– Erste globale Datenbank für tierversuchsfreie Forschungs- und Testmethoden
– Bietet Übersicht über fast 400 Unternehmen mit humanrelevanten Verfahren
– Unterstützt EU-Kommission bei Ausstiegs-Fahrplan zur tierversuchsfreien Chemikalientestung
NATworks: Globale Datenbank für tierversuchsfreie Forschung startet mit knapp 400 Unternehmen
Wie finden Forschende, Unternehmen und Regulierungsbehörden zuverlässige Partner für tierversuchsfreie Methoden? NATworks – die weltweit erste Plattform, die Unternehmen erfasst, die den Wandel hin zu tierversuchsfreier Forschung und Testung vorantreiben, bietet diese Orientierung. Die unter www.nat-works.org gestartete Datenbank verzeichnet bereits zum Launch knapp 400 Unternehmen weltweit – von Konzernen über spezialisierte Dienstleister bis hin zu Start-ups (Stand: 06. November 2025, Pressemitteilung Ärzte gegen Tierversuche e.V.)*.
Die internationale Relevanz des Projekts zeigt sich auch in der Anerkennung durch die EU-Kommission: Bei der EU-Kommission ist NATworks bereits im Katalog der „Transitional Initiatives“ gelistet. Diese Initiativen unterstützen die EU-Kommission bei der EU-Roadmap zur tierversuchsfreien Chemikalientestung, die Anfang 2026 veröffentlicht werden soll*.
Bereits im August 2025 sorgte das Projekt für Aufsehen: Der erste NATworks-Prototyp wurde im August 2025 auf dem Weltkongress für tierversuchsfreie Methoden in Rio de Janeiro präsentiert und erntete großes internationales Interesse (Stand: August 2025, Pressemitteilung Ärzte gegen Tierversuche e.V.)*.
Technologie und Qualitätssicherung
Die Datenbank setzt auf moderne Technologie: Die Daten werden mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) automatisch gesammelt, analysiert, kategorisiert und laufend aktualisiert – ausschließlich auf Basis öffentlich zugänglicher Unternehmensinformationen. Dennoch bleibt der menschliche Expertenblick zentral: Die Qualitätskontrolle und Freigabe erfolgt stets manuell durch wissenschaftliche Experten.
Das entscheidende Aufnahmekriterium ist eindeutig: Zentrales Aufnahme-Kriterium für NATworks ist natürlich: Keine Tierversuche!
Vision für die Zukunft
Die Plattform soll künftig über ihre Kernfunktion hinauswachsen: Künftig soll NATworks auch Vernetzungs- und Karriereplattform sein, über die Forschende, Studierende und Unternehmen gezielt Kontakte und Kooperationen finden können.
Die Projektverantwortliche Julia Radzwill betont die Bedeutung für den wissenschaftlichen Nachwuchs: „Jungen Menschen, die forschen, aber keine Tierversuche machen wollen, wird es oft schwer gemacht. Mit NATworks möchten wir zeigen: Es geht ohne Tierversuche – und dabei viel besser“.
Zur strategischen Ausrichtung erklärt die Wissenschaftsreferentin: „Mit NATworks schaffen wir erstmals eine Plattform, die Innovationskraft und Expertise aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringt, um einer menschenrelevanten Forschung zum Durchbruch zu verhelfen. Gerade der Markt kann hier den Paradigmenwechsel beschleunigen“.
Tierversuchsfreie Forschung: Warum globale Transparenz entscheidend ist
Die Entwicklung tierversuchsfreier Forschungsmethoden hat in den letzten Jahren erheblich an Fahrt aufgenommen. Während traditionelle Tierversuche zunehmend in Frage gestellt werden, entsteht parallel eine vielfältige Landschaft innovativer Ansätze. Diese reichen von menschlichen Zellkulturen über komplexe Organoide bis hin zu computergestützten Simulationen. Die wachsende Bedeutung dieser Methoden spiegelt sich auch in wissenschaftlichen Datenbanken wider: Die NAT-Datenbank verzeichnete im Juli 2024 332 Einträge zu kommerziell nutzbaren tierversuchsfreien Methoden.* Bis Februar 2025 stieg diese Zahl auf 2.097 wissenschaftliche Einträge an*, die verschiedene tierversuchsfreie Forschungsmethoden dokumentieren – ein deutlicher Beleg für die dynamische Entwicklung dieses Forschungsfeldes.
Zahlreiche Ansätze: Was unter tierversuchsfreien Methoden verstanden wird
Moderne tierversuchsfreie Forschung umfasst ein breites Spektrum an Technologien, die menschliche Biologie präziser abbilden als tierische Modelle. Organoide – miniaturisierte, dreidimensionale Gewebestrukturen – simulieren menschliche Organe in der Petrischale und ermöglichen realistischere Wirkstofftests. Multi-Organ-Chips verbinden verschiedene Gewebetypen in mikrofluidischen Systemen, um komplexe physiologische Wechselwirkungen nachzubilden. In-silico-Methoden nutzen computergestützte Simulationen und künstliche Intelligenz, um biologische Prozesse vorherzusagen und zu modellieren. Diese humanbasierten Ansätze versprechen nicht nur ethische Vorteile, sondern auch höhere Aussagekraft für die menschliche Gesundheit.
Die Verfügbarkeit dieser Methoden wird zunehmend systematisch erfasst. Seit 2020 ist die NAT-Datenbank in das Datenbank-Infosystem (DBIS) integriert und steht Studierenden sowie Mitarbeitenden von über 340 Universitätsbibliotheken öffentlich zur Verfügung. Die Erfassung erfolgt teilweise durch KI-gestützte Systeme, die öffentlich zugängliche Forschungsdaten automatisch sammeln und kategorisieren, bevor wissenschaftliche Experten die Qualität manuell prüfen.
Warum Sichtbarkeit für Anbieter wichtig ist
Die wachsende Zahl tierversuchsfreier Methoden stellt Forschungseinrichtungen und Unternehmen vor eine neue Herausforderung: den Überblick zu behalten. Bisher existierten nur fragmentierte Informationen über Anbieter entsprechender Technologien und Dienstleistungen. Diese Intransparenz erschwert den Umstieg auf moderne Methoden, da potenzielle Nutzer nicht wissen, wo sie geeignete Lösungen finden können.
Globale Register wie NATworks schaffen hier Abhilfe, indem sie Anbieter tierversuchsfreier Technologien systematisch erfassen und nach Forschungsfeldern, Ländern oder Anwendungsbereichen filterbar machen. Solche Plattformen werden zu digitalen Knotenpunkten, die Wissenschaft, Wirtschaft und Regulierungsbehörden vernetzen. Sie unterstützen nicht nur die gezielte Suche nach spezifischen Methoden, sondern bilden auch die Grundlage für politische Entscheidungen – etwa bei der EU-Roadmap zur tierversuchsfreien Chemikalientestung, die für 2026 geplant ist.
| Datum | Anzahl Einträge | Einheit | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| Juli 2024 | 332 | Einträge | NAT-Datenbank* |
| Februar 2025 | 2.097 | Einträge | NAT-Datenbank* |
Die zunehmende Verbreitung und systematische Erfassung tierversuchsfreier Methoden markiert einen Paradigmenwechsel in der Forschung. Sie zeigt: Die wissenschaftliche Community entwickelt nicht nur ethisch vertretbare Alternativen, sondern schafft auch die infrastrukturellen Voraussetzungen für ihren breiten Einsatz.
Zahlen, Fakten und Verbreitung
Die Entwicklung der NAT-Datenbank zeigt eindrücklich, wie schnell sich das Feld der tierversuchsfreien Forschungsmethoden professionalisiert. Innerhalb weniger Monate verzeichnete die Datenbank ein beachtliches Wachstum, das sowohl auf eine stärkere Dokumentation bestehender Verfahren als auch auf die Erweiterung der erfassten Kategorien hinweist.
Zahlen im Zeitverlauf
Die Entwicklung der NAT-Datenbank lässt sich anhand konkreter Zahlen nachvollziehen: Im Juli 2024 sind 332 Einträge in der NAT-Datenbank zu kommerziell nutzbaren tierversuchsfreien Methoden gelistet (Stand: Juli 2024, Quelle: Ärzte gegen Tierversuche). Nur sieben Monate später verzeichnet die NAT-Datenbank im Februar 2025 insgesamt 2.097 wissenschaftliche Einträge zu tierversuchsfreien Forschungsmethoden, inklusive In-vitro-, In-silico- und Organoid-Modellen (Stand: Februar 2025, Quelle: Wikipedia). Dieser massive Zuwachs spiegelt nicht nur das wachsende Angebot an Alternativmethoden wider, sondern auch die systematischere Erfassung und Kategorisierung bestehender Verfahren.
Die Zugänglichkeit dieser Daten wurde konsequent ausgebaut: Die NAT-Datenbank ist in das Datenbank-Infosystem (DBIS) integriert und steht Studierenden und Mitarbeitenden von über 340 Universitätsbibliotheken öffentlich zur Verfügung (Stand: 2025, Quelle: Wikipedia)*. Diese Integration sichert die wissenschaftliche Anschlussfähigkeit und ermöglicht Forschenden an deutschen Hochschulen einen direkten Zugriff auf die gesammelten Methoden.
Dennoch bleibt die internationale Landschaft fragmentiert: Die Entwicklung der tierversuchsfreien Verfahren wächst stark, wobei vor allem kleinere Anbieter und Start-ups globale Datenbanken nutzen, um sichtbar zu werden (Stand: 2025, Quelle: Wikipedia)*. Diese Lücke unterstreicht die Bedeutung von Initiativen wie der NAT-Datenbank, die als zentrale Anlaufstelle für Wissenschaft und Wirtschaft dienen.
Chancen und Grenzen einer zentralen Datenbank
Die Einführung einer zentralen Plattform für tierversuchsfreie Forschungsmethoden wirft wichtige Fragen nach ihren gesellschaftlichen Auswirkungen auf. Einerseits verspricht sie beschleunigte Innovation und bessere Vernetzung, andererseits müssen methodische und regulatorische Vorbehalte transparent diskutiert werden.
Chancen für Forschende und Start-ups
Für Wissenschaftler und junge Unternehmen eröffnet eine globale Datenbank bisher ungenutzte Möglichkeiten. Sie bietet Forschenden, die ohne Tierversuche arbeiten wollen, erstmals eine strukturierte Übersicht über potenzielle Arbeitgeber und Kooperationspartner. Gerade Start-ups profitieren von der erhöhten Sichtbarkeit in einem bisher fragmentierten Markt. Kleinere Anbieter nutzen globale Datenbanken gezielt, um international wahrgenommen zu werden*. Diese Vernetzungsfunktion stärkt Karrierepfade in der tierversuchsfreien Forschung und schafft einen digitalen Marktplatz für humanrelevante Methoden.
Regulatorische und methodische Vorbehalte
Trotz der offensichtlichen Vorteile bleiben kritische Punkte zu bedenken. Die Datenqualität und Repräsentativität einer solchen Plattform hängen maßgeblich von ihrer Aktualisierungsmethodik ab. Da die Erfassung primär auf öffentlich zugänglichen Unternehmensinformationen basiert, könnten nicht-veröffentlichte Aktivitäten oder neuartige Verfahren unterrepräsentiert bleiben. Zudem besteht die Herausforderung, die wissenschaftliche Validität der gelisteten Methoden konsistent zu bewerten – besonders bei sich rasch entwickelnden Technologien wie Organoiden oder Multi-Organ-Chips.
Die folgende Gegenüberstellung fasst zentrale Aspekte zusammen:
-
Vernetzung: Bietet Forschenden und Unternehmen erstmals eine strukturierte Übersicht über die globale Landschaft tierversuchsfreier Methoden
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Marktsichtbarkeit: Ermöglicht spezialisierten Anbietern internationale Reichweite und gezielte Kooperationen
-
Datenqualität: Abhängigkeit von öffentlichen Unternehmensinformationen könnte die Vollständigkeit beeinträchtigen
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Methodische Transparenz: Konsistente Bewertung der wissenschaftlichen Validität verschiedener Verfahren bleibt herausfordernd
Die Balance zwischen diesen Chancen und Grenzen bestimmt maßgeblich, wie effektiv eine solche Plattform den Übergang zu tierversuchsfreier Forschung tatsächlich beschleunigen kann. Entscheidend wird sein, wie transparent mit methodischen Limitationen umgegangen und wie regelmäßig die Datenbasis kritisch überprüft wird.
Ausblick: Wie NATworks den Wandel beschleunigt
Die Einführung von NATworks markiert einen wichtigen Schritt in der Transformation hin zu tierversuchsfreier Forschung. Mit der für Anfang 2026 angekündigten EU-Roadmap zur tierversuchsfreien Chemikalientestung steht ein weiterer Meilenstein bevor*. Die Plattform kann hier als strategisches Werkzeug dienen, indem sie den aktuellen Stand der humanrelevanten Forschungslandschaft dynamisch abbildet und damit gezielte Förderentscheidungen ermöglicht. Durch die systematische Erfassung von Unternehmen, die tierversuchsfreie Methoden entwickeln oder anwenden, unterstützt NATworks die gezieltere Steuerung von Fördermaßnahmen – weg von Tierversuchen, hin zu modernen, menschbasierten Ansätzen.
Die bereits in der Pressemitteilung vom 6. November 2025 erwähnte Aufnahme in den Katalog der „Transitional Initiatives“ der EU-Kommission unterstreicht die politische Relevanz der Datenbank. Diese Positionierung verleiht NATworks zusätzliches Gewicht bei der bevorstehenden Umsetzung des europäischen Ausstiegsfahrplans*.
Für alle, die sich für tierversuchsfreie Forschung interessieren oder selbst aktiv werden möchten, bietet NATworks einen direkten Zugang zur weltweiten Community innovativer Unternehmen und Forschungsansätze*. Die Plattform entwickelt sich kontinuierlich weiter und wird künftig auch Vernetzungsmöglichkeiten für Forschende, Studierende und Unternehmen bereitstellen.
Die nachfolgenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung von Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Die NAT-Datenbank verzeichnet im Februar 2025 insgesamt 2.097 wissenschaftliche Einträge zu tierversuchsfreien Forschungsmethoden, inklusive In-vitro-, In-silico- und Organoid-Modellen.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/NAT-Datenbank
- „Die NAT-Datenbank ist seit 2020 in das Datenbank-Infosystem (DBIS) integriert und steht Studierenden und Mitarbeitenden von über 340 Universitätsbibliotheken öffentlich zur Verfügung (Stand 2025).“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/NAT-Datenbank
- „Im Juli 2024 sind 332 Einträge in der NAT-Datenbank zu kommerziell nutzbaren tierversuchsfreien Methoden gelistet.“ – Quelle: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/news/datenbank-fuer-tierversuchsfreie-methoden-bereits-ueber-2-000-eintraege
- „Trotz der stark wachsenden Entwicklung existieren derzeit keine vollständigen internationalen Register für tierversuchsfreie Verfahren; vor allem kleinere Anbieter und Start-ups nutzen globale Datenbanken, um sichtbar zu werden (Stand 2025).“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/NAT-Datenbank
7 Antworten
Ich bin sehr gespannt auf die Entwicklungen der NAT-Datenbank. Es ist wichtig für uns alle. Wie könnt ihr sicherstellen, dass alle Informationen immer aktuell sind? Ich denke daran, wie dynamisch sich diese Forschung verändert.
Das ist eine gute Frage! Wenn die Informationen veraltet sind, könnte das Problematisch sein für Forscher und Unternehmen.
Ich finde es großartig, dass junge Forscher Unterstützung bekommen! Gibt es spezielle Programme oder Stipendien für Studierende, die in diesem Bereich arbeiten möchten? Das würde viele motivieren!
Die Plattform hat wirklich Potenzial! Ich hoffe, dass viele Forscher sie nutzen werden. Was denkt ihr über die Rolle von Künstlicher Intelligenz in diesem Prozess? Ist das nicht ein wenig riskant?
Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Unternehmen jetzt in der Datenbank gelistet sind. 400 ist eine große Zahl! Glaubt ihr, dass wir in Zukunft noch mehr Alternativen zu Tierversuchen sehen werden?
Ich finde das Thema wirklich interessant! Die Idee einer Datenbank für tierversuchsfreie Methoden ist super wichtig. Ich frage mich, wie genau die Qualität der Daten gewährleistet wird. Könnte jemand dazu mehr erklären?
Ja, das interessiert mich auch. Wie wird sichergestellt, dass die Firmen, die gelistet sind, tatsächlich keine Tierversuche machen? Das wäre wichtig zu wissen.