10+ Aufrufe

Europas technologische Souveränität in Gefahr: VDE warnt vor Rückstand in Mikroelektronik und fordert entschlossenes Handeln

Der VDE warnt in seinem Positionspapier „Hidden Electronics IV“, Europa drohe in der Mikroelektronik gegenüber den USA und Asien den Anschluss zu verlieren und damit Wohlstand, Sicherheit sowie technologische Souveränität aufs Spiel zu setzen. Vorgestellt auf dem European Future Technology Summit in Brüssel fordert der Verband den Ausbau von Chipdesign-Kompetenzen, Fertigungskapazitäten und gezielten Förderprogrammen für Start-ups. Ohne ein koordiniertes europäisches Vorgehen drohe eine dauerhafte Abhängigkeit in Schlüsselbranchen wie KI, Medizintechnik oder Energie­wende.
Inhaltsverzeichnis
Beitrag teilen
Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.
Verbandsbüro jetzt bei Google bevorzugen Damit unsere Vereins- und Verbandsnachrichten häufiger in Ihrer persönlichen Google-Übersicht erscheinen.
Jetzt bevorzugte Quelle festlegen

– VDE veröffentlicht „Hidden Electronics IV“, fordert Europas Mikroelektronik-Souveränität dringend zu sichern.
– Europa verliert Marktanteile in Mikroelektronik, Defizite besonders im Chipdesign.
– VDE fordert Aufbau eigener EDA-Kompetenz und Förderung von Open-Source-Ansätzen wie RISC-V.

Europas mikroelektronische Zukunft steht auf dem Spiel

Mikroelektronik bildet das Herz moderner Technologien – von künstlicher Intelligenz und Robotik über Medizintechnik bis hin zu Energiewende und Verteidigung. Trotz dieser entscheidenden Rolle droht Europa in diesem Zukunftsfeld den Anschluss zu verlieren. Während die USA und asiatische Regionen massiv in Halbleiterfertigung und Chipentwicklung investieren, wächst Europas Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten. Prof. Christoph Kutter, stellvertretender VDE-Präsident, warnt: „In der Mikroelektronik sind wir viel zu abhängig von anderen Regionen der Welt.“ Ohne entschlossenes Handeln stünden Wohlstand und technologische Souveränität auf dem Spiel.

Europa hält zwar noch wichtige technologische Kompetenzen, etwa bei Leistungshalbleitern, Sensorik, Edge AI und Lithografie, doch diese müssen gezielt ausgebaut werden. Fortschritte wie die Dresdner Chipfabriken und die EU-Förderinitiative IPCEI zeigen, dass Potenziale vorhanden sind. Gleichzeitig offenbaren sich große Lücken, insbesondere beim Chipdesign. Die zentralen Designwerkzeuge stammen überwiegend aus den USA, weshalb der VDE eine eigene Entwicklung von Electronic Design Automation (EDA)-Kompetenz fordert und die Förderung von Open-Source-Ansätzen wie RISC-V als Weg zur Stärkung Europas empfiehlt.

Zudem verlangt das Positionspapier eine stärkere Unterstützung von Start-ups, vermehrtes Wagniskapital, den Ausbau erfolgreicher Inkubatoren und die Förderung zukunftsträchtiger Märkte wie Robotik und High-Performance Computing. Dr. Ronald Schnabel, Geschäftsführer der VDE/VDI GMM, bringt es auf den Punkt: „Ohne ein koordiniertes Vorgehen wird Europa in der Mikroelektronik dauerhaft in die zweite Reihe abrutschen. Souveränität und Resilienz im Halbleiterbereich sind keine Kür, sondern Pflicht.“

Die Mikroelektronik wird auf dem MikroSystemTechnik Kongress 2025 ausführlich diskutiert, wo VDE GMM und VDI/VDE-IT vom 27. bis 29. Oktober in Duisburg wichtige Impulse für Europas technologische Zukunft setzen wollen.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des VDE Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge