Overtourism im Fokus: Innovative Lösungen und nachhaltige Tourismussteuerung – Insights vom Branchen-Roundtable in Berlin

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Overtourism ist eine globale Herausforderung, die beim Roundtable von BTW und DRV am vergangenen Mittwoch in Berlin mit Vertreter:innen großer Reise- und Tourismusunternehmen wie Aida, Airbnb und Lufthansa diskutiert wurde. Dabei stand im Fokus, den wirtschaftlichen Nutzen des Tourismus mit gesellschaftlicher Akzeptanz vor Ort in Einklang zu bringen und mit Instrumenten wie Besucherlenkung und Saisonentzerrung Überlastungen zu vermeiden. Alle Teilnehmenden einigten sich darauf, die Arbeit an Best-Practice-Lösungen in künftigen Taskforces weiter zu vertiefen.

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– Overtourism-Roundtable von DRV und BTW in Berlin: Dialog mit Tourismusakteuren.
– Ziel: Reiseströme lokal lenken, Überlastung mit Besuchersteuerung und Saisonentzerrung vermeiden.
– Ergebnis: Taskforces sollen gemeinsame Lösungen für nachhaltigen und akzeptierten Tourismus erarbeiten.

Overtourism im Fokus: Branchenvertreter diskutieren Lösungswege in Berlin

Am vergangenen Mittwoch trafen sich in der Geschäftsstelle des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) in Berlin zahlreiche Akteure der Reisewirtschaft, um gemeinsam über das drängende Thema Overtourism zu sprechen. Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen wie Aida, Airbnb, booking.com, Condor, DERTOUR, Lufthansa sowie von Destinationen und Botschaften aus Griechenland und Spanien setzten ein deutliches Signal: Tourismus bleibt ein Motor für Entwicklung, Jobs, Wohlstand und kulturellen Austausch, birgt aber auch Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Overtourism zeigt sich weltweit unterschiedlich stark und ist stets lokal zu betrachten, sowohl räumlich als auch zeitlich begrenzt. Die zentrale Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zwischen wirtschaftlichem Nutzen und gesellschaftlicher Akzeptanz herzustellen. Der Wunsch der Menschen, ihre Welt zu entdecken, steht im Spannungsfeld mit der Verantwortung, die Destinationen nicht zu überlasten und die Lebensqualität der Einheimischen zu sichern. Wie Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV) und Vizepräsident des BTW, betonte: „Unser Ziel bleibt: Ein Tourismus, der willkommen ist – weil er Rücksicht nimmt. Der wirkt – weil er verbindet. Und der bleibt – weil er nachhaltig ist.“

Der Roundtable bot Raum für einen intensiven Austausch zu aktuellen Erfahrungen, bewährten Praxisbeispielen und technologischen Möglichkeiten, um den Herausforderungen des Overtourism entgegenzuwirken. Dabei rückten insbesondere Instrumente wie Besucherlenkung und Saisonentzerrung als Mittel zur Regulierung und Steuerung in den Vordergrund, um Überlastungen in beliebten Zielgebieten zu vermeiden. Die Debatte machte deutlich, dass nur durch ein gemeinsames, vernetztes Handeln aller Akteure – von der Reisebranche über Destinationen bis hin zu politischen Entscheidungsträgern – tragfähige Lösungen gefunden werden können.

Dies unterstrich auch das klare Bekenntnis aller Beteiligten, das Thema künftig noch intensiver zu bearbeiten. Geplant sind dazu spezialisierte Taskforces aus dem Kreis des Roundtables, die die vielschichtigen Facetten des Overtourism weiter vertiefen und konkrete Handlungsempfehlungen entwickeln sollen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Reisewirtschaft und Destinationen ist dabei zentral, denn Tourismus ist Teil der Lösung, nicht nur eine Ursache der Problematik. Das Treffen in Berlin machte eindrucksvoll deutlich, wie vielfältig die Perspektiven sind und wie wichtig der kontinuierliche Dialog für die Gestaltung eines Tourismus ist, der langfristig funktioniert und von allen Seiten angenommen wird.

Wachsender Tourismusdruck erfordert innovative Steuerungsmechanismen

Der Tourismus nimmt weltweit stark zu – eine Entwicklung, die für viele Orte wirtschaftliche Chancen bietet, zugleich aber komplexe Herausforderungen mit sich bringt. Besonders in stark besuchten Städten und sensiblen Naturräumen zeigt sich das Phänomen des Overtourism deutlich: Die Besucherzahlen übersteigen die Kapazitäten vor Ort und belasten Alltag, Infrastruktur sowie Umwelt. Das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Nutzen und der Lebensqualität der Einheimischen verlangt daher neue Wege in der Steuerung von Reisebewegungen.

Der Tourismus trägt in Deutschland rund 4 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei und sichert etwa 2,8 Millionen Arbeitsplätze direkt sowie weitere 1,3 Millionen durch vorgelagerte Leistungen. Dieses Gewicht unterstreicht die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Gleichzeitig wächst regional der Druck durch Überfüllung öffentlicher Räume, steigende Mietpreise und Umweltbelastungen. Städte wie Barcelona oder Venedig stehen exemplarisch dafür, wie historische Viertel unter massivem Besucherandrang leiden und sich die Akzeptanz gegenüber Touristen verschlechtert. Für deutsche Städte gelten vergleichbare Herausforderungen, auch wenn sie meist in einer anderen Größenordnung auftreten.

Herausforderungen für Städte und Regionen

Überlastete Zentren führen zu spürbaren Einschränkungen für Anwohner: Öffentliche Räume verstopfen, Verkehr und Infrastruktur geraten an ihre Grenzen, und zunehmend verschärfen sich Probleme wie die Verteuerung von Wohnraum. Zudem geraten natürliche Landschaften durch unkontrollierte Besucherströme unter Druck. Die Balance zwischen den wirtschaftlichen Vorteilen des Tourismus und der Bewahrung von Lebensqualität wird schwieriger zu halten. Kommunen müssen daher nicht nur die Bedürfnisse der Bewohner im Blick behalten, sondern auch die nachhaltige Nutzung von Ressourcen sicherstellen.

Ein zentraler Faktor ist die gezielte Besucherlenkung. Sie ermöglicht es, die Verteilung der Gäste zeitlich wie räumlich zu steuern und so Hotspots zu entlasten. Maßnahmen reichen von der gezielten Kommunikation alternativer Attraktionen, über variable Eintrittssysteme, bis hin zur Regulierung von Zugangsrechten. Ziel ist es, Überlastungen zu vermeiden, ohne den Tourismus zu bremsen, der für viele Regionen ein unverzichtbarer Wirtschaftsmotor ist.

Digitale Steuerung und internationale Beispiele

Technologie spielt bei der Bewältigung von Overtourism eine entscheidende Rolle. Datengestützte Modelle analysieren Muster von Besucherbewegungen in Echtzeit und ermöglichen so eine flexible Steuerung. Smarte Apps informieren Touristen über Besucherzahlen, alternative Routen oder empfehlen weniger frequentierte Zeiten. Solche Lösungen sind bereits in Städten wie Barcelona oder Venedig im Einsatz und helfen, die Belastung gezielt zu reduzieren.

Darüber hinaus setzen internationale Destinationen zunehmend auf variable Eintrittsgebühren, die je nach Tageszeit oder Besucheraufkommen angepasst werden. Dieses Instrument bewirkt eine sanfte Steuerung der Nachfrage und erhöht die Bereitschaft, entlegene oder weniger bekannte Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die Erfahrungen zeigen, dass solche Systeme transparent kommuniziert werden müssen, um Akzeptanz bei Gästen und Anwohnern zu gewinnen.

Die Zusammenarbeit aller Akteure – von lokalen Verwaltungen über Tourismusunternehmen bis zu den Reisenden selbst – ist unverzichtbar, um eine nachhaltige Balance zu erreichen. Der Dialog, wie ihn beispielsweise der Overtourism-Roundtable von BTW und DRV fördert, zeigt Wege auf, wie gemeinsame Strategien entwickelt und umgesetzt werden können.

Schlüsselansätze zur Organisation von Reiseströmen im Überblick:

  • Gezielte Informationssteuerung zur Verteilung der Besucher
  • Nutzung von Echtzeitdaten und digitalen Anwendungen
  • Variable Eintrittsgebühren und Kapazitätskontrollen
  • Saisonale Entzerrung von Touristenströmen
  • Kooperation zwischen Wirtschaft, Politik und lokalen Gemeinschaften

In Zukunft wird die nachhaltige Gestaltung des Tourismus entscheidend davon abhängen, wie gut solche innovativen Steuerungsmechanismen in die Praxis umgesetzt und miteinander verknüpft werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Tourismus weiterhin ein Motor für Wachstum, Beschäftigung und kulturellen Austausch bleibt – ohne die Lebensqualität der Bevölkerung oder den Schutz von Umwelt und Kulturerbe zu gefährden.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Deutschen Reiseverbands.

11 Antworten

  1. Die Taskforces klingen vielversprechend! Ich hoffe wirklich, dass sie Ergebnisse liefern können. Wie lange denkt ihr wird es dauern bis wir erste Ergebnisse sehen?

    1. Ich denke eher bald wenn alle zusammenarbeiten dann gehts schneller aber das hängt auch von der Motivation ab.

    2. Das stimmt Madler! Wenn alle an einem Strang ziehen und offen für neue Ideen sind könnten wir schnell Fortschritte sehen!

  2. . Ich finde es toll, dass verschiedene Akteure zusammenarbeiten wollen! Aber ich frage mich: Wie sieht es mit der Umsetzung aus? Gibt es schon konkrete Beispiele?

  3. Die Diskussion um Overtourism zeigt uns doch sehr deutlich, wie wichtig ein nachhaltiger Ansatz ist. Ich frage mich nur: Wie können wir mehr Menschen für diese Thematik sensibilisieren? Ideen sind willkommen!

    1. Ich glaube, Aufklärung ist der Schlüssel! Vielleicht sollten Schulen und Universitäten mehr dazu bieten? Wir müssen schon bei der Jugend anfangen.

    2. . Das wäre ein guter Ansatz! Auch soziale Medien könnten genutzt werden, um breitere Zielgruppen anzusprechen und Bewusstsein zu schaffen.

  4. Overtourism ist ein großes Problem. Ich denke, dass die digitale Steuerung echt helfen kann! Wer hat schon mal eine dieser Apps benutzt? Funktionieren sie wirklich oder sind sie nur für den Marketingeffekt?

  5. Ich finde den Ansatz, den Tourismus lokal zu lenken, sehr wichtig! Aber wie können wir sicherstellen, dass die Vorschläge auch wirklich von den Einheimischen unterstützt werden? Es ist entscheidend, deren Meinungen zu hören.

    1. Ja, das stimmt! Vielleicht könnte man regelmäßige Umfragen in den betroffenen Städten durchführen, um die Bedürfnisse der Bevölkerung besser zu verstehen. Was denkt ihr darüber?

    2. Gute Idee, Chinz! Außerdem sollten wir darauf achten, dass die Informationen über alternative Attraktionen gut kommuniziert werden. Viele wissen ja gar nicht, was es noch gibt!

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