10+ Aufrufe

Lysin-Zölle belasten EU-Futtermittelindustrie

Am 15. Januar 2025 beschloss die Europäische Kommission die Einführung hoher Antidumpingzölle auf Lysin aus China, was bei der Futtermittelindustrie für erheblichen Unmut sorgt. Der Deutsche Verband Tiernahrung e.V. (DVT) und der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) fordern gemeinsam mit dem europäischen Mischfutterverband (FEFAC) eine Neubewertung dieser Maßnahme und ihre Rücknahme. Angesichts einer signifikanten Abhängigkeit von chinesischen Importen sehen sie schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für die tierische Wertschöpfungskette innerhalb der EU. Die Verbände betonen die Notwendigkeit, die europäische Produktion essenzieller Aminosäuren zu stärken, um Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Inhaltsverzeichnis

Beitrag teilen

In einer Stallhalle kommt eine Hand mit einem Beutel vorbei, während eine Kuh im Hintergrund steht und Heu frisst.  
Auf dem Beutel prangt der Text "LYSINE TARIFIDS BUNDAN EU ANIMAL FEED INDUSTRY
Verbandsbüro jetzt bei Google bevorzugen Damit unsere Vereins- und Verbandsnachrichten häufiger in Ihrer persönlichen Google-Übersicht erscheinen.
Jetzt bevorzugte Quelle festlegen

Bremen (VBR).

Am 15. Januar 2025 trat eine richtungsweisende Entscheidung der Europäischen Kommission in Kraft: hohe Antidumpingzölle auf den Futterzusatzstoff Lysin aus China. Diese Maßnahme hat in der Tiernahrungsbranche Alarm ausgelöst. Der Deutsche Verband Tiernahrung e.V. (DVT) und der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) zeigen sich zutiefst besorgt über die Auswirkungen auf europäische Hersteller von Vormischungen und Mischfuttermitteln.

Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der DVT-Geschäftsführung, hebt hervor: „Die Hersteller von Vormischungen und Mischfuttermitteln sind zutiefst besorgt über das hohe Niveau der vorläufigen EU-Einfuhrzölle für die essenzielle Aminosäure Lysin“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). In der EU besteht derzeit eine Abhängigkeit von bis zu 70 Prozent von chinesischem Lysin, während Ersatzlieferungen aus der EU oder anderen Regionen fehlen.

Dr. Philipp Spinne, Geschäftsführer des DRV, warnte: „Da es alternativ keine ausreichenden Lieferungen aus EU-Produktion oder anderen Drittländern gibt, würde die Umsetzung dieser Maßnahme erhebliche nachteilige wirtschaftliche Folgen für die tierische Wertschöpfungskette haben“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).

Gemeinsam mit dem europäischen Mischfutterverband fordern DVT und DRV die EU-Kommission energisch dazu auf, die Bewertungsprozesse zu überdenken. Eine Rücknahme der Zölle wäre ein entscheidender Schritt, um eine weitere Destabilisierung der Tiernahrungsindustrie zu verhindern. Dr. Baaken betont: „Essenzielle Aminosäuren und Vitamine wie Lysin müssen als „Kritische Stoffe“ anerkannt werden" (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).

Lysin, eine essenzielle Aminosäure, gewährleistet durch seine Aufnahme in Futterrationen eine nährstoffreduzierte und bedarfsgerechte Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere. Ihr Verzicht könnte eine Erhöhung importierter Sojaanteile in den Futtermischungen nach sich ziehen, was wiederum heimische Proteinquellen gefährden würde.

Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, drängen DVT und DRV auf strukturelle Reformen innerhalb der EU-Fermentationsindustrie. Die Wiederbelebung dieser unverzichtbaren Produktionsschiene ist nicht nur für die Versorgungssicherheit kritisch, sondern könnte auch einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Im Mai 2024 begann die EU-Kommission, die Dumpingpraktiken beim Lysin-Import zu untersuchen. Seither wurden vorläufige Zölle von bis zu 84,8 Prozent festgesetzt. Die betroffenen Organisationen lehnen solche Praktiken ab, doch sie unterstreichen ebenfalls die Dringlichkeit einer fairen Neubewertung im Sinne des freien Handels und des gleichen Wettbewerbs.


Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Antidumpingverfahren für den Futtermittelzusatzstoff Lysin

Original-Content übermittelt durch news aktuell.


Werbung mit Mehrwert: Entdecken Sie passende Lektüre zum Thema

  1. "EU-Agrarpolitik: Strategien zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit" von Paul W. Berk
  2. "Rohstoffe und Handelsstrategien in der Futtermittelindustrie" von Claudia Müller
  3. "Nachhaltige Tierernährung: Grundlagen und Praxis" von Dr. Helmut Fritz

Diese Titel können sie günstig auf buecher.de kaufen




Herausforderungen und Zukunftsaussichten der europäischen Futterindustrie im Kontext globaler Handelsbeziehungen

Die Entscheidung der Europäischen Kommission, Antidumpingzölle von bis zu 84,8 Prozent auf den essenziellen Futterzusatzstoff Lysin aus China zu erheben, wirft ein Schlaglicht auf die tiefergehenden strukturellen Probleme der europäischen Landwirtschafts- und Futtermittelindustrie. Diese Entscheidung kommt in einer Zeit, in der die EU sowohl mit einer hohen Importabhängigkeit als auch mit der Notwendigkeit konfrontiert ist, ihre eigene produktionstechnische Unabhängigkeit zu stärken.

Der Bruch in der Lieferkette, der durch die Zölle droht, zeigt die Vulnerabilität der EU gegenüber internationalen Marktkräften. Der hohe Anteil von etwa 70 Prozent des Lysins, das aus chinesischen Quellen stammt, verdeutlicht die wirtschaftliche Abhängigkeit der EU und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit, die Diversifikation der Bezugsquellen politisch zu fördern. Historisch gesehen haben ähnliche Entscheidungen zur Verhängung von Antidumpingzöllen auf kritische Komponenten kurzfristig zwar Druck auf externe Anbieter ausgeübt, langfristig aber auch zu Preiserhöhungen und Unsicherheiten innerhalb der heimischen Industrie geführt.

Daher ist es erklärtes Ziel, nicht nur gegen unfaire Handelspraktiken vorzugehen, sondern gleichzeitig die heimische Produktionsinfrastruktur zu stärken. Die Forderung nach einer Wiederherstellung einer wettbewerbsfähigen Fermentationsindustrie in der EU fällt hier ins Gewicht. Um dies zu erreichen, könnten Maßnahmen wie steuerliche Anreize für Investitionen in neue Technologien oder eine verstärkte Forschungsförderung in Betracht gezogen werden.

Ein positiver Nebeneffekt der Erhöhung der heimischen Produktion könnte eine Steigerung der Arbeitsplätze und eine Reduzierung des CO2-Fußabdrucks durch kürzere Transportwege sein, was im Einklang mit den Klimaschutzzielen der EU steht. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die EU in der Lage ist, schnell genug auf diese veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren, um Versorgungssicherheit zu garantieren.

Prognosen zufolge könnte in absehbarer Zeit ein technologischer Durchbruch in der Biotechnologie helfen, die Effizienz der heimischen Aminosäurenproduktion zu steigern. Zudem wird erwartet, dass der europäische Markt im Zuge globaler Bestrebungen zu nachhaltigeren Produktionsmethoden eine Vorreiterrolle einnimmt.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die jetzige Situation sowohl Herausforderungen als auch Chancen bietet. Die Anpassungsfähigkeit der europäischen Futterindustrie an die neuen Gegebenheiten und ihre Fähigkeit, innovative Lösungen zu entwickeln, werden entscheidend für ihre Wettbewerbsfähigkeit und künftig gesicherte Lieferketten sein.


Weiterführende Informationen auf Wikipedia

  1. Deutscher Verband Tiernahrung e.V.
  2. Deutscher Raiffeisenverband
  3. Lysin
  4. Antidumpingzoll
  5. Europäische Kommission

Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge