– DLG-Unternehmertage 2025 am 2.–3. September im CongressCenter Erfurt.
– Leitthema: Nachhaltige Produktivitätssteigerung – Fruchtfolgen als Fortschritt oder Rückschritt?
– Neues Format: Fachliche Deep Dives und interaktive Masterclasses für Agrar- und Ernährungssektor.
DLG-Unternehmertage 2025: Nachhaltige Produktivität als Leitmotiv für die Agrar- und Ernährungswirtschaft
Am 2. und 3. September 2025 versammeln sich Branchenakteurinnen und -akteure im CongressCenter Erfurt zu den DLG-Unternehmertagen, um unter dem Leitthema „Nachhaltige Produktivitätssteigerung – Betrieb, Markt, Umwelt“ neue Impulse für die Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft zu setzen. Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen eines erweiterten Fortschrittsbegriffs, der Wirtschaftlichkeit, Umweltaspekte und soziale Verantwortung gleichermaßen berücksichtigt. „Die DLG-Unternehmertage 2025 laden unter dem Leitthema […] ein, diesen neuen Fortschrittsbegriff gemeinsam zu definieren und in die Wertschöpfungskette zu tragen.“
Neben bewährten Formaten wird ein neues Veranstaltungsdesign vorgestellt. Es kombiniert fachliche Deep Dives mit interaktiven Masterclasses, um Teilnehmerinnen und Teilnehmern praxisnahe Lösungsansätze speziell für die unterschiedlichen Sektoren der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu bieten. Dabei sind die einzelnen Themen passgenau auf die aktuellen Herausforderungen der Branche zugeschnitten.
Ein zentrales Beispiel dafür ist der Bereich Ackerbau. Hier widmet sich ein fachlicher Deep Dive der Frage, wie weite Fruchtfolgen – ein wichtiges Element nachhaltiger Anbaukonzepte – hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit bewertet werden können. Moderator Jonas Trippner aus dem DLG-Fachzentrum Landwirtschaft und Lebensmittel diskutiert gemeinsam mit Dr. Reimer Mohr von der Hanse Agro Unternehmensberatung GmbH und dem Publikum „wie weite Fruchtfolgen im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet werden können.“ Ziel ist es, praxisnahe Kennzahlen und Strategien zu beleuchten, mit denen Betriebe ihr Management stabil für die Zukunft aufstellen können. Praktikerinnen und Praktiker erhalten so Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und konkrete Anregungen zu sammeln.
Parallel dazu ergänzen die neuen Masterclasses das Angebot mit interaktiven Workshops. So beschäftigen sich die Sessions „Zwischen Trockenheit und Überfluss: Wasser im Ackerbau managen.“ sowie „Der digitale Betrieb – Management. Sicherheit. Potenziale.“ mit zentralen Herausforderungen wie dem professionellen Wassermanagement und der sicheren Digitalisierung landwirtschaftlicher Betriebe. Um den intensiven Workshop-Charakter zu sichern, ist die Teilnehmerzahl in den Masterclasses begrenzt – eine Anmeldung ist erforderlich.
Der Ablauf der DLG-Unternehmertage gliedert sich in zwei Teile: Am Dienstag, dem 2. September, findet zunächst der DLG-Gesamtausschuss als nicht öffentliche Veranstaltung statt. Ein besonderes Highlight bildet die Verleihung des „Young Talents Award“, die Auszeichnung für Nachwuchstalente aus der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft. Diese Ehrung erfolgt zu Beginn des anschließenden DLG-Unternehmertreffs, der als bewährter Abend zum Netzwerken dient.
Der öffentliche Teil beginnt am Mittwoch, dem 3. September, mit einem Plenum. Die Keynote hält Prof. Dr. Bernhard Brümmer von der Georg-August-Universität Göttingen, der das Leitthema „Nachhaltige Produktivitätssteigerung“ aus Sicht der Landwirtschaftlichen Marktlehre einordnen wird. Im Anschluss ergänzen vier DLG-Vorstandsmitglieder das Thema mit fachlichen Impulsen aus ihren jeweiligen Bereichen: Dr. Anna Catharina Voges für den Ökologischen Landbau und Ackerbau, Ulrich Westrup für die Milchviehhaltung, Philipp Schulze Esking für die Schweinehaltung sowie Prof. Dr. Katharina Riehn für die Ernährungsindustrie. Die fachlichen Deep Dives greifen diese Perspektiven auf und bieten vertiefende Einblicke. Den Abschluss der Veranstaltung bilden die Masterclasses im Workshop-Stil, die nochmals zum intensiven Austausch und zum Entwickeln praxisnaher Lösungsansätze einladen.
„Im neuen Veranstaltungsformat bieten passgenaue fachliche Deep Dives und interaktive Masterclasses praxisnahe Lösungsansätze für die verschiedenen Sektoren der Agrar- und Ernährungswirtschaft.“ Interessierte finden ab sofort alle Informationen zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung online.
Warum nachhaltige Fruchtfolgen eine Schlüsselrolle für Gesellschaft und Landwirtschaft spielen
Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, einer wachsenden Weltbevölkerung ausreichend Nahrung zu bieten, ohne die natürlichen Ressourcen dauerhaft zu schädigen. Nachhaltige Fruchtfolgen, also der gezielte Wechsel unterschiedlicher Feldfrüchte auf demselben Acker, gelten dabei als eine bewährte Strategie, um Bodenqualität, Ertrag und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Sie helfen nicht nur bei der Erhaltung der Fruchtbarkeit, sondern spielen auch eine wichtige Rolle beim Schutz von Wasser, Klima und Biodiversität – zentrale gesellschaftliche Anliegen.
Fruchtfolge und Ressourcenschutz: Mehr Ertrag oder weniger Risiko?
Weite, durchdachte Fruchtfolgen verhindern die Erschöpfung des Bodens, reduzieren den Befall durch Schädlinge und Krankheiten und verringern die Notwendigkeit von Pestiziden und Düngemitteln. Dies schont Böden und Gewässer und sichert langfristig die landwirtschaftliche Produktivität. Gleichzeitig sind sie ein entscheidendes Instrument, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, da sie stabile Erträge auch unter wechselnden klimatischen Bedingungen ermöglichen.
Allerdings steht die Wirtschaftlichkeit großer Fruchtfolgen immer wieder auf dem Prüfstand. Unternehmen fragen sich: Lohnt sich der Umstieg auf komplexere Rotationen auch finanziell? Dabei wird deutlich, dass nachhaltige Fruchtfolgen oft mit einem gewissen Mehraufwand und Investitionen verbunden sind – etwa in die Sortenwahl, Erntetechnik oder Bodenanalyse. Doch dieser Mehraufwand kann durch bessere Ressourcennutzung, höhere Resilienz und weniger Umweltschäden kompensiert werden.
Zwischen Tradition und Innovation: Die Rolle der Digitalisierung
Moderne Technologien erleichtern die Umsetzung nachhaltiger Fruchtfolgen maßgeblich. Digitale Werkzeuge helfen zum Beispiel dabei, Bodenbeschaffenheit, Wasserhaushalt und Pflanzenwachstum präzise zu überwachen und so Zukäufe an Düngemitteln oder Bewässerung gezielt zu steuern. Ein professionelles Wassermanagement ist besonders angesichts häufiger Trockenperioden von wachsender Bedeutung. Darüber hinaus ermöglicht die Digitalisierung eine bessere Planung, Dokumentation und Anpassung der Fruchtfolge an aktuelle Bedingungen.
Solche digitalen Lösungen unterstützen Landwirtinnen und Landwirte dabei, Produktivitätssteigerung und Umweltschutz gleichzeitig zu realisieren, wie auf den DLG-Unternehmertagen 2025 diskutiert wird. Dabei zeigen sich vielfältige Potenziale, aber auch Herausforderungen: Datenschutz, Investitionskosten und Nutzerfreundlichkeit sind wichtige Aspekte, die es zu beachten gilt.
Gesellschaftliche Auswirkungen nachhaltiger Fruchtfolgen im Überblick
- Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und langfristige Sicherung von Agrarflächen
- Schutz von Wasserressourcen durch reduzierte Schadstoffeinträge und besseres Wassermanagement
- Stabilität der Nahrungsmittelversorgung trotz klimatischer Schwankungen
- Reduzierung von Umweltbelastungen durch weniger Pestizide und Dünger
- Förderung der biologischen Vielfalt durch abwechslungsreiche Anbausysteme
In der Kombination aus traditionellen Methoden und modernen Technologien bietet die nachhaltige Fruchtfolge somit einen Weg, gesellschaftliche Erwartungen an Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Ernährungssicherheit zu vereinen.
Mit Blick auf die Zukunft wird klar, dass sogenannte „weite Fruchtfolgen“ und digitale Betriebsmittel eine zentrale Rolle bei der Neudefinition von Produktivität in der Landwirtschaft einnehmen. Der Fokus verschiebt sich von kurzfristigem Ertrag hin zu ressourcenschonender und langfristig tragfähiger Bewirtschaftung – ein Fortschrittsverständnis, das den Anforderungen von Klima- und Umweltschutz ebenso Rechnung trägt wie betriebswirtschaftlichen Zwängen.
Landwirtinnen und Landwirte stehen damit vor der Aufgabe, ihre Betriebsführung stetig anzupassen und innovative Lösungen zu integrieren. Die gesellschaftliche Bedeutung nachhaltiger Fruchtfolgen wird dadurch wachsen – als Basis für eine resiliente Landwirtschaft, die Umwelt-, Wirtschafts- und Ernährungsperspektiven gleichzeitig berücksichtigt.
Die hier präsentierten Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung der DLG – Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V.