Energieinfrastruktur als Schlüssel für flächendeckende Mobilfunkversorgung: Weiße Flecken effizient schließen und nachhaltigen Ausbau vorantreiben

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Eine aktuelle BDEW-Studie zeigt, dass sich über 20 Prozent der reinen weißen Flecken und mehr als 40 Prozent der weißen und grauen Flecken in Deutschland kostengünstig und ökologisch nachhaltig erschließen lassen, indem Mobilfunkantennen an bestehenden Energieinfrastrukturen wie Strommasten oder Windkraftanlagen angebracht werden. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae fordert Energieversorger, Mobilfunknetzbetreiber, Kommunen und Behörden auf, gemeinsam schnellere Lösungen für den flächendeckenden Netzausbau zu entwickeln. Zur besseren Koordination könnte eine unabhängige Vermittlungsstelle – etwa die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) – als zentrale Anlaufstelle agieren.

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– Nutzung passiver Energieinfrastruktur könnte Mobilfunkversorgung in weißen und grauen Flecken deutlich verbessern
– Studie ermittelt: Über 20 % weißer und über 40 % weißer/grauer Funklücken deckbar
– BDEW fordert gemeinsame Planung von Energieversorgern, Netzbetreibern, Kommunen und Behörden

Energieinfrastruktur als Schlüssel zur besseren Mobilfunkversorgung

Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hebt deutlich hervor, wie bestehende Energieinfrastrukturen den Ausbau des Mobilfunks in Deutschland voranbringen können. Insbesondere die sogenannten weißen und grauen Flecken, also unterversorgte Gebiete, stehen dabei im Fokus. Die Untersuchung zeigt, dass über 20 Prozent der reinen weißen Flecken und sogar mehr als 40 Prozent der weißen und grauen Flecken potenziell über bestehende Energieinfrastrukturen abgedeckt werden können. Dazu zählen Strommasten, Windkraftanlagen sowie Liegenschaften von Energieversorgungsunternehmen.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, betont die Bedeutung dieser Erkenntnisse: „Die Studie zeigt, welches ungenutzte Potenzial in der vorhandenen Infrastruktur der Energieversorger steckt. Der Mobilfunkausbau kann schneller, effizienter und ökologisch verantwortungsvoller erfolgen, wenn Mobilfunkantennen verstärkt etwa an bestehende Windkraftanlagen oder Strommasten angebracht werden, so dass die Notwendigkeit des Neubaus eines Funkmastes entfällt.“ Das bedeutet, statt neue Funkmasten zu errichten, könnten vorhandene Anlagen sinnvoll genutzt und damit Zeit, Kosten und Ressourcen gespart werden – ein echter Fortschritt vor allem für ländliche Regionen.

Neben den technischen Möglichkeiten unterstreicht Andreae auch die Notwendigkeit der Zusammenarbeit: „Die Studie verdeutlicht außerdem, dass es jetzt wichtig ist, dass wir alle Beteiligten an einen Tisch bringen. Energieversorger, Mobilfunknetzbetreiber, Kommunen und Behörden müssen gemeinsam Lösungen erarbeiten, um den Mobilfunkausbau zu beschleunigen. Wir stehen bereit, diesen Prozess aktiv zu unterstützen.“

Eine Ergänzung dieses kooperativen Ansatzes könnte eine unabhängige Vermittlungsstelle sein, die vorhandene Energieinfrastrukturen und Liegenschaften für Mobilfunknetzbetreiber transparent macht und passende Standorte vermittelt. Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) wird als möglicher Akteur genannt, da sie sich bereits bei der Schließung weißer Flecken bewährt hat.

Mit dieser Strategie, passive Netzinfrastrukturen der Energieversorgung gezielt zu nutzen, eröffnet sich eine vielversprechende Chance, die Mobilfunkversorgung in Deutschland deutlich zu verbessern – schnell, kosteneffizient und ökologisch nachhaltig.

Energie und Digitalisierung verschmelzen: Mobilfunknetze der Zukunft

Die Kombination von Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur eröffnet neue Perspektiven für den Mobilfunkausbau, gerade vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und des 5G-Ausbaus. Bestehende Anlagen von Energieversorgern wie Strommasten oder Windkraftanlagen bieten eine praktische Basis für zusätzliche Mobilfunkantennen. Damit können Versorgungslücken, insbesondere in ländlichen Regionen, kosteneffizient und umweltfreundlich geschlossen werden. Diese Synergie wirkt sich mehrfach positiv aus: Sie spart Ressourcen, verringert den Flächenverbrauch und beschleunigt zugleich den Netzausbau.

Die wachsenden Ansprüche an eine flächendeckende und leistungsfähige Mobilfunkversorgung stellen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor Herausforderungen. Technisch betrachtet erfordert der 5G-Ausbau zahlreiche neue Sendeanlagen, die oft aufwändig genehmigt und gebaut werden müssen – ein Prozess, der durch die Nutzung schon vorhandener Energieinfrastruktur erheblich erleichtert wird. Gleichzeitig unterstützt diese Strategie Nachhaltigkeitsziele, da kein zusätzlicher Infrastrukturaufwand nötig ist und Naturräume geschützt werden.

Die Gesellschaft profitiert in mehrfacher Hinsicht. Für die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere in ländlichen Gebieten, verbessern sich die digitalen Zugänge zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Wirtschaft. Firmen bekommen ein stabileres Netz, das neue Geschäftsmodelle ermöglicht und die Wettbewerbsfähigkeit steigert. Kommunen können ihre Entwicklungschancen durch bessere digitale Anbindungen optimieren.

Diese Zusammenführung von Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Die Koordination zwischen verschiedenen Akteuren – Energieversorger, Mobilfunkanbieter, Kommunen und Behörden – ist komplex. Genehmigungsverfahren müssen transparenter und schneller gestaltet werden. Datenschutz und Sicherheit bei der gemeinsamen Nutzung der technischen Anlagen sind kritisch und erfordern klare Regelungen. Hier ist auch die Politik gefragt, geeignete regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Schulterschluss zwischen den Branchen zu fördern und Hemmnisse abzubauen.

Zukunft des Mobilfunkausbaus

Der Mobilfunkausbau setzt verstärkt auf effiziente Nutzung vorhandener Strukturen. Eine von WIK-Consult im Auftrag des BDEW erstellte Studie verdeutlicht, dass über 20 Prozent der weißen Flecken und sogar über 40 Prozent der weißen und grauen Flecken potenziell über vorhandene Energieinfrastruktur abgedeckt werden könnten. Das würde bedeuten, dass sich der 5G-Ausbau deutlich beschleunigen lässt, während zugleich Kosten und Umweltauswirkungen gesenkt werden.

Zu den Wachstumstreibern zählt auch die Idee einer unabhängigen Vermittlungsstelle, die Infrastrukturangebote und Mobilfunkbedarf zusammenbringt. In Deutschland könnte die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) diese Rolle übernehmen, um die Übersicht zu optimieren und den Ausbau zielgerichtet zu koordinieren.

Innovative Kooperationen für ländliche Regionen

Für ländliche Räume hat die Verschmelzung von Energie- und Telekommunikationsnetz großes Potenzial. Dort sind digitale Defizite oft am stärksten ausgeprägt, und die Investitionskosten für neue Funkmasten sind verhältnismäßig hoch. Die Nutzung von Strommasten oder Windkraftanlagen macht den Netzausbau finanziell tragfähiger und kann sogar zusätzliche Erlöse für Energieversorger generieren.

Bereits heute gibt es internationale Beispiele, die diesen Ansatz vorantreiben:

  • Schweden setzt Strommasten als Multi-Infrastruktur-Säulen ein, die neben Energie auch Highspeed-Datenverbindungen tragen.
  • Kanada nutzt ländliche Energieanlagen, um flächendeckende Mobilfunknetze auszurollen und so abseits großer Städte Breitbandversorgung sicherzustellen.
  • Australien fördert die gemeinsame Infrastruktur auf abgelegenen Stationen, um die digitale Kluft zwischen urbanen und ländlichen Bereichen zu verkleinern.

Diese Modelle zeigen, wie die Verknüpfung von Energieinfrastruktur und Mobilfunkversorgung als Muster für zukunftsfähige, nachhaltige und schnelle Netzausbauprojekte dienen kann.

Gesellschaftlicher und politischer Rahmen

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das mehr digitale Teilhabe und eine stabilere Netzanbindung, insbesondere dort, wo der Ausbau bislang schleppte. Dem Mittelstand und der Industrie eröffnet sich die Chance, innovative Anwendungen wie das Internet der Dinge (IoT) oder automatisierte Mobilität im ländlichen Raum auszuweiten.

Politisch gesehen bedarf es verstärkter Anstrengungen, die Zusammenarbeit der beteiligten Branchen zu erleichtern. Es geht um eine pragmatische Anpassung von Genehmigungsprozessen sowie klare Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben. Zudem könnten Förderprogramme gezielt Synergien unterstützen, um die nachhaltige Verknüpfung von Energie- und Kommunikationsnetzen noch schneller voranzutreiben.

Diese Entwicklungen setzen bereits ein dynamisches Signal für die digitale Zukunft: Energieinfrastruktur wird zunehmend zur Plattform für Mobilfunknetze und leistet damit einen wichtigen Beitrag dazu, digitale Spaltung zu überwinden und die Digitalisierung in allen Teilen der Gesellschaft zu ermöglichen.

Dieser Beitrag stützt sich auf die Pressemitteilung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

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