27 Aufrufe

Offshore-Windenergie 2025: 14,6 Milliarden Euro Wertschöpfung und 49.000 Jobs – Studie warnt vor Ausbaubremse

Offshore-Windenergie ist in Deutschland längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Laut einer neuen Studie des Bundesverbands Windenergie Offshore sicherte die Branche im Jahr 2025 rund 49.000 Arbeitsverhältnisse und erwirtschaftete eine Bruttowertschöpfung von 14,6 Milliarden Euro. Der Verband warnt jedoch, dass ein verlangsamter Ausbau und Engpässe bei der Netzanbindung dieses Potenzial gefährden und zehntausende künftige Arbeitsplätze kosten könnten.

Inhaltsverzeichnis

Beitrag teilen

Zwei Arbeiter auf Offshore-Plattform beobachten Windkraftwerke in Meer, mit Geldscheinen und Dokumenten im Vordergrund.
Verbandsbüro jetzt bei Google bevorzugen Damit unsere Vereins- und Verbandsnachrichten häufiger in Ihrer persönlichen Google-Übersicht erscheinen.
Jetzt bevorzugte Quelle festlegen

Das Wichtigste in Kürze

  • Offshore-Windenergie sicherte 2025 rund 49.000 Arbeitsplätze und 14,6 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung in Deutschland.
  • Die Branche ist bundesweit verankert, mit hoher Wertschöpfung auch im Binnenland, besonders in NRW, Baden-Württemberg und Saarland.
  • Engpässe bei Netzanbindung und internationaler Wettbewerb gefährden den weiteren Ausbau und die industrielle Entwicklung.
  • Bei Erreichen von 70 GW Ausbauziel bis 2045 könnten 120.000 Jobs und über 50 Milliarden Euro Wertschöpfung entstehen.
  • Eine Absenkung der Ausbauziele auf 60 GW würde bis zu 50.000 Arbeitsplätze und 20 Milliarden Euro Wertschöpfung kosten.

– Offshore-Windenergie sicherte 2025 in Deutschland 31.530 Vollzeitstellen und erwirtschaftete 14,6 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung.
– Bei Erreichen des Ausbauziels von 70 Gigawatt bis 2045 könnte die Branche auf etwa 120.000 Beschäftigte und über 50 Milliarden Euro Wertschöpfung wachsen.
– Eine Absenkung der Ausbauziele würde bis zu 50.000 Arbeitsplätze und rund 20 Milliarden Euro Wertschöpfung gefährden.

Offshore-Windenergie in Deutschland wird zum bundesweiten Industriefaktor

Die Offshore-Windenergie hat sich nach Einschätzung des Bundesverbands Windenergie Offshore zu einem tragenden Wirtschaftszweig in Deutschland entwickelt. Grundlage ist eine am 14. April 2026 in Berlin vorgestellte Studie von wind:research im Auftrag des Verbands. Demnach sicherte die Branche im Jahr 2025 bundesweit 31.530 Vollzeitstellen, was rund 49.000 Beschäftigungsverhältnissen entspricht, und erzielte eine Bruttowertschöpfung von 14,6 Milliarden Euro.

Für den BWO zeigen die Zahlen, dass Offshore-Wind längst nicht mehr nur ein Thema für die Küstenregionen ist. Vielmehr sei die Branche über industrielle Lieferketten und Vorleistungen bundesweit verankert. Zugleich verbindet der Verband die Bestandsaufnahme mit einer klaren Forderung an die Politik: Entscheidend seien verlässliche Ausbauziele, der Ausbau der Netzanbindung und eine leistungsfähige Infrastruktur.

Dazu passt auch BDEW zum Jahreswirtschaftsbericht 2026: 80% Erneuerbare bis 2030 erfordern massive Investitionen und Bürokratieabbau.

„Die Studie liefert belastbare Zahlen zur Bedeutung der Offshore-Windenergie für Deutschland. Offshore-Wind ist mit 14,6 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung, rund 49.000 Arbeitsverhältnissen und über 31.000 Vollzeitstellen längst ein industrieller Kernbereich, weit über die Küstenregionen hinaus“, sagt BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm.

Wertschöpfung und Beschäftigung reichen weit ins Binnenland

Nach Darstellung des Verbands entsteht ein erheblicher Teil der industriellen Wertschöpfung nicht an der Küste, sondern im Binnenland. Norddeutschland bleibt zwar ein Schwerpunkt für Umsetzung, Logistik und Betrieb, besonders stark profitierten 2025 aber auch Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und das Saarland.

Der größte Beschäftigungsanteil entfiel laut Studie auf Nordrhein-Westfalen mit rund 6.300 Vollzeitstellen. Es folgten Baden-Württemberg mit über 5.300 sowie das Saarland und Niedersachsen mit jeweils mehr als 3.500 Vollzeitstellen. Aus Sicht des BWO unterstreichen diese Zahlen die breite industrielle Verankerung der Offshore-Windenergie in Deutschland.

Auch der Vergleich mit früheren Daten verweist auf diese Entwicklung. Während eine WAB-Studie für das Jahr 2015 bundesweit 20.500 Arbeitsplätze in der Offshore-Windenergie auswies, deuten die aktuellen Zahlen für 2025 auf eine deutlich breitere Aufstellung der Branche hin. Besonders in den Bundesländern, in denen Komponenten, Maschinen, Stahlprodukte oder andere Vorleistungen hergestellt werden, hat sich die industrielle Basis nach Verbandsangaben spürbar verbreitert.

Offshore-Wind als Teil des Energiesystems und der Industrie

Die Studie verweist nicht nur auf die Beschäftigung, sondern auch auf die Rolle der Offshore-Windenergie im deutschen Energiesystem. Nach Angaben des Umweltbundesamtes lieferten Anfang 2025 rund 1.600 Offshore-Windenergieanlagen etwa 26 TWh Strom und damit ungefähr 6 Prozent der deutschen Strommenge. Zum 31. Dezember 2025 waren laut Deutscher Offshore-Windenergie-Stiftung 1.680 Offshore-Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 9,7 GW in Betrieb.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die ausgewiesene Bruttowertschöpfung zusätzlich an Bedeutung. Im Jahr 2025 lag sie laut Studie bei 14,6 Milliarden Euro. Baden-Württemberg übernahm dabei mit rund fünf Milliarden Euro eine führende Rolle, gefolgt von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Nach Darstellung der Studie entsteht diese Wertschöpfung entlang aller Projektphasen von Offshore-Windparks – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb. Der BWO sieht darin den Beleg, dass Offshore-Wind nicht nur Stromerzeugung auf See ist, sondern ein weit verzweigtes industrielles Netzwerk an Land.

Lieferkette und Netzanbindung unter Druck

Neben dem Wachstum benennt die Studie auch die Risiken für die weitere Entwicklung. Nach Angaben des BWO steht die nationale Lieferkette unter zunehmendem internationalen Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig bleibt die Netzanbindung ein zentraler Engpass.

In der Untersuchung erwarten die befragten Marktteilnehmer Projektverzögerungen von durchschnittlich 3,2 Jahren. Für den Verband zeigt das, wie stark Engpässe bei Infrastruktur und Netzanschlüssen inzwischen auf die Branche wirken. Da laut Studie 893 Marktteilnehmer in Deutschland aktiv sind, davon rund ein Drittel ausschließlich in der Offshore-Windenergie, haben Verzögerungen nach BWO-Sicht Auswirkungen weit über einzelne Projekte hinaus.

Ausbauziel bis 2045 aus Sicht des BWO entscheidend

Der Verband verbindet die aktuellen Zahlen mit einem langfristigen Szenario bis 2045. Nach den Modellrechnungen der Studie könnte die Branche bei Umsetzung des Ausbauziels von 70 Gigawatt bis 2045 auf rund 120.000 Beschäftigte und auf mehr als 50 Milliarden Euro Wertschöpfung wachsen. Bei stabilen Ausbaupfaden würde sich die Beschäftigung damit nahezu vervierfachen.

Zugleich modelliert die Studie die Folgen eines langsameren Ausbaus. Sollte das gesetzlich festgelegte Ziel bis 2045 auf 60 Gigawatt sinken, würde Deutschland laut BWO auf bis zu 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze und rund 20 Milliarden Euro Wertschöpfung verzichten.

Daraus leitet der Verband seine industriepolitische Forderung ab. „Entscheidend sind jetzt verlässliche Rahmenbedingungen: stabile Ausbaupfade, Investitionen in Netzanbindung und Hafeninfrastruktur sowie eine koordinierte industriepolitische Strategie zur Stärkung der Wertschöpfung. Nur so kann die Branche ihr Potenzial entfalten und bis 2045 auf bis zu 120.000 Beschäftigte wachsen.“

Für den BWO steht damit fest: Die Debatte über Offshore-Windenergie betrifft nicht allein Klimaziele und Stromversorgung. Sie ist zugleich eine industriepolitische Frage darüber, wie viel Produktion, Beschäftigung und Wertschöpfung künftig in Deutschland gesichert und ausgebaut werden können.

Die hier veröffentlichten Informationen und Aussagen beruhen auf der Pressemitteilung des Bundesverbands Windenergie Offshore (BWO).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Offshore-Windenergie ist längst mehr als ein Projekt an der Küste. Laut Studie sicherte die Branche 2025 über 31.000 Vollzeitstellen und erwirtschaftete 14,6 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung – mit deutlichen Effekten auch im Binnenland, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und dem Saarland. Damit wird sichtbar: Offshore-Wind ist ein bundesweiter Industriefaktor.

Für betroffene Gruppen wie Beschäftigte in industriellen Lieferketten, Unternehmen in Vorleistung und Umsetzung, sowie regionale Wirtschaftsstandorte wird daraus vor allem eins relevant: Stabilität. Der Beitrag betont, dass Verlässlichkeit bei Ausbauzielen, Netzanbindung und Infrastruktur entscheidend ist, weil Verzögerungen und ein Absenken der Ausbaupfade bis zu 50.000 Arbeitsplätze und Milliarden an Wertschöpfung gefährden können.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum wirkt Offshore-Wind auch weit weg von der Küste?
Weil ein großer Teil der Wertschöpfung im Binnenland entsteht – etwa dort, wo Komponenten und Vorleistungen produziert werden.

Welche Engpässe nennt der Beitrag besonders?
Der Beitrag nennt vor allem zunehmenden Wettbewerb in der Lieferkette und die Netzanbindung als zentralen Engpass.

Wie hängt der Ausbau bis 2045 mit Jobs zusammen?
Bei 70 Gigawatt sind laut Studie deutlich mehr Beschäftigte möglich, bei 60 Gigawatt drohen dagegen bis zu 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu entfallen.

Welche politische Konsequenz zieht der Verband?
Er fordert verlässliche Ausbaupfade sowie Investitionen in Netzanbindung und Hafeninfrastruktur, damit die Branche ihr Potenzial entfalten kann. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge