– ÖPNV-Angebot in Baden-Württemberg seit 2020 um rund 15 % ausgebaut.
– Baden-Württemberg gilt als Flächenland mit bester ÖPNV-Erreichbarkeit.
– VCD fordert Mobilitätsgarantieausbau, Schnellbusverkehrserweiterung und Pendler- sowie Arbeitgeberabgabe als Finanzierungsbasis.
VCD fordert Ausbau und faire Finanzierung für einen ÖPNV, der wirklich ankommt
Das neue Positionspapier der Grünen Landtagsfraktion zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Im Mittelpunkt steht die ehrgeizige Vision eines ÖPNV, der durch bessere Erreichbarkeit und mehr Angebot mehr Menschen vom Auto weglockt und so die Verkehrswende voranbringt. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Baden-Württemberg reagiert darauf mit einer klaren Bewertung – denn das Bundesland gilt bereits heute als Vorreiter in Sachen ÖPNV-Versorgung.
Seit dem Jahr 2020 ist das Angebot im baden-württembergischen ÖPNV um rund 15 Prozent gewachsen. Das bedeutet mehr Busse, dichtere Takte und neue Linien. Damit steht das Flächenland bundesweit an der Spitze, wenn es um die Fakten zur Erreichbarkeit des ÖPNV geht. Doch dieser Erfolg reicht dem VCD nicht aus. Jörg Dengler, der Landesvorsitzende des VCD, bringt es auf den Punkt: „Diese Erfolgsbilanz zeigt: Wo politisch gewollt und finanziert, bewegt sich etwas. Entscheidend ist jetzt aber: Wir dürfen uns nicht mit dem Erreichten zufriedengeben, sondern müssen den ÖPNV konsequent weiter ausbauen.“
Neben dem Ausbau des Angebots fordert der VCD eine langfristige Absicherung der Mobilitätsgarantie, die sicherstellt, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zum ÖPNV haben. Darüber hinaus muss der Schnellbusverkehr erweitert werden, um Pendlerwege noch effizienter zu gestalten. Für die Finanzierung schlägt der VCD neben einer Pendlerabgabe auch eine Arbeitgeberabgabe vor, die beide dazu beitragen sollen, den Mobilitätspass gerecht zu finanzieren. Nur so kann die Mobilitätsgarantie tatsächlich zum Motor der Verkehrswende werden. „Der VCD fordert die Mobilitätsgarantie langfristig abzusichern, den Schnellbusverkehr auszubauen und eine Pendler- sowie Arbeitgeberabgabe als faire Finanzierung des Mobilitätspasses ins Mobilitätsgesetz aufzunehmen. Nur so wird die Mobilitätsgarantie zum Motor der Verkehrswende,“ heißt es von der stellvertretenden Landesvorsitzenden Petra Schulz.
Diese Forderungen zeigen, dass in Baden-Württemberg viel erreicht wurde, der Aufwand für die Verkehrswende jedoch erheblich bleibt. Ein ÖPNV mit besserer Verfügbarkeit, engeren Taktzeiten und gerechten Finanzierungslösungen soll künftig ein attraktiveres Angebot für Alle schaffen. So lässt sich nicht nur die Erreichbarkeit weiter steigern, sondern auch ein nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Was bedeutet eine Mobilitätsgarantie für Baden-Württemberg?
Eine Mobilitätsgarantie repräsentiert in Baden-Württemberg weit mehr als nur den Anspruch auf einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Sie steht für die verbindliche Zusage, dass alle Bürgerinnen und Bürger – ob in der Stadt oder auf dem Land – jederzeit und unkompliziert Zugang zu klimafreundlichen Verkehrsmitteln haben. Gerade in einem Flächenland wie Baden-Württemberg, dessen ländliche Regionen von spärlicherer Besiedlung geprägt sind, kann ein leistungsfähiger ÖPNV das Leben deutlich verändern: Er bietet eine echte Alternative zum eigenen Auto, erleichtert den Alltag und fördert soziale Teilhabe.
Der Ausbau des ÖPNV in den letzten Jahren zeigt, wie sich Planungen in der Praxis auswirken können. Seit 2020 ist das Angebot in Baden-Württemberg um etwa 15 Prozent gewachsen, mit mehr Bussen, dichterem Takt und neuen Linien. Dies macht das Bundesland zum Spitzenreiter unter den Flächenländern, wenn es um die Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs geht. Doch mit einem gewissen Volumen ist es nicht getan – die Mobilitätsgarantie fordert eine dauerhafte Verlässlichkeit des Angebots, insbesondere auch außerhalb der Ballungszentren. Für die Menschen heißt das: weniger Wartezeit, bessere Anbindung und eine echte Alternative zum Auto.
Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger
Für die Nutzerinnen und Nutzer hat eine Mobilitätsgarantie unmittelbare gesellschaftliche Folgen. Sie schafft mehr Lebensqualität, indem sie Mobilitätsbenachteiligungen reduziert, und unterstützt den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Besonders für Pendlerinnen und Pendler, denen der Weg zur Arbeit über weite Strecken oft nur mit dem Auto möglich ist, sind verbesserte ÖPNV-Angebote entscheidend. Zudem ist die Nutzung von Bus und Bahn eine wichtige Säule der sozialen Gleichstellung, da sie unabhängig von Einkommen Mobilität ermöglicht und so Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichert.
Die Forderungen des Verkehrsclub Deutschland (VCD), wie die Aufnahme einer Pendler- sowie Arbeitgeberabgabe zur fairen Finanzierung des Mobilitätspasses im Mobilitätsgesetz, verknüpfen das Thema Mobilität direkt mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verantwortung. Der Ausbau eines zuverlässigen ÖPNV gilt als Schlüssel, um weitere Schritte der Verkehrswende umzusetzen, bei der weniger CO₂ ausgestoßen und Staus reduziert werden.
Vergleich mit anderen Bundesländern
Im nationalen Vergleich sind Landesinitiativen entscheidend, um bundesweite Klimaziele zu erreichen. Baden-Württemberg hebt sich mit zunehmender ÖPNV-Dichte zunehmend hervor, steht aber vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Flächenländer. Regionen in Bayern oder Nordrhein-Westfalen zeigen, dass eine kombinierte Strategie aus Angebotserweiterung, digitalem Verkehrssystem und flankierenden Finanzierungsmodellen den Erfolg sichert. Die Mobilitätsgarantie wird dort teilweise bereits umgesetzt oder diskutiert und dient als Impuls für Baden-Württemberg, ähnliche Rahmenbedingungen zu schaffen und kontinuierlich zu verbessern.
Erfahrungen aus diesen Regionen legen nahe, dass vor allem die nachhaltige Finanzierung und der Ausbau ergänzender Angebote – etwa Schnellbusverbindungen oder gut vernetzte Nahverkehrsknoten – den Nutzen erhöhen. Dies zeigt sich in Prognosen, die einen Anstieg der ÖPNV-Nutzung vorhersagen, wenn dauerhaft attraktive Angebote bereitgestellt werden.
Herausforderungen und Chancen
Die Umsetzung einer Mobilitätsgarantie bringt finanzielle und infrastrukturelle Anforderungen mit sich. Eine verlässliche Finanzierung des ÖPNV bleibt eine Herausforderung, da der Ausbau und Betrieb zusätzliche Mittel benötigen und langfristige Planung erfordern. Der Vorschlag, eine Pendler- und Arbeitgeberabgabe einzuführen, zielt darauf ab, die Lasten gerechter zu verteilen und eine nachhaltige Finanzierungsbasis zu schaffen.
Gleichzeitig eröffnet die Mobilitätsgarantie Chancen, den Verkehr individueller und grüner zu gestalten – ein entscheidender Beitrag zur Erreichung von Klimazielen und zur Entlastung der Straßen. Durch den Ausbau von Schnellbussen und weiteren Linien kann sich der ÖPNV als attraktives Angebot behaupten und in der Folge mehr Menschen zum Umstieg anregen.
Nutzen und Herausforderungen der Mobilitätsgarantie im Überblick:
- Nutzen: Verbesserung der Erreichbarkeit, soziale Teilhabe, Beitrag zur Verkehrswende, Umweltentlastung
- Herausforderungen: Finanzierung, Infrastrukturentwicklung, langfristige Angebotssicherung
Die Mobilitätsgarantie ist damit ein zentrales Element in der Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs in Baden-Württemberg – mit dem Potenzial, die Mobilität landesweit nachhaltiger, sozial gerechter und zukunftsfähiger zu gestalten.
Die hier verwendeten Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverbands Baden-Württemberg e.V.
8 Kommentare
Ich finde den Ansatz zur Fairness bei der Finanzierung super! Es wird wichtig sein zu sehen, wie das umgesetzt wird und ob es wirklich gerecht ist für alle Leute.
Ja, Fairness ist ein großes Thema hier! Vielleicht sollten wir mal eine Diskussion darüber starten und unsere Ideen sammeln.
Der Ausbau des ÖPNV ist echt beeindruckend! Ich hoffe nur, dass die Qualität dabei nicht leidet. Wie sieht’s eigentlich mit den Wartezeiten aus? Gibt es da schon Verbesserungen?
Ja genau! Ich habe gehört, dass einige Linien immer noch unzuverlässig sind. Das muss sich ändern, damit mehr Menschen umsteigen.
Ich finde den Ansatz wichtig und notwendig! Eine Mobilitätsgarantie könnte wirklich helfen, gerade auf dem Land. Was denkt ihr über die sozialen Aspekte dieser Garantie? Werden alle gleich behandelt?
Die Idee mit der Pendlerabgabe klingt spannend. Aber glauben wir wirklich, dass das viele Leute akzeptieren werden? Es könnte ja Widerstand geben. Wer würde davon am meisten profitieren?
Ich finde es gut, dass der ÖPNV in Baden-Württemberg wächst. Aber wie sicher ist die Finanzierung für die Mobilitätsgarantie wirklich? Es wäre interessant zu wissen, welche konkreten Pläne es gibt, um diese langfristig zu sichern.
Das frage ich mich auch! Wenn nicht genügend Geld da ist, wird es schwierig mit dem Ausbau. Was denkt ihr über die Vorschläge von VCD? Könnte das klappen?