Petra Nicolaisen: Neue DFV-Präsidentin fordert faire Entlastung für Familien

Petra Nicolaisen ist zur neuen Präsidentin des Deutschen Familienverbandes (DFV) gewählt worden. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete kündigte an, sich für eine stärkere politische Anerkennung von Familien einzusetzen. *„Familien müssen als das gesehen werden, was sie sind: eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft“*, so Nicolaisen. Der DFV will künftig konkrete Entlastungen bei Steuern und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einfordern.
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Inhaltsübersicht

– Petra Nicolaisen ist neue Präsidentin des Deutschen Familienverbandes
– Sie fordert mehr Anerkennung und finanzielle Entlastung für Familien
– Der Verband vertritt seit 1922 die Interessen von Familien in Deutschland

Neue Führung für Deutschlands Familien

Der Deutsche Familienverband hat eine neue Präsidentin: Petra Nicolaisen übernahm am 11. November 2025 die Führung des traditionsreichen Verbandes. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete wurde auf dem Bundesverbandstag, dem höchsten Mitgliedergremium, zur neuen Verbandsspitze gewählt. Nicolaisen tritt die Nachfolge in einer Organisation an, die seit 1922 Familieninteressen in Deutschland vertritt (Stand: 11.11.2025, DFV-PM)*.

Die 1965 in Schleswig geborene Politikerin bringt umfangreiche Erfahrung aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik mit. Als Mitglied des Deutschen Bundestages von 2017 bis 2025 (Stand: 11.11.2025, DFV-PM)* war sie im Innen- und Heimatausschuss tätig und leitete die Arbeitsgruppe Kommunalpolitik. „Familie zu leben und gleichzeitig Familie politisch zu gestalten – das prägt meine Arbeit seit Jahrzehnten“, erklärt die neue Präsidentin. Sie betont: „Der Deutsche Familienverband hat in seiner über 100-jährigen Geschichte immer wieder bewiesen, wie wichtig eine starke, unabhängige Stimme für Familien ist.“

Ihre politischen Prioritäten setzt Nicolaisen deutlich: „Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft. Sie leisten jeden Tag Enormes – oft still und selbstverständlich. Es ist Zeit, dass diese Leistung endlich die Anerkennung erfährt, die sie verdient – nicht nur in warmen Worten, sondern in konkreter Politik.“ Sie fordert eine faire Entlastung von Familien bei Steuern und Sozialabgaben sowie bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Unter ihrer Führung will der DFV künftig noch stärker als Interessenvertretung auftreten: „Der DFV wird unter meiner Führung eine wahrnehmbare Stimme sein, wenn es darum geht, familienpolitische Fehlentwicklungen zu benennen und konkrete Verbesserungen einzufordern.“ Nicolaisen stellt klar: „Familien dürfen in der politischen Debatte nicht länger als Kostenfaktor betrachtet werden. Familien müssen als das gesehen werden, was sie sind: eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft.“

Von der Bürgermeisterin zur Verbandspräsidentin

Petra Nicolaisens politische Biografie zeigt eine konsequente Entwicklung von der kommunalen Basis bis in die Bundespolitik. In ihrer Zeit als Bürgermeisterin von Wanderup lernte sie die unmittelbaren Auswirkungen politischer Entscheidungen auf Familien kennen – Wissen, das sie später in den Landtag und Bundestag einbrachte.

Kommunal bis Bund: Stationen

Nach ihrer Zeit als Bürgermeisterin wechselte Nicolaisen 2009 in den Schleswig-Holsteinischen Landtag, wo sie bis 2017 im Innen- und Rechtsausschuss sowie im Sozialausschuss mitarbeitete. Diese Doppelung innen- und sozialpolitischer Expertise prägte ihr Profil. 2017 zog sie in den Deutschen Bundestag ein und blieb dort bis 2025 aktiv. Während dieser Zeit gehörte sie dem Bundestagsausschuss für Inneres und Heimat sowie dem Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen an*. Parallel leitete sie die Arbeitsgruppe Kommunalpolitik ihrer Fraktion – eine Funktion, die ihre Verwurzelung in der kommunalen Ebene unterstrich.

Thematische Schwerpunkte

Nicolaisens politische Agenda konzentriert sich auf familienpolitische Themen. Ihre Ausschussarbeit im Bereich Wohnen und Stadtentwicklung ergänzt dieses Profil um die räumlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen für Familien.

Ihre politische Laufbahn – von der Kommunalpolitik über den Landtag bis in den Bundestag – verschafft ihr ein umfassendes Verständnis der verschiedenen politischen Ebenen und deren Wechselwirkungen. Diese Erfahrung macht sie zur idealen Besetzung für die Präsidentschaft eines bundesweit agierenden Familienverbandes, der auf allen Ebenen Einfluss nehmen will.

Familien im Fokus: Zahlen und Entwicklungen

Die aktuelle familienpolitische Debatte findet vor einem konkreten statistischen Hintergrund statt. Drei zentrale Kennziffern zeigen, wo Familien in Deutschland aktuell stehen.

  • Steuer- und Abgabenbelastung: Ein mittlerer Familienhaushalt mit zwei Kindern musste 2024 knapp 38 Prozent seines Einkommens für Steuern und Sozialabgaben aufwenden (Quelle: Destatis, Stand: 2024)*.
  • Erwerbstätigkeit von Eltern: Im selben Jahr waren 74 Prozent der Mütter und 88 Prozent der Väter mit minderjährigen Kindern berufstätig (Quelle: Destatis, Stand: 2024)*.
  • Geburtenrate: Die Zahl der Geburten pro Frau belief sich 2023 auf 1,37 (Quelle: BIB, Stand: 2023). Für 2024 wird ein Rückgang auf 1,34 erwartet (Quelle: BIB, Stand: 2024).

Finanzielle Belastung von Familien

Die finanzielle Situation von Familien bleibt ein zentrales Thema. Die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben stellt für viele Haushalte eine erhebliche Hürde dar. Die genannten 38 Prozent Abgabenlast (Stand: 2024, Destatis)* für einen mittleren Familienhaushalt bilden hier eine wichtige Diskussionsgrundlage.

Erwerbstätigkeit & Geburtenentwicklung

Während die allermeisten Väter und drei Viertel der Mütter mit minderjährigen Kindern erwerbstätig sind, entwickelt sich die Geburtenrate rückläufig. Die Werte von 1,37 Kindern je Frau im Jahr 2023 und der erwartete Rückgang auf 1,34 für 2024 (BIB)* zeichnen diese Tendenz nach.

Familienpolitik zwischen Anspruch und öffentlicher Wahrnehmung

Petra Nicolaisens ambitionierte Ziele für den Deutschen Familienverband treffen auf eine komplexe Realität: Während die neue Präsidentin eine "wahrnehmbare Stimme" für Familien ankündigt, zeigen Umfragen deutliche Defizite in der öffentlichen Bekanntheit familienpolitischer Interessenvertretungen. Diese Zahlen werfen Fragen zur politischen Durchsetzungsfähigkeit von Verbänden auf.*

Öffentliche Wahrnehmung von Verbänden

Die begrenzte Bekanntheit familienpolitischer Organisationen beeinflusst unmittelbar ihre Wirkmacht. Wenn nur etwa jeder Zehnte Bürger konkrete Verbände benennen kann, erschwert dies die Mobilisierung öffentlicher Unterstützung für politische Initiativen. Nicolaisens Forderungen nach Steuerentlastungen, besserer Vereinbarkeit von Elternschaft und Beruf sowie dem Ausbau von Betreuungsplätzen benötigen breiten Rückhalt in der Bevölkerung, um politisches Gewicht zu entfalten. Die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Bedeutung von Familienverbänden und ihrer öffentlichen Sichtbarkeit stellt eine zentrale Herausforderung für die neue Verbandsführung dar.

Politische Handlungsfelder

Die von Nicolaisen benannten Schwerpunkte korrespondieren mit drängenden gesellschaftlichen Fragen. Die Forderung nach "konkreter Politik" statt "warmer Worte" zielt auf handfeste Maßnahmen: Die Entlastung von Familien bei Steuern und Sozialabgaben betrifft unmittelbar die finanziellen Spielräume von Haushalten. Bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf adressieren die chronische Überlastung vieler Eltern. Der Ausbau von Betreuungsplätzen bleibt eine Schlüsselfrage für die tatsächliche Wahlfreiheit von Familien.

Vor diesem Hintergrund bleiben mehrere Fragen offen:

  • Wie können Familienverbände ihre öffentliche Sichtbarkeit steigern, ohne ihre inhaltliche Arbeit zu vernachlässigen?
  • Welche konkreten Schritte plant die neue Führung, um die Bekanntheitslücke zu schließen?
  • Inwiefern gelingt die Balance zwischen grundsätzlicher Interessenvertretung und tagespolitischer Einflussnahme?

In den kommenden zwölf Monaten wird sich zeigen, ob Nicolaisens Ankündigungen in messbare politische Erfolge münden. Entscheidend bleiben konkrete Initiativen zur Familienentlastung, Fortschritte beim Betreuungsplatzausbau und spürbare Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diese Indikatoren werden Aufschluss darüber geben, ob der Anspruch, Familien als "Investition in unsere gemeinsame Zukunft" zu positionieren, politische Realität werden kann.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes.

Weiterführende Quellen:

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