Marian Grau ist Student des Jahres 2026: Wie sein Projekt „Von Geschwistern für Geschwister“ betroffenen Familien Halt gibt

Der Informatikstudent Marian Grau von der Universität Konstanz wird als „Student des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Er erhält die Ehrung für sein bundesweit einzigartiges Projekt „Von Geschwistern für Geschwister“, das junge Menschen unterstützt, deren Bruder oder Schwester schwerstbehindert ist oder verstorben ist. Die offizielle Preisverleihung findet am 23. März 2026 in Berlin statt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Marian Grau wird „Student des Jahres 2026“ für sein Projekt „Von Geschwistern für Geschwister“ ausgezeichnet.
  • Das Projekt unterstützt junge Menschen mit schwerstbehinderten oder verstorbenen Geschwistern durch Austausch und Vernetzung.
  • Regelmäßige Treffen bieten einen geschützten Raum für emotionale Unterstützung und Stärkung der Resilienz.
  • Das Engagement fördert gesellschaftliche Anerkennung und Sichtbarkeit der Bedürfnisse dieser Geschwister.
  • Die Preisverleihung findet am 23. März 2026 in Berlin mit einem Preisgeld von 5.000 Euro statt.

– Marian Grau von der Universität Konstanz wird als „Student des Jahres 2026“ ausgezeichnet.
– Er engagiert sich für Geschwister von schwerstbehinderten Kindern mit einem bundesweiten Leuchtturmprojekt.
– Die Auszeichnung erfolgt am 23. März 2026 in Berlin und ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden.

Marian Grau wird „Student des Jahres 2026“: Engagement für Familien mit schwerstbehinderten Kindern

Der Informatikstudent Marian Grau von der Universität Konstanz erhält die Auszeichnung „Student des Jahres 2026“ – eine Ehrung, die sein außergewöhnliches Engagement für Familien mit schwerstbehinderten Kindern würdigt. Die gemeinsame Entscheidung von dem Deutschen Studierendenwerk und dem Deutschen Hochschulverband unterstreicht den gesellschaftlichen Impact seines Einsatzes.

Marian Grau verbindet persönliches Schicksal mit sozialer Verantwortung. Als er neun Jahre alt war, verstarb sein Bruder Marlon, der auf Grund eines Gendefekts schwerstbehindert war. Neben den Herausforderungen des Alltags für seine Familie hat Marian durch die Erfahrung gelernt, wie bedeutend Unterstützung von Gleichgesinnten und Fachleuten ist. Seine frühzeitige Liebe und Fürsorge für seinen Bruder spürt man bis heute in seinem engagierten Wirken.

„Wenn ein Kind mit einer schweren Behinderung aufwächst oder verstirbt, prägt das auch den Lebensweg seiner gesunden Geschwister. Neben emotionalen Herausforderungen wie Sorgen und Trauer erleben sie oft einen Mangel an ungeteilter Aufmerksamkeit der Eltern sowie einen Alltag, der stark durch die Rücksichtnahme auf die besonderen Bedürfnisse der Familie bestimmt ist. Das von Marian Grau initiierte und getragene Projekt setzt an dieser Stelle punktgenau an. Es greift jungen Menschen, deren Belange in unserer Gesellschaft oft zu wenig gesehen werden, mit Rat und Tat unter die Arme und gibt ihnen Halt. Dieser keineswegs selbstverständliche Einsatz ist beeindruckend und bewundernswert“, begründen DSW-Präsidentin Professorin Dr. Beate Schücking und DHV-Präsident Professor Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch die Auszeichnung.

Im Rahmen seines Engagements hat Marian Grau das Programm „Von Geschwistern für Geschwister“ ins Leben gerufen. Das bundesweit einzigartige Leuchtturmprojekt wurde vom Philip Julius e.V. ins Leben gerufen, einem Verein, der Familien mit mehrfach schwerstbehinderten Kindern unterstützt. Dieser Verein wurde am 22. März 2013 gegründet und trägt den Namen des verstorbenen Sohnes von Katrin und Jörg Eigendorf, die ihn initiierten.

Lesenswert ist außerdem Exil e.V. startet Projekt „Vielfältig engagiert – Brücken ins Ehrenamt“ in Osnabrück.

Marian Grau ist nicht nur Organisator, sondern auch persönlicher Ansprechpartner für die Jugendlichen, die im Projekt verbunden werden. Über zweimal jährlich stattfindende Treffen bieten die Geschwister einen geschützten Raum, um sich auszutauschen, Kraft zu tanken und über Themen zu sprechen, die im Familienalltag oft keinen Platz finden. Das Projekt setzt genau dort an, wo es am dringendsten gebraucht wird.

Der nächste Höhepunkt der Auszeichnung ist die Preisverleihung, die am 23. März 2026 in Berlin im Rahmen der „Gala der Deutschen Wissenschaft“ des Deutschen Hochschulverbands stattfindet. Mit einem Preisgeld von 5.000 Euro*, gestiftet vom Stifterverband, würdigen die jungen Organisationen hervorstechende Leistungen junger Menschen. Letztes Jahr wurde der Preis an Noah Dejanović von der Universität Leipzig verliehen, der sich mit seinem Projekt zur Kinderschutzaufklärung für das Wohlergehen junger Menschen einsetzt.

Diese Ehrung unterstreicht Marians breite gesellschaftliche Wirkung. Als Wissenschaftsstudent und engagierter Fürsprecher zeigt er, wie persönliche Erfahrungen in gesellschaftlich bedeutende Initiativen verwandelt werden können. Die Jury setzt auf sein innovatives Engagement, das Menschen in besonderen Lebenslagen eine Stimme verleiht und Hoffnung schenkt.

Angebote für Geschwister schwer behinderter Kinder: Eine wachsende zivilgesellschaftliche Szene

Das gesellschaftliche Bewusstsein für die Belange von Geschwistern chronisch oder schwer behinderter Kinder wächst. Sie sind oft im Schatten der erkrankten Geschwister und benötigen spezielle Unterstützung, um ihre emotionalen Bedürfnisse zu adressieren. Geschichte, Netzwerke und Angebote für diese spezifische Zielgruppe sind in den letzten Jahren deutlich sichtbarer geworden. Mehrere Initiativen greifen hier gezielt an, setzen auf digitale Vernetzung und lokale Programme, um Betroffenen Halt zu geben.

Ein Beispiel ist das GeschwisterNetz, ein digitales soziales Netzwerk, das 2016 gemeinsam mit erwachsenen Geschwistern entwickelt wurde. Es verbindet heute ca. 900 Mitglieder* und bietet ihnen eine Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, Ratschläge zu erhalten und sich gegenseitig zu unterstützen*. Diese digitale Infrastruktur schafft niedrigschwelligen Zugang zu einer Gemeinschaft, die im Alltag häufig unsichtbar bleibt.

Neben diesen Online-Angeboten setzen auch regionale Organisationen auf persönliche Begegnungen. Der Traglinge e.V. in Berlin bietet Programme zur Stressbewältigung und Resilienzförderung für Kinder und Jugendliche, die Geschwister schwerkranker Kinder sind*.

Ein weiteres Beispiel ist die Initiative von Wiebke Gehm an der Universität Rostock, die 2024 für ihr ehrenamtliches Engagement im Bereich der Betreuung schwer erkrankter Kinder ausgezeichnet wurde. Sie engagiert sich in der Initiative „TNA – Tommy nicht allein“ und wurde gewürdigt*.

Marians Projekt „Von Geschwistern für Geschwister“ bildet einen neuen Ansatz. Das Modell sorgt für Austausch, stärkt die Vernetzung und gibt den jungen Betroffenen eine Stimme. Es verbindet die persönliche Familiengeschichte Marians mit einem gesellschaftlichen Bedürfnis und trägt zur Enttabuisierung emotionaler Herausforderungen bei. Damit setzt Marian Grau ein beispielhaftes Zeichen, das in der wachsenden Szene zivilgesellschaftlicher Angebote eine prominente Rolle einnimmt.

Diese vielfältigen Angebote ergänzen sich durch digitale und lokale Formate, schaffen Räume für Austausch und stärken die Resilienz dieser Jugendlichen. Marian Grau und seine Initiative leisten hierbei einen wertvollen Beitrag, der sich auf eine nachhaltige gesellschaftliche Veränderung ausrichtet.

Was das Engagement für Geschwister bewirkt

Ehrenamtliches Engagement von Studierenden entfaltet weit über das eigene Studium hinaus eine gesellschaftliche Wirkung. Besonders Programme, die sich an Geschwister schwerstbehinderter Kinder richten, zeigen, wie junge Menschen in ihrer Rolle als Unterstützerinnen und Unterstützer wachsen und wichtige Impulse für das soziale Miteinander setzen. Solche Initiativen fördern nicht nur den Austausch und die gegenseitige Entlastung, sondern wirken auch auf die psychische Stabilität der Betroffenen. Sie stärken die Fähigkeit, Herausforderungen zu bewältigen und Resilienz aufzubauen – Qualitäten, die im Alltag schwer zu messen, in ihrer Bedeutung jedoch nicht zu unterschätzen sind.

Das bundesweit einzigartige Leuchtturmprojekt „Von Geschwistern für Geschwister“ schafft einen geschützten Raum für Austausch und Vernetzung, der eine Kraftquelle werden kann. Hier treffen sich Jugendliche regelmäßig, um Sorgen, Trauer, aber auch positive Erfahrungen zu teilen. Für viele sind diese Treffen eine Oase, in der sie sich verstanden und unterstützt fühlen. Solche Angebote sind im Alltag der Familien selten, doch sie entfalten nachhaltige Wirkung: Sie fördern das Gefühl, nicht allein zu sein, und geben jungen Menschen die Kraft, ihre individuellen Wege zu gehen.

Die gesellschaftliche Bedeutung zeigt sich darin, dass das Engagement junger Menschen hier sichtbar wird. Es ist eine Form des gesellschaftlichen Zusammenhalts und setzt Zeichen für die Anerkennung und Unterstützung der Belange von Geschwistern schwerstbehinderter Kinder. Dabei wirken die Freiwilligen durch ihre Präsenz, Empathie und Organisationstalent direkt vor Ort, gestalten das Leben vieler Betroffener positiv mit und tragen zur gesellschaftlichen Inklusion bei.

Kurz zusammengefasst lassen sich die Wirkungsfelder ebenso prägnant beschreiben:

  • Emotionale Stabilisierung und Resilienzförderung
  • Vernetzung und gegenseitiger Austausch
  • Sensibilisierung für gesellschaftliche Bedürfnisse

Gerade in diesen Feldern zeigt sich, wie hoch die gesellschaftliche Relevanz von studentischem Engagement in diesem Bereich ist. Es geht um mehr als nur individuelle Hilfe – es entsteht ein gesellschaftlicher Mehrwert, der Verbindungen zwischen den Betroffenen stärkt.

Ausblick: Wege zur Unterstützung für engagierte Projekte und Initiativen

Individuelle Initiativen wie das Engagement von Marian Grau zeigen, welch bedeutende Entwicklungsmöglichkeiten es gibt, wenn Menschen ihre persönlichen Erfahrungen und ihr Engagement bündeln. Seine Arbeit im Rahmen des Projekts »Von Geschwistern für Geschwister« bringt nicht nur Betroffene zusammen, sondern schafft auch Strukturen, die den Alltag junger Geschwister schwerstbehinderter Kinder erleichtern. Solche Projekte tragen wesentlich dazu bei, Gemeinschaften zu stärken und das Bewusstsein für die Belange Familien mit besonderen Herausforderungen zu schärfen.

Für Leserinnen und Leser, die sich für Unterstützungsmöglichkeiten interessieren, gibt es zahlreiche Ansätze, aktiv zu werden. Der erste Schritt kann die Suche nach lokalen Angeboten sein: Viele Organisationen und Vereine bieten Austausch- und Unterstützungsangebote an, die oftmals über kommunale Einrichtungen oder gemeinnützige Verbände zugänglich sind. Zudem ermöglichen digitale Netzwerke, die mittlerweile in vielfältiger Form existieren, den Austausch über nationale Plattformen. Hier können Gleichgesinnte Kontakte knüpfen, Erfahrungen teilen und voneinander lernen.

Die Teilnahme an Austauschformaten und Fortbildungen etabliert eine Community, die sich gegenseitig motiviert und stärkt. Öffentliche Veranstaltungen, Webinare oder Workshops bieten die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und in der Praxis aktiv zu werden. Mit diesen Aktivitäten kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten, um das Bewusstsein für die Bedürfnisse junger Geschwister zu erhöhen und die gesellschaftliche Unterstützung weiter auszubauen.

Diese Impulse können weit über das individuelle Engagement hinauswirken. Auszeichnungen wie den »Student des Jahres« zu verleihen, zeigen, welche Kraft in jungen Menschen steckt. Projekte, die auf Anerkennung und Vernetzung setzen, setzen Inspirationen frei, die auch in der Angehörigenarbeit positive Veränderungen bewirken können. Sie regen dazu an, eigene Wege zu finden, Gemeinschaften zu stärken und der Gesellschaft insgesamt eine stärkere Teilhabe aller Betroffenen zu ermöglichen.

Wenn Sie selbst aktiv werden möchten, empfiehlt es sich, zuerst lokale Angebote anzuschauen, digitale Plattformen zu nutzen und sich regelmäßig mit anderen auszutauschen. So tragen Sie dazu bei, dass Verbände, Initiativen und Projekte noch sichtbarer werden und langfristig positive Veränderung bewirken. Unterstützen können Sie diese Entwicklung durch Hinweise, freiwilliges Engagement oder auch durch das Teilen von Informationen in Ihrem Umfeld. Mit kleinen Schritten und gezieltem Einsatz ist es möglich, nachhaltige Impulse zu setzen, die sowohl Betroffene als auch die Gesellschaft insgesamt stärken.

Dieser Beitrag stützt sich auf eine Pressemitteilung des Deutschen Studierendenwerks und des Deutschen Hochschulverbands.

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Das Engagement für Geschwister schwerst- oder chronisch kranker bzw. schwer behinderter Kinder bleibt gesellschaftlich relevant, weil diese Lebensrealität oft „im Schatten“ anderer Herausforderungen steht. Wie der Beitrag schildert, prägt der Alltag nicht nur das erkrankte bzw. betroffene Kind, sondern wirkt auch auf Geschwister durch emotionale Belastungen und fehlende ungeteilte Aufmerksamkeit.

Für betroffene Familien, aber auch für Vereine, Initiativen und Hochschulen wird daraus vor allem eins deutlich: Es braucht sichtbare, passgenaue Angebote, die einen geschützten Raum für Austausch schaffen. Die Beispiele im Beitrag zeigen zudem, wie Digitalisierung und regionale Begegnungsformate helfen können, wenn Geschwister sonst kaum Gehör finden.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Gibt es Angebote speziell für Geschwister – auch digital?
Ja. Im Beitrag wird mit dem „GeschwisterNetz“ ein digitales Netzwerk genannt, das Austausch und Unterstützung ermöglicht.

Wie helfen Begegnungen, wenn im Familienalltag wenig Platz für Gefühle bleibt?
Der Beitrag beschreibt geschützte Treffen, bei denen Sorgen und Trauer sowie positive Erfahrungen Raum bekommen.

Welche Rolle spielen Initiativen und Vereine bei der Unterstützung?
Mehrere Organisationen werden genannt, die Programme für Stressbewältigung, Resilienz und Betreuung übernehmen.

Wenn ich mich engagieren möchte: Wo sollte ich anfangen?
Der Beitrag empfiehlt, lokale Angebote zu suchen und digitale Netzwerke zu nutzen. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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