DKG fordert Reform der Notfallversorgung: Zentrale Steuerung und integrierte Notfallzentren gegen Überlastung in Krankenhäusern

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine schnelle Reform der Notfallversorgung und schlägt dafür zentral gesteuerte Integrierte Notfallzentren (INZ) in Krankenhäusern vor. Über eine digitale Leitstelle sollen Patientinnen und Patienten vorab eingeschätzt und bei weniger dringenden Fällen direkt an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte vermittelt werden, um die Notaufnahmen zu entlasten. INZ sollen gemeinsam von Kliniken und Kassenärztlichen Vereinigungen betrieben und über ein eigenes Budget finanziert werden. Ziel ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit kürzeren Wartezeiten und einer fairen, kostendeckenden Finanzierung.

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– DKG legt am 20.08.2025 Positionspapier zur Reform der ambulanten Notfallversorgung vor.
– Einführung Integrierter Notfallzentren in Krankenhäusern mit zentraler Patientensteuerung und digitaler Leitstelle.
– Neues, getrenntes Budget zur kostendeckenden Finanzierung der ambulanten Notfallversorgung vorgesehen.

Reform der Notfallversorgung: Konzept der Deutschen Krankenhausgesellschaft für bessere Steuerung und Entlastung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert eine umfassende Reform der ambulanten Notfallversorgung in Deutschland. Anlass ist die derzeit unzureichende Steuerung der Patientenströme und die damit verbundene hohe Belastung der Krankenhaus-Notaufnahmen. „Die Reform der Notfallversorgung ist eines der dringendsten Projekte der Gesundheitspolitik“, stellt der Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß klar. Er hebt hervor, dass die Ampel-Regierung das entsprechende Gesetz bisher nicht durch den parlamentarischen Prozess bringen konnte. Angesichts überfüllter Notaufnahmen müsse die Bundesregierung diese Reform nun zügig angehen. Für viele Betroffene sei es bereits selbstverständlich, bei Notfällen und außerhalb der üblichen Sprechzeiten nicht mehr den Hausarzt, sondern direkt ein Krankenhaus aufzusuchen – zunehmend sogar während der Sprechzeiten.

Die DKG sieht als zentrale Lösung die Einrichtung kooperativ betriebener Integrierter Notfallzentren (INZ) in Krankenhäusern, die eine adäquate und gut erreichbare Notfallversorgung gewährleisten sollen. Dr. Gaß erläutert: „Die heutige Realität der Notfallversorgung hat nicht nur überlastete Notaufnahmen und überlange Wartezeiten für die Hilfesuchenden zur Folge, sondern auch eine völlig untaugliche und nicht kostendeckende Finanzierung der Notaufnahmen, die nicht mehr dem Versorgungsalltag entspricht.“ Deshalb müsse eine Reform auch eine neue, angemessene Finanzierung sicherstellen.

Das Konzept basiert auf zwei wesentlichen Säulen: Erstens eine hochkompetente, digital unterstützte Leitstelle, die rund um die Uhr erreichbar ist und eine verlässliche Ersteinschätzung der Patienten gewährleistet. Zweitens sollen weniger dringliche ambulante Fälle direkt über diese Leitstelle an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte vermittelt werden. Ziel ist es, dass nur diejenigen Patientinnen und Patienten die Krankenhaus-INZ aufsuchen, die diese Versorgung tatsächlich benötigen.

Für die Organisation sieht das Konzept bundesweite Planungskriterien vor, die eine bedarfsgerechte Standortwahl ermöglichen. Die Länder tragen dabei die letztverantwortliche Entscheidung. Dabei spielen die Erreichbarkeit der INZ und die Zahl der von einem Standort zu versorgenden Menschen eine wichtige Rolle. Die INZ sollen von Krankenhäusern und Kassenärztlichen Vereinigungen grundsätzlich gemeinsam betrieben werden. Die konkrete Zusammenarbeit vor Ort soll flexibel gestaltet werden, um den knappen Ressourcen Rechnung zu tragen.

Um den Betrieb der INZ sicherzustellen, fordert die DKG ein neues Finanzierungssystem mit einem vom stationären Bereich getrennten Budget, das alle Sach- und Personalkosten der ambulanten Notfallversorgung abdeckt. Nur so sei eine kostendeckende und nachhaltige Versorgung gewährleistet. Mit diesem Konzept will die DKG die Notfallversorgung grundlegend entlasten, Patienten gezielter steuern und den Versorgungsalltag langfristig verbessern.

Warum die Reform der Notfallversorgung unverzüglich angegangen werden muss

Die Notfallversorgung in Deutschland steht vor einer ernsten Herausforderung: Ämter und Kliniken beklagen seit Jahren eine Überlastung der Notaufnahmen, starke Wartezeiten und ineffiziente Patientensteuerung. Diese Misere rührt von mehreren systemischen Ursachen her und betrifft letztlich alle Bürgerinnen und Bürger, die im Ernstfall schnelle und kompetente medizinische Hilfe erwarten. Derzeit suchen viele Patienten Notaufnahmen auf, obwohl ihre Beschwerden ambulant bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten behandelt werden könnten. Dieses Nutzungsverhalten führt zu einer Überforderung der Krankenhäuser, verlängerten Wartezeiten und einer ungleichen Verteilung der Ressourcen.

Der Kern des Problems liegt in einer mangelnden Steuerung der Patientenflüsse. Die bislang fehlende zentrale Anlaufstelle zur Ersteinschätzung sorgt dafür, dass die Notfallambulanzen oft als erster Kontaktpunkt dienen – auch außerhalb von akuten Notfällen. Dieses Missverhältnis belastet das Personal und verschärft Engpässe in der Versorgung. Zugleich fehlt ein modernes Finanzierungssystem, das den tatsächlichen Aufwand in der Notfallversorgung abdeckt. Für Patienten bedeutet das oft lange Wartezeiten und unübersichtliche Zugangswege.

Systemische Ursachen für Überlastung

Internationale Vergleiche zeigen: Länder mit einer stärkeren Koordination der ambulanten und stationären Notfallleistungen erreichen eine effizientere Versorgung und entlasten ihre Krankenhäuser spürbar. In Deutschland fehlt bislang ein flächendeckendes, integriertes Steuerungssystem, das Patienten mit weniger dringlichen Beschwerden an den richtigen Versorgungsort vermittelt. Konkret fehlen oft digitale Leitstellen, die eine zentrale Anlaufstelle für Hilfesuchende bilden und über direkte Terminvergaben zu Hausärzten oder Fachärzten verfügen. Diese Steuerung ist jedoch essenziell, um die Notaufnahmen von Patienten zu entlasten, die dort nicht unbedingt behandelt werden müssen.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Integrierte Notfallzentren, die unter gemeinsamer Leitung von Krankenhäusern und Kassenärztlichen Vereinigungen ambulante und stationäre Versorgung bündeln, sind nur in Ansätzen vorhanden. Ihre flächendeckende Einführung könnte eine Brücke zwischen ambulanter und stationärer Notfallmedizin schlagen. Aktuelle Reformvorschläge sehen vor, Standorte solcher Zentren nach klaren Kriterien zu bestimmen, um Erreichbarkeit und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dadurch kann die Notfallversorgung effizienter und patientenfreundlicher werden.

Trendwende in der Notfallversorgung

Neue Modelle setzen auf eine zielgerichtete, digitale Patientensteuerung und die Etablierung von Integrierten Notfallzentren (INZ), welche die Schnittstelle zwischen ambulanten Ärzt:innen und Krankenhäusern bilden sollen. Damit soll die Versorgung besser auf tatsächliche Notfälle fokussiert werden und übermäßige Inanspruchnahme des stationären Bereichs vermieden werden. Die Vorstellung, Patientenströme durch eine kompetente Leitstelle zu kanalisieren, entspricht modernen Versorgungstrends und nimmt Rücksicht auf die limitierte Personal- und Finanzkapazität im Gesundheitswesen.

Ein solches Modell verspricht nicht nur Entlastung für das medizinische Personal, sondern auch eine erhebliche Verbesserung der Zugänglichkeit und Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten. Die Herausforderung wird sein, die Zusammenarbeit zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenhäusern vor Ort zu koordinieren sowie ein leistungs- und bedarfsgerechtes Finanzierungssystem einzuführen.

Schlüsselfaktoren für die gegenwärtige Problemlage und die Chancen einer Reform lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Ungesteuerte Patientenströme führen zu Überfüllung der Notaufnahmen mit ambulanten Fällen.
  • Fehlende zentrale Anlaufstellen erschweren zeitnahe Ersteinschätzung und sinnvolle Weiterversorgung.
  • Mangelnde digitale Vernetzung hemmt die effiziente Koordination zwischen ambulanten und stationären Sektoren.
  • Die aktuelle Finanzierung spiegelt Aufwand und Struktur der Notfallversorgung nicht adäquat wider.
  • Integrierte Notfallzentren können die Versorgungskompetenzen bündeln und Patienten zielgenau steuern.
  • Eine digitale Leitstelle mit Terminvermittlung schafft kürzere Wartezeiten und vermeidet unnötige Krankenhausbesuche.
  • Neue Versorgungsmodelle entlasten Personal und Ressourcen durch optimierte Nutzung der Gesundheitsinfrastruktur.

Die geplante Reform der Notfallversorgung will genau diese Defizite angehen, indem sie strukturelle Lücken schließt und moderne Steuerungsmechanismen einführt. Im internationalen Vergleich bewegen sich viele Gesundheitssysteme hin zu einer engen Verzahnung verschiedener Leistungserbringer und einem patientenorientierten Zugangssystem – mit dem Ziel, medizinische Qualität und Effizienz gleichermaßen zu steigern. Auch in Deutschland gilt es nun, diese Entwicklung konsequent umzusetzen.

Die in diesem Beitrag verwendeten Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

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