– Am zweiten Streiktag bei Lufthansa fielen bis 12 Uhr mehr als 65 Prozent der Flüge aus.
– Die Arbeitgeberseite hat bislang kein verhandlungsfähiges Angebot zur betrieblichen Altersvorsorge vorgelegt.
– Die Vereinigung Cockpit kritisiert die Darstellung der Ausfallzahlen und den Umgang mit Streikenden.
Lufthansa-Streik: Zweiter Tag mit vielen Ausfällen
Der Pilotenstreik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo hat auch am zweiten Tag spürbare Folgen für den Flugbetrieb. Nach Angaben der Vereinigung Cockpit waren bis 12 Uhr von insgesamt 400 Flügen mehr als 260 gestrichen, was einer Ausfallquote von mehr als 65 Prozent entspricht. Bereits am ersten Streiktag seien von den ursprünglich von Lufthansa geplanten 800 Flügen knapp 80 Prozent ausgefallen, mit deutlich über 600 Ausfällen.
Die Gewerkschaft verbindet diese Zahlen mit scharfer Kritik an der Arbeitgeberseite. Bis 12 Uhr habe weiterhin kein verhandlungsfähiges Angebot zur betrieblichen Altersvorsorge vorgelegen, also zu jenem Tarifpunkt, an dem sich der aktuelle Konflikt entzündet hat. Katharina Dieseldorff, Vizepräsidentin der Vereinigung Cockpit, sagte: „Zwischen unseren Forderungen zur bAV und einem Nullangebot liegt ein großer Verhandlungsspielraum. Unsere Türen stehen jederzeit offen. Leider nutzt die Arbeitgeberseite diesen Spielraum bislang nicht und hat noch nicht einmal ein Minimalangebot vorgelegt“.
Dazu passt auch Streik bei Lufthansa: Piloten der gesamten Gruppe streiken für bessere Betriebsrente.
Zugleich bedankte sich die Vereinigung Cockpit für die große Unterstützung und Geschlossenheit der streikenden Kolleginnen und Kollegen und wertete dies als starkes Signal nach innen wie nach außen.
Von den Streikmaßnahmen betroffen sind Flüge, die aus Deutschland starten. Rückkehrflüge aus dem Ausland sind ausgenommen. Das gilt laut Vereinigung Cockpit auch für Rückführungsflüge aus aktuellen Krisengebieten im Nahen Osten.
Was hinter dem Konflikt steckt
Im Kern geht es um die betriebliche Altersvorsorge, kurz bAV. Dass ausgerechnet dieser Tarifpunkt nun zum Auslöser eines mehrtägigen Arbeitskampfs geworden ist, verweist auf einen länger schwelenden Konflikt. Nach einem Bericht des Deutschlandfunks lag die letzte Anpassung der betrieblichen Altersvorsorge für Piloten bei Lufthansa und Cargo mit Stand vom 3. September 2025 bereits acht Jahre zurück.
Hinzu kommen weitere offene Tariffragen innerhalb des Konzerns. So laufen bei Lufthansa CityLine laut einem Bericht von drohnen.de seit August 2025 separate Tarifverhandlungen über die Vergütung des in Deutschland stationierten Cockpitpersonals. Ein tragfähiges Angebot habe es dort bis zum Stand 11. März 2026 nicht gegeben.
Damit betrifft der aktuelle Arbeitskampf zwar unmittelbar den laufenden Flugbetrieb, er steht aber zugleich für grundsätzliche Auseinandersetzungen über Arbeits- und Versorgungsbedingungen von Pilotinnen und Piloten in mehreren Lufthansa-Bereichen.
Abweichende Angaben und harte Vorwürfe
Wie stark der Streik den Flugbetrieb tatsächlich trifft, wird von den Beteiligten unterschiedlich dargestellt. Die Vereinigung Cockpit spricht mit Blick auf den zweiten Streiktag von einer hohen Ausfallquote und sieht ihre Mobilisierung bestätigt. Abweichende Angaben zur Zahl der ausgefallenen Flüge erklärt sie mit einer anderen Darstellung des Unternehmens. Die in der Pressemitteilung erhobenen Vorwürfe der „Schönfärberei“ und eines taktischen Umgangs mit Zahlen sind dabei klar als Position der Gewerkschaft einzuordnen.
Lufthansa selbst hatte für die Streiktage 12. und 13. März 2026 angekündigt, mehr als 50 Prozent des ursprünglich geplanten Flugprogramms anbieten zu wollen, auf der Langstrecke sogar 60 Prozent. Diese Unternehmensangaben stehen neben den von der Gewerkschaft gemeldeten Ausfällen, ohne dass sich daraus automatisch ein gemeinsames Bild ergibt.
Auch im Ton hat sich der Konflikt verschärft. Die Vereinigung Cockpit wirft dem Unternehmen vor, auf streikende Pilotinnen und Piloten Druck auszuüben. Konkret forderte sie die Arbeitgeberseite auf, die Pilotinnen und Piloten nicht mit „fadenscheinigen Begründungen“ unter Druck zu setzen. Damit geht die Auseinandersetzung inzwischen über reine Verfahrensfragen in den Tarifgesprächen hinaus.
Welche Folgen der Ausstand für Reisende hat
Für Passagiere ist vor allem der Zeitraum des Ausstands entscheidend: Der Streik bei Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Lufthansa CityLine läuft laut drohnen.de vom 12.03.2026, 00:01 Uhr, bis zum 13.03.2026, 23:59 Uhr Ortszeit.
Praktisch bedeutet das vor allem Einschränkungen bei Abflügen aus Deutschland. Nicht bestreikt werden hingegen Rückkehrflüge aus dem Ausland. Ebenfalls ausgenommen sind Rückführungsflüge aus aktuellen Krisengebieten im Nahen Osten. Für Reisende ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Der Flugplan bleibt auch während des Arbeitskampfs teilweise in Betrieb, zugleich ist die Zahl der Ausfälle hoch.
Wie es nun weitergeht
Ein Ende des Konflikts ist vorerst nicht in Sicht. Die Vereinigung Cockpit signalisiert zwar weiterhin Verhandlungsbereitschaft, macht diese aber an ein aus ihrer Sicht belastbares Angebot zur betrieblichen Altersvorsorge fest. Zugleich zeigt der verschärfte Ton gegenüber dem Unternehmen, wie festgefahren die Lage derzeit ist.
Chronologisch fügt sich der Konflikt in eine längere Entwicklung ein: Nach dem Stand vom September 2025 war die bAV bei Lufthansa und Cargo seit acht Jahren nicht angepasst worden; seit August 2025 laufen bei CityLine zudem getrennte Verhandlungen ohne tragfähiges Angebot. Auf dieser Grundlage ist der jetzige Streik nicht nur ein akuter Eingriff in den Flugbetrieb, sondern Ausdruck eines tieferliegenden Tarifstreits, dessen Ausgang weiterhin offen ist.
Die nachfolgenden Informationen und Aussagen beruhen auf einer Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit.
Weiterführende Quellen:
- „Lufthansa plant für die Streiktage 12. und 13. März 2026 mehr als 50 Prozent des ursprünglich geplanten Flugprogramms anzubieten, bei Langstrecken sogar 60 Prozent (Stand: 12. März 2026).“ – Quelle: https://irreg.lufthansaexperts.com/de/news/streikaufruf-der-gewerkschaft-vereinigung-cockpit-vc-bei-lufthansa-am-12-und-13-maerz-2026.html
- „Die letzte Anpassung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) für Piloten bei Lufthansa und Cargo lag acht Jahre zurück (Stand: 03.09.2025).“ – Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/vereinigung-cockpit-erklaert-gespraeche-mit-lufthansa-fuer-gescheitert-108.html
- „Der Streik bei Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Lufthansa CityLine findet vom 12.03.2026 00:01 Uhr bis 13.03.2026 23:59 Uhr Ortszeit statt (Stand: 11.03.2026).“ – Quelle: https://www.drohnen.de/79868/lufthansa-pilotenstreik-12-und-13-maerz-2026-was-reisende-jetzt-wissen-muessen/
- „Bei Lufthansa CityLine sind seit August 2025 separate Tarifverhandlungen über die Vergütung des in Deutschland stationierten Cockpitpersonals ohne tragfähiges Angebot geblieben (Stand: 11.03.2026).“ – Quelle: https://www.drohnen.de/79868/lufthansa-pilotenstreik-12-und-13-maerz-2026-was-reisende-jetzt-wissen-muessen/
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Der Streik zeigt, dass es nicht nur um einzelne Flugausfälle geht, sondern um grundlegende Tarif- und Versorgungsfragen. Im Kern steht dabei die betriebliche Altersvorsorge, die laut Beitrag bei Piloten seit acht Jahren nicht angepasst wurde. Dazu kommen weitere offene Vergütungsthemen in Teilen des Lufthansa-Konzerns.
Für Reisende, aber auch für Beschäftigte in der Luftfahrt wird damit sichtbar, wie stark Arbeitskämpfe betriebliche Abläufe beeinflussen können. Gleichzeitig wird deutlich, welche Rolle Verhandlungsangebote in der Praxis spielen: Wenn die eine Seite ein „Nullangebot“ kritisiert und die andere Seite eine teilweise Bedienung des Flugprogramms ankündigt, bleibt der Konflikt politisch und organisatorisch relevant – auch für Unternehmensteile wie Lufthansa Passage, Cargo und CityLine.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Welche Flüge sind laut Beitrag vom Streik betroffen?
Bestreikt sind vor allem Flüge mit Abflug aus Deutschland. Rückkehrflüge aus dem Ausland sowie Rückführungsflüge aus aktuellen Krisengebieten im Nahen Osten sind ausgenommen.
Warum prallen bei den Ausfallzahlen unterschiedliche Darstellungen aufeinander?
Die Vereinigung Cockpit verweist auf eine andere Darstellung des Unternehmens und spricht von „Schönfärberei“. Damit gibt es kein einheitliches Bild der tatsächlichen Auswirkungen.
Worauf läuft der Konflikt aus Sicht der Vereinigung Cockpit hinaus?
Der Streit entzündet sich an einem Tarifpunkt zur betrieblichen Altersvorsorge. Außerdem gibt es laut Beitrag zusätzliche offene Tariffragen innerhalb des Lufthansa-Konzerns.
Wo kann man für konkrete Reiseplanung weiterführende Infos finden?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein. Auch die Informationen der Fluggesellschaften und der beteiligten Tarifparteien sind im Beitrag als Ausgangspunkt angelegt.