Papierindustrie: Umsatzrückgang, Verpackungspapier legt zu

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Trotz eines spürbaren Produktionsrückgangs und sinkender Umsätze im ersten Halbjahr 2025 steht die deutsche Papier- und Zellstoffindustrie an einem Wendepunkt: Während die Branche mit hohen Energiekosten und einer schwächelnden Konjunktur kämpft, verzeichnen Verpackungspapiere dank des Online-Booms ein leichtes Wachstum. Gleichzeitig setzt die Industrie ein starkes Zeichen für die Zukunft und bietet so viele Ausbildungsplätze an wie seit 20 Jahren nicht mehr. Doch die dringend benötigten politischen Entlastungen bei den Energiekosten lassen weiter auf sich warten – und stellen den Industriestandort Deutschland vor entscheidende Weichenstellungen.

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Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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Papierindustrie in der Zange: Produktion rückläufig, Ausbildungsrekord und Hoffnung auf Energiepreissenkung

Die deutsche Papier- und Zellstoffindustrie steht mitten im Wandel. Im ersten Halbjahr 2025 schrumpfte die Gesamtproduktionsmenge um 3,1 Prozent auf 9,6 Millionen Tonnen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Zukunft einer ganzen Branche auf, die für zahllose Alltagsprodukte unverzichtbar ist – von Verpackungsmaterialien bis zu Hygienepapieren.

Trotz der gesamtwirtschaftlichen Schwäche überrascht ein Bereich mit Wachstum: Verpackungspapiere legten um 1,5 Prozent zu und erreichten damit 6,4 Millionen Tonnen. Mittlerweile stammt etwa zwei Drittel der Gesamtproduktion aus diesem Segment. Der Grund liegt auf der Hand: Der Boom im Online-Handel und das wachsende Bewusstsein für nachhaltige Verpackungslösungen sorgen für steigende Nachfrage.

Andere Bereiche kämpfen mit Gegenwind. Technische und Spezialpapiere sanken leicht um 1,4 Prozent auf 731.000 Tonnen. Auch die Herstellung von Hygienepapieren blieb unter Druck und ging um 3,3 Prozent auf 675.000 Tonnen zurück. Besonders stark traf es die Grafischen Papiere – hier betrug das Minus sogar 17 Prozent. Die Digitalisierung verändert Mediennutzung und Werbewirtschaft grundlegend. Gleichzeitig setzen Werksschließungen und ein sogenannter Basiseffekt – hohe Produktion 2024, geringere 2025 – die Produktionszahlen zusätzlich unter Druck.

Die wirtschaftlichen Folgen spiegeln sich im Umsatz wider: 7,4 Milliarden Euro setzte die Branche in den ersten sechs Monaten um – ein Rückgang von 2,1 Prozent. Zwar ist dieser Rückgang weniger stark als beim Absatz, doch die Herausforderungen bleiben gewaltig. Besonders der Inlandsabsatz brach um 4,6 Prozent ein, während Exporte nur moderat um 1,9 Prozent sanken. Ein differenziertes Bild zeigen die Exportmärkte: Während die Ausfuhren in westliche EU-Staaten um 3,6 Prozent zurückgingen, stiegen sie in die östlichen EU-Mitgliedsländer um 3,5 Prozent.

Mitten in diese Diskussion platzen erfreuliche Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze erreichte mit 923 einen 20-Jahres-Höchststand. Auch die Zahl der besetzten Lehrstellen zog um 5 Prozent auf 720 an. Die Unternehmen bekennen sich damit eindrucksvoll zur Fachkräftesicherung und Zukunftssicherung der Branche.

Über allem steht für die Papierindustrie derzeit die Debatte um die Energiekosten. Hier sind die Versprechen aus der Politik noch nicht eingelöst. Maßnahmen wie die Abschaffung der Gasspeicherumlage, Deckelung der Netzentgelte oder die dauerhafte Stromsteuersenkung sollen zwar zum Jahreswechsel greifen – doch noch bleibt der Druck hoch. Dazu Verbandspräsident Hans-Christoph Gallenkamp:
„Die effektive Einlösung der Koalitionsversprechen bei den Energiekosten steht aus. Dabei ist die massive und dauerhafte Absenkung der Energiekosten für die verlässlichen Rahmenbedingungen für unsere Industrie von höchster Dringlichkeit.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)

Gallenkamp fordert Planungssicherheit und Nachdruck seitens der Politik:
„Die Zukunft des Industriestandortes Deutschland hängt von wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen und einer langfristigen Planbarkeit ab. Deshalb muss von Seiten der Politik alles darangesetzt werden, einen verlässlichen Fahrplan für die energieintensiven Industrien zu entwickeln, der Planbarkeit herstellt und internationale Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht. Nur dann können notwendige Investitionen in Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und klimaneutrale Produktionsprozesse gezielt umgesetzt werden, um die industrielle Wertschöpfung in Deutschland weiter wettbewerbsfähig zu erhalten.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)

Die aktuelle Entwicklung der deutschen Papierindustrie steht exemplarisch für die Herausforderungen einer Branche, die zwischen Tradition und Innovation, Standortstärkung und globalem Wettbewerb immer wieder neu ihre Rolle finden muss. Fachleute und Entscheidungsträger sind gefragt, die Rahmenbedingungen für nachhaltige Produktion, stabile Arbeitsplätze und eine starke Wertschöpfungskette zu sichern. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Kombination aus Transformationsdruck und politischer Gestaltung auf die Zukunft dieser Schlüsselindustrie auswirkt.

Weitere Hintergründe, aktuelle Entwicklungen und vertiefte Einblicke in die Zahlen und Fakten der Branche sind über Informationsportale rund um die Papierindustrie zugänglich.


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Papierindustrie blickt auf herausforderndes erstes Halbjahr 2025 zurück

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Hintergründe und Zukunftsperspektiven der Papier- und Zellstoffindustrie: Aktuelle Entwicklungen im europäischen Kontext

Die aktuellen Zahlen zur deutschen Papier- und Zellstoffindustrie unterstreichen einmal mehr die enorme Bedeutung wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen für diesen Industriezweig. Auch im europäischen Vergleich zeigt sich, dass gerade die Energiekosten ein entscheidender Standortfaktor sind – Länder wie Schweden und Finnland konnten trotz global herausfordernder Marktbedingungen ihren Produktionsrückgang begrenzen, da sie von stabileren Energiepreisen profitieren. Die Forderung nach einer konsequenten Umsetzung der Energiepreisbremsen in Deutschland steht daher nicht nur im Kontext der nationalen Industriepolitik, sondern ist auch von großer Bedeutung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche.

Die anhaltende Transformation durch Digitalisierung und der Boom im Online-Handel beeinflussen die Nachfrage nach unterschiedlichen Papierarten – während das Segment der Verpackungspapiere von nachhaltigen Logistiklösungen und umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien profitiert, stehen grafische Papiere unter enormem Druck. Diese Entwicklung ist kein Einzelfall: Auch die Papierindustrien anderer EU-Staaten sehen sich mit ähnlichen Strukturveränderungen konfrontiert und passen Kapazitäten kontinuierlich an die veränderte Nachfrage an. Prognosen deuten darauf hin, dass diese Trends auch in den kommenden Jahren anhalten und sich sogar verstärken könnten.

Eine positive Entwicklung zeigt sich im Bereich der Fachkräftesicherung. Die gestiegene Zahl der angebotenen und besetzten Ausbildungsplätze in der Papierindustrie spricht für das wachsende Bewusstsein der Unternehmen, auf den drohenden Fachkräftemangel frühzeitig zu reagieren – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend globalisierten Marktumfeld. Erfahrungsgemäß führen Investitionen in Aus- und Weiterbildung nicht nur zur Sicherung des Innovationspotenzials, sondern auch zur langfristigen Stärkung der gesamten Wertschöpfungskette in der Industrie.

Im Hinblick auf Nachhaltigkeit und die Anforderungen des Green Deals der EU strebt die Papier- und Zellstoffindustrie seit Jahren nach kontinuierlicher Verbesserung. Investitionen in energieeffiziente Produktionsprozesse und die verstärkte Nutzung von Recyclingmaterial sind dabei zentrale Treiber. Brancheninterne Informationen zeigen, dass die Bereitschaft zu weiteren technologischen Innovationen hoch ist, sofern die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen planbar bleiben.

Insgesamt verdeutlichen diese aktuellen Entwicklungen und Fakten, dass die Zukunftsfähigkeit der Papierindustrie in Deutschland und Europa vor allem von der konsequenten Umsetzung politischer Versprechen und der Fähigkeit abhängt, flexibel auf strukturelle Marktveränderungen zu reagieren. Verbraucher und Unternehmen sollten die Bedeutung einer starken Papierindustrie nicht unterschätzen – sie bleibt auch im Zeitalter der Digitalisierung ein integraler Bestandteil der industriellen Wertschöpfung und ein maßgeblicher Treiber für Innovation, Nachhaltigkeit und Fachkräftesicherung. Wer tiefer in Zahlen, Fakten und Hintergründe einsteigen möchte, findet auf den Informationsseiten des Branchenverbands oder über weiterführende Branchenreports fundierte Erklärungen und Analysen.

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8 Antworten

  1. „Die Zukunft des Industriestandortes Deutschland“ klingt wichtig! Aber was bedeutet das konkret für uns Verbraucher? Welche Alternativen haben wir bei steigenden Preisen?

    1. „Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen“ sind ein großes Thema. Ich denke oft darüber nach, wie wir als Verbraucher Einfluss nehmen können.

  2. Der Rückgang in der Papierproduktion ist echt besorgniserregend. Ich frage mich, ob die Politik wirklich etwas tun wird, um die Energiekosten zu senken? Wie seht ihr das?

    1. Das ist eine berechtigte Sorge! Wenn die Politiker nicht handeln, könnte das für viele Unternehmen schlecht enden. Glaubt ihr, dass wir bald Veränderungen sehen werden?

    2. Ich hoffe es! Die Ausbildungsmöglichkeiten in der Branche sind toll, aber wir brauchen auch stabile Rahmenbedingungen für die Unternehmen.

  3. Ich finde den Artikel über die Papierindustrie sehr informativ. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Nachfrage ändert. Was denkt ihr, wie lange der Trend im Online-Handel noch anhält?

    1. Gute Frage, Hansjosef! Ich glaube, dass wir in Zukunft noch mehr nachhaltige Lösungen sehen werden. Was haltet ihr von der Idee, dass Unternehmen mehr in Recycling investieren sollten?

    2. Ich stimme dir zu, Hansjosef! Die Entwicklung mit den Verpackungspapieren ist echt spannend. Aber was passiert mit den grafischen Papieren? Gibt es da Hoffnung auf Besserung?

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