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Nachhaltige Landwirtschaft und faire Lebensmittelpreise: Slow Food Deutschland und Bundeslandwirtschaftsminister fordern Zukunftssicherung für Erzeuger*innen und Ernährungssicherheit

Am 29. August 2025 traf sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer in Berlin mit Vertretern von Slow Food Deutschland, Ernährungsräten und dem Landwirtschaftsministerium, um über nachhaltige Landwirtschaft, faire Lebensmittelpreise, transparente Lieferketten und den Schutz der Biodiversität zu diskutieren. Dabei wiesen alle Seiten darauf hin, dass trotz gesunkener Inflation die Landwirt*innen kaum von den hohen Lebensmittelpreisen profitieren, während der Einzelhandel weiter hohe Gewinne erzielt. Gefordert wurden verbindliche politische Regeln, damit faire Preise direkt bei den Erzeuger*innen ankommen und unterkostende Einkäufe ausgeschlossen werden. Slow Food Deutschland sieht in dem Gespräch den Auftakt für einen dauerhaften, konstruktiven Dialog zur Stärkung bäuerlicher Betriebe.
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– Treffen von Slow Food und Landwirtschaftsministerium für nachhaltige Agrarpolitik am 29.08.2025.
– Forderung: Faire Preise für Landwirt*innen, transparente Lieferketten und Schutz der Biodiversität.
– Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung und für fairen globalen Handel.

Faire Preise für Landwirt*innen – Gespräch zwischen Slow Food Deutschland und Landwirtschaftsminister Alois Rainer

Am 29. August 2025 trafen sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, Dr. Rupert Ebner, Vorsitzender von Slow Food Deutschland, Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie der Ernährungsräte in Berlin. Im Mittelpunkt standen Diskussionen über faire Preise für Landwirt*innen, die Notwendigkeit transparenter Lieferketten, die Förderung eines gerechten globalen Handels, das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung sowie die Bedeutung der Außer-Haus-Verpflegung und den Schutz der Biodiversität.

Trotz sinkender Inflation bleiben die Lebensmittelpreise hoch – doch die Landwirt*innen profitieren davon nicht, sondern der Einzelhandel. Dr. Rupert Ebner machte auf die schwierige Lage vieler kleiner und mittlerer Betriebe aufmerksam: „Viele kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe stehen am Rand der Existenz, geben auf oder werden von Konzernen übernommen, die weder ökologisch noch im Sinne des Tierwohls arbeiten.“ Um Ernährungssicherheit und Umweltschutz zu gewährleisten, müssten Landwirt*innen faire Preise erhalten und klare politische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Besonders problematisch seien Verträge, die Handelsketten erlauben, Produkte unter den Produktionskosten einzukaufen – ein Zustand, der zulasten derjenigen gehe, „die uns mit Lebensmitteln versorgen.“

Ebner betonte weiter: „Faire Preise müssen bei den Erzeugerinnen ankommen – nur so haben unsere Landwirtinnen eine Zukunft. Es kann nicht sein, dass der Handel Gewinne einstreicht, während diejenigen, die uns mit Lebensmitteln versorgen, ums Überleben kämpfen.“ Diese klare Forderung steht im Zentrum der Gespräche zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, die sowohl ökologische Anforderungen als auch die soziale Existenz der Landwirt*innen berücksichtigen muss.

Bei dem Gespräch wurde auch die Rolle der Außer-Haus-Verpflegung hervorgehoben sowie die Wichtigkeit, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und die Biodiversität in der Landwirtschaft zu schützen. Als symbolisches Zeichen übergab Dr. Ebner den „Alten Fränkischen Satz“ an Bundeslandwirtschaftsminister Rainer. Dieses Projekt der Slow-Food-Stiftung für Biodiversität ist Teil der „Arche des Geschmacks“ und bewahrt traditionelle Lebensmittel, Kulturpflanzen und Nutztierrassen vor dem Vergessen.

Die Initiative Slow Food Deutschland gestaltet den Dialog mit der Politik aktiv mit. Dr. Ebner dankte für die Einladung und äußerte die Hoffnung, dass das Treffen den Auftakt für einen dauerhaften und konstruktiven Austausch bildet. Dieses Gespräch spiegelt zentrale Forderungen für eine Zukunft wider, in der Landwirtschaft sozial gerecht, ökologisch verträglich und wirtschaftlich tragfähig gestaltet wird.

Warum faire Lebensmittelpreise für alle wichtig sind

Faire Preise in der Landwirtschaft betreffen weit mehr als nur die Landwirtinnen selbst. Sie spielen eine zentrale Rolle für die gesamte Lebensmittelbranche, die Umwelt und nicht zuletzt auch für die Verbraucherinnen. Ein dauerhaft ungerecht gestaltetes Preisgefüge führt zu erheblichen Problemen: Kleine und mittlere Betriebe geraten durch steigenden Preisdruck und die dominierende Handelsmacht weiter unter Druck, viele müssen schließen oder werden von Großkonzernen übernommen. Dies gefährdet nicht nur die Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe, sondern auch die Ernährungssicherheit und die Biodiversität.

Eine faire Entlohnung ermöglicht den Erzeuger*innen, ihre Existenz zu sichern und in nachhaltige Anbaumethoden zu investieren. Das stärkt nicht nur ihre wirtschaftliche Lage, sondern trägt auch zum Schutz der Umwelt bei. Denn umweltfreundliche Formen der Landwirtschaft sind oft kostenintensiver, können sich aber langfristig positiv auf Böden, Artenvielfalt und Klimaschutz auswirken.

Für die Verbraucher*innen bedeutet ein transparentes Preisgefüge eine höhere Wertschätzung der Lebensmittel. Wenn alle Beteiligten entlang der Produktionskette fair bezahlt werden, wächst die Vielfalt an nachhaltig produzierten Produkten im Angebot. Das schafft mehr Vertrauen und Auswahl beim Einkauf und unterstützt einen verantwortungsvollen Konsum.

Die Folgen fairer Lebensmittelpreise im Überblick:

  • Existenzsicherung der Landwirt*innen: Angemessene Erlöse eröffnen Handlungsspielräume, mit denen Betriebe in umweltverträgliche Methoden investieren können.
  • Vorteile für Verbraucher*innen: Transparente Preise sorgen für nachvollziehbare Kostenstrukturen und fördern die Verfügbarkeit nachhaltiger Lebensmittel.
  • Schutz von Umwelt und Biodiversität: Weniger intensiver Anbau und der Erhalt traditioneller Sorten schützen natürliche Lebensräume und fördern die Vielfalt.

Dieses Zusammenspiel zeigt: Faire Preise sind nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die alle betrifft – vom Feld bis auf den Teller.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von Slow Food Deutschland e.V.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
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