– Vereinigung Cockpit kündigt Streiks bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings an.
– Streiks finden am 16. und 17. April 2026 für Flüge ab deutschen Flughäfen statt.
– Die Gewerkschaft schlägt ein Schlichtungsverfahren vor, da die Tarifverhandlungen festgefahren sind.
Lufthansa-Piloten kündigen neue Streiks an und schlagen Schlichtung vor
Die Vereinigung Cockpit (VC) verschärft den Tarifkonflikt mit der Lufthansa-Gruppe und kündigt neue Streiks an. Gleichzeitig bringt die Pilotengewerkschaft ein verbindliches Schlichtungsverfahren als möglichen Weg aus der festgefahrenen Situation ins Spiel.
Betroffen sind nach Angaben der VC die Deutsche Lufthansa AG, Lufthansa Cargo AG, Lufthansa CityLine GmbH und Eurowings GmbH. Aus Sicht der Gewerkschaft fehlt es weiterhin an tragfähigen Angeboten der Arbeitgeber – sowohl bei der betrieblichen Altersversorgung als auch bei Vergütungsfragen.
Lesenswert ist außerdem Lufthansa-Streik: 80 Prozent Ausfälle, Vereinigung Cockpit sieht kein verhandlungsfähiges Angebot.
Streiktermine bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings
Für Deutsche Lufthansa AG, Lufthansa Cargo AG und Lufthansa CityLine GmbH soll der Streik am 16. April 2026 um 00:01 Uhr Ortszeit beginnen und am 17. April 2026 um 23:59 Uhr Ortszeit enden. Bestreikt werden Flüge, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen starten.
Bei Eurowings sollen alle Flüge betroffen sein, die am 16. April 2026 zwischen 00:01 Uhr und 23:59 Uhr von deutschen Flughäfen starten.
Von den Maßnahmen ausgenommen sind laut VC bestimmte Flüge der Deutschen Lufthansa AG und der Lufthansa CityLine aus Deutschland in Destinationen im Nahen Osten und angrenzenden Regionen. Die Gewerkschaft verweist dabei auf die aktuelle Lage in der Region. Nicht vom Streik erfasst werden Verbindungen nach Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.
VC sieht keine Bewegung auf Arbeitgeberseite
Zur Begründung verweist die Gewerkschaft auf ausbleibende Angebote in mehreren Tariffragen. Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit, erklärt: „Die Lage ist unverändert – es gibt keinerlei Bewegung seitens der Arbeitgeber. Weder liegt bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa CityLine ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag oder bei Eurowings zur betrieblichen Altersversorgung“.
Nach Darstellung der VC ist der Konflikt damit in zentralen Punkten blockiert. Die Gewerkschaft verbindet den neuen Arbeitskampf deshalb mit dem Vorschlag, die laufenden Tarifkonflikte in ein verbindliches Schlichtungsverfahren zu überführen.
Pinheiro sagt dazu: „Die Situation ist festgefahren“. Ein solches Verfahren könne helfen, die bestehenden Auseinandersetzungen mithilfe eines unabhängigen Dritten zu lösen und eine weitere Eskalation zu vermeiden. Zugleich betont der VC-Präsident: „Uns geht es nicht um machtpolitische Auseinandersetzungen oder Egoismen, sondern um tragfähige Lösungen“.
Betriebliche Altersversorgung und Vergütung im Mittelpunkt
Im Kern geht es im aktuellen Tarifstreit um die betriebliche Alters- und Übergangsversorgung sowie um Vergütungsfragen in einzelnen Gesellschaften des Konzerns. Bereits mit Stand Dezember 2024 beziehungsweise April 2025 hatte die Vereinigung Cockpit unverzügliche Verhandlungen über Alters- und Übergangsversorgung gefordert. Die entsprechenden Tarifverträge waren zum 31. Dezember 2024 beziehungsweise 30. April 2025 gekündigt worden.
Nach Angaben der VC fehlt es seither an belastbaren Lösungen in mehreren Bereichen. Bei Lufthansa und Lufthansa Cargo betrifft das die betriebliche Altersversorgung, bei Lufthansa CityLine einen neuen Vergütungstarifvertrag und bei Eurowings ebenfalls die betriebliche Altersversorgung.
Damit zieht sich der Konflikt über mehrere Unternehmen der Lufthansa-Gruppe und betrifft unterschiedliche tarifliche Themenfelder. Aus Sicht der Gewerkschaft zeigt sich gerade darin, dass eine isolierte Betrachtung einzelner Gesellschaften nicht ausreicht.
Schlichtung soll weitere Eskalation vermeiden
Mit dem Vorschlag zur Schlichtung verbindet die Vereinigung Cockpit ausdrücklich ein Deeskalationsangebot. Ziel sei es, die festgefahrenen Tarifkonflikte strukturiert zu lösen und weitere Zuspitzungen zu verhindern.
Für den Fall, dass die Arbeitgeberseite auf den Vorschlag eingeht, hat die VC bereits weitere Schritte angekündigt. Wörtlich heißt es: „Sollte die Arbeitgeberseite auf den Vorschlag zur Schlichtung eingehen, wird die Vereinigung Cockpitzeitnah Vorschläge für eine geeignete Schlichtungsperson unterbreiten.“
Damit macht die Gewerkschaft deutlich, dass sie den aktuellen Streikaufruf nicht nur als Druckmittel versteht, sondern zugleich einen geordneten Weg zu einer Einigung eröffnet sieht. Aus ihrer Sicht liegt der nächste Schritt nun bei den betroffenen Unternehmen der Lufthansa-Gruppe.
Die nachfolgenden Details basieren auf einer Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit, in der aktuelle Entwicklungen zu Tarifstreitigkeiten und Arbeitsniederlegungen erläutert werden.
Weiterführende Quellen:
- „Die Vereinigung Cockpit fordert unverzüglich Verhandlungen über Alters- und Übergangsversorgung; die Tarifverträge wurden zum 31. Dezember 2024 bzw. 30. April 2025 gekündigt“ – Quelle: https://www.presseportal.de/pm/50924/6026920
- „Ein eintägiger Streik der Vereinigung Cockpit bei Lufthansa und Lufthansa Cargo am 12. Februar 2026 mit Auswirkung auf alle Flüge von deutschen Flughäfen“ – Quelle: https://eturbonews.de/news/vereinigung-cockpit-kuendigt-streik-bei-lufthansa-an-15636/
- „Lufthansa Group vereinbarte im Januar 2026 einen Tarifabschluss für über 20.000 Bodenbeschäftigte mit 4,6 % Vergütungserhöhung über 26 Monate; im Gegensatz fehlen Angebote zur Altersversorgung und Vergütung für Cockpitpersonal“ – Quelle: https://newsroom.lufthansagroup.com/lufthansa-group-vereinbart-tarifabschluss-fuer-mehr-als-20000-mitarbeitende/
- „Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter lehnt Forderung nach Verdreifachung des Arbeitgeberanteils zur Betriebsrente ab und bezeichnet die Cockpit-Forderungen als unrealistisch, bietet Kompromiss bei Kurzstreckenflottenperspektiven an“ – Quelle: https://www.airliners.de/lufthansa-praesentiert-gegenvorschlag-tarifstreit-piloten/84518
- „Vereinigung Cockpit kritisiert Verhandlungsergebnis bei Lufthansa City Airlines mit Verdi, sieht mangelnde Verhandlungsbereitschaft und strategische Kostenabsenkung um rund 40 % als Konfliktursache“ – Quelle: https://www.aerotelegraph.com/ticker/vereinigung-cockpit-kritisiert-tarifabschluss-bei-lufthansa-city-airlines/jd3lj9l
- „Streik der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verursachte am 10. April 2026 weitere Ausfälle bei Lufthansa und Lufthansa CityLine vor dem Pilotenstreik“ – Quelle: https://de.euronews.com/reise/2026/04/12/pilotenvereinigung-ruft-zu-zweitagigem-lufthansa-streik-am-montag-und-dienstag-auf
- „Mehr als 700 Flüge von und nach München wurden wegen des Pilotenstreiks am 13. und 14. April 2026 betroffen“ – Quelle: https://www.stern.de/wirtschaft/news/themen/tarifkonflikt-4154302.html
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Der Tarifkonflikt bei der Lufthansa-Gruppe ist mehr als eine betriebliche Auseinandersetzung: Im Kern geht es laut Vereinigung Cockpit um ungelöste Fragen zur betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung sowie um Vergütungsfragen – und damit um zentrale Zukunftsthemen für Beschäftigte. Da der Konflikt mehrere Konzerngesellschaften betrifft, wird deutlich, dass Einzelmaßnahmen bei einzelnen Unternehmen aus Sicht der Gewerkschaft nicht ausreichen.
Für die betroffenen Menschen heißt das: Die angekündigten Arbeitsniederlegungen können den Arbeitsalltag und die Reiseplanung spürbar beeinflussen. Gleichzeitig wird für Unternehmen und die betroffenen Gesellschaften klar, dass ein Ausweg nicht nur über neue Verhandlungen, sondern auch über ein verbindliches Schlichtungsverfahren gefunden werden soll, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Was ist laut VC der Hauptgrund für den erneuten Streik?
Im Beitrag nennt die VC fehlende tragfähige Angebote bei betrieblicher Altersversorgung und Vergütungsfragen.
Welche Flüge sind von den Streiks betroffen?
Betroffen sind Flüge, die im genannten Zeitraum von deutschen Flughäfen starten; bei Eurowings nennt der Beitrag zusätzlich den gesamten Tageszeitraum dieses Datums.
Gibt es einen möglichen Weg zur Einigung?
Ja. Die VC schlägt ein verbindliches Schlichtungsverfahren vor, um die festgefahrenen Tarifkonflikte strukturiert zu lösen.
Was kann man als Reisende oder Reisender jetzt praktisch tun?
Unterstützend sind betroffene Fluggesellschaften und Reiseanbieter; eine passende Anlaufstelle können auch Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.
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11 Kommentare
kurz und sachlich: versteh die solidarität mit pilotn, aber was ist mit bodenpersonal und kabinencrew? tarifabschlüsse dort waren anders. soll man nicht alle gruppen zusammenführen in verhandlungen? seht auch vergleich bei /tarifstreit-lufthansa und /eurowings-news zum kontext
gute frage, es fühlt sich fragmentiert an, verschiedene verträge für cityline, cargo, eurowings. warum wird das nich gesamtstrategie gehandhabt? das macht den konflikt schwer lösbar, jemand erfahrungen mit solchen gesamtverhandlungen?
ich würd vorschlagen: unabhängige zahlen offen legen, dann kann man besser diskutierne. transparente kostenrechnung zur betrieblichen altersversorgung währ hilfreich. kann die redaktion daten posten oder link zu analysen auf der site?
neutralers kommentar: streiks sind last für passagiere und personal, jedochn manchmal nötich wenn verhandlungsposition blockiert ist. frage: warum sind verbindungen in den nahen osten ausgeklammert? sicherheit oder politisch bedingt? mehr dazu auf /streik-termine und /tarifstreit-lufthansa
die ausnahme is warscheinlich wegen sicherheitssituationen, aber wiso werden exakt diese länder genannt? das wirkt selektiv und verwirrt. kann jemand posten offizielles statement oder link zur sicherheitsbewertung auf der webseite?
ich find es traurig das reisen und flüge so schnell betroffen sin, menschen planen und dann fällt alles aus. die VC hat recht mit der altersversorung forderung, doch es fehlt an transparenz wie die kosten verteilt werdn. kann wer erklären wie betriebl rente funktioniert? vgl. /pensionsinfo und /eurowings-news
neutral gemeint: ich seh beide seiten, die pilotn wollen sichere rente und besser zahlung, die firmen sagen kosten. aber warum is es immer so eskalativ? kann man net früher in verbindliche schlichung gehehn, statt streikn? lies auch: /schlichtung-info und /tarifstreit-lufthansa
ja genau, weniger machtspiel und mehr lösung wär besser. aber wer wählt den schlichter? gibts kriteren? es klingt als ob die arbeitgeber nix anbiten, aber die genauen zahlen fehlen mir, any link zu zahlen/analysen auf der site?
irgendwie versteh ich des nich ganz, die Vereinigung Cockpit sagt streik und schluchtung, aber wer merkt das am ende? die fluggäste? die betriebl Altersversorgung is wichtig ja, aber wie soll das gezahlt werden, von lufthansa oder eurowings? mehr infos hier: /tarifstreit-lufthansa und /pensionsinfo
guter punkt, ich frag mich ob die schlichter wirkli neutral sein könn, und ob so ein schlichungsverfahen genug druck macht, oder nur zeit schindet. bitte link zu /schlichtung-info posten, brauch mehr hintergrund, danke
stimme halb zu, aber man muss auch sagen das die tarifverhndlungen lange blockiert warn, und eurowings flüge und cityline sind anders betroffen. wer kontrollirt die ausnahme nach nahen osten? siehe /streik-termine fuer details