– 20,61 Mio Juni-Passagiere in Deutschland, +3,2 % vs Vorjahr, Recovery 87,1 %.
– Europa-Verkehr im Juni bei 14,98 Mio Passagieren, +5,0 % vs Vorjahr, Recovery 96,1 %.
– Jan–Jun 2025: 99,43 Mio Passagiere, +2,8 % zum Vorjahr, Recovery 84,8 %.
Juni 2025: Luftverkehr an deutschen Flughäfen zeigt dynamische Erholung mit klaren Unterschieden in den Segmenten
Im Juni 2025 erreichte das Passagieraufkommen an den deutschen Flughäfen 20,61 Millionen an- und abfliegende Reisende, was einen Anstieg um rund 675.000 Passagiere gegenüber dem Vormonat Mai bedeutet. Die Erholung gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 liegt bei 87,1 Prozent, was die anhaltende Aufwärtsbewegung im Luftverkehr unterstreicht. Im Vergleich zum Juni 2024 verzeichnete der Luftverkehr ein Wachstum von +3,2 Prozent, wenngleich das Gesamtaufkommen noch um 12,9 Prozent hinter dem Niveau von 2019 zurückbleibt.
Dieses Wachstum spiegelt sich aber nicht gleichmäßig in allen Marktsegmenten wider. Während der Europa-Verkehr im Juni mit 14,98 Millionen Passagieren einen deutlichen Zuwachs von rund 10 Prozent gegenüber Mai verzeichnete und mit einer Recovery-Rate von 96,1 Prozent fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht, zeigt sich im innerdeutschen Flugverkehr eine andere Entwicklung. Das Passagieraufkommen im Inland sank im Juni auf 2,12 Millionen, was einem Rückgang von etwa 76.000 Reisenden zum Mai entspricht. Hier liegt die Zahl im Jahresvergleich sogar um 3,6 Prozent unter dem Vorjahr, und gegenüber 2019 fehlen noch knapp die Hälfte der Passagiere (-47,5%). Auch das interkontinentale Segment wächst nur moderat mit +0,4 Prozent zum Vorjahresmonat und erreicht eine Recovery-Rate von 92,5 Prozent – somit bleibt es hinter dem Niveau von 2019 zurück.
Der stärkste Impuls im Juni resultierte aus dem Pfingstferienreiseverkehr, der vor allem in der ersten Monatshälfte für eine deutliche Dynamik sorgte. Trotz dieser positiven Entwicklung wächst das gesamtwirtschaftliche Angebot noch langsamer als die Nachfrage: Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen stieg mit 174.117 Starts und Landungen zwar um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, liegt aber bei nur 85 Prozent des Volumens von 2019. Das zeigt, dass sich der Luftverkehr aktuell vor allem dort entwickelt, wo ein entsprechendes Flugangebot vorhanden ist – insbesondere im Europaverkehr. Im nationalen und interkontinentalen Segment wird die Nachfrage hingegen durch das eingeschränkte Angebot gedämpft oder schrumpft sogar.
Das erste Halbjahr 2025 bestätigt diese Tendenzen: Insgesamt wurden von Januar bis Juni 99,43 Millionen Passagiere gezählt, was einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Erholungsrate liegt hier bei 84,8 Prozent, leicht über der Erholung bei den gewerblichen Flugbewegungen (84,3 Prozent), dennoch steht Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin am Ende der Erholungsraten. Zudem erschweren aktuell die fehlende Luftverkehrskonnektivität sowie stark gestiegene Hotelpreise in der Hauptreisezeit die Nachfrage, da sie die Gesamtkosten für Pauschaltouristen erhöhen.
Die Verteilung der Passagiere über die Marktsegmente zeigt, dass aus dem ersten Halbjahr 2025 11,3 Millionen im innerdeutschen Luftverkehr unterwegs waren (-1,2 Prozent im Vorjahresvergleich, knapp 49 Prozent im Vergleich zu 2019). Im Europa-Verkehr reisten 67,9 Millionen Passagiere, was einem Plus von 3,2 Prozent zum Vorjahr und 92,8 Prozent des 2019er-Niveaus entspricht. Die interkontinentale Nachfrage wuchs auf 19,9 Millionen Passagiere, was einem Zuwachs von 3,8 Prozent gegenüber 2024 entspricht und einer Recovery-Rate von 97,3 Prozent nahekommt.
Bei der Luftfracht setzte sich im Juni ein leichter Rückgang fort: Das Gesamtfrachtaufkommen sank gegenüber Mai um knapp 18.000 Tonnen auf 395.172 Tonnen, was im Jahresvergleich einem Rückgang um 1,7 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 2019 bleibt die Frachtmenge dennoch leicht im Plus (+1,5 Prozent). Diese Entwicklung spiegelt die aktuell schwache konjunkturelle Lage wider, verstärkt durch anhaltende Unsicherheiten im globalen Handel und wiederkehrende Zolldiskussionen in verschiedenen Wirtschaftsbranchen. Auffällig ist, dass die Ausladungen im Juni mit 197.706 Tonnen zunahmen (+0,8 Prozent zum Vorjahr und +3,5 Prozent zu 2019), während die Einladungen mit 197.466 Tonnen zurückgingen (−4,1 Prozent gegenüber 2024, −0,3 Prozent im Vergleich zu 2019).
Im Halbjahresvergleich summiert sich das Luftfrachtvolumen in Deutschland auf 2.353.823 Tonnen, leicht rückläufig um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 1,2 Prozent unter dem Niveau von 2019. Während die Ausladungen im Jahresverlauf eine leichte Steigerung verzeichnen (+0,5 Prozent), verzeichnen die Einladungen tendenziell einen Rückgang (−1,0 Prozent).
Insgesamt zeigt die ADV-Monatsstatistik für Juni 2025 eine fortschreitende Erholung im Passagierverkehr, getragen vor allem vom Europa-Verkehr, während die nationale und internationale Nachfrage noch von Angebotsbeschränkungen geprägt ist. Die Luftfracht folgt der allgemein verhaltenen konjunkturellen Entwicklung mit leicht rückläufigen Mengen. Die Ergebnisse dokumentieren die Herausforderungen der Branche im Spannungsfeld zwischen steigender Nachfrage, Angebotsflexibilität und wirtschaftlichen Unsicherheiten.
Wie die Sommerreise-Saison 2025 den Luftverkehr prägt
Im Juni 2025 zählten die deutschen Flughäfen 20,61 Millionen Passagiere, was im Vergleich zum Mai einen Zuwachs von rund 675.000 Reisenden bedeutet. Das Passagieraufkommen liegt damit bei 87,1 Prozent des Niveaus von 2019 vor der Corona-Pandemie. Trotz dieses Aufschwungs bleibt Deutschlands Luftverkehrsnachfrage somit unter dem europäischen Durchschnitt, wo die Erholung schneller verläuft. Die Entwicklung spiegelt nicht nur die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie wider, sondern auch tiefgreifende Veränderungen im Reiseverhalten und der Wettbewerbssituation auf den internationalen Märkten. Die Luftverkehrsdaten des Vormonats zeigen, wie stark der europäische Verkehr inzwischen dominiert und welche Herausforderungen sich für Airlines, Passagiere und deutsche Flughäfen insgesamt ergeben.
Trends im Reiseverhalten: Europa als Hauptmotor
Der Juni bestätigt, dass Reisen innerhalb Europas derzeit der wichtigste Wachstumstreiber im Luftverkehr sind. Mit 14,98 Millionen Passagieren in diesem Segment wuchs die Nachfrage gegenüber Mai um rund zehn Prozent und sogar um fünf Prozent im Vergleich zu Juni 2024. Die Erholung des Europaverkehrs liegt hier mit einer Recovery-Rate von 96,1 Prozent fast auf Vor-Krisen-Niveau. Das zeigt, wie stark der Wunsch nach regionalen und kurzfristig planbaren Reisen ist – besonders in einer Zeit steigender Kosten und eingeschränkter Flexibilität.
Demgegenüber schrumpfen die Passagierzahlen im innerdeutschen Verkehr weiter. Mit 2,12 Millionen Passagieren im Juni liegt dieses Segment um 3,6 Prozent unter dem Vorjahresmonat und ist nur noch knapp halb so groß wie 2019. Auch die Nachfrage im Interkontinentalverkehr stagniert mit leichter Steigerung von 0,4 Prozent und einer Recovery-Quote von 92,5 Prozent deutlich unter dem europäischen Niveau. Durch die begrenzten Flugangebote in diesen Segmenten und die Unsicherheit in globalen Handelsbeziehungen steht die Luftverkehrsbranche hier vor erheblichen Einschränkungen.
Ein Überblick zur Entwicklung in den ersten sechs Monaten 2025 zeigt:
- Innerdeutscher Verkehr: 11,3 Millionen Passagiere, Rückgang um 1,2 Prozent gegenüber Vorjahr und etwa 49 Prozent des Vorkrisen-Niveaus.
- Europa-Verkehr: 67,9 Millionen Passagiere, Wachstum um 3,2 Prozent, fast vollständige Erholung mit 92,8 Prozent im Vergleich zu 2019.
- Interkontinentaler Verkehr: 19,9 Millionen Passagiere, leichtes Wachstum um 3,8 Prozent mit 97,3 Prozent Erholung.
Herausforderungen für Airlines und Passagiere
Dass das Passagieraufkommen zwar wächst, der große Sommerboom jedoch ausbleibt, hängt eng mit mehreren Faktoren zusammen. Die Angebotsentwicklung ist ein Schlüsselpunkt: Während der europäische Luftverkehr von einem breiten Angebot und starken Ferienreisen profitiert, sind Verbindungen national und interkontinental deutlich eingeschränkt. Deutsche Flughäfen verzeichneten im Juni mit 174.117 gewerblichen Flugbewegungen eine leichte Steigerung um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erreichen aber nur 85 Prozent des Flugverkehrs von 2019. Das bedeutet weniger Kapazitäten, insbesondere für Langstrecken- und Inlandsflüge.
Zudem sorgen steigende Preise und höhere Hotelkosten für eine höhere finanzielle Belastung von Reisenden. Für Pauschaltouristen und Geschäftsreisende steigen die Gesamtkosten spürbar, was die Reiseflexibilität weiter einschränkt und die Nachfrage bremst. Der Wettbewerb auf dem europäischen Luftverkehrsmarkt ist intensiv – vor allem Deutschland liegt mit der Erholung hinter anderen Ländern zurück und steht vor der Herausforderung, seine Anschlussfähigkeit zu verbessern.
Darüber hinaus verdeutlicht die Luftfrachtentwicklung die gegenwärtigen konjunkturellen Unsicherheiten. Das Cargo-Volumen sank im Juni um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die weltweiten Handelsverflechtungen durch Zollstreitigkeiten und volatile Märkte zusätzlich verunsichert werden.
Für die nächsten Monate ist vor allem entscheidend, wie sich diese Faktoren auswirken:
- Wird das europäische Marktwachstum weiter stabil bleiben?
- Können nationale und interkontinentale Verbindungen ausgebaut werden, um die Nachfrage besser abzudecken?
- Wie reagieren Airlines und Flughäfen auf die steigenden Kosten und die veränderten Anforderungen der Passagiere?
Die Luftverkehrssaison 2025 spiegelt damit nicht nur eine Phase der Erholung, sondern auch den Übergang zu einem neuen Gleichgewicht in Angebot, Nachfrage und globalem Wettbewerb wider – mit Deutschland in einer komplexen Position zwischen Aufholbedarf und Anpassungsdruck.
Aktuelle Fakten und Zahlen stammen aus der Pressemitteilung des Flughafenverbands ADV.
5 Kommentare
Die Recovery-Raten klingen gut, aber ich habe das Gefühl, dass viel noch fehlt um das Niveau von vor der Pandemie zu erreichen. Was denken andere über den Interkontinentalverkehr? Ist das Angebot da wirklich ausreichend?
Die Daten sind echt aufschlussreich! Ich frage mich, ob die steigenden Hotelpreise nicht auch ein großes Hindernis für Reisen darstellen. Könnte das nicht den Urlaubstourismus im Inland beeinflussen?
Ja, Frauke! Es ist komisch, dass die Preise so hoch sind, obwohl wir eine Erholung sehen. Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, wie wir den Tourismus in Deutschland attraktiver machen können.
Ich finde es beeindruckend, wie schnell der Luftverkehr sich erholt. Es ist jedoch besorgniserregend, dass der innerdeutsche Verkehr zurückgeht. Was könnte die Gründe dafür sein? Vielleicht sollten wir mehr in unsere nationalen Verbindungen investieren.
Ich stimme zu, Michaela. Der innere Verkehr ist wichtig für die Wirtschaft. Aber vielleicht gibt es auch einfach nicht genug Angebote? Wäre interessant, wenn Airlines mehr Flüge anbieten würden.