10+ Aufrufe

Luftverkehrsmarkt wächst: 114,6 Millionen Sitze geplant

Am 6. Dezember 2024 veröffentlichte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) seine neueste Vorausschau auf das Luftverkehrsangebot, die spannende Einblicke in die Entwicklungen der kommenden sechs Monate bietet. Trotz eines Wachstums von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Branche mit einer Erholungsrate von 86 Prozent hinter den Zahlen vor der Pandemie zurück. Während bedeutende Drehkreuze wie Frankfurt und München allmählich aufholen, kämpfen innerdeutsche Verbindungen und mittelgroße Flughäfen immer noch mit einem verringerten Angebot. Entdecken Sie, welche Trends den Luftverkehr prägen und welche Herausforderungen weiterhin bestehen bleiben.

Inhaltsverzeichnis

Beitrag teilen

Vorausschau auf das Luftverkehrsangebot Dezember 2024 - Mai 2025: Startbahn mit startendem Flugzeug, stehende Flugzeuge an Gates, Himmel klar.
Verbandsbüro jetzt bei Google bevorzugen Damit unsere Vereins- und Verbandsnachrichten häufiger in Ihrer persönlichen Google-Übersicht erscheinen.
Jetzt bevorzugte Quelle festlegen

Bremen (VBR). Mit Spannung blickt die deutsche Luftverkehrsbranche auf die kommenden Monate: Eine neue Prognose des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zeigt, dass sich das Sitzplatzangebot von Dezember 2024 bis Mai 2025 erholen wird. Insgesamt werden 114,6 Millionen Sitze angeboten – ein Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch wie weit sind wir wirklich von der Vor-Corona-Normalität entfernt?

Obwohl eine signifikante Erholung zu verzeichnen ist, bleibt das Angebot im Vergleich zu 2018/19 mit einer Erholungsrate von 86 Prozent weiterhin hinter den Spitzenzeiten vor der Pandemie zurück. Besonders der innerdeutsche Verkehr kratzt nicht an alten Höhen, da viele Verbindungen fernab der Knotenpunkte Frankfurt und München stark reduziert bleiben.

Auf den Kurz- und Mittelstrecken erleben vor allem touristische Ziele im Mittelmeerraum einen Aufschwung. Hier liegt die Rückkehr zur Normalität bei 91 Prozent. Wirtschaftlich wichtige Strecken präsentieren hingegen ein eher enttäuschendes Bild. Die Langstrecke jedoch zeigt hohe Aktivität: Sie erreicht satte 97 Prozent des Vorkrisenniveaus, wobei Direktflüge nach Asien um sechs Prozent zulegen – wenn auch gebremst durch umsteigeintensive Routen über den mittleren Osten.

Betrachtet man die deutschen Flughäfen, treten Frankfurt und München deutlich hervor. Beide erreichen etwa 85 bis 87 Prozent ihres früheren Niveaus. In München sorgt insbesondere das gestiegene Langstreckenangebot für ein Plus von sieben Prozent. Mittelgroße Standorte wie Berlin, Düsseldorf oder Stuttgart hinken jedoch hinterher, da europäische Punkt-zu-Punkt-Airlines dort unterrepräsentiert sind. Dennoch zeigen alle Flughäfen Wachstum – insbesondere Berlin, mit einem eindrucksvollen Anstieg von acht Prozent.

Doch gerade kleinere Regionalflughäfen wie Memmingen oder Dortmund überraschen mit ausgezeichneten Recovery-Raten. Im Falle von Memmingen hat sich das Angebot sogar verdoppelt. Verantwortlich hierfür ist die strategische Erweiterung durch preisgünstige Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, besonders im VFR-Segment („Visiting Friends and Relatives“).

Der Blick über Deutschland hinaus zeigt eine erfreulichere Entwicklung im übrigen Europa. Das Angebot liegt hier bereits über dem Vor-Corona-Niveau. Europäische Punkt-zu-Punkt-Airlines dominieren mit einem Marktanteil von 39 Prozent und einer beeindruckenden Erholungsrate von 119 Prozent. Dagegen hat Deutschland in diesem Segment erheblichen Nachholbedarf.

Insgesamt steht fest, dass der deutsche Luftverkehrsmarkt trotz positiver Tendenzen noch lange nicht zum europäischen Spitzenreiter avanciert. Dennoch zeigt die Entwicklung eine Hoffnung auf vollständige Genesung in der nahen Zukunft. Die nächsten Monate versprechen daher viel Spannung und Beobachtungsmöglichkeiten im internationalen Wettbewerb.


Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Vorausschau auf das Luftverkehrsangebot Dezember 2024 – Mai 2025

Original-Content übermittelt durch news aktuell.




Herausforderungen und Chancen im deutschen Luftverkehr

Trotz der bemerkenswerten Erholungsrate des internationalen Luftverkehrs gibt es in Deutschland spezifische Schwierigkeiten, die den Aufschwung bremsen. Ein zentraler Faktor ist das vergleichsweise geringere Wachstum des Punkt-zu-Punkt-Geschäftsmodells hierzulande. Während diese Airlines in Europa eine Erholungsrate von 119 Prozent erreicht haben, liegt ihr Anteil in Deutschland weit unter dem EU-Durchschnitt. Dies hat Auswirkungen auf die Erreichbarkeit, insbesondere an mittelgroßen Flughafenstandorten wie Berlin-Brandenburg oder Düsseldorf, wo fehlende Direktflugangebote die Konnektivität weiterhin belasten.

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die unterschiedliche Entwicklung der Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge. Während sich die Langstrecke mit einem Erreichen von 97 Prozent des Vorkrisenniveaus gut erholt zeigt, bleibt der innerdeutsche Markt signifikant hinter den Erwartungen zurück. Hierbei spielen auch strukturelle Veränderungen im Mobilitätsverhalten, verstärkt durch die Pandemie, eine Rolle. So sind zunehmend Alternativen wie Bahnverkehr im innerdeutschen Raum beliebter geworden.

Auf der Positivseite entwickelt sich der Tourismus als Zugpferd für bestimmte Segmente des Luftverkehrs weiter: Flüge zu beliebten Ferienzielen insbesondere im Mittelmeerraum verzeichnen einen Aufwärtstrend, der durch die erhöhte Reiselust nach den pandemiebedingten Einschränkungen befeuert wird. Auch kleinere Flughäfen wie Memmingen profitieren von diesem Trend, da sie kostengünstigere Bedingungen für Fluggesellschaften bieten, die den VFR-Verkehr ansprechen.

In die Zukunft blickend, könnte eine verstärkte Integration nachhaltiger Technologien im Flugsektor neue Impulse geben. Die fortschreitende Entwicklung emissionsarmer Antriebstechnologien und die zunehmende Priorität der Nachhaltigkeit bei den Passagieren könnten langfristig dazu beitragen, das Wachstum des Luftverkehrs in Deutschland anzukurbeln. Dennoch bleibt der Markt von Herausforderungen geprägt, darunter geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und regulatorische Rahmenbedingungen. Wenn Deutschland jedoch innovative Lösungen findet und die Infrastruktur gezielt ausbaut, besteht Potenzial, die aktuelle Wachstumsdynamik positiv zu beeinflussen und wieder zu einer führenden Drehscheibe im europäischen Luftverkehr zu werden.


Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge