Mehr Gartenwildnis wagen für den Vogel des Jahres

Verbandsnachrichten Meldung aus den Vereinen und Verbänden

Das frischgekürte Rotkehlchen mag geschützte Hecken und naturnahe Ecken

Damit sich das frisch zum Vogel des Jahres gekürte Rotkehlchen in Baden-Württemberg weiterhin so wohl fühlt, müssen Gärten, Parks und Wälder möglichst naturnah gestaltet werden. Von diesen NABU-Tipps profitieren auch andere Vögel und Insekten.

26. März 2021 – Klein, rund und knopfäugig: das zutrauliche Rotkehlchen ist der Vogel des Jahres. Zum Start der Gartensaison wirbt der NABU Baden-Württemberg für mehr Wildnis und Entspannung bei der Pflege von Gärten und Grünflächen. Das Rotkehlchen ist der achthäufigste Vogel in Deutschland und bundesweit zuhause. Rund zehn Prozent des Bestands brütet im Südwesten. „Wir Baden-Württemberger haben damit eine besondere Aufgabe. Damit sich das Rotkehlchen weiterhin bei uns so wohl fühlt, müssen Gärten, Parks und Wälder möglichst naturnah gestaltet werden. Und davon profitiert nicht nur das kleine Knopfauge“, sagt NABU-Ornithologe Stefan Bosch.

Nestbau ist beim Rotkehlchen Frauensache
Erithacus rubecula, so der lateinische Name des Rotkehlchens, ist sehr territorial. Einmal da, besetzt es mit seinem Partner ein bestimmtes Gebiet und verteidigt es gegen Artgenossen. Man sieht also immer dieselben Vögel – so hat jede und jeder einen ganz „persönlichen“ Vogel des Jahres im Garten. Häufig kann man erleben, dass ein Rotkehlchen beim Umgraben neugierig zuschaut und ganz nah herankommt. „Die Gartenarbeit legt einige Leckerbissen frei, die eilig eingesammelt werden, sobald die Bahn frei ist“, erklärt Bosch. Während die meisten Vogelarten nur zur Brutzeit singen, ist das Rotkehlchen auch im Winter zu hören, um das eigene Revier zu verteidigen. Dann singen sogar die Weibchen. Rotkehlchen sind Frühaufsteher: 50 Minuten vor Sonnenaufgang sind sie am Start. Möglich machen das die großen schwarzen Augen, mit denen die Tiere auch im Halbdunkel gut sehen können.

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Damit der Jahresvogel sich bei uns wohlfühlt, können Gartenbesitzende einiges tun:
• Mut zur Unordnung! Wilde Ecken mit dichten Sträuchern sind für Erithacus rubecula ein Paradies. Hier findet es Schutz. Unter am Boden liegendem Laub sucht es Nahrung. Auf dem Speiseplan stehen Würmer, Schnecken, Spinnen und Insekten. In der kalten Jahreszeit mag es auch Beeren von heimischen Gehölzen, wie Vogelbeere und Weißdorn.
• Gift im Garten ist tabu! Pestizide töten die Nahrung des Rotkehlchens. Ist nichts zu fressen da, macht es den Abflug.
• Offene Böden statt Schotter! Zur Futtersuche ist das Rotkehlchen auf offene Böden angewiesen. In größeren Gärten kann es brüten. Das Weibchen baut sein napfartiges Nest aus Moos, Halmen und Wurzeln, auch an leicht erhöhten Plätzen in Nischen, Hecken und kleinen Höhlen.
• Befristeter Lockdown für Hauskatzen! Zur Brutzeit – insbesondere Ende April bis Ende Juni, wenn die Jungen flügge werden – bitte Katzen am frühen Morgen und Vormittag nicht aus dem Haus lassen. Rotkehlchen brüten in offenen Nestern im Gebüsch und sind darum für sie leichte Beute. Selbst die bloße Anwesenheit von Katzen kann Vogeleltern davon abhalten, ihre Jungen zu füttern.

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Der Jahresvogel ist aber nicht nur in Gärten und Parks zuhause. Zwei Drittel aller Rotkehlchen leben im Wald. Darum erfordert diese Art eine naturnahe Waldbewirtschaftung. Strukturreiche Wälder mit einer Strauchschicht und viel Totholz am Boden sind ideal.

Das Rotkehlchen ist der erste öffentlich gewählte Vogel des Jahres. Es hat mit 59.267 Stimmen (17,4 Prozent) vor Rauchschwalbe und Kiebitz das Rennen um den Titel unter den verbliebenen zehn Stichwahlkandidaten gemacht. Insgesamt über 455.000 Menschen beteiligten sich an der Wahl. Das Rotkehlchen trägt nun zum zweiten Mal nach 1992 den Titel.

Hier geht es zur Pressemeldung auf der Website
Quelle: baden-wuerttemberg.nabu.de

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