genug über die langfristigen Auswirkungen der chemisch-synthetischen Mittel wissen?

    1. Ja Hermann, das ist ein wichtiger Punkt! Man sollte bedenken, dass eine nachhaltige Landwirtschaft auch darauf angewiesen ist, die Umwelt nicht zu schädigen.

    2. Genau! Vielleicht sollte mehr Forschung in die Richtung gehen, wie man chemisch-synthetische Mittel sicherer einsetzen kann.

  4. Das Thema ist wirklich komplex. Ich bin neugierig, wie sich der Einsatz von Smart Spraying weiterentwickeln wird. Welche Technologien sind derzeit am vielversprechendsten?

    1. Gute Frage, Reinhilde! Ich habe gehört, dass viele Landwirte auf digitale Sensorik setzen, um ihre Erträge zu steigern und gleichzeitig umweltfreundlicher zu arbeiten.

  5. Ich finde das Positionspapier von DLG sehr interessant. Es ist wichtig, dass wir die verschiedenen Methoden im Pflanzenschutz verstehen. Wie sieht es mit der Balance zwischen chemisch-synthetischen und biologischen Mitteln aus?

    1. Ich stimme zu, Cordula. Aber was ist mit den Risiken, die chemisch-synthetische Mittel mit sich bringen? Gibt es da Studien, die diese Risiken bewerten?

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