– Umsatz im Musikmarkt Deutschland H1 2025: 1,157 Mrd. Euro (+1,4 % gegenüber Vorjahr)
– Digitaler Marktanteil 87,5 %, Audio-Streaming wächst um 3,8 %
– Physische Tonträger rückläufig um 13,2 %; CDs 6,3 %, Vinyl 5,6 % Anteil
Marktentwicklung der deutschen Musikindustrie im ersten Halbjahr 2025: Streaming treibt Wachstum an
Die Musikindustrie in Deutschland verzeichnet auch im ersten Halbjahr 2025 eine positive Entwicklung und konnte ihren Umsatz auf 1,157 Milliarden Euro steigern – ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der bei 1,141 Milliarden Euro lag. Dieses Wachstum beruht vor allem auf der anhaltend starken Nachfrage im digitalen Bereich. Der Anteil des Digitalmarktes am Gesamtumsatz liegt inzwischen bei 87,5 Prozent und konnte um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Dabei ist vor allem das Audio-Streaming der entscheidende Wachstumstreiber mit einem Umsatzanstieg von 3,8 Prozent.
Im Gegensatz dazu schrumpft der Markt für physische Tonträger weiter deutlich: Der Umsatz mit CDs, Vinyl, DVDs und Singles fiel insgesamt um 13,2 Prozent. CDs verloren mit einem Rückgang von 20,1 Prozent deutlich an Bedeutung, bringen aber noch einen Anteil von 6,3 Prozent am Gesamtumsatz ein. Vinyl zeigt sich mit einem moderaten Minus von 2,6 Prozent stabiler und hält einen Marktanteil von 5,6 Prozent. Insgesamt trägt das physische Geschäft noch 12,5 Prozent zum Gesamtumsatz bei.
Downloads, die in der Vergangenheit eine wichtige Rolle spielten, gerieten weiter unter Druck und gingen um 9,8 Prozent zurück. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltende Verschiebung hin zu Streaming-Plattformen als bevorzugte Musikquelle.
Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), fasst die Lage so zusammen: „Als Branche bewegen wir uns momentan in einer spannenden Phase, in der es auch in entwickelten Märkten wie Deutschland weiterhin Wachstumspotenzial gibt. In diesem von gewaltigen technologischen Sprüngen geprägten Umfeld ist unsere Branche besonders darauf angewiesen, dass der europäische Gesetzgeber den rechtlichen Rahmen für künftige digitale Geschäftsfelder im Blick behält. Dies beinhaltet aktuell die konsequente Fortführung des mit der KI-Verordnung eingeschlagenen Wegs, um das digitale Lizenzgeschäft zu ermöglichen.“
Diese Aussage betont nicht nur die Bedeutung technologischer Innovationen für das Wachstum der Branche, sondern zeigt auch die Herausforderungen auf, die sich aus der rechtlichen Gestaltung digitaler Märkte ergeben. Insgesamt bleibt das Streaming der zentrale Motor der deutschen Musikindustrie, während das physische Geschäft weiter an Bedeutung verliert – eine Entwicklung, die sich auch im gesamten Jahr 2025 voraussichtlich fortsetzen wird.
Wie Streaming die Musikbranche verändert – und was noch kommt
Das Streaming hat den Musikmarkt in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Es ist weit mehr als nur ein technischer Trend: Streaming hat das Hörverhalten, die Verwertung von Musik und die Geschäftsmodelle der Branche tiefgreifend verändert. Schon im ersten Halbjahr 2025 zeigt sich, wie dominant digitale Musikangebote geworden sind. Mit einem Umsatzanteil von 87,5 Prozent am Gesamtmarkt dominiert der Digitalbereich die Branche, während der Absatz von physischen Tonträgern wie CDs und Vinyl deutlich zurückgeht. Allein das Audio-Streaming erzielte ein Umsatzwachstum von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und trägt maßgeblich zur positiven Entwicklung des Musikmarkts bei.
Diese Entwicklung beeinflusst nicht nur die Wirtschaft, sondern berührt auch gesellschaftliche und politische Debatten. Aktuelle Regulierungsinitiativen auf europäischer Ebene, etwa die geplante KI-Verordnung, zielen darauf ab, den rechtlichen Rahmen für digitale Geschäftsmodelle zu schaffen und den fairen Umgang mit urheberrechtlich geschütztem Material in einer Ära künstlicher Intelligenz sicherzustellen. Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), betont: „In diesem von gewaltigen technologischen Sprüngen geprägten Umfeld ist unsere Branche besonders darauf angewiesen, dass der europäische Gesetzgeber den rechtlichen Rahmen für künftige digitale Geschäftsfelder im Blick behält. Dies beinhaltet aktuell die konsequente Fortführung des mit der KI-Verordnung eingeschlagenen Wegs, um das digitale Lizenzgeschäft zu ermöglichen.“
Die Digitalisierung bleibt als Schlüsseltrend zentrale Triebfeder für Veränderungen – von der Produktion über die Vermarktung bis zum Konsum. Streaming-Plattformen bieten Nutzerinnen und Nutzern einen flexiblen Zugriff auf Millionen von Songs und verändern so das Verhalten beim Musikhören. Gleichzeitig stellt diese Verschiebung Künstler:innen und Musikunternehmen vor neue Herausforderungen: Die Einnahmen aus Streaming müssen fair verteilt werden, und neue Geschäftsmodelle sind gefragt, um Kreative auch in Zukunft angemessen zu entlohnen.
Digitalisierung als Schlüsseltrend
Der Siegeszug des Streamings zeigt, wie stark die Digitalisierung die Musikbranche prägt. Statt Alben zu kaufen, hören immer mehr Nutzer:innen individuelle Playlists und On-Demand-Inhalte auf ihren Smartphones oder Computern. Diese neue Konsumform verlangt von Anbietern, ständig technisch und inhaltlich innovativ zu bleiben. Für Künstler:innen eröffnet sich einerseits ein globaler Zugang zu Fans, andererseits muss die Branche Wege finden, kreative Leistung im digitalen Raum angemessen zu honorieren.
Herausforderungen und Chancen durch künstliche Intelligenz
Die Verbreitung künstlicher Intelligenz verändert auch die Musikproduktion und -verwertung. KI kann heute bei der Komposition, dem Remix oder der Klanggestaltung unterstützen. Doch gleichzeitig entstehen rechtliche und ethische Fragen: Wer besitzt die Rechte an KI-generierten Werken? Wie können Musiker:innen vor unautorisierter Nutzung geschützt werden? Die geplante KI-Verordnung der Europäischen Union soll helfen, diese Fragen verbindlich zu regeln und dabei den Musikmarkt vor unerlaubten Eingriffen schützen.
Dabei stellen sich zentrale Zukunftsfragen und Chancen heraus:
- Wie gelingt die faire Vergütung von Künstler:innen im Streaming-Zeitalter?
- Welche rechtlichen Rahmenbedingungen unterstützen Innovation und schützen Kreative gleichermaßen?
- Wie verändert KI die Produktion und Distribution von Musik nachhaltig?
- Welche neuen Geschäftsmodelle werden sich in den kommenden Jahren durchsetzen?
- Wie entwickeln sich die Nutzergewohnheiten weiter, und welche neuen technischen Möglichkeiten bieten sich?
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dieser Wandel mehr Vielfalt und Zugang zu Musik, aber auch veränderte Nutzungsregeln und Datenschutzaspekte. Für die Branche gilt es, eine Balance zwischen Innovation, Rechtssicherheit und Künstler:innenförderung zu finden.
Blickt man voraus auf das Gesamtjahr 2025, bleibt das Streaming der zentrale Wachstumstreiber. Die Musikbranche wird sich weiter dynamisch entwickeln, auch durch technologische Fortschritte sowie den Einfluss von Regulierungen, die die rechtlichen Rahmenbedingungen im digitalen Raum neu definieren. Diese Entwicklungen sorgen dafür, dass Musik als kulturelles Gut weiterhin für alle zugänglich bleibt – in einer Form, die sowohl den Ansprüchen der Konsumenten als auch den Bedürfnissen der Musikschaffenden gerecht wird.
Diese Branchenzahlen und Aussagen basieren auf einer Pressemitteilung des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI).