Dramatischer Beschäftigtenverlust im stationären Outfithandel: Einzelhandel verliert seit 2019 Zehntausende Arbeitsplätze

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Seit Ende 2019 ist die Zahl der Beschäftigten im stationären Bekleidungs-, Schuh- und Lederwarenhandel um fast 50.000 oder 13,1 Prozent von 380.036 auf 330.246 gesunken, wobei der Schuhhandel mit einem Minus von 21,4 Prozent und der Bekleidungshandel mit 11,3 Prozent besonders stark betroffen sind. Hauptursache ist laut BTE der deutliche Rückgang stationärer Fachgeschäfte in und nach der Corona-Pandemie, deren Zahl zwischen 2019 und 2023 um 18,1 Prozent auf rund 16.110 Unternehmen schrumpfte.

Inhaltsverzeichnis

– Stationärer Bekleidungs-, Schuh- und Lederwarenhandel verlor seit 2019 fast 50.000 Beschäftigte.
– Einzelhandel mit Schuhen verzeichnete mit −21,4 Prozent den stärksten Beschäftigungsrückgang.
– Zahl stationärer Fachgeschäfte sank seit 2019 um 18,1 Prozent auf 16.110 Filialen.

Massiver Arbeitsplatzverlust im stationären Outfithandel innerhalb von fünf Jahren

Die Beschäftigtenzahl im stationären Bekleidungs-, Schuh- und Lederwarenhandel ist in den vergangenen fünf Jahren dramatisch eingebrochen. Fast 50.000 Arbeitsplätze gingen seit Ende 2019 verloren, was einem Rückgang von 13,1 Prozent entspricht. Wo Ende 2019 noch 380.036 Menschen in Mode-, Schuh- und Lederwarengeschäften tätig waren, sind es Ende 2024 nur noch 330.246. Dieser beispiellose Personaleinbruch verdeutlicht die alarmierende Situation einer Branche im Umbruch.

Der stärkste Verlust zeichnete sich im stationären Bekleidungshandel ab, wo die Zahl der Beschäftigten von 312.247 auf 276.669 sank. Das entspricht einem Rückgang von 11,3 Prozent, wobei die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sogar um 12,5 Prozent schrumpften und die Zahl der Vollzeitkräfte drastisch um 20,8 Prozent zurückging. Dies unterstreicht, wie stark gerade die Kernbelegschaften betroffen sind.

Noch gravierender fiel der Einbruch im Schuhhandel aus. Dort gab es einen Rückgang um 21,4 Prozent beziehungsweise 13.082 Stellen auf zuletzt 48.047. Überraschend dabei: Die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze sanken nur moderat, sodass deren Anteil im Schuhhandel mit mehr als 78 Prozent deutlich über dem Modehandel mit knapp 69 Prozent lag. Der Lederwarenhandel büßte ebenfalls massiv ein. Die Beschäftigtenzahl ging um 17,0 Prozent zurück, was 1.130 Menschen weniger bedeutet und die Gesamtzahl auf 5.530 reduzierte.

Der Hauptgrund für die Millionenverluste an Arbeitsplätzen ist laut Analyse der Branche die stark rückläufige Zahl der stationären Unternehmen. Während 2019 noch fast 20.000 Geschäfte im Bekleidungs-, Schuh- und Lederwarenhandel existierten, waren es Ende 2023 nur noch 16.110 – ein Verlust von über 18 Prozent in nur vier Jahren. Dabei traf es vor allem den Schuh- und Lederwarenhandel besonders schwer mit Rückgängen von 20,6 respektive 22,4 Prozent bei den Betrieben, während der Bekleidungshandel etwas besser abschnitt mit einem Rückgang von 17,2 Prozent.

Diese Zahlen spiegeln eine Umwälzung im stationären Outfithandel wider, die nicht nur auf den ersten Blick alarmierend ist, sondern auch deutlichen Handlungsbedarf signalisiert, um die Beschäftigten in dieser wichtigen Handelsbranche zu sichern.

Die Folgen des massiven Stellenabbaus im stationären Handel für Gesellschaft und Wirtschaft

Der stationäre Einzelhandel steht in Deutschland vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Seit 2019 sind in den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Lederwaren fast 50.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, was einem Rückgang von 13,1 Prozent entspricht. Vor allem der Bekleidungshandel verzeichnet mit einem Verlust von knapp 11,3 Prozent Beschäftigter einen drastischen Personalabbau. Der Schuh- und Lederwarenhandel ist mit Rückgängen von über 20 Prozent sogar noch stärker betroffen. Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen, ist aber eng mit den strukturellen Wandlungsprozessen im Konsumverhalten und der Digitalisierung verbunden.

Die Zahl der stationären Fachgeschäfte sinkt seit Jahren stetig, was sich unmittelbar auf die Beschäftigung auswirkt. Allein zwischen 2019 und 2023 verringerte sich die Anzahl der Betriebe im Bekleidungs-, Schuh- und Lederwarenhandel um mehr als 18 Prozent. Die Corona-Pandemie beschleunigte diesen Trend zusätzlich. Der Online-Handel gewinnt dadurch weiter an Bedeutung und verschiebt die kundenbezogenen Geschäftsmodelle grundlegend. Kunden kaufen vermehrt über digitale Plattformen ein, was den Bedarf an Verkaufsflächen und damit an Personal vor Ort verringert.

Der Abbau von Stellen trifft dabei nicht nur die Mitarbeitenden selbst, sondern hat auch weitreichende Folgen für die Städte und Gemeinden. Der stationäre Handel ist nicht nur Arbeitgeber, sondern auch wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens und des Stadtbildes. Geschäfte prägen das Erscheinungsbild der Innenstädte, fördern Begegnungen und leisten einen Beitrag zur Nahversorgung. Deshalb betrifft der Stellenabbau neben wirtschaftlichen Aspekten auch gesellschaftliche Dimensionen.

Warum der Online-Handel an Bedeutung gewinnt

Der Online-Handel baut seine Position als wichtiger Vertriebskanal kontinuierlich aus. Digitale Plattformen bieten Kund:innen eine größere Produktauswahl, flexible Einkaufsmöglichkeiten rund um die Uhr und einfache Preisvergleiche. Diese Vorteile führen dazu, dass immer mehr Menschen ihre Textilien, Schuhe und Lederwaren lieber online bestellen. Für den stationären Handel bedeutet dies eine sinkende Kundenfrequenz und geringere Umsätze, die sich in abnehmendem Personalbedarf niederschlagen.

Zudem erlauben digitale Technologien effiziente Logistik- und Bestellprozesse, die viele stationäre Händler nicht oder nur bedingt abbilden können. Die Pandemie verstärkte diesen Trend nochmals, weil viele Menschen aus Sicherheitsgründen den Onlinekauf bevorzugten. Damit kommt es zu einem grundlegenden Wandel im Handelssektor, der sich auch in den stark rückläufigen Beschäftigtenzahlen widerspiegelt.

Welche Rolle spielt die Innenstadt für die Gesellschaft?

Innenstädte erfüllen weit mehr als nur eine Funktion als Einkaufszonen. Sie sind soziale Treffpunkte und kulturelle Zentren und tragen erheblich zur Lebensqualität in den Städten bei. Der Wegfall zahlreicher Geschäfte kann die Attraktivität dieser Orte mindern, was wiederum negative Folgen für andere Branchen und das Gemeinwohl haben kann. Der Einzelhandel schafft zudem viele Arbeitsplätze gerade für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, was für den sozialen Zusammenhalt von Bedeutung ist.

Der Verlust an Ladenlokalen führt oft auch zu einem Anstieg von Leerständen, was das Erscheinungsbild und Sicherheitsgefühl beeinträchtigt. Ein vitaler Einzelhandel unterstützt lokale Wirtschaftskreisläufe und Mietstrukturen, die bei einem Strukturwandel in andere Richtung gefährdet sein können.

Auswirkungen für Betroffene auf einen Blick

  • Beschäftigte: Arbeitsplatzverluste und reduzierte Vollzeitstellen, besonders im Bekleidungs- und Schuhhandel
  • Arbeitgeber: Rückgang der stationären Filialen und Anpassungszwang an Online-Konzepte
  • Konsument:innen: Veränderungen im Einkaufsverhalten mit stärkerer Verlagerung zu Online-Angeboten
  • Innenstädte: Verlust an Vielfalt und sozialer Treffpunkte sowie zunehmende Leerstände
  • Gesellschaft: Gefährdung von lokalen Arbeitsmärkten und sozialer Infrastruktur

Der stationäre Handel steht vor der Herausforderung, sich auf veränderte Kundenbedürfnisse einzustellen und digitale sowie lokale Angebote besser zu verknüpfen. Künftige Konzepte müssen flexibler auf die Balance zwischen Online- und Offlinehandel eingehen, um Beschäftigung und gesellschaftliche Funktionen zu sichern. Nur so kann der Strukturwandel mit seinen negativen Folgen abgefedert werden.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag stammen aus einer Pressemitteilung des BTE Handelsverbands Textil Schuhe Lederwaren.

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