– Prognos-Umfrage mit 457 Experten zeigt Bedarf an Produktstatus für mineralische Ersatzbaustoffe.
– Nur bestimmte Materialklassen gelten aktuell als Produkte, andere mineralische Abfälle landen weiterhin auf Deponien.
– Verbindliche gesetzliche Vorgaben gefordert, um Kreislaufwirtschaft zu stärken und Akzeptanz zu erhöhen.
Mineralische Abfälle besser verwerten: Verbände fordern verbindliche Regelungen und Produktstatus
Der Bundesverband Mineralische Rohstoffe (MIRO) ruft zusammen mit sieben weiteren Branchenverbänden und Interessengemeinschaften eindringlich dazu auf, die Verwertung mineralischer Abfälle zu verbessern. Grundlage ist eine Umfrage von Prognos, die 457 Unternehmen, Behörden, Dienstleister und Fachleute befragte. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Ein Produktstatus für alle mineralischen Ersatzbaustoffe würde nicht nur den Einsatz dieser Stoffe erhöhen, sondern auch ihre Verwertungsquote signifikant verbessern. Aktuell führt die Einstufung nur bestimmter Materialklassen als Produkte dazu, dass diese bevorzugt nachgefragt werden, während andere weiterhin als Abfall gelten und auf Deponien landen müssen.
MIRO betont ausdrücklich, dass Recycling von mineralischen Bauabfällen keineswegs ein Gegenspieler zur Nutzung von Primärrohstoffen ist. Vielmehr handle es sich um eine notwendige Ergänzung, die zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zur Entlastung der Umwelt beiträgt. Trotz Fortschritten werden mehr als 85 Prozent der Nachfrage immer noch durch Primärrohstoffe gedeckt. Die Verbände unterstreichen, dass „um mehr RC-Material im Kreislauf zu halten, es aber von entscheidender Bedeutung ist, dass alle mineralischen Abfälle, die wirtschaftlich verwertbar sind, auch tatsächlich verwertet und eingesetzt werden.“
Dabei sei es besonders wichtig, Energie-, Wasser- und Transportaufwand zu berücksichtigen, um Ressourcen zu schonen und die Abfallmengen auf Deponien zu reduzieren. Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Einführung von verbindlichen gesetzlichen Regelungen. Klare Vorgaben könnten die Kreislaufwirtschaft nachhaltig stärken und zugleich für mehr Rechtssicherheit sowie Akzeptanz beim Einsatz von Ersatzbaustoffen sorgen. MIRO erklärt, seine Interessenvertretung fortzuführen, um eine ressourceneffiziente und nachhaltige Zukunft zu sichern.
Die gemeinschaftliche Pressemitteilung sowie der detaillierte Bericht zur Prognos-Umfrage sind online einsehbar.
Warum bessere Baustoff-Kreisläufe für unsere Zukunft unverzichtbar sind
Die vollständige Verwertung mineralischer Abfälle ist ein entscheidender Baustein einer nachhaltigen Gesellschaft. Mineralische Baustoffe machen einen beträchtlichen Anteil an Abfällen im Bauwesen aus, deren effizienter Kreislauf sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Dimensionen berührt. Durch die Wiederverwertung dieser Materialien lassen sich wertvolle Ressourcen schonen, der Verbrauch von natürlichen Rohstoffen reduzieren und der CO₂-Ausstoß dämpfen. Damit trägt ein gelungener Baustoff-Kreislauf direkt zum Schutz der Umwelt und zur Erreichung nationaler und internationaler Klimaziele bei.
Doch die Umsetzung steht in Deutschland vor komplexen Herausforderungen. Neben technischen und organisatorischen Hürden behindern vor allem rechtliche und normative Rahmenbedingungen den Fortschritt. Zu strenge oder unklare Regelungen, etwa bei der Produktzertifizierung und Qualitätskontrolle von Recyclaten, erschweren die Markteinführung und Akzeptanz. Diese Normen sind essenziell, um Sicherheit und Verlässlichkeit zu gewährleisten – zugleich müssen sie so gestaltet sein, dass sie neue Kreislaufmodelle nicht blockieren.
Das Umdenken in Branche, Verwaltung und Gesellschaft ist deshalb eine zentrale Weichenstellung. Für die Bauwirtschaft entstehen durch innovative Recyclingverfahren und nachhaltige Materialstrategien nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Chancen. Verbraucher profitieren von umweltfreundlicheren Bauprodukten und einem bewussteren Umgang mit Baustoffen. Behörden wiederum sind gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl Schutz als auch Innovation fördern.
Recycling: Modelle und Herausforderungen
Die Entwicklung effektiver Kreislaufmodelle erfordert technisches Know-how und partnerschaftliches Zusammenspiel verschiedener Akteure aus Industrie, Bauunternehmen und Entsorgern. Materialqualität, sortenreine Trennung und die Wiederaufbereitung sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Gleichzeitig gilt es, bestehende Hemmnisse in den Regelwerken zu überwinden und neue Standards für Rezyklate zu etablieren, die deren Nutzung erleichtern und vorantreiben.
Weichenstellung für nachhaltige Bauwirtschaft
National und international setzen Initiativen bereits wichtige Impulse, um Baustoff-Kreisläufe voranzubringen. Sie fördern Innovationen, unterstützen die Harmonisierung von Standards und bieten Orientierung für die Integration von Rezyklaten. Damit ebnen sie den Weg für eine Bauwirtschaft, die ressourcenschonend, ökologisch verantwortungsvoll und zukunftsfähig arbeitet. Für alle Beteiligten gilt es jetzt, diese Chancen zu nutzen und konsequent an einer geschlossenen und effizienten Stoffwirtschaft zu arbeiten.
Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Verwendung mineralischer Ersatzbaustoffe / MIRO unterstützt gemeinschaftliche Initiative
Original-Content übermittelt durch news aktuell.