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WOGE Kiel plant Neubau: Wie Kiel um bezahlbaren Wohnraum, Erneuerung und soziale Verantwortung ringt
In Kiel sorgt ein geplanter Abriss und Neubau in der Lornsenstraße für intensive Diskussionen – und ist längst zum Thema im Oberbürgermeisterwahlkampf geworden. Der Fall rückt bewährte Themen wie bezahlbares Wohnen, Stadtentwicklung und die schwierige Balance zwischen sozialen Anliegen und notwendigen Klimazielen in den Mittelpunkt.
Hintergrund: Die WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG möchte das bestehende, in die Jahre gekommene Gebäude abreißen und an gleicher Stelle einen Neubau mit doppelt so vielen Wohnungen realisieren – 80 statt bisher 40 Einheiten, einen Großteil davon öffentlich gefördert. Die Wohnungsnot in Kiel ist groß, das Quartier sehr gefragt. Doch für die aktuellen Mietenden bedeutet das: ein Umzug, Unsicherheit, Verunsicherung.
„Die WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG hat alles erdenklich Mögliche unternommen, die mit dem Abriss und Neubau verbundenen sozialen Härten der Mieterinnen und Mieter abzufedern. Seit fast sechs Jahren wird die Baumaßnahme vorbereitet. Den betroffenen Bewohnern wurden und werden Ersatzwohnungen angeboten; ihnen wird beim Umzug geholfen. Das ist mehr, als die WOGE Kiel machen müsste. Aber für einen sozialen Vermieter versteht sich das von selbst.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Soziale Verantwortung trifft Klimaschutz
Die Analyse von Fachplanern ist eindeutig: Das Bestandsgebäude kann aus statischen Gründen nicht mehr sinnvoll saniert werden, etwa durch Dämmplatten für den Klimaschutz. Eine energetische Aufwertung – Voraussetzung für viele Förderungen und das Erreichen der Klimaschutzziele – ist nicht möglich. Dadurch wächst der Druck, jener Herausforderung mit Neubau zu begegnen. „Das alte Wohngebäude hat 40 Wohnungen. Durch den Neubau werden 80 Wohnungen – zum großen Teil öffentlich gefördert – entstehen; und das in einem Quartier, das bei den Kielerinnen und Kielern sehr angesagt ist.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Diese Entwicklung ist kein Einzelfall: In vielen Städten Norddeutschlands stehen baldige Modernisierungen und Ersatzneubauten von Wohngebäuden aus den 1950er- und 1960er-Jahren an. „Künftig werden wir häufiger erleben, dass Wohngebäude aus den 50er- und 60er Jahren modernen Gebäuden werden weichen müssen. Das ergibt sich schon allein aus den Anforderungen der Energiewende, die auf energetisch hochwertige Neubauten setzt. Nur so lassen sich die ambitionierten Klimaschutzziele, die die Stadt Kiel sich gestellt hat, erreichen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Umstritten und notwendig
Während die Öffentlichkeit besonders die Perspektive der heutigen Mietenden diskutiert, hebt der Vorstand der Genossenschaft einen weiteren wichtigen Aspekt hervor: Die Verantwortung für alle Mitglieder. „Der Vorstand einer Genossenschaft muss nicht nur die Interessen der Mitglieder vor Ort, sondern auch die Vorstellungen der vielen Tausend anderen Mitglieder berücksichtigen, die an wirtschaftlich und ökologisch vernünftigen Lösungen interessiert sind.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Die Entscheidung für den Abriss und den Neubau fiel also nicht leicht, sondern ist laut Genossenschaft Abwägung zwischen sozialer Verantwortung, wirtschaftlichem Sachverstand und den ökologischen Notwendigkeiten. „Es zeigt sich also, dass es in diesem Fall keinen anderen Weg als den Abriss und den Neubau gibt. Auch wenn das bei dem einen oder anderen Mieter mit einer sozialen Härte verbunden ist.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Kiel vor neuen Herausforderungen
Für die Wohnungswirtschaft bildet der Fall in Kiel ein Lehrstück, wie die Energiewende auch soziale Fragen zuspitzt, aber auch neue Wege für bezahlbaren Wohnraum eröffnen kann. Gerade im Spannungsfeld zwischen Mieterschutz, Modernisierung und Klimaschutz sind Kompromissbereitschaft, Transparenz und Dialog gefragt. Die WOGE nahm nach eigenen Angaben intensive Gespräche und Unterstützungsangebote auf. Doch manchmal allein reicht das nicht: „Jeder Dialog muss am Ende zu einer Entscheidung führen. Und wenn sich die Dialogparteien nicht verständigen können, dann muss der Genossenschaftsvorstand entscheiden. Das hat er getan. Das wird vom VNW unterstützt.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Die Bedeutung dieser Entscheidung reicht über Kiel hinaus. Sie verdeutlicht, wie drängend und komplex die Aufgaben der Wohnungswirtschaft im Spannungsfeld aus sozialer Verantwortung, wirtschaftlicher Vernunft und Klimaschutz sind – ein Thema, das künftig wohl noch häufiger auf die Agenda in deutschen Städten rücken wird.
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ACHTUNG SPERRFRIST 15 Uhr – VNW-Direktor Andreas Breitner und …
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Hintergründe und Trends beim Wohnungsneubau in Norddeutschland: Fakten und Perspektiven der Wohnungswirtschaft
Die aktuelle Diskussion um den geplanten Abriss und Neubau in der Lornsenstraße in Kiel verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die Wohnungswirtschaft in ganz Deutschland steht. Besonders in stark nachgefragten Ballungsräumen wie Kiel ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu einem zentralen Thema der Stadtentwicklung geworden. Hintergrund hierfür sind steigende Einwohnerzahlen, veränderte Wohnbedürfnisse und der wachsende Druck, Flächen effizient zu nutzen.
Vergleichbare Ereignisse zeigen, dass ähnliche Maßnahmen – also der Rückbau alter Gebäude zugunsten von Neubauten – in vielen weiteren norddeutschen Städten erfolgen. Insbesondere Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen orientieren sich dabei an den aktuellen Klimaschutzzielen. Energieeffiziente Neubauten sind oftmals die einzige Möglichkeit, sowohl den energetischen Anforderungen als auch der Nachfrage nach modernen Wohnungen gerecht zu werden. Studien und Prognosen der Branche deuten darauf hin, dass die Sanierung vieler Bestandsgebäude aus den 50er- und 60er-Jahren oftmals unwirtschaftlich oder – wie im Fall Lornsenstraße – bautechnisch nicht umsetzbar ist.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass durch den Abriss alter Gebäude und die anschließende Verdopplung des Wohnraums im Neubau zahlreiche zusätzliche und geförderte Wohnungen entstehen können. Dies trägt dazu bei, den Markt für sozialen Wohnungsbau zu stärken und gleichzeitig die angespannte Lage für Wohnungssuchende spürbar zu entlasten. Experten sehen hierin einen wichtigen Schritt für die nachhaltige Stadtentwicklung in Norddeutschland, wodurch auch die Zielsetzungen der Energiewende realisierbar werden.
Mit Blick auf die zukünftigen Entwicklungen dürfte derartige Maßnahmen an Bedeutung gewinnen, da sowohl die städtischen als auch die wohnungspolitischen Erwartungen an Klimaschutz und Wohnraumversorgung stetig wachsen. Die Wohnungsunternehmen und insbesondere die Wohnungsgenossenschaften stehen dabei vor der Aufgabe, zwischen den Interessen der aktuellen Bewohner und den Bedürfnissen künftiger Generationen abzuwägen. Die Abbildung dieser komplexen Interessenlage und ein transparenter Dialog mit allen Beteiligten gelten als zentral für eine erfolgreiche und sozial verträgliche Umsetzung solcher Bauvorhaben.
Weitere Informationen zu den Hintergründen und aktuellen Entwicklungen in der norddeutschen Wohnungswirtschaft, zu Fördermöglichkeiten und zu Beispielen nachhaltiger Neubauprojekte sind auf den Informationsseiten des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen sowie den Homepages lokaler Wohnungsgenossenschaften abrufbar. Wohnungsinteressenten und Investoren finden dort auch Vergleichsdaten, aktuelle Wohnungsangebote sowie Hinweise zu Förderkonditionen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
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7 Antworten
Kiel braucht wirklich mehr Wohnraum, aber ich sehe auch die Herausforderung in der sozialen Verantwortung. Wie viel Einfluss haben die Mieter auf die Entscheidungen der Genossenschaft? Das sollte doch diskutiert werden!
„Die WOGE hat gesagt, sie kümmert sich um alles! Aber wird das wirklich klappen? Ich denke da gibt’s viele Fragen zu klären und das muss öffentlich diskutiert werden.“
Die Idee von neuem Wohnraum klingt gut, aber ich mache mir Sorgen um die Menschen, die jetzt dort wohnen. Gibt es Pläne für Unterstützung während des Umzugs? Das sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden.
Ich stimme zu! Es ist wichtig, dass die Genossenschaft transparent kommuniziert und alle Mieter gut informiert sind. Was sind eure Erfahrungen mit ähnlichen Umzügen?
Man könnte auch überlegen, wie man bestehende Gebäude besser sanieren kann. Gibt es dazu schon Ideen oder Konzepte von der WOGE oder anderen Experten?
Ich finde es echt wichtig, dass mehr Wohnungen gebaut werden. Aber was ist mit den aktuellen Mietern? Ich hoffe, die WOGE sorgt dafür, dass niemand auf der Straße landet. Wie wird das genau umgesetzt?
Das ist ein guter Punkt! Aber ich habe auch gehört, dass die neuen Wohnungen nicht so günstig sein könnten. Was denkt ihr über die Preise? Muss da nicht mehr gemacht werden?