Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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Schleswig-Holstein setzt Zeichen für klimagerechtes und bezahlbares Wohnen
Ein bedeutender Schritt für die Zukunft des Wohnens in Schleswig-Holstein: Das Umweltministerium und das Innenministerium haben sich gemeinsam mit wichtigen Vertretern der Wohnungswirtschaft und weiteren Verbänden zur Gründung des neuen Netzwerks Planen, Bauen und Wohnen entschlossen. Das Ziel ist klar: Bezahlbares und klimaverträgliches Wohnen soll in Schleswig-Holstein nicht nur ein Wunsch, sondern Realität werden. Die förmliche Vertragsunterzeichnung markiert einen Meilenstein für die Branche und die Menschen im Land.
Schon jetzt ist klar, dass das Netzwerk Antworten auf drängende Fragen finden muss – und zwar schnell. Beteiligte Vertreter betonen, dass der bewährte Klimapakt mit der Landesregierung fortgeführt wird. Für sie ist es ein wichtiger Erfolg, dass die Landesregierung auf ihre Forderung reagiert hat, diesen Weg weiterzugehen. „Das Ziel des Klimapaktes war, Ideen für den Klimaschutz zu entwickeln und auf Ordnungsrecht zu verzichten. Klar ist auch, dass Klimaschutz nicht zum Nulltarif zu erhalten ist. Daher gilt der Grundsatz: Wer fordert, muss auch fördern.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Doch es gibt nicht nur Applaus – auch kritische Stimmen werden laut. Die Wohnungswirtschaft fordert klare Strukturen und warnen vor zu großen Runden und langwierigen Abstimmungsprozessen: „Wir wollen nicht die Europäische Verfassung unterzeichnen, sondern mit praktischer Vernunft Klimapfade beschreiben. Erfolgreiche Pakte zeichnen sich hingegen durch schnelle Entscheidungen und eine kleine Teilnehmerzahl aus.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe – mit Blick auf die soziale Realität
Die praktische Umsetzung ist eine Herausforderung. Kay Brahmst, Vorsitzender des BFW Nord, unterstreicht die notwendige Balance zwischen Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit: „Der Klimaschutz im Gebäudebestand muss unter realistisch umsetzbaren Voraussetzungen durchgeführt werden: bezahlbar für Mieter:innen und leistbar für Eigentümer:innen. Die erforderlichen Maßnahmen werden hohe Investitionen auslösen, die auf die Schultern aller Beteiligter fair verteilt werden müssen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Er mahnt zudem, dass der technische Fortschritt nicht aus den Augen verloren werden darf, Vorfestlegungen verhinderten kreative Lösungen.
Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), sieht im „Quartiersansatz“ und in der Sektorenkopplung einen Weg, Klimaschutz sozial gerecht zu gestalten. Doch er warnt: „Wir warnen ausdrücklich davor, Klimaschutzauflagen zu verschärfen und den Zeitraum bis zum Erreichen von Klimaneutralität zu verkürzen. … Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen hingegen werden das mit einem deutlichen Rückgang ihres Lebensstandards bezahlen müssen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Alexander Blažek, Verbandsvorsitzender von Haus & Grund in Schleswig-Holstein, betont, ist die Bedeutung einer dauerhaften Förderung von Energieberatung: „Das Förderprogramm Energieberatung darf daher keine Eintagsfliege werden. Klimaschutz ist ein Marathon und bedarf Durchhaltevermögen. Das gilt insbesondere für die Finanzierung dieses Projekts.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Eine Branche in Verantwortung – Fakten, Hintergründe, Perspektiven
Die Wohnungswirtschaft in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern betreut rund 775.000 Wohnungen, in denen etwa zwei Millionen Menschen leben. Mit einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 6,74 Euro pro Quadratmeter bleibt das Ziel, bezahlbaren Wohnraum für alle Gesellschaftsschichten zu schaffen, im Fokus. Brancheninterne Initiativen und Netzwerke werden so nicht nur zu Schrittmachern für den Klimaschutz, sondern tragen maßgeblich zur sozialen Stabilität in der Region bei.
Die Gründung des Netzwerks markiert einen wichtigen Wendepunkt: Praktische Lösungen für bezahlbares, klimaschonendes Wohnen sind wichtiger denn je. Damit setzt Schleswig-Holstein ein Beispiel für das ganze Land – und vielleicht sogar darüber hinaus. Die Zeit der Verzögerung ist vorbei. Jetzt zählt das Machen, miteinander und für alle.
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„Wer fordert muss auch fördern!““ – Wohnungswirtschaft zur Gründung des …
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Hintergründe und Ausblick: Schleswig-Holsteins Wohnungsmarkt zwischen Klimaschutz und Sozialverträglichkeit
Mit dem Start des Netzwerk Planen, Bauen und Wohnen werden in Schleswig-Holstein neue Impulse für ein bezahlbares und gleichzeitig klimafreundliches Wohnen gesetzt. In der aktuellen Branchendiskussion rund um den Wohnungsmarkt der Region steht außer Frage, dass Klimaschutz im Gebäudesektor ein zentrales gesellschaftliches Thema ist. Die Wohnungswirtschaft sieht sich hier zunehmend mit widersprüchlichen Anforderungen konfrontiert: Einerseits besteht der gesellschaftliche Konsens, dass die Energiewende im Gebäudebereich dringend vorangetrieben werden muss. Andererseits wachsen die Sorgen angesichts der steigenden Kosten für Bau und Sanierung, die für Mieter und Eigentümer gleichermaßen zu einer Herausforderung werden.
Vergleichbare Bündnisse wie die Allianz für Wohnen auf Bundesebene oder Klimapartnerschaften in anderen Bundesländern zeigen, dass ein enger Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Verbänden notwendig ist, um tragfähige Kompromisse zwischen ambitionierten Klimaschutzzielen und sozialverträglicher Mietenpolitik zu finden. Gerade im Zusammenhang mit aktuellen Entwicklungen hinsichtlich knapper werdender Ressourcen, steigender Baukosten und immer intensiver diskutierten Förderprogrammen kommt der Zusammenarbeit im neuen Netzwerk eine besondere Bedeutung zu.
Erwartungen der Verbände richten sich dementsprechend vor allem auf pragmatische Lösungen, eine effektive Nutzung bestehender und zukünftiger Förderprogramme sowie eine möglichst klare Orientierung an der Lebensrealität der Menschen vor Ort. Die Förderung von Energieberatung für private Eigentümer und die Fokussierung auf Quartiersansätze werden als zentrale Bestandteile einer nachhaltigen Transformation angesehen.
Derzeit ist absehbar, dass die gesetzlichen Vorgaben weiter verschärft werden könnten – dies jedoch nur dann breite Akzeptanz finden wird, wenn Maßnahmen so ausgestaltet sind, dass keine sozialen Verwerfungen entstehen und sich die Investitionen auch wirtschaftlich darstellen lassen. Prognosen zeigen, dass sich der Wandel auf dem Wohnungsmarkt nur mit ergänzenden Finanzierungshilfen, steuerlichen Anreizen und vereinfachten Genehmigungsverfahren beschleunigen lässt.
Vor diesem Hintergrund wird das Netzwerk Planen, Bauen und Wohnen entscheidend dafür sein, wie schnell und nachhaltig Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich die Klimaziele im Gebäudebestand umsetzen kann. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre machen deutlich, dass Transparenz, praxisnahe Ansätze und die Bereitschaft zu Kompromissen wichtige Erfolgsfaktoren für die Zukunft der Wohnungswirtschaft sind.
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9 Kommentare
Es ist schön zu sehen, dass etwas unternommen wird! Was denkt ihr über die Rolle von Energieberatung? Ist das wirklich hilfreich oder nur ein weiterer bürokratischer Schritt?
Ich denke schon, dass Energieberatung wichtig ist! Aber sie muss zugänglich sein und nicht nur für reiche Menschen. Es muss für alle einen Nutzen haben!
Ja genau! Es sollte auf jeden Fall bezahlbar sein und jeder sollte Zugang zu solchen Beratungen haben.
Ich finde den Ansatz gut, aber ich hoffe wirklich, dass der Fokus nicht nur auf den großen Unternehmen liegt. Die Menschen müssen auch gehört werden! Wie kann das Netzwerk sicherstellen, dass alle Stimmen zählen?
Das ist ein guter Punkt! Vielleicht sollte es regelmäßige Treffen geben, wo auch Mieter ihre Meinungen äußern können.
Klimaschutz ist so wichtig! Aber wie steht es um die Mieten? Ich mache mir Sorgen, dass bezahlbares Wohnen in Gefahr ist. Gibt es Pläne dafür?
Ich finde es gut, dass Schleswig-Holstein da aktiv wird. Aber gibt es auch konkrete Beispiele für erfolgreiche Projekte? Ich glaube, das könnte anderen helfen, den richtigen Weg zu finden.
Das wäre wirklich spannend zu wissen! Ich denke, wenn man gute Beispiele hat, dann können andere Regionen auch lernen und ähnliche Maßnahmen umsetzen.
Das klingt alles sehr interessant, ich frage mich aber, wie genau die Finanzierung für die Klimaschutzmaßnahmen aussehen soll. Wer wird das alles bezahlen? Es wäre wichtig, dass hier klare Strukturen geschaffen werden!