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Post COVID und ME/CFS: Wenn Erschöpfung den Alltag bestimmt – Wie ein neues Therapieprogramm Hoffnung gibt
Mit dem offiziellen Ende der Corona-Pandemie in Deutschland im April 2023 ist für viele das Kapitel COVID-19 abgeschlossen. Doch während ein Großteil der Gesellschaft den Alltag wieder aufgenommen hat, sind die Folgen der Pandemie für manche Menschen immer noch allgegenwärtig. „Ja, für viele spielt COVID-19 keine Rolle mehr, aber eben nicht für alle“, betont der Ergotherapeut Heiko Lorenzen. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Vor allem Menschen wie Anna Battisti spüren täglich die Nachwirkungen. Die Kommunikationswissenschaftlerin leidet an Post COVID, einer Form von Fatigue, die nicht einfach verschwindet. Dank des neuen, wissenschaftlich fundierten Programms PACING 2.0 konnten ihre Beschwerden gemildert werden – von „schwer“ zu „mild betroffen“. Was sich harmlos anhört, ist weit mehr als das. „Die Bezeichnung ‚mild betroffen‘ ist für Außenstehende leicht irreführend, denn selbst mild betroffen zu sein, bedeutet: massive Einschränkungen im Alltag durch hochgradige Erschöpfung (Fatigue), kognitive Beeinträchtigungen, Schlafstörungen und Kreislaufprobleme“, stellt Anna Battisti klar. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Die Herausforderungen im Alltag fallen schwer ins Gewicht. Laut aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind allein in Deutschland rund 620.000 Menschen – über sieben Prozent der Bevölkerung – von Post COVID oder ähnlichen Zuständen wie ME/CFS betroffen. Das Leben dieser Menschen wird von einer sehr niedrigen Belastungsgrenze bestimmt: Schon kleinste Anstrengungen können zu einer markanten Symptomverschlechterung führen. „Nicht immer kommt es nach einer Überforderung zu einer Erholung; manchmal bleibt es bei der Verschlechterung“, so die Pressemitteilung. Medikamente können Symptome lindern, doch nachhaltige Ansätze wie Pacing sind entscheidend, um die Lebensqualität zu verbessern.
Pacing bezeichnet ein strukturiertes Energiemanagement, das dabei helfen soll, die eigenen Grenzen kennenzulernen und zu respektieren. PACING 2.0 baut diesen Ansatz weiter aus – speziell abgestimmt auf die besonderen Herausforderungen von Menschen mit ME/CFS und Post COVID. „Das Hauptproblem derjenigen mit ME/CFS oder Post COVID, ist die Belastungsintoleranz“, erläutert Heiko Lorenzen. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung) Eine entscheidende Rolle spielt, dass bereits minimale Anstrengungen zum sogenannten „Crash“ führen können, der sich oft erst verzögert bemerkbar macht – manchmal sogar erst zwei Tage nach der Überlastung.
Ein Therapieprogramm passt sich dem Leben an, nicht umgekehrt: PACING 2.0 ist kein fixes Schema, sondern ein Rahmenwerk, das Ergotherapeut:innen ermöglicht, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Das Wissen von Expert:innen und Betroffenen fließt gemeinsam in die Weiterentwicklung ein, damit das Programm möglichst praxistauglich ist. „Bei Menschen mit ME/CFS oder Post COVID kann bereits eine minimale Belastung im Alltag zum Überschreiten ihrer individuellen Belastungsgrenze führen – es gibt einen sogenannten ‚Crash‘“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Ziel ist, solche Situationen zu vermeiden.
Wie funktioniert PACING 2.0 konkret? In der ersten Phase werden Symptome, Energiehaushalt und emotionale Reaktionen der Betroffenen analysiert. Hier ist Selbstbeobachtung entscheidend – sie stärkt das Gefühl der Kontrolle und Selbstwirksamkeit. Danach lernen die Patient:innen, ihr Verhalten so zu verändern, dass sie Überforderungen vorbeugen. Lorenzen bringt es auf den Punkt: „Verhaltensänderung ist mit das Schwierigste, was einem Menschen zuzumuten ist“, weiß er aus Erfahrung. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Alltagshandlungen werden analysiert, neu strukturiert, in kleinere Schritte zerlegt und nach Wichtigkeit priorisiert. Unwichtige Aufgaben werden delegiert oder ganz gestrichen, Pausen rechtzeitig eingeplant. Unterstützt und begleitet werden Patient:innen dabei von Ergotherapeut:innen, die auch bei Rückschlägen motivieren und anleiten.
Abschließend steht die Auswertung des gesamten Prozesses im Fokus: Kleine Fortschritte werden sichtbar gemacht und gefeiert. „Zum Abschluss sieht PACING 2.0 vor, die Erfolge und alles Positive in Summe sichtbar zu machen“, so Lorenzen. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung) Dieser Fokus auf Erfolge stärkt das Selbstbewusstsein und schenkt Hoffnung auf mehr Lebensqualität.
Was nach einem langen Kampf gegen eine unsichtbare Krankheit bleibt, ist das Wissen: Betroffene sind nicht allein, und spezialisierte Angebote wie PACING 2.0 bieten Perspektiven. Auch wenn sie für Außenstehende manchmal kaum sichtbar sind, haben diese Menschen mit massiven Hürden zu kämpfen. Doch mit der richtigen ergotherapeutischen Unterstützung ist ein Alltag mit mehr Lebensqualität möglich.
Hintergrund und weitere Informationen:
Das Therapieprogramm PACING 2.0 sowie aktuelle Entwicklungen rund um Post COVID, ME/CFS und Fatigue werden über entsprechende Kanäle und Podcasts des Deutschen Verbandes Ergotherapie e.V. (DVE) fortlaufend kommuniziert. Wer sich informieren oder gezielt nach Unterstützung suchen möchte, findet Fachkräfte und Infomaterial online und vor Ort.
Mit gezieltem Energiemanagement, fachlicher Unterstützung und neuen Konzepten wie PACING 2.0 gibt es Hoffnung auf ein besseres Leben – auch nach Corona.
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So können Betroffene lernen, besser mit den Folgen von Post COVID umzugehen / …
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Post COVID und ME/CFS: Aktuelle Entwicklungen, Hintergründe und Bedeutung für die Gesundheitsversorgung
Seit dem offiziellen Ende der Corona-Pandemie Anfang April 2023 haben sich die öffentlichen Wahrnehmungen deutlich verschoben. Während viele Menschen die Erreger und deren Folgen weitgehend aus ihrem Alltag verdrängt haben, rückt das Thema Post COVID zunehmend in den Fokus von Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik. Die anhaltenden Einschränkungen der Lebensqualität für Betroffene verdeutlichen die dringende Bedeutung einer kontinuierlichen therapeutischen Begleitung, zu der insbesondere die Ergotherapie mit spezialisierten Programmen wie PACING 2.0 beiträgt. Hintergrund ist, dass rund 620.000 Menschen in Deutschland, teilweise an Belastungsintoleranz in Folge von Post COVID oder ME/CFS leiden–eine Zahl, die der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zufolge bereits über sieben Prozent der Bevölkerung entspricht.
International wächst die Aufmerksamkeit für das Krankheitsbild: Vergleichbare Entwicklungen in Großbritannien, den USA und Skandinavien zeigen, dass langfristige Spätfolgen nach COVID-19 ein weltweites medizinisches und gesellschaftliches Thema sind. Forschende und Akteur:innen aus dem Gesundheitswesen weisen wiederholt auf die parallele Symptomatik zwischen Long COVID, chronischer Fatigue und anderen multisystemischen Erkrankungen hin. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre legen nahe, dass die Entwicklung neuer, adaptiver Therapieansätze wie PACING 2.0, die Betroffenen auf Augenhöhe einbinden, zunehmend grundlegende Bedeutung für die Optimierung der gesundheitlichen Versorgung und für die Patientenorientierung gewinnen.
Gleichzeitig stellen steigende Fallzahlen die Gesellschaft, die Gesetzgebung und die Sozialsysteme vor neue Herausforderungen. In der gesundheitspolitischen Diskussion werden Fragen der Rehabilitation, der arbeitsmedizinischen Begleitung und des sozialrechtlichen Leistungsanspruchs bei Post COVID immer präsenter. Angesichts der Prognosen, dass durch fortwährende Virusvarianten und wiederkehrende Infektionswellen weiterhin ein relevanter Anteil der Bevölkerung mit Spätfolgen rechnen muss, wächst die Notwendigkeit nach flächendeckendem Zugang zu fachlich fundierten Informations- und Versorgungsangeboten.
Zudem zeigt sich, wie entscheidend ein funktionierender Wissenstransfer zwischen Forschung, Praxisteams und Betroffenen-Communities ist. Plattformen wie Instagram-Kanäle von Expert:innen oder interdisziplinäre Podcasts leisten einen Beitrag zur Aufklärung und fördern die Navigation der Betroffenen durch die komplexe Landschaft der Therapie- und Hilfeangebote. Für Betroffene und deren Umfeld wird es daher immer wichtiger, seriöse Anlaufstellen zu kennen – etwa über die Homepage des DVE oder lokale Ergotherapiepraxen.
Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen so nicht nur die medizinische Bedeutung von Post COVID und ME/CFS, sondern auch deren wachsende gesellschaftliche Relevanz. Zukunftsorientierte Versorgungskonzepte und adaptierte Therapieformen wie PACING 2.0 setzen daher wichtige Impulse: Sie verhelfen Betroffenen zu einer verbesserten Alltagsbewältigung und fördern das Ziel, allen Betroffenen einen möglichst hohen Grad an Teilhabe und Lebensqualität zu ermöglichen.
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