Verbandsbüro

Vereine und Verbände informieren | Nachrichten vom 17.03.2021

Verbandsnachrichten
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Hartmannbund fordert die sofortige Umsetzung des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst | #Gesundheit #Arbeitsbedingungen

Stärkung des ÖGD dringend erforderlich

Die Arbeitskreise III (Öffentliche Gesundheitsdienste) und V (Assistenzärzte) des Hartmannbundes fordern Bund, Länder und Kommunen aufgrund der deutlichen strukturellen Defizite des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) auf, jetzt endlich die Reform der Infra-, Personal- und Tarifstruktur umzusetzen.

Die aktuelle COVID-19-Pandemie verdeutliche eindrücklich die zentrale und tragende Rolle des ÖGD in der Sicherstellung der Bevölkerungsgesundheit in Deutschland. Als Konsequenz hatten Bund und Länder im Sommer 2020 im „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ beschlossen, den ÖGD in Deutschland langfristig und substanziell auf allen Ebenen zu stärken. Inhalt des Paktes ist u. a. die Schaffung von bundesweit 5000 zusätzlichen Stellen in den ÖGD-Gesundheitsberufen.

Seiner Schlüsselrolle werde der ÖGD auf Dauer aber nur gerecht werden können, wenn die öffentlichen Arbeitgeber die Leistung der ÖGD-Gesundheitsberufe gebührend anerkennen. „Der ÖGD ist für Ärztinnen und Ärzte ein eher unattraktives Fachgebiet, da es bisher keine, dem Krankenhaus annähernd äquivalente Tarifierung gibt.

Deshalb fordern wir die Tarifparteien auf, zeitnah an den Verhandlungstisch zurückkehren und diese Ungerechtigkeit zu beenden“, erklärt der Vorsitzende des Arbeitskreises „Assistenzärzte im Hartmannbund“, Dr. Sebastian Gassner. Der Öffentliche Gesundheitsdienst stelle ein urärztliches und gleichzeitig abwechslungsreiches Tätigkeitsspektrum dar. Aus Sicht des Hartmannbundes muss es nun die oberste Pflicht aller Beteiligten sein, durch Nachwuchsförderung und attraktive Arbeitsbedingungen diesen Pfeiler des deutschen Gesundheitswesens wieder zu dem zu machen, was er einmal war.


58. Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Baden-Württemberg | #Kultur

Unglaubliche 1754 der besten Nachwuchsmusikerinnen aus ganz Baden-Württemberg haben zur Teilnahme am digitalen „Jugend musiziert“-Wettbewerb Baden-Württemberg 2021 Musikvideos produziert und zur Beurteilung eingesandt.

Innerhalb von fünf Tagen werten knapp 100 Jurorinnen diese Solo- und Ensemblewertungen an der Landesakademie Ochsenhausen und der Bundesakademie Trossingen: Dieses Jahr sind die Solokategorien Blasinstrumente, Zupfinstrumente, Bass (Pop), Musical und Orgel an der Reihe. In den Ensemblewertungen sind Duo Klavier und ein Streichinstrument, Klavier vierhändig und Duo-Kunstlied vertreten.

Da wegen der Einschränkungen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie in diesem Jahr die Regionalwettbewerbe „Jugend musiziert“ im Januar nicht stattfinden konnten, wurden Regional- und Landesebene zu einem Baden-Württemberger Gesamtwettbewerb zusammengefasst. Alle jungen Musiker*innen ab Altersgruppe III haben nun direkt die Chance, eine der begehrten Weiterleitungen zum Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ zu ergattern, der zu Beginn der Pfingstferien in Bremen stattfinden wird.

Die Gastgeber-Akademien Ochsenhausen und Trossingen, die für die Unterbringung der Juror*innen und die technische Ausstattung sorgen, bilden gemeinsam mit den Verantwortlichen des Landesmusikrats Baden-Württemberg ist ein kompetentes Team, das sich für eine wohlwollende und faire Bewertung der Einsendungen einsetzt.

Allgemeine Informationen zu „Jugend musiziert“

„Jugend musiziert“ ist der weltweit größte Jugendmusikwettbewerb mit einer langen Tradition: Er wird seit 1963 jährlich in Deutschland ausgetragen und steht allen jungen Amateurmusiker*innen ab dem Vorschulalter in verschiedenen Instrumentalkategorien offen. Der Wettbewerb ist dreistufig gegliedert, von der Regional-, über die Landes- bis hin zur Bundesebene. Allen Ebenen gemeinsam ist die Durchführung von Wertungsspielen in einem begrenzten Zeitrahmen mit für die Altersgruppen adäquaten Anforderungen. Die Wertung erfolgt durch Punktevergabe einer Fachjury: Es können maximal 25 Punkte vergeben werden.

Der Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ ist ein Projekt unter der Trägerschaft des Landesmusikrats Baden-Württemberg e. V. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie dem Sparkassenverband Baden-Württemberg als treuer Partner und Hauptsponsor.

Weitere Informationen und die Wertungsprogramme finden Sie unter

www.jumu.lmr-bw.de

Pressekontakt: Landesmusikrat Baden-Württemberg e.V.

www.lmr-bw.de


Erstes telemedizinisches Kinderwunschkonsil geht ab April an den Start | #Ärzte #Kinder

Berlin, 17. März 2021

Zwei im Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) organisierte Facharztverbände, der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und der Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands (BRZ) haben ein erstes telemedizinisches Kinderwunschkonsil auf die Beine gestellt.

Die Ärztliche Vertragsgemeinschaft Deutschlands (ÄVGD), ein zum SpiFa e.V. gehörendes Unternehmen der Sanakey Gruppe, hat die Entwicklung als Dienstleister für die Abrechnung begleitet und wird das Konsil für die Beteiligten nach Inkrafttreten völlig papierlos abwickeln.

In den letzten Jahrzehnten ist die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft scheinbar planbarer geworden. Paare entscheiden selbst, wann sie Eltern werden möchten, jedoch geht der Kinderwunsch für viele dieser Paare nicht spontan in Erfüllung. Schätzungsweise jedes zehnte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos, Tendenz steigend. Der unerfüllte Kinderwunsch hat viele Ursachen, die sowohl aufseiten der Frau aber auch aufseiten des Mannes liegen können. Seine Behandlung stellt daher ein komplexes Geschehen dar, das komplexe Fragestellungen aufwirft.

Dank einer strukturierten telemedizinischen Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen und Reproduktionsmedizinern wird es ab April 2021 nun möglich sein, die medizinische Versorgung von ungewollt kinderlosen Paaren bereits im Vorfeld einer Behandlung zu unterstützen.

Ein integrierter digitaler Zykluskalender und eine zertifizierte Videosprechstunde werden die Betreuung der Paare vereinfachen, verkürzen und verbessern. Die beiden Berufsverbände BVF und BRZ haben dafür das Kinderwunschkonsil mit digital-gestützten Versorgungsschritten entwickelt, das zum 1. April 2021 mit einer Vielzahl von Betriebskrankenkassen der BKK Vertragsarbeitsgemeinschaften an den Start gehen wird.

Die behandelnden Frauenärzte sind bei ungewollter Kinderlosigkeit die ersten Ansprechpartner. Sie sind es, die häufig vor der Entscheidung stehen, ob eine umfassende reproduktionsmedizinische Diagnostik und gegebenenfalls Maßnahmen der assistierten Reproduktion zum ersehnten Kind führen, oder ob bereits durch z.B. einen veränderten Lebensstil eine spontane Schwangerschaft erzielt werden kann und psychisch, physisch weitaus belastendere und kostspieligere Therapien nicht notwendig sind.

Reproduktionsmedizinische, strukturierte Bewertungsschemata, die im Kinderwunschkonsil kollaborativ systematisch betrachtet werden, ermöglichen auf der Basis weniger Parameter, die Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer Spontangravidität innerhalb des nächsten Jahres abzuschätzen. Dadurch kann bereits frühzeitig der Pfad für die zielführendste Behandlung bestimmt werden: bei unkomplizierten Fällen durch den ersten Ansprechpartner, alternativ durch die Überleitung zu Maßnahmen der assistierten Reproduktion in einem Kinderwunschzentrum.

Die ÄVGD und die Sanakey Contract haben als Tochterunternehmen des SpiFa für das Kinderwunschkonsil einen komplett papierlosen Prozess entwickelt. Das ist in dieser Form einmalig in Deutschland. Von der Vertragsteilnahme der Fachärzte, der Einschreibung der Patienten, der Durchführung des telemedizinischen Facharztkonsils, der Abrechnung mit den Krankenkassen, bis hin zur Auszahlung an die teilnehmenden Ärzte, ist der Prozess komplett digital aufgesetzt worden.

Eine telemedizinische Anfrage über das Kinderwunschkonsil wird im Rahmen eines Selektivvertrages zur besonderen Versorgung (§ 140a SGB V) – KiWuKons-Versorgungsvertrag vergütet. Die Anmeldung zur Teilnahme am „KiWuKons-Versorgungsvertrag“ erfolgt auf elektronischem Weg über das Sanakey-Portal (www.sanakey-portal.de), die Dienstleistungs- & Service-Plattform der Sanakey Contract GmbH, einer 100%igen Tochtergesellschaft des Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa).


Nominiert für den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2021 | #Auszeichnung

Fachpreisrichter wählten 35 Projekte aus. Über die Vergabe des Ersten Preises und der Auszeichnungen entscheidet Jury am 23. April 2021

Sie stehen fest – die 35 nominierten Projekte zum Wettbewerb um den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2021. Aus 119 zum Wettbewerb zugelassenen Arbeiten hatten fünf Fachpreisrichter zwischen 10. Februar und 14. März 2021 im virtuellen Votingroom ihre Wahl getroffen. Die nominierten Arbeiten sind auf www.deutscher-landschaftsarchitektur-preis.de einsehbar.

Es ist der inzwischen 15. Wettbewerb seit der ersten Auslobung im Jahr 1993. Mit dem alle zwei Jahre vergebenen Preis werden beispielhafte Projekte und deren Verfasser ausgezeichnet. Gegenstand ist eine sozial und ökologisch orientierte Siedlungs- und Landschaftsentwicklung sowie eine zeitgemäße Freiraumplanung.

Denn mit der intensiveren Nutzung städtischer und landschaftlicher Räume werden an die Leistungsfähigkeit der Umwelt immer höhere Anforderungen gestellt. Urbanes Wachstum und gleichzeitige Transformation ländlicher Regionen, Klimawandel und Energiewende, ökonomische Herausforderungen und – aktuell – die Folgen der Pandemie erzeugen Anpassungsdruck und Konflikte. Unter großen Anstrengungen werden derzeit vorhandene Infrastrukturen den veränderten Bedingungen angepasst, ganze Systeme umgebaut. Für die Entwicklung und Realisierung dieser neuen Systeme ist ein grundsätzliches Umdenken auf allen Planungsebenen erforderlich.

Am 23. April 2021 sichtet das neunköpfige Preisgericht die 35 nominierten Arbeiten und entscheidet über die Vergabe des Ersten Preises und der Auszeichnungen in den Kategorien Öffentlicher Raum als Zentrum, Wohnumfeld / Arbeitsumfeld, Pflanzenverwendung, Landschafts- und Umweltplanung / Landschaftserleben, Sport, Spiel, Bewegung, Landschaftsarchitektur im Detail, Junge Landschaftsarchitektur, Klimaanpassung sowie historische Anlagen / Gartendenkmalpflege.

Gewürdigt werden dabei herausragende, auch konzeptionelle Planungsleistungen, die ästhetisch anspruchsvolle, innovative, ökologische und partizipative Lösungen für die vorgenannten Aufgaben aufweisen.

Die Ehrung erfolgt am Freitag, 8. Oktober 2021, in Berlin. Zu diesem Anlass entsteht eine umfassende Dokumentation mit allen ausgezeichneten und nominierten Arbeiten des aktuellen Wettbewerbsjahrgangs.

Zu den Nominierungen

Bund Deutscher Landschaftsarchitekten
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, 10179 Berlin
Tel. 030 27 87 15-0, Fax 030 27 87 15-55
info, www.bdla.de


Familienunternehmer-Umfrage: Betriebe stehen bereit zum Testen und Impfen | #Impfungen #Wirtschaft

Familienunternehmer-Umfrage: Betriebe stehen bereit zum Testen und Impfen

– 88 Prozent der Familienunternehmen sind bereit, ihre Mitarbeiter durch Betriebsärzte impfen zu lassen

– 21 Prozent der Betriebe testen bereits regelmäßig ihre Mitarbeiter

Berlin, 17.03.2021. Der Astrazeneca-Impfstopp ist ein herber Rückschlag für die Impfkampagne, aber auch für die Gesellschaft und Wirtschaft insgesamt. Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER befürchtet, dass der Impfstopp die ideenlose Lockdown-Politik der Bundesregierung und der Mehrzahl der Ministerpräsidenten einfach nur in die Verlängerung führt. „Sich ausschließlich von Lockdown zu Lockdown zu hangeln, ist aber noch lange keine Strategie“, kritisiert von Eben-Worlée. „Doch eine solche Strategie braucht es endlich, um den Bürgern und Betrieben wieder eine Perspektive zu geben. Der Impfstopp kostet zu allererst Vertrauen in das Krisenmanagement dieser Regierung, er kostet aber auch weitere Milliarden für den Steuerzahler, er kostet Wirtschaftskraft, unternehmerische Existenzen und Arbeitsplätze.“

Wenn wir ohne ausreichenden Impfstoff die Infektionsketten stoppen wollen, muss die Devise nun lauten: testen, testen, testen. 85 Prozent der Familienunternehmen sind dazu bereit. 39 Prozent schaffen es, diesen Dienst für die Gesellschaft auf eigene Kosten durchzuführen, 46 Prozent brauchen dafür finanzielle Unterstützung durch den Staat. Bisher sind aber so wenige Tests erhältlich, dass nur 21 Prozent der Unternehmen das regelmäßig machen können. Darüber hinaus wären 88 Prozent bereit, ihre Mitarbeiter durch den Betriebsarzt impfen zu lassen.

„Wir brauchen Lösungen statt Lockdowns. Es gilt aus pandemischer Sicht, schnell in der Fläche zu impfen. Arztpraxen und Betriebsärzte müssen umgehend in die flächendeckende Impfung einbezogen werden. Dort liegt ausreichend Erfahrung vor; es braucht keine Modell- und Testphasen mehr. Jegliche Energie der Bundesregierung sollte nun darauf gelegt werden, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit das Testen die Grundlage für eine weitgehende Normalisierung des Lebens wird, und damit das Impfen viel schneller erfolgen kann, wenn denn hoffentlich bald mal genügend Impfstoff vorhanden ist.“

Herausgeber

DIE FAMILIENUNTERNEHMER folgen als die politische Interessenvertretung für mehr als 180.000 Familienunternehmer den Werten Freiheit, Eigentum, Wettbewerb und Verantwortung. Die Familienunternehmer in Deutschland beschäftigen in allen Branchen rund 8 Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften jährlich einen Umsatz in Höhe von 1.700 Milliarden Euro.


Gerade Senior*innen, Geringverdienende und Pflegebedürftige brauchen während Corona Unterstützung | #Corona #Pflege #Senioren

Ein Jahr Corona: SoVD wichtiger denn je / Sozialverband im Norden erstreitet 53 Millionen

Seit einem Jahr hat die Corona-Pandemie auch die Menschen in Norddeutschland fest im Griff. Die Krise trifft vor allem diejenigen, die ohnehin finanziell benachteiligt oder pflegebedürftig sind. Dass diese Probleme durch die derzeitige Situation verschärft werden, zeigen die aktuellen Zahlen des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die die drei Landesverbände am heutigen Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt haben.

„Die Beratung des SoVD ist gerade in diesen schwierigen Zeiten wichtiger denn je“, betonten Klaus Wicher (SoVD-Landesvorsitzender Hamburg), Bernhard Sackarendt (SoVD-Landesvorsitzender Niedersachsen) und Alfred Bornhalm (SoVD-Landesvorsitzender Schleswig-Holstein) zu Beginn der Pressekonferenz. Denn: Gerade zu corona-spezifischen Themen habe der Beratungsbedarf im Norden massiv zugenommen.

Dass die Menschen mit großen finanziellen Sorgen zu kämpfen haben, machen zum Beispiel die Anzahl der Anträge, Widersprüche und Klagen im Bereich Hartz IV deutlich, die in Hamburg und Niedersachsen im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent zugenommen haben.

„Wir sehen jeden Tag in unserer Beratung, dass viele Betroffene mit der derzeitigen Situation überfordert sind und Unterstützung brauchen“, so Wicher. „Viele haben momentan Schwierigkeiten, ihre Miete zu zahlen – zum Beispiel weil sie ihren Job verloren haben oder in Kurzarbeit sind. Wir helfen ihnen dann etwa dabei, Wohngeld zu beantragen“, ergänzt Sackarendt. In dem Bereich sind die Verfahren in Niedersachsen um 53 Prozent gestiegen. „Diese Zahlen machen deutlich, dass gerade für die finanziell schlechter gestellten Menschen in der Krise mehr getan werden muss – sei es durch die Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes oder andere kostenlose Unterstützungsleistungen“, fordert Bornhalm.

Besonders stark zeigen sich die Auswirkungen des vergangenen Corona-Jahres allerdings im Bereich der häusliche Pflege – und zwar in allen drei Bundesländern. Egal ob es um die Einstufung in einen Pflegegrad, um Pflegesach- oder Kombinationsleistungen geht: Die Anzahl der SoVD-Verfahren hat um durchschnittlich 45 Prozent zugenommen.

„Das liegt vor allem daran, dass der Medizinische Dienst der Krankenkassen aufgrund der Pandemie keine persönlichen, sondern nur noch telefonische Begutachtungen durchführt. Das funktioniert nicht immer gut und führt oft zu Beschwerden und Widersprüchen“, erläutert der Landesvorsitzende aus Hamburg.

„Das Problem ist, dass viele Pflegebedürftige angesichts dieses geänderten Vorgehens verunsichert sind, weil sie nicht wissen, wie die Begutachtung abläuft oder weil sie Schwierigkeiten mit dem Telefonieren haben“, berichtet der SoVD-Chef aus Niedersachsen. Da müsse der Medizinische Dienst dringend gegensteuern und sich vor allem mehr Zeit nehmen.

Dass auch Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen vermehrt finanzielle Schwierigkeiten haben, wird bei den SoVD-Verfahren im Bereich „Hilfe zur Pflege“ deutlich. Hier stellt der Sozialverband Anträge, wenn die Betroffenen ihre Heimkosten nicht mehr selbst zahlen können. Die Zahl der Verfahren ist im Corona-Jahr besonders in Schleswig-Holstein um die Hälfte gestiegen. „Hier muss die Politik dringend etwas tun. Es kann nicht sein, dass sich immer weniger Pflegebedürftige ihren Heimaufenthalt leisten können“, so Bornhalm.

Zusammenfassend sind sich die drei Landesvorsitzenden einig: „Derzeit verlieren Politiker*innen gerade die Menschen aus dem Blick, die ganz besonders unsere Hilfe benötigen. Wir als SoVD unterstützen zwar, wo wir können, trotzdem müssen Ältere, Geringverdienende und Pflegebedürftige wieder stärker in den Fokus rücken.“

Insgesamt vertreten die SoVD-Landesverbände Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Interessen von fast 480.000 Menschen im Norden. Und das mit Erfolg: Im Corona-Jahr haben sie mehr als 53 Millionen Euro an einmaligen Nachzahlungen für ihre Mitglieder erstritten.


ver.di ruft zur Aktion „Gesicht zeigen“ auf | #Arbeitsbedingungen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank Direkt GmbH am kommenden Donnerstag und Freitag zur Aktion „Gesicht zeigen“ auf. „Damit wollen sie zeigen, dass hinter den freundlichen Stimmen der ausgegliederten Call-Center-Beschäftigten der Deutschen Bank keine Roboter und Bots sondern echte Menschen stecken, die es verdient haben, fair bezahlt zu werden“, so ver.di-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz.

Die Beschäftigten der DB Direkt befinden sich seit Ende Januar im unbefristeten Streik, weil ihnen eine faire Lohnerhöhung und die Finanzierung eines 13. Monatsgehalts durch den Arbeitgeber verwehrt wird. „Gleichzeitig wurden die Einkommen der Investmentbanker im letzten Jahr überdurchschnittlich angehoben und die Deutsche Bank beschäftigt jetzt 684 Einkommensmillionäre. Niemand versteht, dass für bestimmte Beschäftigtengruppen genug Geld da ist und schlecht bezahlte Angestellte der DB Direkt ein 13. Gehalt aus eigenen Mitteln finanzieren sollen. Die Beschäftigten verstehen das Arbeitgeberverhalten immer weniger“, so Schmitz, der im Bundesvorstand der Gewerkschaft für das Bankenwesen zuständig ist.

Da der Streik Corona bedingt im Homeoffice stattfindet und nicht durch Streikversammlungen im Betrieb, wollen die Beschäftigten das stille Streiken am Donnerstag (18. März) mit Kundgebungen an beiden Standorten der Servicegesellschaft der Deutschen Bank mit sichtbaren Aktionen unterbrechen:

Am Donnerstag mit einer Kundgebung von 11 h bis 12 h vor dem Gebäude der Deutschen Bank am Bismarckplatz in Essen.

Am Freitag (19. März) mit einem Autokorso um 14.30 Uhr in Berlin ab dem Brandenburger Tor (Platz des 18. März). Die Abschlusskundgebung ist gegen 15.30 Uhr direkt vor dem Gebäude der Deutschen Bank an der Otto-Suhr-Allee 6 geplant.

ver.di fordert für die Beschäftigten rückwirkend ab dem 1. April 2020 u.a. sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro, sowie die Einführung eines 13. Gehaltes. Das nach vier ergebnislosen Verhandlungen vorgelegte Angebot der DB Direkt beinhaltet 1,5 Prozent Gehaltserhöhung ab dem 1. November 2020 und weiteren 1,5 Prozent ab 1. Januar 2022 sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Ein 13. Gehalt soll aus Arbeitgebersicht stufenweise eingeführt werden (bis 2025 jeweils 100 Euro jährlich). Ein weiterer Aufbau danach soll durch Beiträge der Beschäftigten kompensiert werden.

Hier geht es zur Pressemeldung auf der Website
Quelle: www.verdi.de


Vonsultingmarkt: Corona-Pandemie hinterlässt 2020 Bremsspuren – Rückkehr zum Wachstum im Jahr 2021 erwartet | #Corona #Wirtschaft

Consulting: Corona-Pandemie hinterlässt 2020 Bremsspuren – Rückkehr zum Wachstum im Jahr 2021 erwartet

• Gesamtumsatz der Consultingbranche im Jahr 2020 um 3,2 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro gesunken
• Prognose für das laufende Jahr 2021: Plus beim Marktwachstum von 9,0 Prozent

Bonn, 17 März 2021 (bdu) – Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch vor der Unternehmensberatungsbranche nicht haltgemacht. Das zeigen die Ergebnisse der Branchenstudie Facts & Figures zum Beratermarkt 2021“ sowie der aktuell durchgeführten Geschäftsklimabefragung März 2021 des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU).

Erstmalig seit 10 Jahren ist der Gesamtumsatz im Jahr 2020 mit einem Minus von 3,2 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro gesunken (2019: 36,0 Mrd. Euro). Für das laufende Jahr prognostizieren die Consultants die Rückkehr zum Wachstum. Das erwartete Plus für das Jahr 2021 soll mit 9,0 Prozent kräftig ausfallen. Deutliche Geschäftsimpulse erwarten die Marktteilnehmer besonders aus den Kundenbranchen Gesundheitswesen, Handel sowie Chemie/Pharma.

„Alles in allem sind wir Consultants im vergangenen Jahr mit einem blauen Auge durch die Pandemiezeit gekommen. Allerdings war die Entwicklung im Markt sehr unterschiedlich. Unternehmensberater mit Schwerpunkt Human Resources Beratung oder krisengebeutelte Kundenbranchen wie die Luftverkehrs- und Touristikbranche hatten beispielsweise durch die Nachfragezurückhaltung ihrer Kunden teilweise kräftige Umsatzeinbußen“, so BDU-Präsident Ralf Strehlau.

Für das laufende Geschäftsjahr 2021 zeigen sich die Unternehmensberater optimistisch. In der im Februar/März durchgeführten Geschäftsklimabefragung im Consultingmarkt meldeten 40 Prozent der Firmen eine gute Geschäftslage, 44 Prozent eine befriedigende. Noch besser fallen die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate aus. 44 Prozent erwarten günstigere und 41 Prozent immerhin gleichbleibende Rahmenbedingungen.

2021: Optimistische Consultingnachfrage in vielen Kundenbranchen erwartet

Der Unterstützungsbedarf bei Restrukturierung und Reorganisation wird nach Einschätzung vieler Experten im Jahr 2021 spätestens nach Auslaufen der Hilfsprogramme der Bundesregierung für die Wirtschaft erheblich steigen. Vor diesem Hintergrund erwarten die Sanierungsberater ein Wachstum in ihrem Beratungssegment von 15 Prozent. Auch in den Beratungsfeldern Reorganisation, Prozessoptimierung, IT Anwendungen und Infrastruktur oder Changemanagement werden jeweils knapp zehnprozentige Umsatzsteigerungen prognostiziert. Nach Einschätzung der Unternehmensberater wird es auch eine Rückkehr zu hohen Wachstumsraten in der Beratung für wichtige Kundenbranchen geben. Für die Branchen Healthcare mit einem Plus von 12,5 Prozent, die Chemie/Pharma-Branche mit einem Plus von 10,5 Prozent sowie dem Handel mit einem Plus von 10,5 Prozent zeigt die BDU-Studie die höchsten Wachstumsraten für die Beratungsunternehmen. Aber auch im Projektgeschäft mit Kunden aus der Konsumgüterindustrie und dem Maschinenbau gehen die Consultants von zehnprozentigen Wachstumsraten aus.

Corona hat New Work extrem beschleunigt

Corona hat die Art und Weise der Consultingarbeit im Blitztempo verändert. Auch die Kunden der Unternehmensberater haben sich auf die veränderten Rahmenbedingungen schnell eingestellt. Die Ergebnisse der Branchenstudie zeigen, dass Remote Arbeit bei den Consultants durchschnittlich um 62 Prozent zugenommen hat. Gleichzeitig wurden 64 Prozent weniger interne Präsenzmeetings durchgeführt. Der Anteil von Dienstreisen nahm um 66 Prozent ab. Bei den größeren Marktteilnehmern liegen die Prozentwerte in allen abgefragten Kategorien höher. 92 Prozent der Unternehmensberater gehen im Übrigen davon aus, dass die Remote Arbeit auch nach der Pandemie auf hohem Niveau bleiben wird.

2020: HR-Berater mit besonders herausforderndem Geschäftsjahr

Die coronabedingten Lockdowns und Kontaktbeschränkungen haben besonders die Geschäftstätigkeit der Human Resources Berater betroffen und ihnen einen kräftigen Umsatzrückgang von minus 12,5 Prozent beschert. Hingegen waren Restrukturierungsexperten trotz der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sowie weitgehende staatliche Unterstützungsprogramme für notleidende Unternehmen infolge der Pandemieauswirkungen besonders gefragt (2020: + 15,0 %). Ohne die Maßnahmen wäre der Bedarf nach BDU-Einschätzung ungleich höher ausgefallen. Weiterhin haben Firmen das Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“ mit Unterstützung von Unternehmensberatern vorangetrieben (2020: + 9,5 %).

Pressemitteilung unter: www.bdu.de/news/

Marktstudie bestellen unter: www.bdu.de/mediathek

Weitere Kennzahlen: 2020 waren in Deutschland rund 184.000 Unternehmensberater beschäftigt. Die Zahl aller Mitarbeitenden lag bei rund 230.000. 175 Consultingfirmen erzielten mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz. 3.450 Unternehmensberatungen zählen zu der Größenklasse mit 1 – 50 Millionen Euro Umsatz. Über 21.000 Marktteilnehmer liegen mit ihrem Jahresumsatz unter 1 Million Euro. Der Umsatzanteil der Top 10 im Markt liegt bei 22 Prozent.

Studienmethodik: An der auch in diesem Jahr wieder online durchgeführten BDU-Marktstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2021“ haben sich von Anfang Januar bis Anfang Februar 2021 rund 450 Beratungsgesellschaften aller Größenordnungen aus der gesamten Consultingbranche mit einem Gesamtumsatz von rund 3,7 Mrd. € beteiligt. Das BDU-Geschäftsklima basiert auf einer regelmäßig durchgeführten Gesamtmarktbefragung analog der Befragungsystematik des ifo-Wirtschaftsinstituts. Durchschnittlich fließen dabei rund 600 Antworten aus Consultingunternehmen in die jeweilige Auswertung ein. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.


Bundesregierung plant Reform: DRK-Präsidentin begrüßt neue Wege im Bevölkerungsschutz | #Hilfe #Rettung

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) begrüßt die geplante Neuausrichtung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

„Gerade die Pandemie hat gezeigt, dass wir mehr Koordinierung im gesamten Bevölkerungsschutz brauchen, mehr Synergieeffekte und weniger Doppelstrukturen von Bund, Ländern und Kommunen. Deshalb ist es ein richtiger Schritt, das BBK in seiner bundesweiten Koordinierungsfunktion zu stärken“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt zu den heute von Bundesinnenminister Horst Seehofer und BBK-Präsident Armin Schuster vorgestellten Plänen.

Die Behörde könne „Dreh- und Angelpunkt für die Vernetzung aller Akteure im Bevölkerungsschutz, also auch der anerkannten Hilfsorganisationen mit ihren vielen Ehrenamtlichen, werden“, sagt Hasselfeldt.

Nach den Plänen des Bundesinnenministeriums soll das Bundesamt für Bevölkerungsschutz im Krisenfall zu einem Knotenpunkt für Informations- und Ressourcenmanagement mit einem gemeinsamen Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz ausgebaut werden, in dem Bund, Länder, Kommunen und Hilfsorganisationen zusammenarbeiten.

„Katastrophen und Krisen machen nicht an Ländergrenzen halt, beispielsweise Großschadensereignisse und Pandemien. Deswegen sollte das Krisenmanagement stärker länderübergreifend koordiniert werden. Das Deutsche Rote Kreuz steht als nationale Hilfsbereitschaft gerne bereit, die Bundesregierung hier weiter zu unterstützen“, sagt Hasselfeldt.

Die DRK-Präsidentin begrüßt auch die Absicht des Bundesinnenministeriums, mehr Menschen für ein Ehrenamt in den Organisationen des Bevölkerungsschutzes zu gewinnen.

Als positiv bewertet Hasselfeldt zudem, dass das BBK einen Vorschlag des DRK zur Ausbildung der Bevölkerung zu Pflegeunterstützungskräften im Rahmen des Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetzes aufgreifen will. Nach Vorstellungen des DRK könnten freiwillige Pflege-Basiskurse – ähnlich wie Erste-Hilfe-Kurse – einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Familien und Pflegedienste speziell in Krisenzeiten wie einer Pandemie leisten. Das Ziel könne sein, dass ein Prozent der Bevölkerung durch das DRK und andere anerkannten Hilfsorganisationen als Pflegeunterstützungskräfte ausgebildet werden. Das DRK erarbeitet derzeit ein entsprechendes Konzept.

Herausgeber

Deutsches Rotes Kreuz e.V.
DRK-Generalsekretariat
Carstennstraße 58
12205 Berlin


Unionsfraktion muss grenzenlose und dauerhafte EU-Schuldenunion verhindern | #Corona #Finanzen #Wirtschaft

Reinhold von Eben-Worlée: Bundestag muss Schaden abwenden

Berlin, 17.03.2021. Nächste Woche berät der Haushaltsausschuss über das Zustimmungsgesetz zur finanziellen Ausgestaltung des europäischen Corona-Hilfsprogramms.

Dazu Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER: „Die Bundesregierung hat nach dem fatalen Meinungsschwenk von Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits im Herbst den Kardinalfehler begangen, der EU grundsätzlich viel zu großzügig die Vergemeinschaftung von Schulden zu ermöglichen.

Finanzminister Olaf Scholz und die SPD sprechen bereits von der von ihnen lang ersehnten Fiskalunion, was nichts anderes als eine Haftungsunion ohne staatliche Eigenverantwortung vor allem zu Lasten der deutschen Steuerzahler ist.“ Zuletzt hatte sich auch der Bundesrechnungshof kritisch geäußert und dringend vor einer Schuldenvergemeinschaftung gewarnt. Eben-Worlée: „Nun ist der Bundestag gefordert. Er muss Schaden abwenden und wenigstens das viel zu üppige Garantievolumen von 4.000 Milliarden Euro um mehr als Zweidrittel reduzieren. Außerdem sind verbindliche und kürzere Tilgungspläne der Schuldnerländer zur Bedingung vor jeder Auszahlung zu machen. Die Unionsfraktion hat es jetzt in der Hand, ein Stoppschild im Sinne ihres marktwirtschaftlichen und europäischen Markenkerns aufzustellen: ohne substantielle Änderungen z. B. in einer Zusatzerklärung – keine Zustimmung Deutschlands. So muss nun die Devise lauten.“

DIE FAMILIENUNTERNEHMER folgen als die politische Interessenvertretung für mehr als 180.000 Familienunternehmer den Werten Freiheit, Eigentum, Wettbewerb und Verantwortung. Die Familienunternehmer in Deutschland beschäftigen in allen Branchen rund 8 Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften jährlich einen Umsatz in Höhe von 1.700 Milliarden Euro.

Herausgeber

DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V.
DIE JUNGEN UNTERNEHMER
Charlottenstraße 24 | 10117 Berlin


Drei Maßnahmen für mehr Transparenz in der Interessenvertretung | #Arbeitsbedingungen #Interessenvertretung

„Allianz für Lobbytransparenz“ erwartet umfassende Transparenzregelungen

Drei Maßnahmen für mehr Transparenz in der Interessenvertretung

Berlin, 17. März 2021 – Das Bundeskabinett hat am heutigen Mittwoch eine Formulierungshilfe für das Lobbyregistergesetz beschlossen. Auf dieser Grundlage werden die Koalitionsfraktionen einen Änderungsantrag einbringen. Damit werden die Weichen für neue Transparenzregelungen gestellt.

Die „Allianz für Lobbytransparenz“ hält die geltenden Regelungen zwischen Politik und Interessenvertretung für unzureichend. Daher fordert sie die Koalitionsfraktionen auf, zügig Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Politik zu erhöhen. Hierzu schlägt die „Allianz“ drei Maßnahmen vor, die insbesondere im Änderungsantrag berücksichtigt werden sollten:

Das Lobbyregister muss für alle gelten

Als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet die „Allianz“ das geplante Lobbyregister der Bundesregierung. Allerdings drohen die vielen Ausnahmen das gesamte Vorhaben zu verwässern. Die umfangreichen Ausnahmen schaffen Schlupflöcher, setzen falsche Anreize und fördern Intransparenz.

Echte Nachvollziehbarkeit ist nur möglich, wenn das Register für alle gilt und es keine Ausnahmen gibt. Daher setzt sich die „Allianz“ für ein Transparenzregister ein, das alle Interessenvertreter erfasst, die hauptberuflich der Tätigkeit der Interessenvertretung nachgehen.

Transparenz im politischen Prozess durch exekutiven Fußabdruck

Die Einflussnahme auf politische Regelungen beginnt bereits in der frühen Initiierungs- und Entstehungsphase von Gesetzen, meist schon in den Ministerien. Um den Lobbyismus wirklich transparenter zu gestalten, reicht es nicht aus, lediglich die Seite der Lobbyisten offenzulegen; mindestens genauso wichtig ist die öffentliche Darstellung des politischen Prozesses – also inwiefern und wann die Interessen und Wünsche der Lobbyisten tatsächlich berücksichtigt wurden. Daher muss ein Lobbyregister mit einem exekutiven Fußabdruck verbunden werden, der für den Bundestag und die Bundesministerien gilt.

Mandatslobbyismus beenden – politisches Mandat und Lobbyismus klar trennen

Der Bundestag ist ein Abbild der Bevölkerung, in dem auch weiterhin die Erfahrung und Expertise zum Beispiel von Unternehmern, Rechtsanwälten oder Steuerberatern erforderlich ist, genauso wie die von Gewerkschaftlern oder Angehörigen von Umweltschutzverbänden. Was jedoch unbedingt geregelt werden muss, ist die klare Trennung zwischen politischem Mandat und der Interessenvertretung.

Daher sollten auch die Verhaltensregeln für Abgeordnete reformiert werden. Derzeit bieten diese zu viele Grauzonen. Mandatslobbyismus wird weder im Abgeordnetengesetz noch in den Verhaltensregeln für Abgeordnete erfasst. Diese Lücke muss geschlossen werden. Jede Lobbytätigkeit eines Abgeordneten, die ihm unmittelbar finanzielle Vorteile bringt, muss in Zukunft unterbunden werden.

Hintergrund

Im Juni 2019 haben sich sechs Organisationen zur „Allianz für Lobbytransparenz“ zusammengeschlossen. Gemeinsam setzen sie sich für Fairness, Offenheit, Transparenz und Integrität in der politischen Interessenvertretung ein. Hierfür fordern sie ein umfassendes Interessenvertretungsgesetz durch die Einführung eines Lobbyregisters sowie eines „legislativen Fußabdrucks“, bei dem Interessenbeteiligung und -abwägung in der Begründung von Gesetzentwürfen dokumentiert und erläutert werden. Darüber hinaus soll ein Lobbybeauftragter die Einhaltung des Interessenvertretungsgesetzes überwachen und dem Deutschen Bundestag regelmäßig einen Lobbybericht vorlegen.

Weiterführende Informationen

Eckpunktepapier „Allianz für Lobbytransparenz–Gemeinsam für eine transparente Interessenvertretung“, Juni 2019 (pdf)

Transparency International Deutschland e.V.

Verband der Chemischen Industrie e.V.

Verbraucherzentrale Bundesverband

DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V.

Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
Alexander Mihm, Pressesprecher

NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Phineo gAG

Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften


Stiftung Spitzenpferdesport: Jochen Kienbaum bleibt Vorsitzender | #Wahlen #Sport

Tanja Traupe und Prof. Dr. Dietrich Baumgart neu im Vorstand / Prof. Dr. Martin Richenhagen wird Sprecher des Stiftungsrats

Warendorf (fn-press). Zum ersten Mal digital und mit einem Rekord: Das Stifterforum, also die Jahresversammlung der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, war ein Erfolg. Mit 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist das Forum 2021 das bisher am stärksten besetzte und zeigt: Die Stiftung wächst weiter.

„Jung, sympathisch und erfolgreich“ – mit diesen drei Worten beschreibt der frisch in seinem Amt bestätigte Vorstandsvorsitzende, Jochen Kienbaum, die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport. Im Rahmen des digitalen Stifterforums wurde er einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt. Seit ihrer Gründung 2013 engagiert sich Kienbaum als Gründungsstifter und Kurator in der Stiftung. 2017 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden gewählt und jetzt für eine weitere Wahlperiode von vier Jahren im Amt bestätigt. „Mir macht die Aufgabe viel Spaß. Wir haben im Team viel erreicht, eine gute Strategie entwickelt und vor allem für den Nachwuchsleistungssport viele wichtige Projekte kreiert. Das treibt mich an, es noch besser zu machen und weiter nach vorne zu bringen“, sagte Kienbaum nach seiner Wahl.

Turnusmäßig scheiden Gina Capellmann-Lütkemeier und Henrik Snoek nach acht Jahren Vorstandsarbeit aus diesem Stiftungsgremium aus. „Danke für die tolle, konstruktive Zusammenarbeit im Stiftungsteam und dass Sie sich seit ihrer Gründung so sehr für die Stiftung engagieren“, sagte Geschäftsführerin Nadine Pakenis im Rahmen der Vorstandswahlen.

Neu im Vorstand sind mit Tanja Traupe und Prof. Dr. Dietrich Baumgart ebenfalls zwei engagierte Persönlichkeiten aus dem Pferdesport. Tanja Traupe aus Frankfurt übernimmt die Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden. Traupe verfügt über eine mehr als 30-jährige Erfahrung in nahezu allen Segmenten des Kapitalmarkts. Neben dem Beruf gilt ihr Interesse der Familie und den Pferden. Sie war national und international erfolgreich im Turniersport unterwegs und in den 90er Jahren Mitglied des deutschen Bundeskaders Dressur. Im Jahr 2015 hat sie für die Deutsche Bank das Konzept „Deutsche Bank Reitsport Akademie“ mitentwickelt und berät die Bank in allen Pferdesport Themen. Sie engagiert sich darüber hinaus als Stiftungsrätin in der Heinz Sielmann Stiftung und in der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals.

Das Herz des Kardiologen Prof. Dr. Dietrich Baumgart schlägt für die Vielseitigkeit: Mit 17 Jahren wurde er Junioren-Europameister in Mannschaft- und Einzelwertung. Es folgten viele weitere nationale und internationale Erfolge bis zum deutschen Vizemeister der Senioren 1982. Mit seiner Tochter Antonia und ihrer Liebe zu Pferden fanden er und seine Frau Andrea nicht nur wieder zurück zum Reit- sondern auch zum Turniersport. Inzwischen fördern und begleiten die beiden ihre erfolgreiche Tochter auf nationalen und internationalen Championaten. Im Rahmen des Förderprojektes „Mit Sicherheit besser reiten“ der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport engagiert sich Baumgart seit Jahren für Verbesserung der Sicherheit von Pferden und Reitern. Er ist Leiter und Eigentümer eines multidisziplinären Diagnostik- und Therapiezentrums in Düsseldorf.

Prof. Dr. Martin Richenhagen wird Sprecher des Stiftungsrats

Auch der Stiftungsrat wurde im Rahmen des Stifterforums neu besetzt. Seine Aufgabe ist es beispielsweise, die Arbeit des Vorstandes zu überprüfen und zu unterstützen. Daniel Kircher und Dr. Bernd Springorum scheiden auf eigenen Wunsch aus dem Stiftungsrat aus. Astrid Schulte und Gerhard Müter sind ihre Nachfolger. Prof. Dr. Martin Richenhagen löst Ullrich Kasselmann als Sprecher des Stiftungsrates ab. Richenhagen, der aus den USA zugeschaltet war und sich aufgrund der Zeitverschiebung einen frühen Wecker stellen musste, sagte: „Ullrich Kasselmann war ein toller Sprecher und ich bin geehrt, dass er mich als Nachfolger vorgeschlagen hat. Danke für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird.“

Die Stiftung hat zudem Jürgen Gerdes als Kurator ernannt. Die Kuratoren haben vor allem eine repräsentative Rolle und vertreten die Stiftung in den unterschiedlichsten Bereichen. Neben Gerdes bekleiden Ruth Klimke, Corinna Schumacher, Reinhardt Wendt und Jochen Kienbaum dieses Amt. „Jürgen Gerdes hat viel für die Stiftung und den Pferdesport getan, wir verdanken ihm viel und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Kienbaum während seiner Laudatio.

Zur Stiftung:

Die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport soll einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass durch sportliche Erfolge bei internationalen Meisterschaften und den Olympischen Spielen Deutschland in Zukunft weiterhin als große und erfolgreiche (Pferde-) Sportnation wahrgenommen wird. Ihre zentralen Werte sind Horsemanship, Fairness, Toleranz, Soziales, Miteinander, Tradition und Leistung. Die Stiftung setzt sich aus dem Stifterforum, dem Vorstand, dem Kuratorium, dem Stiftungsrat und einer hauptamtlichen Geschäftsstelle zusammen. Zurzeit setzt sich das Stifterforum aus gut 55 Personen inklusive 23 Gründungsstiftern zusammen.

Weitere Informationen zur Stiftung gibt es hier: www.spitzenpferdesport.de

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Quelle: www.pferd-aktuell.de


Munitionsaffäre: Datensätze aus dem Jahr 2018 beim Kommando Spezialkräfte gelöscht | #Bundeswehr

Berlin: Das Verteidigungsministerium hat bei den Ermittlungen zur Munitionsaffäre im Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr gelöschte Daten festgestellt. Deswegen laufe bei der Bundeswehr ein Disziplinarverfahren, das die Hintergründe klären soll und weitere Vorwürfe wie Falschmeldungen einschließe, berichtete das Nachrichtenportal «The Pioneer» am Mittwoch.

Unter Verdacht stehe ein Oberstleutnant, der inzwischen nicht mehr Teil des Heeres sei, aber weiterhin zur Bundeswehr gehöre.

Über den Fall hatte das Verteidigungsministerium am 3. März die Fachpolitiker im Bundestag unterrichtet. Ein Protokoll liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. «Anhand des Datensystems könne festgestellt werden, dass die Inventur 2018 in SASPF angelegt und dann gelöscht worden sei. Eine neue Inventur sei nicht angelegt worden», wird aus der Unterrichtung zitiert.

Das interne Computersystem SASPF wird für die Inventuren benutzt. Es listet Zahlenwerte auf, die dann – im Fall von Munition – mit den tatsächlich in den Depots vorhandenen Beständen abgeglichen werden. Dabei müssen die erheblichen Fehlbestände aufgefallen sein, wenn ordnungsgemäß vorgegangen wurde. Die Löschung erschwert es, Details der Munitionswirtschaft nachzuvollziehen.

Der grüne Verteidigungspolitiker Tobias Lindner sagte dem Nachrichtenportal: «Hinweise darauf, dass es Mängel bei der Munition im KSK gab, existierten viel früher als gedacht. Die verantwortlichen Generäle des Heeres hätten früher hellhörig werden müssen.»

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Quelle: www.dbwv.de


Studie zu Überschuldung: AWO warnt vor sozialer Krise | #Armut

Berlin, den 18.03.2021. Eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung sieht eine deutliche Zunahme privater Überschuldung durch die Pandemie. Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt sieht in diesen Ergebnissen eine Bestätigung der Erfahrungen aus der eigenen Beratungspraxis und warnt vor einer sozialen Krise.

„Schon vor der Pandemie gab es ein hohes Beratungsaufkommen, jetzt aber rechnen wir in Kürze mit einem Beratungsbedarf in bisher nicht gesehenem Ausmaß. Denn finanzielle Problemlagen sind inzwischen nicht nur häufiger, sondern auch existenzieller: Wo die Beratenden sonst vielleicht noch Spielraum haben, mit den Betroffenen vorhandene Reserven zielführend umzulenken, gibt es jetzt schlicht keine Reserven mehr.

Nach einem Jahr Pandemie und zwei Lockdowns sind die Rücklagen aufgebraucht“, erklärt dazu Jens M. Schubert, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes, „Wenn wir nicht jetzt anfangen, Lösungen für diese Menschen zu finden, steuern wir sehenden Auges in eine soziale Katastrophe.“

Ver- und überschuldete Haushalte seien von den Folgen des nahezu stillstehenden öffentlichen Lebens besonders betroffen. Der Schutz vor Pfändungen und die Beantragung von Sozialleistungen oder anderen Hilfen seien zudem aktuell deutlich erschwert. Darüber hinaus würden vermehrt auch Menschen in finanzielle Schwierigkeiten geraten, die bis zur Pandemie in vergleichsweise stabilen Verhältnissen lebten.

Der AWO Bundesverband fordert deswegen, die Hilfe- und Beratungsstruktur durch Einführung einer bundesweiten pauschalen Finanzierung der Beratungsstellen zu sichern und auszubauen. Bislang gebe es deutlich zu wenig Beratungskapazitäten, die des steigenden Bedarfs nicht Herr würden. Zudem müssten für all diejenigen, die heute noch keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld hätten, vergleichbare Schutzmechanismen eingeführt werden.

Nicht zuletzt brauche es unbürokratische Hilfen, um soziale Härten auszugleichen. „Neue Schuhe für die Kinder, eine defekte Waschmaschine oder andere Ausgaben, die anfallen – Viele Menschen sind nach diesem Jahr in einer Situation, wo schon kleinste Mehrbelastungen Existenznot bedeuten können. Wir dürfen sie nicht auf einen bürokratischen Hürdenlauf schicken, sondern müssen pragmatisch und schnell entlastend helfen“, so Schubert abschließend.


DFV-Präsident Karl-Heinz Banse regt Impfung von Feuerwehrangehörigen durch Arbeitsmediziner an | #Gesundheit #Rettung

DFV-Präsident Karl-Heinz Banse regt Impfung von Feuerwehrangehörigen durch Arbeitsmediziner an Appell an Bundesgesundheitsminister:

„Dringender Wunsch der Einsatzkräfte, bei Schutzimpfung angemessen berücksichtigt zu werden“

Berlin – Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), stellt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem Brief den dringenden Wunsch vieler Feuerwehrangehörigen dar, die bei der Priorisierung der SARS-CoV-2-Schutzimpfung angemessen und praxisgerecht berücksichtigt werden wollen. „Diesen Wunsch kann ich persönlich nachvollziehen und will ihn hier explizit unterstreichen“, erklärt Banse. „Für die große Mehrzahl der Feuerwehrangehörigen in Deutschland ist auch knapp drei Monate nach Beginn der ersten Corona-Schutzimpfungen ihr persönlicher Schutz und Beitrag zur Pandemiebekämpfung noch in weiter Ferne. Dieser Umstand wird zunehmend kritisch bewertet, auch aus Sorge um die Angehörigen und die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren“, so der DFV-Präsident.

„Insbesondere in der Öffnung der Impfungsmöglichkeit für Betriebs- und Hausärzte sehe ich das große Potential eines rasch umzusetzenden Impfschutzes“, schreibt Banse. Zu den Betriebsärzten zählen auch die Arbeitsmediziner, bei denen Feuerwehrangehörige regelmäßig arbeitsmedizinische Untersuchungen etwa für die Atemschutztauglichkeit absolvieren müssen.

DFV-Präsident Banse ist sich der bekannten Herausforderungen bewusst, die das Thema Impfung mit sich bringe. Er formuliert den Bedarf, der seitens der Feuerwehrangehörigen und ihrer Verbände an den Deutschen Feuerwehrverband herangetragen worden ist: „Wir wurden in den letzten Wochen bemerkenswert oft angesprochen oder haben Zuschriften erhalten“, erklärt er.

Aktuell sind Feuerwehrangehörige, die nicht im Rettungsdienst tätig sind, in der Priorisierungskategorie 3 eingeordnet. Jedoch kommt es bei vielen Tätigkeiten, etwa bei Verkehrsunfällen oder auch als First Responder, zu direktem Kontakt der Einsatzkräfte mit vielen Menschen. Im täglichen Einsatzgeschehen mit all seinen unvorhersehbaren Herausforderungen lässt sich eine Ansteckung nicht alleine durch Verhalten und Schutzausrüstung verhindern.

Der Brief des DFV-Präsidenten steht unter https://www.feuerwehrverband.de/fachliches/publikationen/positionen/ zum Download zur Verfügung.

Impressum: Deutscher Feuerwehrverband e.V. – Reinhardtstraße 25 – 10117 Berlin


Vereinigung Cockpit für nachhaltiger Flugkraftstoffe | #Verkehr #Energie

Die Vereinigung Cockpit schreibt dazu in Ihrer Pressemitteilung:

Die Vereinigung Cockpit schließt sich der Forderung einer Koalition aus europäischen Luftfahrt- und Umweltorganisationen an und unterstützt die Einführung nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels = SAFs) als skalierbare, langfristig tragfähige Lösung zur Dekarbonisierung der Luftfahrt. Der Berufsverband der Verkehrspilotinnen und -piloten sieht eine große Chance für die EU, eine Vorreiterrolle bei der Herstellung von SAFs einzunehmen und deren volles Potenzial auszuschöpfen.

„Die Luftfahrtindustrie ist sich über ihren Einfluss auf die Umwelt bewusst und wir als Pilotinnen und Piloten wollen Teil der Lösung sein“, sagt Janis Schmitt, Sprecher der Vereinigung Cockpit. „Wir unterstützen den Green Deal der EU und sind davon überzeugt, dass die Nutzung nachhaltiger Treibstoffe einen großen Anteil daran haben kann, unsere Ziele des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen. Bei der Entwicklung der Kerosin-Alternativen müssen wir eine Konkurrenz zwischen Tank und Teller vermeiden. Nur so schaffen wir eine nachhaltige Perspektive für unsere Branche.“

Im Rahmen des EU Green Deal hat sich Europa verpflichtet, bis 2050 eine Netto-Null-Kohlenstoff-Wirtschaft zu erreichen, was eine 90%ige Reduktion der Emissionen für den Transport erfordern würde. SAFs haben das Potenzial, erheblich zu diesem Ziel beizutragen, indem sie die Kohlenstoffemissionen der Fluggesellschaften im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin um 80 % senken.

„Die Frage ist: Wie können wir die Produktion und den Einsatz von SAFs ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt steigern“, sagt Yngve Carlsen, Vorsitzender der Umwelt-Taskforce der europäischen Cockpitvereinigung ECA. „Es gibt verschiedene Ansätze zur Steigerung der Produktionskapazitäten – einige sind vielversprechender als andere, und einige könnten die Emissionsreduzierung verfehlen oder unbeabsichtigte negative Umweltauswirkungen verursachen. Wir sollten es von Anfang an richtig machen!“

Aus diesem Grund haben sich Fluggesellschaften, Berufsverbände und Umweltgruppen auf die wichtigsten Prinzipien geeinigt, die das Wachstum einer europäischen SAF-Industrie leiten müssen. In einer Konsenserklärung forderte die Koalition die Entscheidungsträger auf, sich für einen nachhaltigen, zukunftssicheren Rahmen für SAFs einzusetzen.

„Niemand stellt das Potenzial von SAFs in Frage, aber es besteht die Gefahr, dass sich Entscheidungsträger für einen ‚Quick-Win‘-Ansatz entscheiden, indem sie sich z.B. zu sehr auf pflanzenbasierte Biokraftstoffe konzentrieren. Dies war im Straßenverkehrssektor der Fall, der sich stark auf die nicht nachhaltigen, lebensmittelbasierten Biokraftstoffe verließ. Wir müssen es besser machen. Die Luftfahrt muss sich verpflichten, fortschrittliche Kraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen sowie – was noch wichtiger ist – die innovativen Elektrokraftstoffe zu unterstützen“, erklärt der Vorsitzende der ECA-Umwelt-Taskforce.

Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission den sogenannten „ReFuelEU Aviation“-Vorschlag annimmt, der darauf abzielt, das Angebot und die Nachfrage nach SAFs in der EU zu steigern. Dieser Vorschlag ist ein wichtiger erster Schritt, zusammen mit der Änderung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) in die gleiche Richtung im Jahr 2021. Die Koalition drängt darauf, dass Biokraftstoffe mit hohen Nachhaltigkeitsrisiken (z. B. auf Agrarflächen zur Nahrungsmittelproduktion) von der Richtlinie ausgeschlossen werden.

Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von derzeit rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines und sieht darüber hinaus seine Aufgabe in der Erhöhung der Flugsicherheit in Deutschland.

V. i. S. d. P.: Vereinigung Cockpit, Unterschweinstiege 10, 60549 Frankfurt, Tel.: 069 / 69 59 76 – 0, Fax: 069 / 69 59 76 – 150; office@vcockpit.de, www.vcockpit.de

Hier geht es zur Pressemeldung auf der Website
Quelle: www.vcockpitde


HDE erteilt Plänen der SPD eine klare Absage – Handelsverband NRW | #Wirtschaft #Arbeitsbedingungen

In einem gemeinsamen Eckpunktepapier haben Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesfinanzminister Olaf Scholz erklärt, den gesetzlichen Mindestlohn ab dem 1. Januar 2022 auf zwölf Euro pro Stunde anheben zu wollen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnt die vorzeitige Anhebung ab und verweist auf die Zuständigkeit der Mindestlohnkommission.

„Die Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns durch die unabhängige und paritätisch besetzte Mindestlohnkommission hat sich bewährt. Diese Stelle darf jetzt nicht aus politischen Motiven vor einer Bundestagswahl unterlaufen werden“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales.

Zudem stelle eine solch überproportionale Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns einen erheblichen Eingriff in bestehende Tarifverträge dar. „Die Pläne stehen in einem krassen Widerspruch zu dem erklärten Ziel, die Tarifbindung wieder steigern zu wollen“, so Haarke weiter. Tarifentgelte unterhalb von zwölf Euro pro Stunde würden so einfach verdrängt. Dabei könnten nur die Tarifvertragsparteien die wirtschaftliche Belastbarkeit der Unternehmen in ihrer Branche angemessen beurteilen. Dies gelte in diesen Zeiten umso mehr. Zudem führe eine Anhebung zu einer Stauchung, die sich auch auf höhere Entgeltgruppen und damit letztlich die gesamte tarifliche Lohnstruktur einer Branche auswirken würde.

Im vergangenen Jahr hatte die Mindestlohnkommission eine schrittweise Anhebung des Mindestlohns beschlossen. Demnach wird der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 9,50 Euro brutto pro Stunde in mehreren Stufen bis zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro brutto pro Stunde steigen.

>>Quelle<<

Hier geht es zur Pressemeldung auf der Website
Quelle: www.handelsverband-nrw.de

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