Gesundheitsreform 2024: Verbände fordern Obergrenze und 24/7-Öffnungszeiten für Integrierte Notfallzentren

Verbände haben bei einer Anhörung in Berlin klare Regeln für die Notfallversorgung gefordert: Jedes Integrierte Notfallzentrum soll maximal 100 000 Menschen versorgen und Notdienstpraxen müssen rund um die Uhr geöffnet sein. Damit soll die hohe Belastung der Krankenhäuser reduziert und die Patientensteuerung verbessert werden. Für eine flächendeckende Versorgung in Deutschland wären laut Schätzungen rund 850 solcher Zentren nötig. Ohne diese Reform drohen weiterhin lange Wartezeiten und ineffiziente Ressourcennutzung im Gesundheitssystem.
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Inhaltsübersicht

– Verbändeanhörung zum geplanten NotfallGesetz fand am 26. Juni 2024 in Berlin statt.
– DEKV und Diakonie fordern Obergrenze von 100.000 Patienten pro Integriertes Notfallzentrum.
– Sie verlangen rund-um-die-Uhr geöffnete Notdienstpraxen zur Entlastung der Notaufnahmen.

Zentrale Forderungen zur Reform der Notfallversorgung

Am 26. Juni 2024 stand in Berlin eine wichtige Anhörung der Verbände zum Reformgesetz der Notfallversorgung im Fokus. Dabei wurde insbesondere die Forderung nach einer Begrenzung auf 100.000 zu versorgende Menschen pro Integriertes Notfallzentrum (INZ) hervorgehoben. Diese Obergrenze soll dazu beitragen, die Belastung mit nicht akutmedizinischen Patientinnen und Patienten effektiver zu verteilen. Christoph Radbruch, Vorsitzender des DEKV, erläuterte dazu: „Eine Obergrenze von 100.000 Menschen zur Versorgung durch ein INZ würde die Belastung mit nicht akutmedizinischen Patientinnen und Patienten besser verteilen.“

Ein weiterer zentraler Punkt war die Forderung nach durchgängigen Öffnungszeiten von Notdienstpraxen. Aktuelle Krankenhausdaten zeigen, dass über 40 Prozent der Notaufnahmen zu Zeiten aufgesucht werden, in denen Praxen häufig geschlossen sind. Radbruch unterstrich die Bedeutung einer rund um die Uhr erreichbaren Praxisversorgung: „Nur wenn diese Praxen rund um die Uhr geöffnet sind, können wir eine effektive Patientensteuerung erreichen.“ Zudem verwies er auf die Herausforderung, Patientinnen und Patienten an der Notaufnahme abzuweisen, wenn sie dort einmal angekommen sind: „Sind Hilfesuchende einmal in der Notaufnahme, ist ihnen eine Abweisung schwer vermittelbar.“

Die Einführung von INZ wird als Chance angesehen, die Patientenströme besser zu lenken und Ressourcen effizienter einzusetzen. Schätzungen zufolge wären für eine optimale Versorgung in Deutschland bis zu 850 Integrierte Notfallzentren notwendig. Diese Zahl verdeutlicht den Umfang der angestrebten Neustrukturierung und unterstreicht die Bedeutung der Forderungen für eine zukunftsfähige Notfallversorgung.

Weichenstellung für eine zukunftsfähige Akutmedizin

Die Reform der Notfallversorgung steht im Fokus gesellschaftlicher Debatten. Überlastete Notaufnahmen, fehlende zeitnahe Behandlung und erschöpfte Mitarbeitende sind keine abstrakten Probleme für Fachkreise allein, sondern betreffen die gesamte Bevölkerung. Gerade vor diesem Hintergrund rücken Forderungen wie die Einrichtung einer Obergrenze für Notfallpatienten und die flächendeckende Einführung von rund um die Uhr geöffneten Arztpraxen in den Mittelpunkt. Diese Maßnahmen sollen nicht nur Strukturprobleme lösen, sondern das gesamte Gesundheitssystem stabilisieren und für die Zukunft fit machen.

Die aktuelle Situation zeigt, dass ohne klare Grenzen eine Überlastung der Notaufnahmen droht – mit weitreichenden Folgen für Patienten, Personal und die medizinische Infrastruktur. International zeigen Erfahrungen, dass eine Begrenzung der Patientenzahlen auf Notaufnahmen sowie flexible, rund um die Uhr erreichbare ambulante Angebote die Versorgung verbessern und die medizinische Qualität sichern können. In Deutschland eröffnet die Diskussion um diese Reformen einen grundlegenden Wandel: Weg von überfüllten Kliniken mit langen Wartezeiten, hin zu einer effizienteren Nutzung aller verfügbaren Ressourcen.

Was ändert sich mit der Obergrenze?

Die Einführung einer Obergrenze für die Anzahl an Notfallpatienten soll verhindern, dass Notaufnahmen permanent an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Dadurch kann die Behandlung dringender Fälle mit der nötigen Aufmerksamkeit erfolgen, und das Personal wird entlastet. Im Kern bedeutet das eine verbesserte Steuerung und klare Abgrenzung, welche Patienten tatsächlich eine stationäre Notfallversorgung benötigen und welche ambulant behandelt werden können.

Bedeutung rund um die Uhr geöffneter Praxen

Mit 24/7-Öffnungszeiten für Vertragsarztpraxen sollen Patientinnen und Patienten einen leichteren und zeitnaheren Zugang zur ambulanten Versorgung erhalten. Das entlastet die Krankenhäuser, reduziert unnötige Notaufnahmebesuche und verbessert die Kontinuität der Behandlung. Für viele Menschen heißt das vor allem: eine medizinische Anlaufstelle, die verlässlich erreichbar ist – zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Die wichtigsten Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten:

  • Kürzere Wartezeiten auf ärztliche Hilfe
  • Vermeidung von Überfüllung in Notaufnahmen
  • Verbesserter Zugang zu ambulanter Versorgung auch außerhalb der regulären Sprechzeiten
  • Erhöhung der Behandlungsqualität durch bessere Fachsteuerung
  • Entlastung des medizinischen Personals und damit indirekt bessere Betreuung

Diese Reformen gehen weit über reine organisatorische Anpassungen hinaus und berühren den Alltag jedes Einzelnen. Sie schaffen die Voraussetzungen für eine Akutmedizin, die den heutigen Anforderungen gewachsen ist und sich nachhaltig vom Prinzip „so viel wie möglich“ hin zu „so viel wie nötig“ entwickelt. So kann die Versorgung effizienter, menschlicher und zukunftssicher gestaltet werden.


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Versorgungsgerechtigkeit in Stadt und Land bei der Notfallversorgung

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