– Am ersten Streiktag blieben 70 Prozent der Lufthansa-Flugzeuge am Boden.
– Die Vereinigung Cockpit wartet weiterhin auf ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber.
– Ein zweiter Streiktag ließe sich durch ein Angebot der Arbeitgeberseite vermeiden.
Lufthansa-Streik: Viele Flüge bleiben am Boden
Am ersten Streiktag bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und CityLine blieben nach Angaben der Vereinigung Cockpit bis 15 Uhr rund 70 Prozent der Flugzeuge am Boden. Die Gewerkschaft spricht damit von einem weitreichenden Ausstand und widerspricht zugleich der Darstellung des Unternehmens. „Unsere Einschätzung stützt sich auf eine solide Datengrundlage“, sagt Arne Karstens, Sprecher der Group Tarifkommission. „Welche Grundlage die Lufthansa für ihre Darstellung heranzieht, erschließt sich uns nicht. Dass das Unternehmen seine Zahlen gerne etwas geschönt darstellt, ist ein bekanntes Vorgehen.“
Im Kern geht es weiter um den festgefahrenen Stand der Tarifverhandlungen. Nach Darstellung der Vereinigung Cockpit fehlt bislang ein Angebot der Arbeitgeberseite. „Von der Arbeitgeberseite liegt weiterhin kein Angebot vor“, so Arne Karstens. „Die Vereinigung Cockpit bleibt jederzeit bereit, die Gespräche wieder aufzunehmen – Voraussetzung ist jedoch ein verhandlungsfähiges Angebot. Es geht nicht um Maximalforderungen, sondern um eine faire Lösung auf Augenhöhe.“
Lesenswert ist außerdem Lufthansa-Pilotenstreik: Vereinigung Cockpit kündigt Ausstand an und schlägt Schlichtung vor.
Damit bleibt die zentrale Konfliktlinie unverändert: Die Gewerkschaft sieht die Verantwortung für eine Entschärfung des Arbeitskampfs bei der Arbeitgeberseite, während ein weiterer Streik aus ihrer Sicht vermeidbar wäre. Laut Karstens ließe sich ein zweiter Streiktag bei Lufthansa jederzeit vermeiden. Die Entscheidung darüber liege vollständig in den Händen der Arbeitgeberseite.
Worum es im Tarifkonflikt geht
Der aktuelle Ausstand ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines länger laufenden Tarifstreits auf mehreren Ebenen. Bei Lufthansa und Lufthansa Cargo laufen laut Airliners seit Mai 2025 Verhandlungen über die betriebliche Altersversorgung. Daneben gibt es bei Lufthansa CityLine einen eigenen Konflikt: Dort laufen die Verhandlungen über einen Vergütungstarifvertrag seit August 2025, Stand März 2026.
Damit verlaufen parallel unterschiedliche Tarifauseinandersetzungen. Bei Lufthansa und Lufthansa Cargo steht die betriebliche Altersversorgung im Mittelpunkt, bei CityLine die Vergütung. Für Außenstehende wirkt der Konflikt deshalb leicht wie ein einziger Streikkomplex, tatsächlich greifen aber mehrere Verhandlungslinien ineinander.
Auch die Streikentwicklung zeigt, dass sich der Konflikt über Wochen aufgebaut hat. Am 12. Februar 2026 fand ein Streik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo von 00:01 bis 23:59 Uhr Ortszeit statt. Der aktuelle Ausstand knüpft daran an: Der zweite Streik bei Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo sowie der erste bei Lufthansa CityLine läuft vom 12. bis 13. März 2026.
Welche Auswirkungen der Ausstand hat
Für Reisende und den Luftverkehr in Deutschland ist die praktische Folge vor allem eines: Verbindungen von deutschen Flughäfen geraten unter Druck. Beim Streik am 12. Februar 2026 waren alle Flüge von deutschen Flughäfen betroffen. Für den Ausstand vom 12. bis 13. März 2026 gilt ebenfalls, dass Flüge von deutschen Flughäfen betroffen sind; ausgenommen sind nach dem Streikaufruf Flüge in den Nahen Osten von Lufthansa Passage und Lufthansa CityLine.
Die Folgen reichen dabei über einzelne Passagiere hinaus. Bei Lufthansa Passage trifft ein Arbeitskampf unmittelbar Reisende. Bei CityLine geht es zudem um Regional- und Zubringerverbindungen, die für das Gesamtsystem des Luftverkehrs wichtig sind. Lufthansa Cargo wiederum ist für den Gütertransport relevant, sodass ein Ausstand auch Lieferketten berührt. Konkrete zusätzliche Ausfallzahlen liegen hier aus den vorliegenden Quellen allerdings nicht vor.
Zahlen, Reichweite und Machtbalance
Belastbare Kennzahlen zum Konflikt sind rar, zeichnen aber ein klares Bild seiner Größenordnung. Nach Angaben der Vereinigung Cockpit blieben am aktuellen Streiktag bis 15 Uhr rund 70 Prozent der Flugzeuge am Boden. Bereits im Dezember 2025 berichtete Airliners, dass rund 4.800 Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo im Tarifkonflikt um die betriebliche Altersversorgung beteiligt sind.
Hinzu kommt die organisatorische Reichweite der Gewerkschaft selbst. Die Vereinigung Cockpit bezeichnet sich in der Pressemitteilung als Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland und gibt an, die berufs- und tarifpolitischen Interessen von rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines zu vertreten.
Diese wenigen, aber belastbaren Zahlen zeigen die Spannweite des Konflikts: Auf der einen Seite steht ein Arbeitskampf, der große Teile des Flugbetriebs erfasst. Auf der anderen Seite verhandeln Akteure, die in einem für Mobilität und Wirtschaft zentralen Bereich über Vergütung und betriebliche Altersversorgung streiten.
Wie es jetzt weitergehen könnte
Ob der Tarifkonflikt kurzfristig entschärft wird, hängt nach Darstellung der Vereinigung Cockpit vor allem davon ab, ob ein neues Angebot auf den Tisch kommt. Die Gewerkschaft hat ihre Gesprächsbereitschaft bekräftigt, knüpft sie aber klar an Verhandlungsfortschritte. „Die Vereinigung Cockpit bleibt jederzeit bereit, die Gespräche wieder aufzunehmen – Voraussetzung ist jedoch ein verhandlungsfähiges Angebot. Es geht nicht um Maximalforderungen, sondern um eine faire Lösung auf Augenhöhe.“
Die Entwicklung der vergangenen Wochen spricht dafür, dass der Streit nicht von selbst abklingt. Auf den Streik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo am 12. Februar 2026 folgte der Ausstand vom 12. bis 13. März 2026, nun unter Einbeziehung von CityLine. Wie die Arbeitgeberseite reagiert, bleibt offen.
Klar ist jedoch: Solche Arbeitskämpfe sind nicht nur betriebsinterne Auseinandersetzungen. Sie betreffen die Mobilität von Reisenden, den Ablauf im Luftverkehr und bei Cargo auch wirtschaftliche Prozesse. Gerade deshalb steht der Tarifkonflikt bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und CityLine inzwischen weit über die Verhandlungstische hinaus im öffentlichen Fokus.
Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit und enthält deren aktuelle Informationen und Zitate.
Weiterführende Quellen:
- „Am 12. Februar 2026 fand ein Streik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo von 00:01 bis 23:59 Uhr Ortszeit statt, welcher alle Flüge von deutschen Flughäfen betraf (Stand: Februar 2026).“ – Quelle: https://www.vcockpit.de/newsroom/vc-kuendigt-streik-bei-lufthansa-und-lufthansa-cargo-an/
- „Der zweite Streik bei Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo sowie der erste bei Lufthansa CityLine findet vom 12. bis 13. März 2026 statt, betroffen sind Flüge von deutschen Flughäfen, ausgenommen Flüge in den Nahen Osten (Stand: März 2026).“ – Quelle: https://www.vcockpit.de/newsroom/vc-ruft-zu-streiks-bei-lufthansa-cityline-sowie-lufthansa-passage-und-lufthansa-cargo-auf-fluege-in-den-nahen-osten-von-lufthansa-passage-und-lufthansa-cityline-vom-streik-ausgenommen/
- „Die Verhandlungen über einen Vergütungstarifvertrag bei Lufthansa CityLine laufen seit August 2025 (Stand: März 2026).“ – Quelle: https://www.vcockpit.de/newsroom/vc-ruft-zu-streiks-bei-lufthansa-cityline-sowie-lufthansa-passage-und-lufthansa-cargo-auf-fluege-in-den-nahen-osten-von-lufthansa-passage-und-lufthansa-cityline-vom-streik-ausgenommen/
- „Seit Mai 2025 laufen Verhandlungen über die betriebliche Altersversorgung bei Lufthansa und Lufthansa Cargo (Stand: Dezember 2025).“ – Quelle: https://www.airliners.de/zerwuerfnis-lufthansa-tarifstreit-ex-vorstand-verlaesst-vereinigung-cockpit/84120
- „Rund 4.800 Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo sind im Tarifkonflikt um die betriebliche Altersversorgung beteiligt (Stand: Dezember 2025).“ – Quelle: https://www.airliners.de/zerwuerfnis-lufthansa-tarifstreit-ex-vorstand-verlaesst-vereinigung-cockpit/84120
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Streiks bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und CityLine sind mehr als ein Arbeitskampf im Flugbetrieb. Der Konflikt zieht sich laut Beitrag seit Monaten durch unterschiedliche Verhandlungslinien – betriebliche Altersversorgung bei Lufthansa und Lufthansa Cargo sowie Vergütung bei CityLine. Dass dabei zeitlich mehrere Ausstände aufeinanderfolgten, zeigt: Die Tariflage ist weiterhin festgefahren.
Für betroffene Reisende, die Luftfracht und das Gesamtsystem des Luftverkehrs bedeutet das spürbaren Druck auf Verbindungen von deutschen Flughäfen. Die Entscheidung über eine mögliche Entschärfung liegt aus Sicht der Vereinigung Cockpit bei der Arbeitgeberseite, weil ein zweiter Streik vermeidbar wäre, sobald ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt. Damit wird auch der öffentliche Diskurs um Mobilität und wirtschaftliche Abläufe weiter relevant.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Warum bleiben so viele Flüge am Boden?
Laut Vereinigung Cockpit betrifft der Ausstand einen großen Teil des Flugbetriebs; beim ersten Streiktag waren bis 15 Uhr rund 70 Prozent der Flugzeuge am Boden.
Worum geht es bei den Tarifkonflikten konkret?
Bei Lufthansa und Lufthansa Cargo dreht es sich um betriebliche Altersversorgung, bei CityLine um einen Vergütungstarifvertrag.
Welche Regionen sind von den Streiktagen betroffen?
Nach Beitrag sind Flüge von deutschen Flughäfen betroffen; ausgenommen sind Flüge in den Nahen Osten bei Lufthansa Passage und Lufthansa CityLine (so der Streikaufruf).
Was kann helfen, wenn der nächste Ausstand die Reiseplanung trifft?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein. Entscheidend ist außerdem, kurzfristige Hinweise zum Flugbetrieb im Blick zu behalten.