Neue Berichtspflicht für nachhaltige Geschäftsreisen: Was Unternehmen zur CSRD und Corporate Sustainability Reporting jetzt wissen müssen

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Ab Ende dieses Jahres müssen Unternehmen im Rahmen der neuen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) die CO₂-Emissionen ihrer Geschäftsreisen offenlegen. Eine Umfrage des Deutschen Reiseverbands zeigt, dass bislang nur ein Drittel der Firmen Grenzwerte definiert und weniger als die Hälfte umweltfreundliche Verkehrsmittel empfiehlt, obwohl 41 % der Mitarbeitenden nachhaltigere Reisebudgets fordern. Lufthansa City Center-Geschäftsführer Markus Orth betont, dass Unternehmen jetzt Anreize für klimaschonende Optionen wie Bahnreisen oder virtuelle Meetings schaffen müssen.

Inhaltsverzeichnis

– Ende dieses Jahres müssen Unternehmen Emissionen ihrer Geschäftsreisen gemäß CSRD offenlegen.
– Nur ein Drittel hat CO2-Grenzwerte, weniger als Hälfte empfiehlt umweltfreundliche Verkehrsmittel.
– 46 % der Befragten unterstützen ein individuelles CO2-Budget für Geschäftsreisen.

Nachhaltigkeit bei Geschäftsreisen: Unternehmen stehen vor neuen Pflichten und Herausforderungen

Unternehmen müssen sich künftig intensiver mit der Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsreisen auseinandersetzen. Bereits Ende dieses Jahres wird erwartet, dass erste Firmen die Emissionen ihrer Dienstreisen offenlegen. Dies erfordert die Einhaltung der neuen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), wie eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Reiseverbandes (DRV) zeigt. Dabei hat bislang nur rund ein Drittel der deutschen Unternehmen CO2-Grenzwerte für Geschäftsreisen eingeführt, und weniger als die Hälfte empfiehlt die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel.

Interessant ist, dass dennoch 41 Prozent der Mitarbeitenden sich wünschen, dass die Reisebudgets nach ihrer ökologischen Wirkung angepasst werden. Diese Zahl verdeutlicht einen wachsenden Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit in der Arbeitswelt. Die Dringlichkeit für nachhaltige Maßnahmen liegt auf der Hand: Geschäftsreisen tragen erheblich zu den Treibhausgasemissionen bei und müssen als sogenannte Scope-3-Emissionen offengelegt werden.

Markus Orth, Managing Director von Lufthansa City Center, betont die Rolle der Unternehmen: „Es kann ein Anreiz sein, um umweltfreundliche Reiseoptionen zu wählen.“ Bereits heute wechseln viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf virtuelle Meetings um – vor allem in Dienstleistungs- und Industriebranchen, wo 64 beziehungsweise 63 Prozent diese Alternative nutzen. Im Handel hingegen bleibt das Reisen Alltag, mit nur etwa einem Drittel, das auf alternative Kommunikationsmittel setzt.

Zudem existieren in nur vier von zehn Unternehmen Vorgaben wie die Nutzung von Bahn statt Flugzeug, Übernachtungen in umweltzertifizierten Hotels oder Maßnahmen zur CO2-Kompensation. Die Digitalisierung und Automatisierung der Reiseplanung wird von sieben von zehn Befragten als besonders wichtig eingeschätzt, vor allem in den Führungsetagen: Acht von zehn Geschäftsführern sehen deutlichen Bedarf an Veränderungen.

Angesichts des Kostendrucks können Unternehmen nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Geld sparen – etwa durch die Wahl des passenden Transportmittels oder die Entscheidung für Economy Class statt Business Class. Zudem verbessern sie ihre Reputation und Attraktivität als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei eine transparente Kommunikation und Schulung aller Mitarbeitenden, um diese Ziele gemeinsam zu erreichen.

Die Initiative „Chefsache Business Travel“ des Deutschen Reiseverbands, getragen von führenden Travel Management Companies, setzt sich seit 2012 für professionelles Geschäftsreisemanagement ein. Mit jährlich aktualisierten Studien, wie der jüngsten Umfrage unter 200 deutschen Entscheidungsträgern, liefert sie wertvolle Einblicke und Handlungsempfehlungen zur Optimierung von Geschäftsreisen. Als Spitzenverband vereint der Deutsche Reiseverband eine beträchtliche Wirtschaftskraft und tausende Mitgliedsunternehmen der Tourismusbranche unter seinem Dach.

Das Umdenken bei Geschäftsreisen ist längst kein bloßer bürokratischer Akt mehr, sondern eine gesellschaftlich und wirtschaftlich bedeutende Entwicklung. Die Einführung neuer Berichtspflichten markiert einen Wendepunkt und fordert Unternehmen heraus, ihre Reisegewohnheiten grundlegend zu überdenken. Dabei steht nicht nur der ökologische Fußabdruck im Fokus, sondern auch der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, die Wettbewerbsfähigkeit und die Veränderung von Arbeits- und Mobilitätsstrukturen.

Nachhaltigkeit spielt heute eine zentrale Rolle als Wirtschaftsfaktor: Unternehmen müssen nicht mehr nur ökonomisch agieren, sondern auch ethisch und ökologisch verantwortungsvoll handeln. Dies beeinflusst Einkauf, Produktion, Mitarbeitermobilität und selbstverständlich die Geschäftsreisen. Für Unternehmen bringt die Anpassung an die neuen Anforderungen sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Mitarbeitende sehen sich mit veränderten Erwartungen konfrontiert und zugleich eröffnen sich neue Freiräume für innovative Formen der Zusammenarbeit und Mobilität.

Gleichzeitig ist die Geschäftsreisebranche einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. Neue Trends in der Business-Mobilität zeigen, dass klassische Dienstreisen zunehmend durch digitale Alternativen ergänzt oder ersetzt werden. Technologien ermöglichen virtuelle Meetings und Konferenzen, was die Notwendigkeit physischer Reisen einschränkt. Zugleich entstehen durch Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte andere Optionen wie flexible Dienstwagenmodelle, Mobilitätsbudgets oder nachhaltige Verkehrsmittel.

Wichtige Entwicklungen lassen sich dabei in folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Digitalisierung als Treiber: Videokonferenzen und digitale Kollaborationstools reduzieren Reisebedarf maßgeblich.
  • Neue Mobilitätskonzepte: Organisationen setzen vermehrt auf alternative Verkehrsmittel und integrierte Mobilitätslösungen für Mitarbeiter.
  • Regulatorische Rahmenbedingungen: Berichtspflichten und Nachhaltigkeitsvorgaben stärken den Druck auf Unternehmen, ihre Reiseaktivitäten zu hinterfragen.
  • Veränderter Wettbewerb: Nachhaltige Geschäftsreisen werden zum Differenzierungsmerkmal gegenüber Kunden und Partnern.

Dieses Umdenken bei Geschäftsreisen ist daher nicht nur ein Trend, sondern eine notwendige Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Unternehmen, Beschäftigte und die gesamte Reisebranche stehen vor einer Phase der Transformation, in der nachhaltige Geschäftsreisen zum integralen Bestandteil moderner Wirtschafts- und Arbeitswelt werden.


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Umfrage: CO2-Grenzwerte für Dienstreisen in deutschen Unternehmen noch selten / …

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