Luftverkehrsteuer sinkt ab Juli 2026: Kabinett beschließt Teil-Absenkung, Branche kritisiert unvollständige Rücknahme

Das Bundeskabinett hat die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 gesenkt. Der Flughafenverband ADV begrüßt die Korrektur, kritisiert aber, dass die Rücknahme der Steuererhöhung von 2024 nicht vollständig erfolgt. Der neue Steuersatz liegt um 55 Cent höher als der von 2024, was aus Sicht des Verbands die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Flughäfen weiter belastet.
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– Das Bundeskabinett beschließt eine teilweise Rücknahme der Luftverkehrsteuererhöhung von 2024.
– Der neue Steuersatz von 13,03 Euro bleibt jedoch 55 Cent über dem Niveau von 2024 und enttäuscht die Branche.
– Staatliche Belastungen für Flüge in Deutschland sind etwa doppelt so hoch wie im europäischen Durchschnitt.

Kabinett senkt Luftverkehrsteuer – Flughäfen begrüßen den Schritt, halten ihn aber für unzureichend

Das Bundeskabinett hat am 1. April 2026 in Berlin die Absenkung der Luftverkehrsteuer beschlossen. Sie soll zum 1. Juli 2026 wirksam werden und korrigiert damit die Steuererhöhung aus dem Jahr 2024. Der Flughafenverband ADV wertet die Entscheidung zwar als wichtiges Signal für den Luftverkehrsstandort Deutschland, kritisiert aber, dass die Entlastung aus seiner Sicht hinter den politischen Ankündigungen zurückbleibt.

Im Mittelpunkt der Kritik steht der neue Steuersatz: Nach Angaben der ADV liegt der nun beschlossene Wert bei 13,03 Euro und damit 55 Cent über dem tatsächlichen Steuersatz des Jahres 2024 von 12,48 Euro. Aus Sicht des Verbands weicht die Bundesregierung damit von der Ankündigung aus dem November des vergangenen Jahres ab. Damals war im Beschluss des Koalitionsausschusses eine vollständige Rücknahme der letzten Steuererhöhung angekündigt worden.

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel formuliert die Enttäuschung deutlich: „Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Korrektur bei der Luftverkehrsteuer war überfällig, bleibt aber hinter unseren Erwartungen zurück, weil die Absenkung niedriger ausfällt als zugesagt. Der neu festgesetzte Steuersatz von 13,03 EUR liegt um 55 Cent höher als der tatsächliche Steuersatz aus dem Jahr 2024 (12,48 EUR). Im Beschluss des Koalitionsausschusses von November letzten Jahres war die komplette Rücknahme der letzten Erhöhung der Luftverkehrsteuer angekündigt worden. Dies enttäuscht gerade Airlines, die aus dem Ausland einen deutschen Flughafen anfliegen wollen. Bereits in Aussicht gestellte Streckenaufnahmen bleiben aus bzw. werden jetzt nochmal auf den Prüfstand gestellt. Bislang ist man davon ausgegangen, dass die Bundesregierung entschlossen die Wettbewerbsfähigkeit des Hochkostenstandortes Deutschland verbessern möchte. Mit der niedrigeren Absenkung der Luftverkehrsteuer droht die Bundesregierung Vertrauen zu verspielen – zum Schaden von Wirtschaft und Touristik, wo Reisende auf mehr Strecken und Flugziele an deutschen Flughäfen hoffen. Wir setzen unsere Hoffnungen auf das parlamentarische Verfahren. Im Bundestag muss das Gesetz zur Absenkung der Luftverkehrsteuer mit den tatsächlichen Steuersätzen des Jahres 2024 verabschiedet werden.“

Warum die Branche weiter Druck macht

Hinter der Reaktion des Flughafenverbands steht eine grundsätzliche Standortdebatte. Die ADV argumentiert, dass Deutschland auch nach der Teilabsenkung ein Hochkostenstandort bleibt. Nach Verbandsangaben wird ein Flugzeug, das von einem deutschen Flughafen abhebt, durchschnittlich mit 4.531 Euro an staatlichen Kosten belastet. Für einen Flug innerhalb Europas liegen die regulativen Belastungen im europäischen Ausland laut ADV im Schnitt bei 2.326 Euro.

Der Verband leitet daraus einen Wettbewerbsnachteil für deutsche Standorte ab. Aus seiner Sicht erschweren hohe staatliche Steuern und Gebühren die Ansiedlung von Flugzeugen und den Aufbau neuer Verbindungen. Gerade im Luftverkehr, in dem Airlines ihre Kapazitäten zwischen Ländern und Flughäfen vergleichen, können Kostenunterschiede bei Streckenentscheidungen eine wichtige Rolle spielen.

Wie stark einzelne Fluggesellschaften auf die Rahmenbedingungen reagieren, zeigt ein Beispiel aus der Recherche: Nach Angaben des Branchenportals Global Agents erklärte Ryanair mit Stand 2025, 24 Flugstrecken von neun deutschen Flughäfen wegen der Steuererhöhung von 2024 zu streichen. Das ist keine Gesamtbilanz für den gesamten Markt, verdeutlicht aber die wirtschaftliche Logik hinter der Kritik der Branche: Wenn die Kosten steigen, geraten einzelne Strecken und Stationierungen schneller unter Druck.

Was die Steuersenkung politisch und fiskalisch bedeutet

Die Entscheidung des Kabinetts ist nicht nur ein Signal an Flughäfen und Airlines, sondern auch eine haushaltspolitische Weichenstellung. Laut Global Agents rechnet der Staat durch die Senkung der Luftverkehrsteuer mit voraussichtlichen Mindereinnahmen von 350 Millionen Euro pro Jahr; dieser Effekt sei bereits in den Haushaltsplänen für 2026 berücksichtigt worden.

Damit zeigt sich das zentrale politische Spannungsfeld: Eine niedrigere Luftverkehrsteuer soll die Branche entlasten, kostet den Staat aber Einnahmen. Zugleich ist Deutschland mit Luftverkehrsabgaben in Europa kein Einzelfall. Laut derselben Recherche erhoben die Niederlande im Jahr 2024 mit 29,05 Euro pro Person die höchsten Steuern unter vielen EU-Ländern mit vergleichbaren Abgaben. Der europäische Vergleich spricht also nicht gegen jede Form von Luftverkehrsbesteuerung, verweist aber darauf, dass Höhe und Ausgestaltung der Abgaben von Land zu Land deutlich variieren.

Welche Folgen Flughäfen, Wirtschaft und Reisende erwarten

Aus Sicht der ADV reicht die Debatte deshalb über die Interessen der Branche hinaus. Der Verband verknüpft die Steuerfrage mit der Erreichbarkeit von Regionen, mit Direktverbindungen und mit wirtschaftlicher Entwicklung. Wenn Airlines Verbindungen prüfen oder streichen, kann das nach dieser Argumentation nicht nur Flughäfen treffen, sondern auch Unternehmen, touristische Ziele und Reisende, die auf ein breites Streckennetz angewiesen sind.

Beisel betont diesen Zusammenhang so: „Leistungsfähige Flughäfen – egal ob groß oder kleiner – sichern die internationale Anbindung der deutschen Wirtschaft und sind ein zentraler Faktor für Wachstum und Wohlstand. Eine Verbesserung an Konnektivität von deutschen Flughäfen hätte unmittelbare Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftsstandort. Wenn staatliche Abgaben reduziert werden, profitiert nicht nur die Luftverkehrsbranche, sondern Wirtschaft, Touristik und die lahmende Konjunktur“.

In der Pressemitteilung verweist die ADV zudem auf aus ihrer Sicht bereits sichtbare Folgen der hohen Belastungen: deutsche Flughafenstandorte kämpften um jede Airline-Stationierung und um jede neue Strecke. Die staatlichen Abgaben und regulatorischen Belastungen trügen maßgeblich dazu bei, dass es in Deutschland ein ausgedünntes Streckennetz, weniger Direktverbindungen und zunehmende Risiken für Wertschöpfung und Beschäftigung gebe.

Ob und in welchem Umfang die nun beschlossene Steuersenkung tatsächlich zu mehr Verbindungen führt, bleibt offen. Klar ist aber: Für Reisende und Regionen hängt an der Auseinandersetzung um Abgaben auch die Frage, wie dicht das Netz an Direktflügen und internationalen Anbindungen künftig sein wird.

Wie es nun weitergeht

Mit dem Kabinettsbeschluss ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Die ADV betrachtet die Entscheidung ausdrücklich als Zwischenstation und richtet den Blick nun auf den Bundestag. Dort, so die Forderung des Verbands, solle die Absenkung doch noch auf das Niveau der tatsächlichen Steuersätze des Jahres 2024 angepasst werden.

Darüber hinaus verlangt die ADV weitere Entlastungen, etwa bei Flugsicherungs- oder Luftsicherheitsgebühren. Der nun beschlossene Schritt sei zwar notwendig und richtig, für eine Trendwende und eine grundlegende Stärkung des Standorts Deutschland aber aus Sicht des Verbands noch nicht ausreichend.

Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Flughafenverbands ADV – Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen.

Weiterführende Quellen:

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10 Kommentare

  1. neutral hier: ich versteh die ärger von flughäfen, aber ökologisch auch frage, weniger fliegen wär gut, trotzdem für regionen wichtig, die 55 cent ist lächerlich klein unterscheid, adv fordert mehr rücknahme, wartet der bundestag noch ab oder wird das so gebleiben? link: /umwelt/verkehr-und-klima

  2. also ich seh das so, die steuer wird bisschen runtergesetzt aber echte entlastung fehlt, die ADV spricht von konkurenznachteil weil andere länder niedriger abgaben haben, das is logisch, kann man nicht flieger anlocken mit anderen anreizen ausser steuern? link zur diskussion /politik/luftverkehr

    1. gute frage anna, z.b. landungsgebühren oder sicherheit fees senken oder investitionsförderung für airports, aber das kostet geld und bürokratie, hab das nur halb gelesen in pressemitteilung von ADV, wer hat mehr infos zu alternativen massnahmen? /politik/verkehrspolitik

  3. neutral gesagt, die senkung is symbolisch aber nicht genuag, flughafen adv meint hochkostenstandort bleibt, ich check das nicht ganz technisch aber will das mehr direkte verbindungen kommen, kann jemand sagen welche flughäfen am stärksten betroffen sind? link: /tourismus/direktverbindungen

    1. ich glaub kleinere airports leiden mehr, die verlieren stations und routen wenn kosten hoch sind, hab gelesen ryanair streicht 24 strecken, suuper, das trifft urlauber und jobs, gibt es tabellen oder karte zu streckenverlust? /daten/streckenverlust

    2. neutral meinung: die regierung möcht sparen aber darf nicht ganze branche zerstörn, 350 mio mindereinnahmen klingt viel, aber longterm mehr wirtschaft vielleicht, wie rechnet man das genau, gibt es studie dazu? siehe /analyse/standortwirkung

  4. Ich find das neutal gesagt, die steur is noch zu hoch und die regierung mach nur halbbatz arbeit, flieger und Ryanair sterichen strecken, das schad für tourismus und konjunktur, niedrigre steuern = besser konkurenz, hat jemand daten oder link zur ADV meldung /themen/adv-presse?

    1. gute frage, ich hab gelesen 350 mio weniger einnahmen, aba das klinget für mich als laie als viel geld, wird das von anderen steuern ausgeglichn? und was mit flugsicherheits gebühren, steht das auch in artikel oder nur luftverkehrsteuer? mehr infos auf /politik/finanzen währen nett

    2. das is doof, flughäfen brauchen verbindungen, aber warum politik so unsichr ist, 55 cent macht scheinbar klein unterschied aber firmen vergleichen kosten schlimm, vlt bundestag ändert noch, fragt euch: welche region verliert am meisten? schau /regional/airlines

  5. das ist komisch, die luftverkehrsteuer soll runtr aber bleibt doch höcher als 2024, warum nur 55 cent? die ADV sagt nachteile für flughäfen und standort, ich versteh das halb, aber wird das wirklick mehr flüge bringn? siehe mehr dazu: /politik/luftverkehrsteuer und /wirtschaft/standort-deutschland, bitte eure meinung?

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